V. Stettiner Hausbrau-Wettbewerb
Szczecin
POL

116 verschiedene Biere in vier ziemlich ungewöhnlichen Kategorien – das waren die Rahmenbedingungen des diesjährigen Hausbrauwettbewerbs in Stettin. Bereits zum fünften Mal fand er statt, und auch wenn die Rekordteilnehmerzahl des letzten Jahrs nicht erreicht werden konnte, so war er trotzdem wieder ein voller Erfolg.

Miniatur (1)Ein bisschen mag er unter der Terminsetzung gelitten haben. Traditionsgemäß findet der Stettiner Hausbrauwettbewerb immer rund um den St. Patrick’s Day, also dem 17. März, statt – und doch kam es 2016 zu einer Terminkollision mit dem am gleichen Wochenende angesetzten Hausbrauwettbewerb in Łódź. So mag der eine oder andere Hausbrauer gar nicht die Möglichkeit und freien Kapazitäten gehabt haben, um an beiden Wettbewerben gleichzeitig teilzunehmen.

Gleichwohl. 116 Einreichungen sind eine ordentliche Ansage, und so wurde die Vorentscheidung denn auch auf zwei Tage verteilt.

Der Freitag, der 18. März 2016, sah ein knappes Dutzend Verkoster und Verkosterinnen in einem Nebenraum der vor knapp einem Jahr erst eröffneten Gasthausbrauerei Nowy Browar um zwei großem Tische versammelt. 31 Wiener Lager und 22 Belgische IPAs waren zu verkosten und für das Finale auf eine handhabbare Zahl von etwa einem Dutzend pro Stil zu reduzieren. Beide Verkostergruppen taten sich schwer. Die Wiener Lager waren durchweg zu dunkel, zu malzig, zu aromatisch, gingen eher in Richtung eines Oktoberfest-Märzen oder gar eines tschechischen Halbdunkels, so dass sich nur zwölf Biere für das Finale qualifizieren konnten.

Miniatur (2)Und auch die Triple IPAs, die die Charakteristika einer wilden, ungestümen belgischen Hefe mit dem ausdrucksstarken Hopfenprofil eines IPA verbinden sollten, enttäuschten oft. Höhere Alkohole, Spritigkeit, Lösungsmittel und Nagellackentferner-Aromen zeugten von schlecht beherrschter Gärung, von vermutlich zu hohen Temperaturen. Oft war auch kein adäquates Hopfenaroma vorhanden, und so entschloss sich die Jury schweren Herzens, lediglich neun Biere zum Finale zuzulassen.

Am Sonnabendvormittag um 11:00 Uhr begann im Keller der Brauerei Stara Komenda die zweite Runde der Vorentscheidung, diesmal in den Stilen Imperial Stout und Hopless IPA. Letzteres insofern eine besondere Herausforderung sowohl für die Brauer als auch für die Verkoster, als es sich dabei nicht nur um keinen fest definierten Bierstil, sondern sogar um einen Widerspruch in sich selbst handelte, ist doch ein IPA eine ganz besondere Hopfenbombe, und die Herausforderung, ein solches Aroma ohne Nutzung von Hopfen zu erzeugen, eine ganz spezielle. Dementsprechend war auch die Jury ganz besonders gespannt auf die in dieser Kategorie eingereichten Biere.

20 Hausbrauer hatten sich dieser Herausforderung gestellt und ihre Hopless IPAs eingereicht. Viele hatten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und mit Zutaten aus aller Herren Länder experimentiert. Orangenschalen, Zitronenmelisse, Kiefernadeln, Lemongrass, Kümmel, Rosmarin – eine ungeheure Vielfalt an Aromen konnten die Verkoster herausschmecken, und es war schwierig, unter so vielen interessanten Bieren die besten zwölf für das Finale zu identifizieren. Die Lästermäuler, die im Vorfeld nicht von Hopless, sondern von Hopeless IPA gesprochen hatten, wurden also eines Besseren belehrt.

Miniatur (3)Die eingereichten 43 Imperial Stouts hingegen enttäuschten mit Masse. Sehr viele hatten ausgeprägte Geschmacksfehler, so dass im Rahmen der Vorentscheidung es gar nicht so sehr darauf ankam, die eingereichten Biere sorgfältig nach Qualität zu sortieren und die besten zehn zum Finale zuzulassen. Bereits nach Aussortieren aller Biere mit auffälligen Fehlaromen (meistens Lösungsmittel, Nagellackentferner oder schweflige Noten) blieb nur noch ein gutes Dutzend übrig, und rasch waren aus diesem Rest noch ein paar Biere disqualifiziert, so dass zehn solide Imperial Stouts und zwölf Hopless IPAs für das Finale übrigblieben.

Das Finale fand in mittlerweile schon gewohnt professionell unterstützter Umgebung der Stara Komenda statt. Vier Gruppen zu je vier Verkostern widmeten sich den Bieren. Drei Stunden lang wurde gerochen, verkostet, betrachtet, notiert, bis gegen 15:00 Uhr endlich die Gewinner feststanden. Spannend war es gewesen, und auf den Plätzen gab es häufig ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, manchmal waren es nur Bruchteile eines Punktes, die die Nichtplatzierten von den Medaillenrängen trennten.

Miniatur (4)Eine willkommene Unterbrechung war der Besuch eines Fernsehteams des Regionalsenders TVP 3. Mit Liebe zum Detail wurde ein zweiminütiger Clip gedreht und am Abend in der Tageschronik gesendet.

Um 15:00 Uhr wurden dann die Gewinner bekanntgegeben und die Ergebnisse gleichzeitig auch im Internet veröffentlicht. Einen herzlichen Glückwunsch an die Sieger in den einzelnen Kategorien: Mariusz Bystryk (Wiener Lager), Piotr Ćwikliński (Imperial Stout), Michał Kordek (Hopless IPA) und Andrzej Miler (Triple IPA).

Miniatur (5)Bilder

V. Stettiner Hausbrau-Wettbewerb
plac Stefana Batorego 3
70-207 Szczecin
Polen

Ergebnisse:

Lager Wiedeński:
1. Mariusz Bystryk – 43,25
2. Andrzej Miler – 37
3. Krzysztof Zach – 35
4. Dariusz Dul – 34,75 *
5. Artur Kaleta – 34,75
6. Maciej Ciszewski – 32,75
7. Jerzy Miler – 30,25
8. Adam Samociuk – 29,25
9. Tomasz Podeszwa – 25,5
10. Kamil Pasierbik – 24,25
11. Jan Niesłańczyk – 22,25
12. Zbigniew Hajdyła – 20
* über die Platzierung entschied die Reihenfolge bei den einzelnen Juroren

Imperial Stout:
1. Piotr Ćwikliński – 39,25
2. Waldemar Pitala – 35
3. Mikołaj Wrona – 32,75
4. Konrad Sworowski – 32
5. Michał Jakuszewski – 29,25
6. Mateusz Matwiejczuk – 23,75
7. Jakub Baranowski – 21,5
8. Wojciech Gasek – 20,25
9. Jan Gadomski – 19,75
10. Marcin Kamiński – 17

Hopless IPA:
1. Michał Kordek – 37,5
2. Mariusz Bystryk – 35,75
3. Krzysztof Pronobis – 33,75
4. Leszek Wydro – 33,25
5. Wojciech Gasek – 31
6. Adam Zygmański – 30,75
7. Andrzej Czapski – 29,75
8. Grzegorz Durtan – 27,75
8. Jan Gadomski – 27,75
9. Andrzej Miler – 25,25
10. Jan Nożewnik – 24,25
11. Michał Stefaniak – 23,5

Tripel IPA:
1. Andrzej Miler – 38,5
2. Radosław Bugiel – 36
3. Paweł Żywiecki – 34,5
4. Jan Gadomski – 34
5. Bartłomiej Błażejowski – 32,25
6. Filip Mazur – 23,5
7. Grzegorz Durtan – 19,5
8. Szymon Synak – 19
9. Piotr Dowlasz – 18,75

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