{"id":2478,"date":"2015-10-30T23:00:06","date_gmt":"2015-10-30T22:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=2478"},"modified":"2015-10-31T07:07:19","modified_gmt":"2015-10-31T06:07:19","slug":"juergen-rothdie-poesie-des-biers-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=2478","title":{"rendered":"J\u00fcrgen Roth<br \/>Die Poesie des Biers 2"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignleft\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-113-264x330.jpg\" alt=\"Miniatur (1)\" width=\"181\" height=\"226\" \/>Ein sehr zwiesp\u00e4ltiger Eindruck, den dieses Buch hinterl\u00e4sst. Insbesondere dann, wenn man nicht allzu lang zuvor den ersten Band gelesen, diesen also noch recht frisch in Erinnerung hat. Wie der <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=1903\" target=\"_blank\">erste Band<\/a><\/span><\/span> auch besteht J\u00fcrgen Roths <em>Die Poesie des Biers 2<\/em> aus zwei getrennten Abschnitten: Der erste enth\u00e4lt eine Sammlung von k\u00fcrzeren bis ganz kurzen in sich geschlossenen Texten, der zweite eine alphabetische Auflistung von Stichw\u00f6rtern mit Erl\u00e4uterungen dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fchelos gelingt es Roth, im zweiten Abschnitt, dem <em>Anhang: Marken und mehr<\/em>, an das Niveau des ersten Buches anzuschlie\u00dfen. Anekdoten, Bierverkostungen, n\u00fctzliches und v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssiges Wissen, freche Spr\u00fcche, Zoten, Appelle \u2013 ein kunterbuntes Sammelsurium zum Bier, \u00fcbers Bier, f\u00fcr und gegen das Bier. Kurzweilig, wie es kurzweiliger nicht gehen kann. Onomatopoetische Betrachtungen \u00fcber <em>Plopp<\/em> und <em>Fump<\/em> finden sich hier genauso wie Verkostungsnotizen, politische Beobachtungen und kurze, furztrockene Spr\u00fcche. Die Seiten 157 bis 330 lesen sich, obwohl im Format eher an ein Lexikon oder W\u00f6rterbuch erinnernd, problemlos hintereinander weg, gerne auch in einem Rutsch in einer Nacht. Grandios.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschnitt eins des Buchs entt\u00e4uscht hingegen ein wenig. Bot der erste Band <em>Die Poesie des Biers<\/em> in dessen erstem Abschnitt eing\u00e4ngige, interessante, teilweise sogar weise Betrachtungen \u00fcber das oder beim Bier, die sich thematisch m\u00e4andrierend von einem Gedanken zum n\u00e4chsten schraubten, tiefsch\u00fcrfende Erkenntnisse und \u00fcberraschende Einsichten anboten, von H\u00f6lzchen auf St\u00f6ckchen kamen (und manchmal auch wieder zur\u00fcck), immer aber beim Thema Bier blieben, so geht der zweite Band in diesem Prosa-Teil weit \u00fcber sein eigentliches Thema hinaus. Viele seiner Texte sind mehr als reine Poesie, werden eher politisch-philosophisch, teilweise auch sehr anspruchsvoll philosophisch. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, ich folge J\u00fcrgen Roths sprachlichem und literarischem Anspruch gerne, aber wenn er dabei das Thema Bier ganz verl\u00e4sst, dieses nicht einmal mehr andeutungsweise in seinem Gedankengang gestreift wird, dann neige ich innerlich dazu, die Schreckensbewertung jedes gehassten Deutschlehrers aus der Mottenkiste zu kramen: Orthografisch, grammatisch und inhaltlich exzellent, aber Thema verfehlt. Nicht bestanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignright\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-223.jpg\" alt=\"Miniatur (2)\" width=\"195\" height=\"147\" \/>Um zum Thema <em>Die Poesie des Biers<\/em> zu schreiben, \u00fcber es zu philosophieren, gen\u00fcgt es nicht, wenn der Bezug zum Bier lediglich darin besteht, dass der Autor vielleicht ein solches vor sich stehen hatte, als er den Text verfasste. Und, nein, es reicht auch nicht hin, dass Politiker und andere einflussreiche Mitmenschen, die samt ihrer Ideen und Gedankenwelt portr\u00e4tiert werden, daf\u00fcr bekannt sind, auch irgendwann einmal ein Bier getrunken zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, lieber J\u00fcrgen Roth \u2013 Du versprichst eine <em>Poesie des Biers<\/em>, und lieferst eine <em>Philosophie beim Bier<\/em>. Das ist zwar auch sch\u00f6n, aber etwas anderes, als erwartet. Schade!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite Abschnitt, der, obwohl er mehr als die H\u00e4lfte des Buchs ausmacht, lediglich als Anhang betitelt wird, rettet das Buch immerhin noch so weit, dass ich bez\u00fcglich des Kaufs dieses Buches definitiv nicht von einer Fehlinvestition sprechen m\u00f6chte, aber es bleibt ein leicht schaler Nachgeschmack. Die erste <em>Poesie des Biers<\/em> war eindeutig die bessere Wahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">J\u00fcrgen Roth<br \/>\nDie Poesie des Biers 2<br \/>\nOktober Verlag<br \/>\nM\u00fcnster 2014<br \/>\nISBN 978-3-944369-33-4<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein sehr zwiesp\u00e4ltiger Eindruck, den dieses Buch hinterl\u00e4sst. Insbesondere dann, wenn man nicht allzu lang zuvor den ersten Band gelesen, diesen also noch recht frisch in Erinnerung hat. 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