{"id":39597,"date":"2021-12-13T23:01:00","date_gmt":"2021-12-13T22:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39597"},"modified":"2022-02-20T19:14:28","modified_gmt":"2022-02-20T18:14:28","slug":"tauschpaket-aus-roedermarkroedermarkdeu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39597","title":{"rendered":"Tauschpaket aus R\u00f6dermark<br>R\u00f6dermark<br>DEU"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Man hat sich noch nie pers\u00f6nlich getroffen, tauscht aber flei\u00dfig Bier aus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Pandemie zeigt uns die dunklen Seiten des Internets: In Foren, Kan\u00e4len und \u201esozialen\u201c Medien g\u00e4rt der Hass, werden Menschen diffamiert und merkw\u00fcrdige Umsturzpl\u00e4ne geschmiedet. Und dabei k\u00f6nnte doch alles so sch\u00f6n sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n?<\/p>\n\n\n\n<p>Na klar doch: Man kann \u00fcber das Internet Menschen kennenlernen und aus dieser Bekanntschaft kann v\u00f6llig problemlos eine Biertauschbeziehung erwachsen. Man hat sich noch nie pers\u00f6nlich getroffen, aber man schickt sich flei\u00dfig Bierpakete hin und her. Pakete mit Spezialit\u00e4ten, die der jeweils andere in seiner Region ganz gewiss nicht bekommt, die er aber mit viel Genuss trinkt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"733\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-1-1024x733.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39600\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-1-1024x733.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-1-300x215.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-1-150x107.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-1-768x550.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>elf spannende Biere, ein P\u00e4ckchen mit tschechischen Oblaten und eine Weihnachtsgru\u00dfkarte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So klingelt am 13. Dezember 2021 der Hermes Paketbote und dr\u00fcckt mir ein schweres Paket in die Hand. Elf spannende Biere, ein P\u00e4ckchen mit tschechischen Oblaten und eine Weihnachtsgru\u00dfkarte. Letztere, da beide, der Absender und ich, ein besonderes Verh\u00e4ltnis zu Tschechien haben, auf Tschechisch geschrieben. Eine wunderbare Advents\u00fcberraschung, insbesondere, weil die meisten Biere in diesem Paket aus Brauereien stammen, die ich nicht nur nicht kenne, sondern von denen ich zum gro\u00dfen Teil noch nicht einmal geh\u00f6rt habe!<\/p>\n\n\n\n<p>(Und dass ich bei Entgegennahme des Hermes-Pakets im Treppenhaus auch noch<a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39727\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> ein DPD-Paket eines anderen Absenders<\/a> finde, auch das mit Bier gef\u00fcllt, das ist dann eine andere Geschichte und <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39727\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">einen separaten Blog-Beitrag<\/a> wert \u2026)<\/p>\n\n\n\n<p>Hier nun zu den elf Bieren <a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben2\/TauschpaketRoedermark\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">die Fotodokumentation im Detail<\/a> und die erg\u00e4nzenden \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"687\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-2-1024x687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39603\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-2-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-2-300x201.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-2-150x101.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-2-768x515.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Balzbr\u00e6u \u2013 pale ale (5,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hinter <a href=\"https:\/\/www.balzbraeu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Balzbr\u00e6u<\/a> steckt Dominik Bertram \u2013 eigentlich ein Hausbrauer, der auf Dr\u00e4ngen seiner Freunde und Bekannten, alles Bierliebhaber, begonnen hat, auch mal ein paar Sude kommerziell zu brauen, wenn auch nicht auf einer eigenen Anlage, sondern als Wanderbrauer in Hannover. Ob aus diesem Hobby auch mal ein eigenes Sudwerk im nieders\u00e4chsischen Sandkrug resultieren wird? Wer wei\u00df \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe gef\u00e4llt mir gut: Ein tiefes, dunkles Gelb, fast schon Orange. Dazu eine leichte Tr\u00fcbung. Der Schaum, der sich beim Einschenken bildet, h\u00e4lt sich ein bisschen zur\u00fcck; die am Schluss dann doch noch entstehende kleine Schaumkrone ist daf\u00fcr dann aber kremig und h\u00e4lt sich recht lang. In die harzigen Noten des Bouquets mischen sich ein paar dumpfe T\u00f6ne, aber nur sehr schwach im Hintergrund. Beim Trinken f\u00e4llt zuallererst die kr\u00e4ftige Herbe auf, die sich auch rasch im ganzen Mundraum breitmacht. Sie wird begleitet von einer sp\u00fcrbaren Malzs\u00fc\u00dfe, die angesichts des etwas rauen Charakters der Herbe durchaus etwas kr\u00e4ftiger h\u00e4tte ausfallen d\u00fcrfen, um sie auszubalancieren. Retronasal ist das Bier recht zur\u00fcckhaltend; nur ein paar harzige Hopfennoten machen sich bemerkbar. Nach dem Schluck bleibt die Herbe noch lang erhalten, macht den Rachen ein bisschen rau und erzeugt so Lust auf einen weiteren Schluck, um die Schleimh\u00e4ute wieder neu zu benetzen. Kr\u00e4ftig, solide, robust \u2013 ein eher rustikales Pale Ale.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>L\u00f6wen Br\u00e4u \u2013 Dieburger Edel-Bock (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von 1899 bis 1963 war schon einmal in Dieburg ein <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Getr%C3%A4nke-Braunwarth-280417148812433\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">L\u00f6wen Br\u00e4u<\/a> gebraut worden, dann wurde die kleine, regionale Brauerei aber unter dem Druck der rasch wachsenden Gro\u00dfbrauereien geschlossen. 54 Jahre lang gab es kein Dieburger Bier mehr. Seit 2017 ist das aber wieder anders: Beginnend mit dem Martinsmarkt wird nun wieder <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Getr%C3%A4nke-Braunwarth-280417148812433\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">L\u00f6wen Br\u00e4u<\/a> in der Stadt produziert und ausgeschenkt \u2013 noch dazu von Enkel und Urenkel des einstigen Brauereibesitzers. Mit dem Edel-Bock lerne ich heute diese kleine Brauerei kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Optisch kann dieses Bockbier schon mal \u00fcberzeugen: Leuchtend kupferfarben, blank filtriert und mit einer feinporigen, beigefarbenen, allerdings nur recht d\u00fcnnen Schaumdecke schaut es einfach nur appetitlich aus. Der Duft ist kr\u00e4ftig malzig \u2013 typische Aromen, wie ich sie auch im Wiener Lager oder in kr\u00e4ftigen Bockbieren anderer Brauereien sch\u00e4tze. Schon beim Antrunk sp\u00fcre ich die Kraft dieses Biers. Ein bisschen s\u00e4mig flie\u00dft es \u00fcber den Glasrand; ein intensiver Malzk\u00f6rper macht sich im Mund breit; kr\u00e4ftige Malzaromen steigen r\u00fcckw\u00e4rts aus dem Mundraum in die Nase. Viel S\u00fc\u00dfe sp\u00fcre ich, und eine ganz dezent rauchig wirkende Note glaube ich, im Hintergrund identifizieren zu k\u00f6nnen. Dick und s\u00fc\u00df rinnt das Bier dann auch \u00fcber die Zunge in den Rachen hinunter. Schluck f\u00fcr Schluck s\u00e4ttigt es \u2013 kr\u00e4ftig und nahrhaft. Hopfenbittere ist kaum zu sp\u00fcren, alles wird von der feisten Malzs\u00fc\u00dfe eingebunden. Die ist dann auch ein bisschen hartn\u00e4ckig \u2013 recht lange bleibt ein etwas \u201ebappiger\u201c Eindruck, so dass ich gegen Ende der Verkostung sogar ein bisschen Verlangen nach einfachem, stillem Wasser bekomme, um Zunge und Gaumen wieder frei zu sp\u00fclen. Dieser Schluck Wasser d\u00e4mpft dann auch die leichte und angenehme alkoholische W\u00e4rme, die dieses Bier hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Laneburger Biermanufaktur \u2013 No. 2 \u2013 Helles unfiltriert (5,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Brauerei, von der ich noch nie geh\u00f6rt habe. Auch vom Ort, in dem sie liegt (L\u00f6hnberg), noch nicht \u2026 Aber im Internet findet man ein paar Informationen: Der Bierbrauer ist eigentlich Inhaber einer Schwimmschule, hat aber unter dem Einfluss der Pandemie aus seinem Hobby einen Beruf gemacht und eine Brauerei er\u00f6ffnet, die <a href=\"https:\/\/www.laneburger.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Laneburger Biermanufaktur<\/a>. Unter der Marke Laneberger braut er klassische Bierstile, unter der Marke UNFUG eher kreative Biere.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier sieht gut aus: Eine sch\u00f6ne goldgelbe Farbe, eine nur ganz dezente Tr\u00fcbung (nach vorsichtigem Einschenken), eine sch\u00f6ne, kremige und wei\u00dfe Schaumkrone, die auch lange h\u00e4lt. Der Duft ist nur dezent. Ein bisschen Getreide, ein bisschen Malz, eine schwache metallische Note. Der Antrunk ist frisch, die Spundung h\u00e4lt sich zur\u00fcck. Auf der Zunge ist das Bier recht schlank und weist eine sch\u00f6ne Hopfenherbe auf, die eher einem Pils entsprechen w\u00fcrde. Die retronasalen Aromen gehen wie der orthonasale Duft ein bisschen in Richtung Getreide und Malz, ein paar w\u00fcrzige Kr\u00e4uter kommen noch hinzu, aber nur sehr zur\u00fcckhaltend. Nach dem Schluck macht sich eine durchaus kr\u00e4ftige Hopfenherbe im Rachen breit und macht Lust auf den n\u00e4chsten Schluck. Ein hoch durchtrinkbares Bier mit nicht ganz stilechter, weil zu kr\u00e4ftiger Hopfung. Einer Hopfung, die mir aber ausnehmend gut gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Mikrobrauerei Wapeldorf \u2013 Wapeld\u00f6rfer Schoolbier Dunkel (5,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und noch eine Brauerei, von der ich noch nie geh\u00f6rt habe. Wer wei\u00df schon, wo Wapeldorf mit seinen laut Wikipedia 199 Einwohnern liegt? Immerhin zeichnet die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/wapeldorper.schoolbeer.7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mikrobrauerei Wapeldorf<\/a> sich durch kreative L\u00f6sungen aus: Auf dem Vorderetikett steht \u201emindestens haltbar bis: siehe R\u00fcckenetikett.\u201c Ich drehe die Flasche um und \u2026 nichts! Kein R\u00fcckenetikett. Oh!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem \u00d6ffnen der Flasche kommt mir das Bier ganz langsam entgegengekrochen. Kein \u00dcbersch\u00e4umen \u2013 die Zeit reicht noch, ein Glas zu nehmen und mit dem Einschenken zu beginnen. Das Bier ist im Glas dunkelbraun, kr\u00e4ftig tr\u00fcb, und es entwickelt recht viel beigefarbenen Schaum, der aber \u2013 man h\u00f6rt es deutlich wie bei einer frisch eingeschenkten Kola \u2013 unter viel Gebizzel in sich zusammenf\u00e4llt, allerdings \u2013 \u00dcberraschung! \u2013 eine dann sehr lange haltbare, d\u00fcnne Schaumschicht stehen l\u00e4sst. Der Geruch ist malzig mit einer ganz feinen \u201eDachbodennote\u201c \u2013 Nonenal. Der Antrunk ist bizzelig. Auf der Zunge zeigt sich dann ein deutlich malziger Charakter, der aber recht d\u00fcnn, fast w\u00e4ssrig bleibt. Beim Schlucken wird dann eine leichte, etwas adstringierende und von der Aromatik her an Karton erinnernde Bittere deutlich \u2013 wie bei einem Hausbr\u00e4u, bei dem eine minderwertige Trockenhefe verwendet worden ist. Ein wenig unausgewogen, das Ganze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brasserie Cousin \u2013 n\u00b0 9 \u2013 Oatmeal Baltic Porter (7,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/brasseriecousin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brasserie Cousin<\/a> liegt zwei Dutzend Kilometer nordwestlich von Le Mans, ziemlich im Nordwesten Frankreichs, und wurde im Juni 2014 gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist dunkelbraun, mit einem leichten Rotstich, aber noch hell genug, dass man gut erkennen kann, dass das Bier ganz gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb ist. Der beigefarbene Schaum, der sich durchaus \u00fcppig bildet, ist leider gro\u00dfblasig und \u00fcberhaupt nicht kremig; er f\u00e4llt sp\u00e4ter auch relativ rasch in sich zusammen. Der Geruch ist kr\u00e4ftig r\u00f6stig, weist keine Kaffeenoten auf und \u00fcberrascht im Hintergrund mit estrigen Gummib\u00e4rchenaromen. Der Antrunk ist pfeffrig scharf, auf der Zunge sp\u00fcre ich dann intensivste R\u00f6staromen. Die sind zwar nicht harsch bitter und auch ohne brenzlige Komponenten, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass hochwertige Rohstoffe verwendet worden sind, kommen aber viel zu dominierend r\u00fcber. Erst nach dem Schluck kommen retronasal ein paar Mokkaaromen zum Vorschein, gleichzeitig aber auch eine leichte Spritigkeit, die den Hals ein wenig w\u00e4rmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Braumanufaktur Steckenpferd \u2013 l\u00e4uft. \u2013 single hop pale ale (5,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erik Sch\u00e4fer und Johannes Alt betreiben in Kassel in einer ehemaligen Metzgerei eine kleine Brauerei, die <a href=\"https:\/\/braumanufaktur-steckenpferd.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Braumanufaktur Steckenpferd<\/a>. Aus Brauerei wurde Brauerei mit Bar, aus Brauerei mit Bar wurde Brauerei mit Bar und Restaurant. Wie sch\u00f6n, dass es solche Erfolgsgeschichten gibt!<\/p>\n\n\n\n<p>Sachte verschwindet <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/explore\/tags\/derbergimglas\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">#derbergimglas<\/a> im Nebel \u2013 das Bier ist tr\u00fcber als ich dachte. Es leuchtet herrlich orange vor dem sonnenbeschienenen Schnee und ist sch\u00f6n gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb. Der Schaum dar\u00fcber steht wie eine Eins. Der Duft ist sowohl fruchtig und blumig als auch harzig; die Tendenz geht aber zu letzterem. Im Mund bleiben dann eigentlich nur noch die harzigen, kr\u00e4uterigen Aromen, das Fruchtig-Blumige verschwindet wieder. Wunderbar kr\u00e4ftig, auf einer deutlich bitteren Basis entfalten sich die harzigen, an einen Kiefernwald in der Sommersonne erinnernden Aromen retronasal. Die Bittere nach dem Schluck ist sehr pr\u00e4sent, aber sch\u00f6n weich. Nichts Kratzb\u00fcrstiges, sondern wie ein sanftes Streicheln des Gaumens. Mit zunehmender Erw\u00e4rmung des Glasinhalts werden die harzigen Aromen immer komplexer, intensiver und weicher. Fein! Sehr fein, sogar!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"854\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-3-1024x854.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39604\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-3-1024x854.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-3-300x250.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-3-150x125.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-3-768x641.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Tauschpaket-aus-Roedermark-Mini-3.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brasserie Cousin \u2013 n\u00b0 17 \u2013 Belgian Triple (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal etwas aus der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/brasseriecousin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brasserie Cousin<\/a>, diesmal die n\u00b0 17, ein Belgian Triple. Mommnt mal \u2013 ein franz\u00f6sisches Bier mit einer englischen Bezeichnung? Das ist ungew\u00f6hnlich. Ebenso ungew\u00f6hnlich der Untertitel unter der Stilbezeichnung: \u201eIl \u00e9tait une fois \u2026\u201c, \u201eEs war einmal \u2026\u201c Was immer uns die Brauer und Brauerinnen damit sagen wollen \u2026 Gebraut ist es jedenfalls mit Koriander und Orangen- und Zitronenschalen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im breiten Pokal hat das Bier eine sch\u00f6ne goldene Farbe und ist fast blank (der dicke Hefebodensatz haftet bombenfest am Boden der Flasche). Dar\u00fcber steht eine dicke und kremige Schaumschicht, wie frisch aufgeschlagener Eischnee. Stabil und ewig haltbar. Ich trinke schon eine Weile, und die Schaumschicht ist immer noch dick und wirkt wie unber\u00fchrt. Der Duft ist estrig fruchtig, hat aber ganz im Hintergrund eine irritierende, zum Gl\u00fcck aber nur ganz dezente Liebst\u00f6ckelnote. Der Antrunk ist weich, und w\u00e4hrend sich auf der Zunge eine feste, etwas adstringierende Bittere breit macht, t\u00e4nzeln die estrigen Fruchtaromen spielerisch dar\u00fcber und duften r\u00fcckw\u00e4rts aus der Nase heraus. Leider zu spielerisch, denn ehe ich mich versehe, sind sie abgeklungen, und der Charakter des Biers wandelt sich in Richtung Hopfenherbe, Hefebittere und einer leichten phenolischen Note. Nicht schlecht, aber der Charakterwandel kommt pl\u00f6tzlich und \u00fcberraschend. Nach dem Schluck dr\u00e4ngt der phenolische Eindruck immer mehr in den Vordergrund. Ein sehr spannendes Bier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Campusbrauer \u2013 360\u00b0 German Pale Ale (5,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Br\u00fcder Thomas und Tobias Frank brauen seit Sp\u00e4tsommer 2021 unter der Marke <a href=\"https:\/\/campusbrauer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Campusbrauer<\/a>. Pro Brautag produzieren sie lediglich 100 l \u2013 insofern ist diese Flasche eine echte Rarit\u00e4t, die gewiss nicht in Oberallg\u00e4uer Getr\u00e4nkem\u00e4rkten erh\u00e4ltlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das unfiltrierte Bier ist goldgelb und bei vorsichtigem Einschenken wunderbar klar \u2013 die Hefe hat sich fest am Boden der Flasche abgesetzt. Die wei\u00dfe und feinblasige Schaumkrone ist zur\u00fcckhaltend, h\u00e4lt sich dann aber tapfer. Der Duft ist nur schwach ausgepr\u00e4gt. Neben einer ganz leichten metallischen Note identifiziere ich ein paar ebenso schwache \u00e4therische Kr\u00e4uternoten. Der Antrunk ist leicht pfeffrig-scharf, auf der Zunge sp\u00fcre ich eine schwache Rests\u00fc\u00dfe, gepaart mit einer dezenten Bittere, die erst nach dem Schluck ein wenig pr\u00e4senter wird. Retronasal werden die kr\u00e4uterigen Noten etwas intensiver und lassen mich an Basilikum denken. Schlie\u00dflich, nach ein paar Minuten, als sich das Bier schon ein wenig erw\u00e4rmt hat, kommen noch Liebst\u00f6ckel-Aromen hinzu. Interessant!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>L\u00f6wen Br\u00e4u \u2013 Pils (4,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und noch ein zweites Mal das <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Getr%C3%A4nke-Braunwarth-280417148812433\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">L\u00f6wen Br\u00e4u<\/a>, das auf keinen Fall mit einem <a href=\"https:\/\/loewenbraeu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">L\u00f6wenbr\u00e4u<\/a> verwechselt werden darf. Dieburg statt M\u00fcnchen. Jakob Braunwarth statt ABInBev.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist strohgelb, das Bier blankfiltriert. Der Schaum ist schneewei\u00df, f\u00fcr ein Pils aber eher mickrig und h\u00e4lt auch nicht sehr lang. Ich schnuppere am Glas und rieche ein paar \u2026 malzige Noten. Etwas Biskuit statt der erwartenden Hopfenherbe. Letztere stellt sich zwar auch ein, aber nur im Hintergrund. Der Antrunk ist frisch, und auf der Zunge wird das Bier nun auch ein bisschen pilsiger. Eine feine Herbe macht sich auf der Zunge breit, gleichzeitig steigen retronasal die kr\u00e4uterigen Hopfenaromen auf, die ich mir vor dem ersten Schluck schon gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Sch\u00f6n schlank ist es, das Bier, obwohl auch jetzt noch ein paar Biskuitaromen zu sp\u00fcren sind, die ja eigentlich eher mit dem Malz Hand in Hand gehen. Der Abgang ist sauber, angenehm herb und l\u00e4sst das Bier sanft und mit Mu\u00dfe ausklingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Essener Braumanufaktur \u2013 Schichtende (5,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit Herbst 2021 gibt es die <a href=\"https:\/\/essener-braumanufaktur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Essener Braumanufaktur<\/a> als kommerzielle Marke \u2013 vorher haben die beiden Gr\u00fcnder, Denis Fischer und Philip Jacobs, sich als Hausbrauer vergn\u00fcgt. Sie lassen ihr Bier in einer mittelst\u00e4ndischen Brauerei brauen, die f\u00fcr solche Projekte freie Kapazit\u00e4ten hat. Das Schichtende ist das erste auf dem Markt erh\u00e4ltliche Bier.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist goldgelb und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb. Es scheint hoch gespundet zu sein; endlose Ketten von Kohlens\u00e4ureperlen n\u00e4hren einen lange haltbaren, wei\u00dfen und festen Schaum. Der Geruch ist s\u00e4uerlich; hinter der S\u00e4ure verbirgt sich ein Hauch kr\u00e4uteriger Hopfenaromen. Der Antrunk ist nicht so spritzig, wie erwartet, und weist eine leichte S\u00e4ure auf, die auf der Zunge deutlicher wird. Retronasal entwickeln sich dabei erneut ein paar ganz dezente Hopfenaromen, aber auch ein paar hefige Noten, wie sie \u00fcblicherweise einem Jungbier im G\u00e4rbottich entstr\u00f6men. Der Abgang ist dann weich, zeigt kaum Herbe, aber vermag auch nicht ganz von der S\u00e4ure abzulenken. Obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum noch vier Monate in der Zukunft liegt und die Flasche bei mir durchg\u00e4ngig gek\u00fchlt gelagert war, scheint das Bier schon einen leichten Stich abbekommen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Hopfenstopfer \u2013 Citra Ale \u2013 Single Hop Craft Beer (5,1%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/hopfenstopfer.brauerei-haeffner.de\/shop\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hopfenstopfer<\/a>? Geht immer. Thomas Wachno, der unter dieser Marke beim <a href=\"https:\/\/hopfenstopfer.brauerei-haeffner.de\/shop\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">H\u00e4ffner Br\u00e4u<\/a> in Bad Rappenau ganz hervorragende Biere produziert, gilt in seiner Bescheidenheit fast schon als skurril. Keine werbewirksamen oder marktschreierischen Auftritte, keine quietschbunten Instagrambilder, kein Glitzerbier, keine Mordsshow. Stattdessen sprechen seine Biere f\u00fcr sich. Trotz der von manchen als hoffnungslos altmodisch bel\u00e4chelten Etiketten, an deren Design er gnadenlos und trotz aller Kritik festh\u00e4lt. Fast, jedenfalls, denn 2021 kam ein kleines Symbol, eine 10 im Lorbeerkranz, hinzu, das auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Hopfenstopfer\/posts\/4223156274374665\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zehn Jahre Hopfenstopfer<\/a> \u2013 2011 bis 2021 \u2013 hinweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute also das Citra Ale \u2013 ein Bier, das den Hopfenstopfer von Beginn an begleitet und das ich am 7. Mai 2011 zum ersten Mal getrunken habe. Kr\u00e4ftig dunkelgelb ist es und bei vorsichtigem Einschenken fast ganz blank. Der Schaum ist sch\u00f6n wei\u00df und stabil, und der Duft ist gepr\u00e4gt vom reichlich verwendeten Citra-Hopfen: Zitronige und limonige Aromen vor einem ganz leicht harzigen Hintergrund. Der Antrunk ist recht weich, ich h\u00e4tte fast eine st\u00e4rkere Spundung erwartet, bin aber sehr zufrieden. Auf der Zunge sp\u00fcre ich dann eine solide, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig fordernde Herbe und einen Hauch malziger Rests\u00fc\u00dfe, w\u00e4hrend retronasal schon wieder die Hopfenaromen emporsteigen, diesmal mit etwas st\u00e4rker betonten harzigen Komponenten. Ein bisschen frischen Kuchenteig glaube ich noch identifizieren zu k\u00f6nnen \u2013 das Malz mag sich also nicht ganz hinter dem Hopfen verstecken. Der Schluck ist sehr sauber, die Bittere fein und samtig \u2013 gerade kr\u00e4ftig genug, um f\u00fcr einen Moment innehalten zu lassen und an den n\u00e4chsten Schluck denken zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben2\/TauschpaketRoedermark\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bilder<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Man hat sich noch nie pers\u00f6nlich getroffen, tauscht aber flei\u00dfig Bier aus. Die Pandemie zeigt uns die dunklen Seiten des Internets: In Foren, Kan\u00e4len und \u201esozialen\u201c Medien g\u00e4rt der Hass, werden Menschen diffamiert und merkw\u00fcrdige Umsturzpl\u00e4ne geschmiedet. Und dabei k\u00f6nnte doch alles so sch\u00f6n sein. Sch\u00f6n? 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