Bir & Fud
Roma
ITA

Bir & Fud – Beer and Food. Der Name sagt eigentlich alles.

Inmitten der kleinen Gassen des Römer Stadtteils Trastevere muss man dieses exzellente kleine Restaurant mit der verblüffenden Bierauswahl ein wenig suchen, aber wenn man es dann erst einmal gefunden hat…

Halt, nein, ich versuche es andersherum: Diese exzellente kleine Bierbar mit dem fantastischen Essen dazu befindet sich…

Ach, es ist egal, wie man es auch dreht und wendet… Die Bierauswahl ist genauso beeindruckend wie die Qualität des Essens. 31 Biere und einen Cider zähle ich in der Bierkarte, vorwiegend aus Italien, Deutschland, Belgien und Großbritannien. Biere aus winzigen italienischen Brauereien, aber auch von den bekannten Craftbier-Größen Borgo, Lambrate oder Birrificio Italiano. Aus Belgien die Senne Brauerei, aus Deutschland Altfränkisches Lager – Herz, was willst Du mehr.

Schier endlos ziehen sich die Zapfhähne die Theke entlang, und jeder, der das Restaurant im hinteren Bereich erreichen möchte, muss sich durch den schmalen Gang zwischen den Thekensitzern und der Hauswand hindurchzwängen, wird so geradezu genötigt, sich schon einmal einen Eindruck zu verschaffen, welche Biere gleich sein Essen werden begleiten, ergänzen, bereichern oder kontrastieren können.

Der hintere Gastraum ist deutlich geräumiger als der Thekenbereich, aber richtig groß und weitläufig ist es auch hier nicht. Die Tische stehen recht eng beieinander, sind auch nicht allzu groß, aber so kommt man schnell mit den Nachbarn in Kontakt, tauscht sich über das Bier und das Essen aus, und im Nu verfliegt der Tag, der Abend, die Nacht…

Das Essen ist typisch italienisch. Aber wer jetzt an Pizza und Pasta denkt, liegt völlig daneben. Regionale Spezialitäten gibt es, mit Zutaten und Gewürzen, von denen ich lange nichts mehr oder überhaupt noch nie gehört habe. Frittierte Reisbällchen mit einer würzigen Tomatensoße, die nur so überströmt von kräuterigen Aromen, beispielsweise. Ach, man müsste mit einer Gruppe hierher kommen, jeder bestellt sich eine andere Kleinigkeit, jeder ein anderes Bier, und dann lässt man Gläser und Teller kreisen und kreisen und kreisen, bis man selber anfängt, innerlich zu kreiseln und im Wirbel der Aroma- und Geschmacksexplosionen die Orientierung verliert, nicht mehr weiß, wo oben und unten, noch vorne und hinten ist…

MiniaturMit dem Bier können wir es ja mal so versuchen, schlägt mein italienischer Freund vor, schnappt sich die Getränkekarte und einen Kugelschreiber, markiert mal hier, mal da ein Bier und drückt sie der freundlichen jungen Kellnerin in die Hand. Minuten später steht ein großes Tablett mit acht Gläsern vor uns. Eine wilde Zusammenstellung, helle, dunkle und schwarze Biere, leichte und starke, herbe und saure. Wir verkosten uns Schritt für Schritt hindurch:

Das Birrificio Italiano Weizen schmeckt gut, hätte vielleicht noch ein wenig bananiger sein können; das Sera Nera von EastSide Brewing beeindruckt mit einer gewaltigen Geschmacksfülle; ebenso das Gallagher Stout von Hilltop; beim Wave Runner von Hammer komme ich mit den Geschmacksnotizen schon nicht mehr nach, beschränke mich auf vier Sternchen; genauso beim Berenice von EastSide Brewing; das Beer Brugna und das Madamin von Loverbeer fallen dem gegenüber ein bisschen ab, drei Sterne nur, und das O.G. 1085, das Triple von Carrobido, das wir uns aufgrund seiner Stärke bis zum Schluss aufgehoben haben, enttäuscht leider mit deutlichen Geschmacksfehlern. Ein wenig seifig schmeckt es, zugleich dumpf, wenig Rezens.

Ein bisschen enttäuscht bin ich ob dieses faden Abschlusses, aber nach einer geschmacklichen Reise durch die Welt, die schon in den Bierbars vorher begonnen hatte, fühle ich mich mittlerweile außerstande, noch ein weiteres Bier auszuwählen, um ein Highlight für heute zu setzen. Im Expresstempo haben wir heute Rom erkundet, seine Restaurants, seine Sehenswürdigkeiten, und dann noch ein paar Bierbars.

Bir & Fud war der wunderbare Abschluss eines ebenso wunderbaren Tages, und dass nun ausgerechnet das allerletzte Bier… Nun ja, manchmal hat man auch ein kleines bisschen Pech.

Trotzdem, eins steht fest: Sollte es mich erneut nach Rom verschlagen, Bir & Fud wird einen festen Platz in der Reiseplanung einnehmen. Ganz sicher!

Bir & Fud ist täglich von 12:00 Uhr mittags bis morgens um 02:00 Uhr durchgehend geöffnet, die Küche schließt um 01:00 Uhr. Kein Ruhetag. Mit der Straßenbahnlinie 8, Haltestelle Belli, ist sie problemlos zu erreichen – ein zehnminütiger Bummel durch die Altstadtgassen Trasteveres, und man ist da.

Bilder

Bir & Fud
Via Benedetta 23
00 153 Roma
Italien

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