Haus- und Hobbybrauertage 2011
Nordhorn

„Brauertag‘ und Sonnenschein, und ich steh‘ hier im Stau am Rhein…“

… so mag mancher, insbesondere der erste Vorsitzende der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer, nach der Melodie der Comedian Harmonists vor sich hin gesummt haben, denn bei herrlichstem Spätsommerwetter und der Aussicht auf ein durch den Tag der Deutschen Einheit verlängertes Wochenende hat sich wohl die Mehrheit der Bevölkerung dazu berufen gefühlt, sich auf einen Kurzurlaub zu begeben. Nordrhein-Westfalen allein rühmte sich am Nachmittag des 30. September 2011 mit einer Gesamtstaulänge von über 300 Kilometern…

Aber, und es sei gestattet, den Schluss vorwegzunehmen, trotz Stau in der Republik waren die Haus- und Hobbybrauertage 2011 im hohen Norden, in Nordhorn kurz vor der niederländischen Grenze, am Ende eine runde Sache.

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Begrüßung durch den Vorstand

Im Kultur- und Tourismuszentrum der Stadt Nordhorn, in der Alten Weberei, hatten die Brauer und Brauerinnen der Nordhorner Vereinsbrauerei die große Halle angemietet, und hier trafen sich rund hundert Mitglieder und Angehörige der VHD zur Jahreshauptversammlung am Freitag. Wie immer gab es als Stärkung vorneweg eine deftige Brotzeit, und genau diese gab uns auch die Pufferzeit, auf die im Stau steckenden Freunde und Kameraden zu warten.

In ruhiger und diesmal sehr entspannter Atmosphäre und eingeleitet durch eine kurze Ansprache der stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Nordhorn konnte Markus Metzger mit dem Vorstand neben den Routineaufgaben wie Kassenbericht und Entlastung des Vorstandes endlich auch die letztes Jahr bereits vorgestellte Satzungsänderung abschließen. Zwar mussten die Stimmen mehrfach nachgezählt werden, weil nach den vielen Stunden im Stau beim einen oder anderen die Konzentration auf einem Tiefpunkt angelangt war, aber schließlich war es geschafft, und der Verein konnte sich nach dem formalen Programm dem gemütlichen Beisammensein widmen – schließlich hatte man sich ja seit einem Jahr nicht mehr gesehen und dementsprechend viel zu erzählen.

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Verkostung

Fast schon routinemäßig begann Sonnabend früh das Verkostungs- und Ausflugsprogramm. Zwei große Reisebusse standen für eine Tour durch den Osten der Niederlande bereit, und neben der Besichtigung der riesigen und – beeindruckend! – klinisch sauberen Großbrauerei Grolsch blieb auch noch genug Zeit, über den Markt in Enschede zu bummeln, um sich je nach Gusto mit fangfrischem Hering oder leckerem Käse zu versorgen oder in einem der zahlreichen Cafés im herrlichen Sonnenschein schon das erste Bier zu genießen.

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Verkostung

Parallel zu diesem Ausflug trafen sich die Verkoster zur morgendlichen Vorverkostung und diskutierten mit Verve und Elan die eingereichten Biere der Kategorien Norddeutsches Pilsener, Grafschafter Kupfer und Rauchweizenbock. Im Anschluss gab’s eine Planwagenfahrt durch Nordhorn, eine kurze, aber süffige Besichtigung von Jan Hendrik Kochs Sudhaus in der Erikastraße, und ein leckeres Biermenü. Ein kurzer Verdauungsspaziergang durch die Nordhorner Fußgängerzone, in der das Stadtfest Nordhorner Oktober tobte, und am Nachmittag traf man sich erneut in der Konferenzhalle zur Hauptverkostung. Straff und professionell organisiert war sie diesmal, und da die Anzahl der eingereichten Biere auch nicht allzu hoch gewesen war (für die Statistiker: 7 Pils, 12 Kupfer, 15 Rauchweizenbock, also gerade einmal 34 Biere), blieb nach der Verkostung noch genügend Zeit für individuelles Freizeitprogramm. Ein gemütlicher Bummel über das Stadtfest, eine Kneipentour oder eine Bootsrundfahrt über die Vechte und die kleinen Kanäle kreuz und quer durch das Stadtgebiet – auch jetzt musste sich niemand langweilen.

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Bier vom Sudhaus in der Erikastraße

Der Hausbrauerabend folgte geschickter Choreographie. Während das Volk durch Brot und Spiele bei Laune gehalten wurde und sich über das Büffet hermachte, schloss der Vorstand die letzten Auswertungen und Vorbereitungen für die Siegerehrung ab, und um kurz vor zehn Uhr fand endlich die ersehnte Kür der Sieger statt. Besonders erwähnenswert der Sieg von Andreas Schwickert in der Kategorie Rauchweizenbock, der damit nun schon zum dritten Mal als Sieger auf der Bühne gestanden hat. Glückwunsch an alle Gewinner und Teilnehmer!

Bei Hausbräu aus allen Regionen Deutschlands, aus Flaschen und Fässern, saß man nun noch zusammen, verkostete die exotischsten Kreationen und tauschte bis tief in die Nacht Rezepte und Erfahrungen aus.

Der nächste Morgen rundete die diesjährigen Haus- und Hobbybrauertage mit einer Rarität ab: In irgendwelchen Archiven war ein Stummfilm vom Anfang des letzten Jahrhunderts aufgetaucht, ein Reklamefilm der Brauerei Humbser in Fürth. Nahezu eine halbe Stunde lang konnten wir auf den großen Leinwänden verfolgen, wie vor fast hundert Jahren in Fürth Bier gebraut worden war. Fürwahr, ein schöner Abschluss! Und damit: Bis nächstes Jahr! Dank an Jan-Hendrik Koch und seine Vereinskollegen, und auf ein Wiedersehen in Windischeschenbach-Neuhaus im September 2012.

Bilder

Dieser Bericht erschien in leicht gekürzter Form hier auch in unserer Vereinszeitung, dem Schalander.

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