{"id":2360,"date":"2015-10-16T23:00:18","date_gmt":"2015-10-16T21:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=2360"},"modified":"2020-11-14T05:03:27","modified_gmt":"2020-11-14T04:03:27","slug":"ryszard-kincelod-mastnego-do-brackiegoz-dziejow-piwowarstwa-cieszynskiego","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=2360","title":{"rendered":"Ryszard Kincel<br \/>Od Mastnego do Brackiego<br \/>z dziej\u00f3w piwowarstwa cieszy\u0144skiego"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-18-292x330.jpg\" alt=\"Miniatur (1)\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>H\u00e4lt man das Buch \u00fcber die Geschichte der Bracki Browar Zamkowy, die Br\u00fcder-Schlossbrauerei, in Cieszyn in den H\u00e4nden, das 2005 erschienen ist, so merkt man sofort, dass es sich hierbei um ein Dokument der Zeitgeschichte handelt. Und zwar weniger wegen seines Inhalts, der ist nat\u00fcrlich wertvoll und beschreibt die Geschichte der Brauerei in hohem Detaillierungsgrad, sondern eher wegen seines Stils und seiner Aufmachung. Wer in dieser Zeit, den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts, regelm\u00e4\u00dfig in Polen gewesen ist, dem wird nicht entgangen sein, wie sich viele Dinge im Detail gewandelt haben, teils in atemraubendem Tempo, teils in kleineren, aber dennoch recht rasch aufeinanderfolgenden Schritten, und das Buch dokumentiert dies ein wenig \u2013 merkt man ihm doch an, das es mitten in dieser Entwicklung erschienen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits ist das Buch noch der alten, von mir oft als ein wenig schwulstig empfundenen Tradition verhaftet, auch noch die sachlichste Abhandlung mit mehr oder weniger gelungenen Gedichten und Versen von manchmal zu Recht in Vergessenheit geratenen Poeten zu schm\u00fccken und sich dadurch m\u00fchsam ein gewisses literarisches Niveau zu erringen. Das Vorwort bringt gleich an drei Stellen solche Dichtkunst, und auch der Rest des einleitenden Texts strotzt vor bewusst umst\u00e4ndlichen Formulierungen, die f\u00fcr einen recht geringen Informationsgehalt viele Zeilen ben\u00f6tigen, herumm\u00e4andrieren, gedankliche Schleifen drehen, komplexe und l\u00e4ngst nicht mehr gebr\u00e4uchliche grammatische Konstruktionen hervorkramen, nur um dann irgendwann einmal umst\u00e4ndlich auf den Punkt zu kommen. Oder auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-218.jpg\" alt=\"Miniatur (2)\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Und dann folgen viele, viele Seiten Text. Details aus der Geschichte der Brauerei, aus einem, wie das umfangreiche Literaturverzeichnis zeigt, gewaltigen Quellenfundus zusammengetragen, wenn auch nicht sauber dokumentiert und zitiert. Und mittendrin, nicht nur wie zuf\u00e4llig zwischen den Seiten 80 und 81, sondern sogar mitten im Kapitel Spory o szynk w Uchylanach, ja, mitten in einem Satz dieses Kapitels gar, eingeschoben, insgesamt sechzehn Bilderseiten. Farbige Abbildungen auf hochwertigem Papier, die Seiten separat von I bis XVI durchnummeriert. Sch\u00f6ne Abbildungen, aber ohne Bezug zum Text, der Leser bl\u00e4ttert vor und zur\u00fcck und versucht verzweifelt, Wort und Bild in einen Zusammenhang zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie oft habe ich w\u00e4hrend meines Studiums in Warschau Ende der Neunziger Jahre diese Unart verflucht, B\u00fccher nicht sauber aufzubereiten und zu strukturieren, keine Quellenangaben zu verwenden, klare Strukturen des Textes vermissen zu lassen und dem Leser das geballte Wissen ungeordnet um die Ohren zu schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits weist das Buch aber auch schon in die Zukunft. Ordentliches, wei\u00dfes Papier statt des in Zeiten des Sozialismus weit verbreiteten holzigen, gelblichen, rasch vergilbenden Papiers. Die Farbfotos in hoher Qualit\u00e4t, auf bestem, gestrichenem Papier. Der Umschlag zwar noch ein wenig altmodisch gestaltet, aber in bester Druckqualit\u00e4t und hochglanzversiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Buch im \u00dcbergang. Noch kein vollausgestatteter Bildband, aber auch kein unlesbares Textgebirge mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen von ein paar unn\u00f6tig detaillierten Auflistungen \u2013 wer interessiert sich wirklich f\u00fcr eine zwei Seiten lange Tabelle, die exakt auflistet, welcher Kunde im M\u00e4rz 1804 wieviel Achtel, Eimer oder T\u00f6pfe Bier geliefert bekommen hat? \u2013 ist das Buch gut lesbar, erfreut mit der einen oder anderen eingestreuten Anekdote und liefert eine Menge an manchmal sogar spannender Information.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit seiner Herausgabe 2005 hat sich in der Bracki Browar Zamkowy viel ver\u00e4ndert. Sie hat ihren rechtlichen Status innerhalb des Braukonzerns Grupa \u017bywiec ge\u00e4ndert und hei\u00dft nun auch anders: Zamkowy Browar Cieszyn, Schlossbrauerei Cieszyn.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit w\u00e4re es also f\u00fcr eine Neuauflage, f\u00fcr eine Fortschreibung, und sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn dabei Bild und Text besser aufeinander abgestimmt w\u00fcrden und insbesondere eine qualitativ bessere, haltbare Bindetechnik angewandt w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Ryszard Kincel<br>Od Mastnego do Brackiego<br>z dziej\u00f3w piwowarstwa cieszy\u0144skiego<br>Bracki Browar Zamkowy<br>Cieszyn 2005<br>ISBN k.A.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>H\u00e4lt man das Buch \u00fcber die Geschichte der Bracki Browar Zamkowy, die Br\u00fcder-Schlossbrauerei, in Cieszyn in den H\u00e4nden, das 2005 erschienen ist, so merkt man sofort, dass es sich hierbei um ein Dokument der Zeitgeschichte handelt. 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