Browar Witnica S.A.
Witnica
POL

Die Browar Witnica S.A. blickt, wie so viele Betriebe im Grenzgebiet zu Deutschland, auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Gegründet wurde sie im Jahr 1848 von Ernst Ferdinand Handke, zu einer Zeit, als Witnica noch Vietz hieß. Unter dem Namen Sternbräu errang die Brauerei einen gewissen regionalen Ruhm. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Brauerei verstaatlicht und gehörte in raschem Wechsel zu Brauerei- und Mälzerei-Komplexen in Szczecin, Gorzów Wielkopolski und Zielona Góra. Erst nach der politischen und wirtschaftlichen Wende errang sie 1991 ihre Unabhängigkeit zurück, firmierte unter verschiedenen Firmennamen und stand 2007 kurz vor dem finanziellen Ruin. Seit 2009 jedoch hat sich die Brauerei mithilfe eines externen Investors saniert und bietet ihr Produktportfolio nunmehr landesweit in ganz Polen an.

Browar Witnica S.A.
die Browar Witnica im Jahr 2011

Wir hatten den 13. März 2011 genutzt, um bei herrlichem Frühlingswetter die Brauerei einmal anzufahren. Im Gegensatz zu den meisten mittelständischen polnischen Brauereien versprach die Browar Witnica, dass sich auf dem Firmengelände auch ein Ausschank, nämlich die Karczma Piwosz, befinden würde – mit kommoden Öffnungszeiten, täglich von 11:00 h bis 23:00 h.

Wir besichtigten die alten Brauereigebäude von außen und amüsierten uns über den Hinweis, dass die Brauerei Witnica der erste Produzent von Badebier in Polen sei. Nun, wem’s gefällt… Mir ist Bier ja grundsätzlich zu schade, um darin zu baden. Lediglich innere Anwendungen und Nierenspülungen kann ich mir als medizinisch indizierte Heilverfahren vorstellen…

Die Enttäuschung kam leider zum Schluss, als wir nämlich in der Karczma Piwosz einkehren wollten und von der freundlichen Bedienung beschieden wurden, dass leider das gesamte Restaurant für eine geschlossene Gesellschaft reserviert sei. Schade. Damit konnten wir das Witnica-Bier nicht, wie wir es ursprünglich vorgehabt hatten, vom Fass verkosten.

Nachtrag 16. März 2017: Fast auf den Tag genau sechs Jahre später. Erneut herrlicher Sonnenschein und ein schöner Ausflug, der gar nicht Witnica als Ziel hatte, sondern die kleine Browar Kraftowy Pałacyk Łąkomin in der gleichen Region, tief im Wald versteckt. Aber nachdem der Besuch dort zwar außerordentlich interessant war, es aber nichts zu essen gab, führte uns ein kleiner Abstecher zur Browar Witnica S.A. Äußerlich macht sie einen etwas besseren Eindruck als seinerzeit. Man hat ein wenig aufgeräumt, ein Wandgemälde an die Außenmauer gemalt, und auch am Eingangstor bemüht man sich im Rahmen der knappen Finanzmittel um ein wenig Schmuck in Form von gemalten Hopfenranken.

Browar Witnica S.A.
die Browar Witnica im Jahr 2017

Nach einem kurzen Blick biegen wir ab zur Karczma Piwosz, und heute ist sie tatsächlich auch für normale Gäste geöffnet. Die nächste geschlossene Veranstaltung wirft aber ihre Schatten schon voraus – der Gastraum ist schon entsprechend umgeräumt, und lediglich zwei kleine Tische stehen etwas verloren mitten im Raum. Gemütlich ist es dadurch nicht gerade. Und die zweite schlechte Nachricht kommt gleich von der Bedienung: Es sei Nebensaison, da gebe es kein Bier vom Fass. Nur Flaschenbier.

Wir machen lange Gesichter, aber angesichts unseres Hungers bleiben wir jetzt doch hier. Das Essen ist einfache Kost, rustikal, aber dafür auch sehr preiswert. Nichts Besonderes. Und das Piwo Celtyckie, auf das meine Wahl fällt, passt sich dem an. Ein dunkles Bier mit außerordentlich höher Restsüße. Fast wie ein Malzbier, nur mit einem normalen Alkoholgehalt von 4,5%. Nicht wirklich harmonisch zur Süße passend eine etwas nachhängende Bittere. Nichts Dolles. Und was daran keltisch sein soll, erschließt sich mir nicht wirklich.

Nun, so lautet unser Fazit, haben wir es doch geschafft, hier im Brauereirestaurant einzukehren. Abgehakt auf der Liste, aber nicht wirklich den Aufwand wert, hier extra herzufahren. Nur wenn man schon mal in der Gegend ist und Hunger hat, dann ist es okay.

Bilder

Browar Witnica S.A.
ulica Marii Konopnickiej 1
66-460 Witnica
Polen

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