Brauereiausschank „Im Goldenen Ring“
Düsseldorf
DEU

Der Brauereiausschank „Im Goldenen Ring“ in Düsseldorf, fast direkt am Rheinufer, hat eine wahrlich wechselvolle Geschichte – nicht nur, was das Gebäude anbelangt, sondern auch mit Bezug auf die Brauereien, die in diesem Gebäude ihr Bier ausschenkten.

Bereits vor fast 500 Jahren, im Jahr 1536, begann diese Geschichte. In diesem Jahr wurde das Gebäude errichtet und bekam den Namen „Goldener Ring“ – zu dieser Zeit gab es noch keine Hausnummern, und die Häuser wurden stattdessen mit individuellen Namen versehen. Straßen und dazugehörige Hausnummern wurden erst im Laufe des 18. Jahrhunderts, in manchen Regionen sogar erst des 19. Jahrhunderts eingeführt.

Ob der Goldene Ring schon immer eine Brauerei beherbergte, ist unklar, aber klar ist, dass seine Eigentümer häufig wechselten. In der langen Liste finden sich Doktoren, Hofkammerräte und Postsekretäre. Seit 1896 ist diesbezüglich Ruhe eingekehrt, das Gebäude befindet sich seit diesem Jahr über viele Generationen hinweg in den Händen der Familie Kampes.

Aber das macht die weitere Geschichte nicht weniger abwechslungsreich – im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude nämlich völlig zerstört, und im Rahmen einer grundlegenden Neugestaltung des Burgplatzes wieder aufgebaut.

Anschließend übernahm die Schlösser-Brauerei den Goldenen Ring und nutzte ihn für rund 50 Jahre als Brauereiausschank. Irgendwann schien aber der Betrieb nicht mehr rentabel gewesen zu sein, und mit der Privatbrauerei Frankenheim fand sich 2008 eine andere Brauerei, die den Goldenen Ring übernahm – faszinierenderweise mit einer gehörigen Portion Optimismus. Liest man die damaligen Pressemitteilungen, so ist dies durchaus amüsant: Während Schlösser behauptet, der Goldenen Ring sei nicht auf Dauer wirtschaftlich zu betreiben, meldet man bei Frankenheim, dass man ein sehr erfolgversprechendes Objekt übernommen habe…

MiniaturHeute, also Anfang des Jahres 2015, steht in großer, gelber Leuchtschrift „Brauerei im Goldenen Ring“ an der Fassade, darüber „Warsteiner“, darunter „Frankenheim“. Und in der Tat – das Frankenheim Alt wird schon seit geraumer Zeit in Warstein gebraut.

Der Ausschank ist nicht ungemütlich eingerichtet, an den Wänden berichten von hinten beleuchtete Glasmalereien von der Geschichte des Gebäudes, am Rand der Theke soll eine ausgediente Kupferhaube Brauerei-Atmosphäre schaffen, und die Unterteilung in mehrere, kleine Gasträume nimmt dem Betrieb etwas von seiner gegebenenfalls ungemütlichen Größe. Die Bedienungen sind schnell und freundlich. Und dass heute, kurz vor unserem Besuch, gerade eine Karnevalsgesellschaft hier gefeiert und ein wahres Schlachtfeld hinterlassen hat, kann man der Wirtschaft ja nicht zum Vorwurf machen.

Bleibt also die Frage nach dem Bier. Nun ja, es überzeugte nicht. Statt mit einer klaren, ausdrucksvoll akzentuierten Bittere zu beeindrucken, schmeckte das Frankenheim eher süßlich und erschreckte im Aroma mit einer leicht käsigen Note, die ich persönlich immer mit überlagertem Hopfen verbinde, die aber manchen Hopfensorten grundsätzlich zu eigen ist. Ich mag dieses Aroma nicht und war enttäuscht. Hätte man sich sparen können. Leider!

Der Goldene Ring ist täglich ab 10:30 Uhr durchgehend geöffnet. Von der U-Bahn-Station „Tonhalle / Ehrenhof“ sind es etwa 300 m zu Fuß.

Bilder

Brauereiausschank „Im Goldenen Ring“
Burgplatz 21
40 213 Düsseldorf
Nordrhein Westfalen
Deutschland

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