{"id":36788,"date":"2021-05-13T23:00:00","date_gmt":"2021-05-13T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=36788"},"modified":"2021-05-28T18:25:24","modified_gmt":"2021-05-28T16:25:24","slug":"die-lidl-ploerre-kannst-du-doch-nicht-trinkenonline-verkostung-mit-den-hausbrauern-nassauer-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=36788","title":{"rendered":"\u201eDie Lidl-Pl\u00f6rre kannst Du doch <s>nicht<\/s> trinken!\u201c<br \/>Online-Verkostung mit den Hausbrauern Nassauer Land"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit dem 10. Mai 2021 hat Lidl mal wieder eine recht umfangreiche Auswahl an kreativen internationalen Bieren im Angebot. Seit ein paar Jahren versucht der Discounter, sich der sogenannten Craftbierrevolution zu bedienen, um seine Ums\u00e4tze zu steigern. Biere aus verschiedenen L\u00e4ndern, Stile, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt sind, exotisch wirkende Markennamen und Etiketten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reaktionen im Netz sind vorhersehbar. Die dominierende Rolle der Discounter in der Lebensmittelindustrie wird wahlweise verdammt (\u201eBei Lidl kauft ein umweltbewusster und sozial eingestellter B\u00fcrger nicht!\u201c) oder gepriesen (\u201eDie Geringverdiener k\u00f6nnen sich das sonst nicht leisten!\u201c). Oder es wird das Angebot schon im Vorhinein niedergemacht. \u201eDie Lidl-Pl\u00f6rre kannst Du doch nicht trinken!\u201c, hie\u00df es schon einige Tage, bevor die Biere \u00fcberhaupt im Angebot waren \u2013 eine Wertung, die noch nicht einmal auf anekdotischer Evidenz beruhen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Lidl selbst hat sich auch nicht gerade pfiffig angestellt, als der Konzern im Werbeprospekt versuchte, den Begriff India Pale Ale, der eigentlich als Eigenname f\u00fcr den Bierstil un\u00fcbersetzbar ist, mit Gewalt ins Deutsche zu \u00fcbertragen: \u201eIndisches Helles Bier\u201c. Letzteres w\u00fcrde die Verbrauchererwartungen aber eher in Richtung eines (fiktiven?) Kingfisher Lite lenken, als den Bierliebhaber an ein kr\u00e4ftig gehopftes und etwas alkoholst\u00e4rkeres Oberg\u00e4riges denken zu lassen. Meine diesbez\u00fcgliche L\u00e4sterei hat denn auch ein Echo in den sozialen Medien gefunden und es bis in den <a href=\"https:\/\/www.tz.de\/welt\/lidl-prospekt-bier-sortiment-einkauf-ipa-10mai-beschwerde-panne-90495295.html\">Online-Auftritt der tz<\/a> geschafft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.tz.de\/welt\/lidl-prospekt-bier-sortiment-einkauf-ipa-10mai-beschwerde-panne-90495295.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"1019\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36791\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-1.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-1-209x300.jpg 209w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-1-104x150.jpg 104w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>der kurze Artikel im Online-Auftritt der tz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Der 10. Mai kam, und die Ausgangsfrage war nach wie vor offen: Wie gut wird dieses extrem g\u00fcnstig angebotene Bier denn diesmal sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.muehlenbraeu.de\/hnl\/index2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hausbrauer Nassauer Land<\/a>, denen ich mich noch immer eng verbunden f\u00fchle, obwohl ich schon seit vielen Jahren nicht mehr im Raum Rhein-Lahn wohne, machen in einem Online-Treffen die Probe auf\u2019s Exempel und verkosten stellvertretend f\u00fcr das ganze Angebot f\u00fcnf der Aktionsbiere.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"534\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36792\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-7.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-7-300x226.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-7-150x113.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-7-326x245.jpg 326w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-7-80x60.jpg 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Online-Treffen der Hausbrauer Nassauer Land<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den Auftakt macht das Irish Lager der Marke The Crafty Brewing Co., die zur <a href=\"https:\/\/www.ryeriverbrewingco.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rye River Brewing Company<\/a> geh\u00f6rt. Das Bier hat 5,0%, ist mit den Malzsorten Pilsner und Carapils sowie den Hopfensorten Herkules, Hersbrucker und Tradition gebraut und durch sogenanntes Late Hopping soll es einen besonderen Charakter bekommen. Laut Flaschenetikett ist es klar.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"709\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36793\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-2.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-2-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Irish Lager<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas steht es mit einer goldgelben Farbe und \u2026 ist ganz leicht tr\u00fcb. Ein vorsichtiger Blick in die noch nicht ganz geleerte Flasche: Es hat sich ein feiner Bodensatz gebildet. Von wegen \u201eklar\u201c \u2026 Der wei\u00dfe Schaum ist nicht sehr \u00fcppig und h\u00e4lt auch nicht allzu lang. Die Nase erschnuppert statt der erhofften kr\u00e4uterigen Hopfennoten einen leichten Alterungsgeschmack. Etwas nasser Karton, etwas dumpfe Grundnoten. Nicht sehr stark, aber doch eindeutig in Richtung Alterung und Oxidation weisend. Der Geschmack passt dazu. Eine leichte Rests\u00fc\u00dfe, eine ausgepr\u00e4gte, breite, fast schon kratzige und lang nachh\u00e4ngende Bittere machen das Trinken nicht zu einem Genuss, sondern eher zu einer Pflicht\u00fcbung. Wir sind entt\u00e4uscht, und auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum mit Januar 2022 noch in ferner Zukunft liegt, haben wir den Eindruck, dass dieses Bier \u00fcberlagert ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Also doch \u201ePl\u00f6rre, die man nicht trinken kann\u201c? Wir sind uns einig: Wer mit diesem Bier die Verkostung beginnt, wird mit Vorurteilen zu k\u00e4mpfen haben, wenn es um weitere Biere aus dieser Brauerei geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem: Es folgt das Irish Pale Ale mit 4,5% Alkohol aus dem gleichen Haus. Erneut vom Label The Crafty Brewing Co., der Marke, die die <a href=\"https:\/\/www.ryeriverbrewingco.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rye River Brewing Company<\/a> ausschlie\u00dflich f\u00fcr ihre speziell f\u00fcr Lidl hergestellten Biere verwendet. Die verwendeten Malzsorten sind Melanoidin Light, Pale Malt, Vienna Malt, Wheat und Munich Malt, die Hopfensorten Columbus, Ella und Simcoe. Der Ella wird zum Hopfenstopfen verwendet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"709\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36794\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-3.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-3-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Irish Pale Ale<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden positiv \u00fcberrascht: Optisch unterscheidet sich das Pale Ale zwar nicht vom Lager, es ist ebenfalls goldgelb und leicht tr\u00fcb, aber hier ist die Tr\u00fcbe Programm, denn das Bier ist ungefiltert. Der Schaum ist sehr \u00fcppig, sch\u00f6n wei\u00df und h\u00e4lt sehr lang. Die Nase erschnuppert kr\u00e4ftige Grapefruitnoten, dahinter sch\u00f6n s\u00fc\u00dfliche Ananas. Der Geschmack ist kompakt, die Bittere ist sauber und zur\u00fcckhaltend, und sie hinterl\u00e4sst einen dezent trockenen Gaumen, der Lust auf den n\u00e4chsten Schluck macht. Retronasal kommen ein paar Terpene und Kiefernadelaromen zum Vorschein. Ein sehr sch\u00f6nes Bier mit hoher Durchtrinkbarkeit. Sowohl Alkoholgehalt als auch Bittere bewegen sich am unteren Rand dessen, was wir von einem Pale Ale erwartet haben, aber wir sind dennoch hochzufrieden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Also, \u00fcber Bord mit den Vorurteilen gegen\u00fcber den \u201eBilligbieren\u201c, und vor allem \u00fcber Bord mit der Aussage \u201ef\u00fcr den Preis ist es gut\u201c \u2013 denn letzteres wirft sofort die Fragen auf: W\u00fcrde das Bier denn schlechter schmecken, wenn es f\u00fcnfzig Cent mehr kostet? Oder noch besser, wenn es zwanzig Cent weniger kostet? W\u00e4re jedes Bier ausgezeichnet, vorausgesetzt, es ist umsonst? M\u00fcssen wir in Zukunft Blindverkostungen bez\u00fcglich des Preises machen? Oder umgekehrt: Sollen wir Fake-Preisschilder mit exorbitanten Preisen auf dem Kronkorken platzieren, um bei der Verkostung besser abzuschneiden?<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, je, zum Gl\u00fcck steht das n\u00e4chste Bier an und erstickt eventuell aufkommende Diskussionen im Keim. Und zwar das Irish IPA, der gro\u00dfe Bruder des Pale Ale. 6,0% Alkohol (und damit im Alkohol ebenso zur\u00fcckhaltend f\u00fcr seinen Stil wie das Pale Ale), gebraut aus Caramalt und Pale Malt und gehopft mit Chinook, Columbus, Simcoe und Vic Secret.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"708\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36795\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-4.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-4-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-4-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Irish IPA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leicht tr\u00fcb und mit goldgelber Farbe entwickelt dieses Bier nicht ganz so viel Schaum wie der Vorg\u00e4nger, trotzdem aber ist es sch\u00f6n anzusehen. Der Geruch ist weniger komplex, es dominierten eindeutige Ananasnoten, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Ebendort, im Mund n\u00e4mlich, machen sich dann beim Schluck weitere Fruchtaromen breit, etwas Aprikose kommt retronasal hinzu, und der Gesamteindruck gef\u00e4llt aufgrund einer neben der Bittere deutlicher sp\u00fcrbaren Rests\u00fc\u00dfe. Lediglich nach dem Schluck wird es etwas unharmonisch, wenn die Bittere sich zu breit macht und etwas zu lange nachh\u00e4ngt. Kein schlechtes Bier, aber so toll wie das Pale Ale ist es nicht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Wir haben eigentlich viel zu schnell verkostet \u2013 nach einem langen Tag hatten wir wohl alle zu viel Durst. So sind wir mittlerweile auch schon beim vierten und letzten Bier f\u00fcr heute angelangt. Ebenfalls aus dem Lidl-Angebot, aber diesmal nicht aus dem Portfolio der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ryeriverbrewingco.com\/\" target=\"_blank\">Rye River Brewing Company<\/a>, sondern stattdessen aus Belgien, von der <a href=\"https:\/\/www.vansteenberge.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brouwerij Van Steenberge<\/a>. Piraat Triple Hop \u2013 Dry Hopped Ale nennt sich dieses Bier, wartet mit gewaltigen 10,5% Alkohol auf und ist laut Beschreibung der Brauerei mit insgesamt vier verschiedenen Hopfensorten gebraut, die jedes Jahr wechseln, und zwar in Abh\u00e4ngigkeit von ihrer Verf\u00fcgbarkeit. Das Triple bezieht sich also nicht auf die Anzahl der Hopfensorten, sondern auf den Basis-Bierstil \u2013 wobei sich die Brauerei da aber auch auf k\u00fcnstlerische Freiheit beruft, denn mit 10,5% liegt dieses Bier jenseits der f\u00fcr diesen Stil \u00fcblichen oberen Alkoholgrenze.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"709\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36797\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-5.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-5-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-5-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Piraat Triple Hop \u2013 Dry Hopped Ale<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist leuchtend goldgelb und fast klar. Der Schaum h\u00e4lt sich sehr zur\u00fcck. Die Nase erschnuppert phenolische Aromen, wie sie f\u00fcr viele belgische Hefen und insbesondere f\u00fcr Biere des Stils Saison oder Farmhouse Ale typisch sind. Der Geschmack ist \u00fcber einer erstaunlich deutlichen Grunds\u00fc\u00dfe sehr komplex, viele Ester sind zu sp\u00fcren und auch ein paar h\u00f6here Alkohole. Erstaunlich ist, dass trotz der vielen Hopfensorten kaum Bittere zu sp\u00fcren ist und sich auch die klassischen Hopfenaromen (Fr\u00fcchte, Kr\u00e4uter, Heu) sehr zur\u00fcckhalten. Stattdessen immer wieder Ester und Alkohole, auch und besonders retronasal. Trotzdem ein sehr sch\u00f6nes Bier, wenn auch ganz anders als erwartet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Damit haben wir unsere geplante Verkostung beendet, aber irgendwie ist es noch zu fr\u00fch, das Online-Treffen zu beenden. Gespr\u00e4chsstoff gibt es noch genug, der Durst ist irgendwie auch noch da. Und wie es der Zufall will: Wir haben nat\u00fcrlich fast alle noch das eine oder andere Bier der <a href=\"https:\/\/www.ryeriverbrewingco.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rye River Brewing Company<\/a> im K\u00fchlschrank \u2013 es gab beim Lidl ja mehr als drei Biere von denen im Angebot.<\/p>\n\n\n\n<p>So folgt zu guter Letzt also noch das Irish Red Ale, ein leichtes Bier mit gerade mal 4,1% Alkohol. Da kommen wir gar nicht in Versuchung, \u00fcberm\u00fctig zu werden. Nur eine Hopfensorte ist hier verbraut, und zwar Columbus. Und das auch noch sehr zur\u00fcckhaltend. Das Bier lebt von seiner Malzmischung: Melanoidin 60-80, Special W, Torrefied Barley, Pilsner Malt und Munich Malt, so lautet die beeindruckende Mischung. Neugierig schenken wir uns dieses nun aber wirklich letzte Bier ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"709\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36798\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-6.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-6-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Lidl-Ploerre-6-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Irish Red Ale<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl es auf dem Bild vor dem wei\u00dfen Hintergrund ganz anders aussieht, hat das Bier eine sch\u00f6ne rotbraune Farbe. Es ist klar und bildet nur wenig Schaum aus, der rasch wieder in sich zusammenf\u00e4llt. Der Geruch ist intensiv melanoidinig, und auf der Zunge erweist sich das Bier als sehr vollmundig, jedoch ohne zu mastig zu sein. Sonst sind Rotbiere oft sehr s\u00e4ttigend, aber dieses hier ist sch\u00f6n schlank. Ein ausgepr\u00e4gter Gegensatz zum intensiven Geruch. Eine gewisse Janusk\u00f6pfigkeit \u2013 extrem intensiver Duft, sehr schlanker und zur\u00fcckhaltender Geschmack. Trotzdem sch\u00f6n und gut trinkbar.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Wir ziehen unser Fazit: Die Lidl-Biere sind sicherlich nicht ganz oben an der Spitze anzusiedeln, aber schlecht sind sie auch nicht. Das Lager ganz zu Beginn war entt\u00e4uschend, aber die anderen vier Biere sind solide Mittelklasse und teilweise, im Fall des Pale Ales, auch dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Lidl-Pl\u00f6rre kannst Du doch trinken!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ganz andere Frage ist es, ob man einen Discounter unterst\u00fctzen m\u00f6chte, ob der Preisdruck, der durch dieses Angebot entsteht, den kleinen kreativen Brauern schaden k\u00f6nnte, oder ob dieses Angebot nicht eher eine sich \u00f6ffnende T\u00fcr sein k\u00f6nnte. Eine T\u00fcr, die den Otto Normalbiertrinker, wenn er sie denn durchschreitet, behutsam in ein anderes Geschmacksuniversum f\u00fchrt und ihm sensorische Welten erschlie\u00dft, die er sonst vielleicht nicht kennengelernt h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wei\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Seit dem 10. Mai 2021 hat Lidl mal wieder eine recht umfangreiche Auswahl an kreativen internationalen Bieren im Angebot. 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