{"id":3816,"date":"2016-04-21T23:05:25","date_gmt":"2016-04-21T21:05:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=3816"},"modified":"2021-12-21T15:54:37","modified_gmt":"2021-12-21T14:54:37","slug":"les-brasseurs-genevegenfche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=3816","title":{"rendered":"Les Brasseurs Gen\u00e8ve<br \/>Genf<br \/>CHE"},"content":{"rendered":"\n<p>Reichtum und Schweizer Perfektion, das zeichnet Genf einerseits aus, andererseits findet man aber auch lustlose Langeweile, und letzteres leider gerade in der Bierszene der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=3809\" target=\"_blank\">Brasserie du Molard<\/a>, in der ich gerade eben ein Bier getrunken habe, finde ich auf die Schnelle nur noch eine weitere Gasthausbrauerei, und zwar <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.les-brasseurs.ch\/site\/fr\/geneve\/accueil\/\" target=\"_blank\">Les Brasseurs Gen\u00e8ve<\/a>. Nichts Besonderes, nichts, was wirklich den Aufwand einer l\u00e4ngeren Anreise oder eines gr\u00f6\u00dferen Umwegs wert gewesen w\u00e4re, aber immerhin: Eine Brauerei. Mehr aber auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38862\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1-150x84.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1-678x381.jpg 678w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>ein Sud von 1000 l ben\u00f6tigt 12 Stunden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur ein paar Schritte vom Hauptbahnhof der Stadt entfernt bietet sie bierige Dutzendware. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.les-brasseurs.ch\/\" target=\"_blank\">Les Brasseurs<\/a>, das ist eine kleine Kette von Gasthausbrauereien mit Niederlassungen unter anderem in <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=3803\" target=\"_blank\">Nyon<\/a>, Lausanne, Neuch\u00e2tel, Sion und eben hier in Genf, wo alles im Jahr 1997 seinen Anfang nahm. Der Gedanke dahinter: Man gestaltet sich ein Konzept f\u00fcr eine Gasthausbrauerei, bringt das Bier und seine Entstehung also hin zu den Menschen, hinein in die St\u00e4dte. Leckeres Essen, ein Design mit viel Bierbezug und die Braukessel und Lagertanks mitten im Schankraum, so dass die Menschen das Gef\u00fchl haben, genau dort zu sitzen, wo ihr geliebtes Getr\u00e4nk gerade entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich eine tolle Idee, und es gibt viele Gasthausbrauereien, die dieses Konzept auch sehr erfolgreich umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38863\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2-150x84.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2-678x381.jpg 678w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>f\u00fcr ein kupfernes Sudwerk hat das Geld gereicht; f\u00fcr ausreichend viele Lagertanks aber nicht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum aber, und das geht mir beim besten Willen nicht in den Kopf, warum aber m\u00fcssen die meisten dieser Gasthausbrauereien nicht nur langweiliges, sondern sogar objektiv schlechtes Bier anbieten? Bier, dem man anmerkt, dass es lustlos gebraut worden ist, aus m\u00f6glichst preisg\u00fcnstigen Zutaten huschhusch zusammengeschustert, und \u2013 und das ist das Schlimmste von allem! \u2013 nicht ausreichend lange gelagert, sondern noch gr\u00fcn ausgeschenkt wird. Da werden gewaltige Summen in die Gastwirtschaft investiert, teure M\u00f6bel angeschafft, noch teurere Designer mit Ideen zu durchg\u00e4ngiger Corporate Identity beauftragt und astronomische Mieten in besten Lagen bezahlt. Und dann fehlt es an dem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Geld f\u00fcr ein paar anst\u00e4ndige, gek\u00fchlte Lagertanks? Ich verstehe es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so drehen sich meine Gedanken auch genau um diese Frage, als ich an meinem kleinen Tisch auf dem B\u00fcrgersteig, dem Trottoir, vor dem Brauhaus <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.les-brasseurs.ch\/site\/fr\/geneve\/accueil\/\" target=\"_blank\">Les Brasseurs Gen\u00e8ve<\/a> in Genf sitze, an einem der ersten warmen Fr\u00fchlingsabende im April. Vor mir ein Brettchen mit f\u00fcnf kleinen Gl\u00e4sern \u2013 ein Probierbrettchen der hier gebrauten Biere. H\u00fcbsch dekorierte Tischchen, bunte Bierdeckel in vielen verschiedenen Farben, und darauf die f\u00fcnf Probiergl\u00e4ser. F\u00fcnf Sorten \u2013 das ist nicht wenig. Definitiv mehr als das todsterbenslangweilige Triplett Hell \u2013 Dunkel \u2013 Weizen in den meisten Brauereien.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem ersten Schluck hat also noch alles gestimmt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"398\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-4-1024x398.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38864\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-4-1024x398.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-4-300x117.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-4-150x58.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-4-768x299.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-4.jpg 1093w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>lustlos vor die Nase geknallt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Naja, fast alles. Denn wenn die Bedienung die Probiergl\u00e4ser einfach so auf den Tisch knallt und noch nicht einmal den Versuch startet, zu erkl\u00e4ren, welches Bier sich nun in welchem Glas befindet, dann zeugt das schon von einer gewissen Unlust. Und ein weniger versierter Biertrinker mag nun wirklich r\u00e4tseln, welches Bier nun das Blonde, welches das Blanche ist. Oder umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich beginne von links und erwische als erstes bereits das La Bras\u2019scott, ein Bier mit Whiskymalz. Ein leichter rauchig-torfiger Geruch, ein Hauch von Whiskygeschmack auf der Zunge, aber vorwiegend ein s\u00fc\u00dflicher, mastiger Malzgeschmack von M\u00fcnchner Malz. Hohe Rests\u00fc\u00dfe und leicht muffige Aromakomponenten tun das ihrige, und ich bin entt\u00e4uscht. Keine klare Reinheit, kein sauber akzentuiertes Bier, sondern dumpfe Lustlosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgt das Ambr\u00e9e double malt. Es schmeckt wie das Jungbier aus meinem G\u00e4reimer daheim, noch bevor ich das Bier auf Flaschen f\u00fclle und lagern lasse. S\u00fc\u00dflich, malzig, mild, aber eben auch leicht muffig. Keine Frische, die Lust auf\u2019s Weitertrinken macht.<\/p>\n\n\n\n<p>La Blanche de froment. Ein bisschen besser. Koriander und Orangenschalen peppen das Bier ein wenig auf, machen es fruchtiger und spritziger. Noch lange kein gutes Bier, aber wenigstens mal eins, bei dem ich das Glas gerne leer trinke.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Blonde pure malt. Kann man ein Bier fast ohne Hopfen brauen? Offensichtlich. S\u00fc\u00dflich und matt schwappt es im Glas, kein einladendes Aroma, keine gro\u00dfe Rezens. Was f\u00fcr ein Elend.<\/p>\n\n\n\n<p>Und schlie\u00dflich das L\u2019Agave et c\u00eetron vert. Mit Limone und Agave versetzt, ein leichtes Tequila-Aroma. Es verleiht dem Grundbier immerhin ein wenig Frische, kitzelt den Gaumen gerade so viel, dass man nicht v\u00f6llig die Lust am Bier verliert. \u00c4hnlich wie beim Blanche, das auch nur durch die fruchtigen Zutaten an Charakter gewinnt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-38865\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3-150x84.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3-678x381.jpg 678w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Les-Brasseurs-Geneve-Mini-3.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>wenigstens sind die Bierdeckel h\u00fcbsch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich ja ein Offenbarungseid auf ganzer Linie, wenn lediglich die beiden aromatisierten Biere so etwas wie Lust auf den n\u00e4chsten Schluck wecken, die anderen, nur mit Malz und Hopfen gebrauten jedoch muffig und dumpf daherkommen, noch nicht ausreichend gelagert und gereift sind und sich nach Leibeskr\u00e4ften bem\u00fchen, den Bier-Aficionado zu vergraulen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, Genf. So sch\u00f6n die Stadt sein mag, aber wenn dies typisch f\u00fcr die hiesige Bierszene sein soll, dann m\u00f6chte ich hier nicht leben m\u00fcssen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.les-brasseurs.ch\/site\/fr\/geneve\/accueil\/\" target=\"_blank\">Les Brasseurs Gen\u00e8ve<\/a> haben t\u00e4glich ab 11:00 Uhr durchgehend ge\u00f6ffnet; kein Ruhetag. Bei gutem Wetter werden Tische auf den \u00fcberbreiten B\u00fcrgersteig vor dem Lokal gestellt. Zu erreichen ist die kleine Gasthausbrauerei problemlos mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln \u2013 sie liegt gerade einmal 80 m ostw\u00e4rts vom Hauptbahnhof.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben1\/LesBrasseursGeneve\/\" target=\"_blank\">Bilder<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Les Brasseurs Gen\u00e8ve<br>Place Cornavin 20<br>1201 Genf<br>Schweiz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Reichtum und Schweizer Perfektion, das zeichnet Genf einerseits aus, andererseits findet man aber auch lustlose Langeweile, und letzteres leider gerade in der Bierszene der Stadt. 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