{"id":46093,"date":"2024-12-02T20:59:12","date_gmt":"2024-12-02T19:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?page_id=46093"},"modified":"2024-12-13T18:11:14","modified_gmt":"2024-12-13T17:11:14","slug":"zarte-bierpoesie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?page_id=46093","title":{"rendered":"zarte Bierpoesie"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Zarte Bierpoesie? Was auf den ersten Blick als eine ungew\u00f6hnliche Wortkombination erscheint (Bier? Zart? Poetisch?) ist auf den zweiten vielleicht gar nicht mehr so \u00fcberraschend. Warum soll man nicht auch einmal ein Bier oder eine Genusssituation mit feinen, wohlgesetzten, geradezu z\u00e4rtlichen Formulierungen beschreiben?<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"696\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/zarte-Bierpoesie-1024x696.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46121\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/zarte-Bierpoesie-1024x696.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/zarte-Bierpoesie-300x204.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/zarte-Bierpoesie-150x102.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/zarte-Bierpoesie-768x522.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/zarte-Bierpoesie.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Bekommst Du nicht beim Lesen des folgenden Textes schon Durst?<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Biergenuss mit allen f\u00fcnf Sinnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir schenken uns ein frisches Glas ein und h\u00f6ren, wie das Bier sch\u00e4umt und sprudelt. Dann steht es vor uns, golden gl\u00e4nzend, r\u00f6tlich schimmernd oder tiefschwarz und edel. Das Glas ist k\u00fchl, aber nicht zu kalt. Au\u00dfen bilden sich kleine Kondenswassertropfen. Wir sp\u00fcren die K\u00fchle mit der Hand und mit den Lippen, die das Glas ber\u00fchren. Gleichzeitig riechen wir herbe, fruchtige oder blumige Noten. Wir nehmen einen kr\u00e4ftigen Zug und schmecken die Bittere des Hopfens und die S\u00fc\u00dfe des Malzes, und dann setzen wir das Glas ab und sehen, wie sich nach jedem Schluck feine Schaumringe im Glas bilden.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6ren, sehen, f\u00fchlen, riechen, schmecken \u2013 das Zusammenspiel begeistert, und es ist die schier unendliche Zahl von Kombinationsm\u00f6glichkeiten, die Bier immer wieder zu einem neuen Erlebnis macht. Bereits der Gedanke an ein frisch eingeschenktes Bier l\u00e4sst das Wasser in unserem Mund zusammenlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon der Duft kann bet\u00f6ren. Feiner tschechischer oder steirischer Aromahopfen erzeugt einen dezenten Hauch von in der Sonne trocknendem Heu und erinnert uns an die Sommerferien unserer Kindheit in den Bergen. Neue US-amerikanische oder neuseel\u00e4ndische Hopfenz\u00fcchtungen bringen spielerisch-fruchtige Noten ins Bouquet, und wir f\u00fchlen uns zur\u00fcckversetzt auf einen Obstmarkt am Mittelmeer im letzten Urlaub. Dunkle Malze verleihen dem Bier einen kr\u00e4ftigen, brotigen, vielleicht auch r\u00f6stigen Geruch, und wir tr\u00e4umen davon, wie wir bei der Gro\u00dfmutter auf dem Land vor dem riesigen Steinbackofen stehen und die frischen Brote aus der Glut ziehen. Bei den schweren und komplexen, weinigen und fruchtigen Noten eines mit einer belgischen Hefe vergorenen Biers denken wir an die selbstgemachten Rumt\u00f6pfe, von denen bestimmt noch ein paar Gl\u00e4ser bei den Eltern im k\u00fchlen Keller stehen, und das kr\u00e4ftige Aroma eines mit \u00fcber Buchenholz ger\u00e4uchertem Malz gebrauten Rauchbiers erinnert uns an die wunderbaren Schinken, die der Onkel im Nachbardorf selbst im kalten Rauch getrocknet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch haben wir das Glas nicht an die Lippen gesetzt, und sind doch schon in unseren Gedanken um die Welt und durch die Zeit gereist und haben l\u00e4ngst vergessen geglaubte Erinnerungen zutage gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kommt der Antrunk. Ein hochvergorenes, etwas kr\u00e4ftiger gehopftes Bier mit wenig Rests\u00fc\u00dfe kann spritzig und perlig sein, kohlensauer und schlank. Mit niedrigem Alkoholgehalt, auf der Zungenspitze bitzelnd und leicht herb erfrischt es nach einem hei\u00dfen Sommertag. In unserem Glas kann sich aber auch ein schw\u00e4cher gehopftes, eher malzbetontes Bier befinden, das kr\u00e4ftig und voll den Mund mit einem m\u00e4chtigen und runden Schluck erf\u00fcllt und nach harter Arbeit s\u00e4ttigt. Vielleicht flie\u00dft unser Bier aber auch alkoholstark und geradezu \u00f6lig-viskos tropfenweise \u00fcber den Glasrand, h\u00f6here Alkohole steigen fast ein wenig scharf in die Nase, w\u00e4hrend sich auf der Zunge und am Gaumen eine wohlige alkoholische W\u00e4rme breit macht, die mit einem guten Branntwein konkurrieren m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schlucken und sinnieren einen Moment dem Bier hinterher. Bleibt f\u00fcr einen kurzen Moment noch eine feine Herbe im Rachen sp\u00fcrbar, die ein wenig trocken wirkt und Lust auf den n\u00e4chsten Schluck macht? Vielleicht unterst\u00fctzt von einem dezent mineralischen Charakter? Spielen feine Hopfensorten und die H\u00e4rte des Wassers mit uns und erzeugen nach jedem Zug, der doch eigentlich den Durst l\u00f6schen soll, gleich wieder das Verlangen, weiterzutrinken?<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00fcren wir stattdessen die S\u00fc\u00dfe des Malzes noch auf der Zunge, wie sie nur langsam verschwindet? Gerade so klebrig ist sie, dass wir mit einem weiteren Schluck die Zunge freisp\u00fclen und erfrischen wollen. Oder merken wir den begeisternden retronasalen Effekt, wenn beim Ausatmen durch die Nase noch einmal die komplexen Aromen, die h\u00f6heren Alkohole und die fruchtigen Ester eines sorgf\u00e4ltig komponierten Starkbiers \u00fcber unsere Sinneszellen paradieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Forscher kann uns jetzt genau erkl\u00e4ren, woher all diese Sinneseindr\u00fccke kommen. Er spricht von Harzen und Bitterstoffen im Hopfen, von Terpenen, \u00d6len und aromatischen Verbindungen, die es zu isomerisieren gilt. Er findet im Malz Einfach-, Mehrfach- und Komplexzucker, Glucose, Maltose, Dextrose, verschiedene St\u00e4rkekomplexe, aber auch Tannine in den Spelzen der Getreidek\u00f6rner, und er analysiert die Resultate von Maillard-Reaktionen im dunklen Malz. Bei der Hefe interessieren ihn die Stoffwechselprodukte bei unterschiedlichen Temperaturen, komplexe Ester, einfache und h\u00f6here Alkohole, Fetts\u00e4uren, phenolische Komponenten und, nat\u00fcrlich, die G\u00e4rungskohlens\u00e4ure. Schlie\u00dflich identifiziert er Mineralstoffe im Brauwasser, misst dessen H\u00e4rte und pH-Wert, die Restalkalit\u00e4t und Keimfreiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist aber nicht der Forscher, sondern der Brauer, der es vermag, die vier Rohstoffe Hopfen, Malz, Hefe und Wasser so einzusetzen, dass uns am Ende die vielen Duft-, Aroma- und Geschmackskomponenten in perfekter Balance und Ausgewogenheit zu bet\u00f6ren wissen \u2013 so, dass das Bier bei jedem einzelnen Schluck die Lust auf den n\u00e4chsten macht. Auf einen unendlichen Reigen immer neuer Genusserfahrungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir das n\u00e4chste Mal also zu einem Bier greifen, dann lassen wir uns ein auf diese Vielfalt und das Wechselspiel der Aromen. Lauschen nicht nur dem \u201ePlopp!\u201c beim \u00d6ffnen der Flasche und dem Rauschen in der Kehle, wenn das Bier auf Nimmerwiedersehen dort verschwindet, sondern nehmen alle unsere f\u00fcnf Sinne zusammen, genie\u00dfen bewusst und sind ganz eins mit unserem Bier. Vollendete Momente!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Auf den Geschmack gekommen? M\u00f6chtet Ihr solche Texte bei einer Lesung mal h\u00f6ren? Oder gewisserma\u00dfen \u201ema\u00dfgeschneidert\u201c geschrieben bekommen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Dann kontaktiert mich doch einfach!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Volker, der Bierliterat<\/strong><br>+49 176 4570 9422<br><a href=\"mailto:cbo@brunnenbraeu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">cbo@brunnenbraeu.de<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Brunnenbraeu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/Brunnenbraeu<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/brunnenbraeu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.instagram.com\/brunnenbraeu<\/a><br><a href=\"https:\/\/x.com\/brunnenbraeu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/x.com\/brunnenbraeu<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Zarte Bierpoesie? Was auf den ersten Blick als eine ungew\u00f6hnliche Wortkombination erscheint (Bier? Zart? Poetisch?) ist auf den zweiten vielleicht gar nicht mehr so \u00fcberraschend. Warum soll man nicht auch einmal ein Bier oder eine Genusssituation mit feinen, wohlgesetzten, geradezu z\u00e4rtlichen Formulierungen beschreiben? Bekommst Du nicht beim Lesen des folgenden <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?page_id=46093\" title=\"zarte Bierpoesie\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":46121,"parent":46069,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-46093","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46093"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46093\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46194,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46093\/revisions\/46194"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/46069"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/46121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}