{"id":2572,"date":"2015-11-13T23:00:35","date_gmt":"2015-11-13T22:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=2572"},"modified":"2021-01-03T06:36:34","modified_gmt":"2021-01-03T05:36:34","slug":"fritz-heike-wuelfingcraft-bier-selber-brauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=2572","title":{"rendered":"Fritz &#038; Heike W\u00fclfing<br \/>Craft Bier selber brauen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignleft\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-115-e1447480423746-290x330.jpg\" alt=\"Miniatur (1)\" width=\"151\" height=\"172\" \/>Hier haben zwei etwas zu erz\u00e4hlen \u2013 das merkt man von der ersten Seite an. So viele bierige Erlebnisse wollen auf so wenige Seiten gebracht werden. Das Buch soll ja kein dicker W\u00e4lzer werden, mit dem man den Nachbarn auf der Bierbank erschlagen kann, sondern es soll handhabbar bleiben, bezahlbar, und im Format noch so, dass man es vielleicht auf eine Bahnreise mitnehmen und dort gem\u00fctlich lesen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, ob Fritz und Heike W\u00fclfing, die Autoren des Buchs Craft Bier selber brauen, sich das so gedacht haben, mit der Bahnfahrt, aber ich habe es so gemacht. Im Eurocity, quer durch Europa, und ehe ich mich versah, hatte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fritz W\u00fclfing als der Brauer des Fritz-Ales, einer der Pioniere der neuen deutschen Bierszene. Fritz-Ale, die Marke, die es nicht mehr gibt, weil die Hersteller der Fritz-Cola der Meinung waren, hier best\u00fcnde Verwechslungsgefahr. Naja, muss eine seltsame Cola sein, wenn sie sich vor einer Verwechslung mit knackig gehopften Bieren f\u00fcrchten muss \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fritz (also W\u00fclfing jetzt, nicht die Cola) benannte sein Bier also um, vertreibt es fortan unter der Marke <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"http:\/\/www.ale-mania.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ale Mania<\/a><\/span>, einem genialen Wortspiel, und fast muss man den seltsamen Typen hinter der Fritz-Cola f\u00fcr ihre albernen \u00c4ngste dankbar sein, dass sie uns dieses Wortspiel, diese geniale Marke erst erm\u00f6glicht haben \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ich schweife ab. Fritz W\u00fclfing ist nicht nur Brauer, sondern auch hervorragender Kenner der Craftbier-Szene in Deutschland und in der Welt, und hat somit viel zu erz\u00e4hlen. Und seine Frau Heike, die ihm bei all seinen bierigen Abenteuern den R\u00fccken freih\u00e4lt oder ihn begleitet, im Gefolge nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entstanden ist ein Buch, das nach dem obligatorischen Blick auf die Geschichte des Biers zun\u00e4chst die Craftbier-Revolution beschreibt, die neue Bierkultur, wie Fritz und Heike die Revolution benennen. Und ist dem Leser dann erst einmal der Mund w\u00e4ssrig gemacht worden, folgt eine Anleitung, wie man sein Bier zuhause selbst brauen kann. Entfrachtet von allem Hokuspokus fokussiert sich die Anleitung auf die wirklich wichtigen Schritte, um erst einmal ein leckeres, trinkbares Bier herzustellen. Die hohe Kunst des anschlie\u00dfenden technischen Verfeinerns, die so oft die Trennlinie zwischen Hobbybrauer und Hobbybastler verschwimmen l\u00e4sst, bleibt au\u00dfen vor. Stattdessen kommen ein paar grundsolide Rezepte f\u00fcr die wichtigsten, leckersten und spannendsten Bierstile.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail alignright\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-225.jpg\" alt=\"Miniatur (2)\" width=\"204\" height=\"124\" \/>Nach diesem Ausflug in die Welt des Selbermachens, aus der Fritz aus bestem eigenem Erleben berichten kann, denn schlie\u00dflich ist er ja genau diesen Weg vom Hobbybrauer zum Nebenerwerbsbrauer (und vielleicht bald zum Vollerwerbsbrauer?) gegangen, kommen weitere Kapitel mit Geschichten, Portr\u00e4ts und spannenden Informationen aus der Welt des Craftbiers. Regional zusammengefasst: Zun\u00e4chst die amerikanische Craft-Bier-Szene, dann die neue deutsche Bierszene und schlie\u00dflich die Bierszene in Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kurzen Abschnitte \u00fcber die Bierst\u00e4dte der Welt und dar\u00fcber, wie man Bier am besten verkostet, runden das Buch ab, lassen den wilden Reigen durch die Themen rund ums Craftbier langsam ausklingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein sch\u00f6nes und lesenswertes Buch, und man merkt bei jedem einzelnen Absatz, mit wie viel Liebe und Herzblut die beiden geschrieben haben. Klar, man k\u00f6nnte jetzt ein wenig meckern. Meckern \u00fcber teilweise verk\u00fcrzte und vereinfachte Darstellungen. Meckern \u00fcber die teilweise etwas \u00fcberraschenden Themenwechsel. Aber, ach, das w\u00e4re Meckern auf allerh\u00f6chstem Niveau. W\u00e4re denn ein wissenschaftlich akribisch recherchierter dicker W\u00e4lzer wirklich die bessere Alternative? Ginge ob des Detaillierungsgrades und der \u00fcberm\u00e4\u00dfig korrekten Wortwahl denn dann nicht zu viel von gerade dem Herzblut verloren, was dieses Buch so lesenswert macht? Aber sicher doch, und so lautet mein Fazit: Wer Spa\u00df am Bier hat (oder noch bekommen m\u00f6chte), der lese dieses Buch, der lasse sich entf\u00fchren auf eine Kreuz- und Quer-Fahrt rund um den Globus, durch die Welt des Bieres. Und vor allem: Er mache bitte nicht den gleichen Fehler wie ich, und lese dieses Buch fernab vom n\u00e4chsten Craftbier \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein trockener Hals im Eurocity wurde mir von Seite zu Seite mehr bewusst, und im Speisewagen gab es nur gro\u00dfindustriell gebrautes Malzgetr\u00e4nk, das den Namen Bier nicht verdiente \u2026 Wie sch\u00f6n, dass die Reise aber in Hamburg endete, einer der St\u00e4dte Deutschlands, in denen die neue Bierszene schon Fu\u00df gefasst hat, und in der ich meinen durch das Lesen des Buches zwar nicht erst entstandenen, aber massiv verschlimmerten Craftbier-Durst dann auch rasch stillen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also, kategorischer Imperativ: <strong>Dieses Buch geh\u00f6rt gelesen!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aaaber, lieber Fritz, liebe Heike (oder sollte ich diese Kritik nun eher an den Verlag Lempertz richten?), an der Verarbeitungsqualit\u00e4t des Buches geh\u00f6rt ein wenig gearbeitet. Das Drucklayout mit dem verschmiert grauen Hintergrund, der wirkt, als h\u00e4tte ein Uralt-Fotokopierer bei der Produktion Streifen gezogen, ist das Absicht? Oder billige Druckqualit\u00e4t? Und auch, dass die Bindung beim ersten Lesen schon an die Grenze ihrer Belastbarkeit gekommen ist, und beim zweiten Lesen oder beim Nachschlagen der Rezepte die ersten Seiten einzeln herausfallen werden, das muss doch nicht sein? Some room for improvement, wie der Lateiner sagt, so er denn Englisch kann, sei hier identifiziert. F\u00fcr die zweite Auflage, die es doch wohl hoffentlich geben wird!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fritz &amp; Heike W\u00fclfing<br \/>\nCraft Bier selber brauen<br \/>\nMathias Lempertz GmbH<br \/>\nK\u00f6nigswinter 2014<br \/>\nISBN 978-3-943883-15-2<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Hier haben zwei etwas zu erz\u00e4hlen \u2013 das merkt man von der ersten Seite an. 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