{"id":39966,"date":"2022-01-13T23:33:00","date_gmt":"2022-01-13T22:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39966"},"modified":"2022-04-06T14:52:06","modified_gmt":"2022-04-06T12:52:06","slug":"verkostungs-sammelsuriumalt-und-ganz-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39966","title":{"rendered":"Verkostungs-<br \/>Sammelsurium<br \/>(alt und ganz alt)"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eDu, ich h\u00e4tte da mal ein paar alte, formal \u00fcberlagerte Biere. Zum Teil weit jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums. H\u00e4ttest Du Interesse, die mal zu verkosten? Du machst doch selbst auch immer solche Versuche mit Langzeitlagerung\u201c, fragt mich Herr J., ein Bierfreund aus dem Oberbayerischen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da muss ich nicht lang \u00fcberlegen. \u201eKlar. Warum nicht? Schlimmstenfalls haben wir einmal Porto verschwendet. Bestenfalls entpuppen sich ein paar dieser Biere als wahre Sch\u00e4tzchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann geht das Paket gleich auf Reisen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"565\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-1-1024x565.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39968\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-1-1024x565.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-1-300x165.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-1-150x83.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-1-768x423.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Und da der Herr J. (Nein, liebe rheinl\u00e4ndische Freunde, nit d\u00e4 Herrjott, sondern der Herr J.) eine Laktoseunvertr\u00e4glichkeit hat, finden sich gleich auch noch ein paar Extra-Biere in diesem Paket, die jenseits des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?page_id=369\" target=\"_blank\">sogenannten \u201eReinheitsgebots\u201c<\/a> gebraut worden sind und eben diese Laktose enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Na, da bin ich auf die Verkostung aber sehr gespannt. Wird bestimmt abenteuerlich. Oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben2\/VerkostungsSammelsurium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Auspacken und Verkostung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-2-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39970\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-2-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fl\u00f6tzinger \u2013 Weihnachts-Bock [2016] (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gestern erst habe ich dieses Bier <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39727\" target=\"_blank\">aus einem anderen Verkostungspaket<\/a> getrunken, allerdings frisch, aus dem Jahr 2021. Nur ein paar Wochen alt. Dieses Bier hingegen hat schon etwas \u00fcber f\u00fcnf Jahre auf dem Buckel. Der Unterschied f\u00e4llt schon beim Blick auf die Flasche auf: Seinerzeit wurde das Bier noch in NRW-Flaschen abgef\u00fcllt, mittlerweile ist die <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40491\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fl\u00f6tzinger Brauerei<\/a> auf Euroflaschen umgestiegen. Retro!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist honiggelb und leicht tr\u00fcb, der Schaum schneewei\u00df und in Resten stabil. Aus dem Glas steigt eine kr\u00e4ftige, herbe Honignote auf \u2013 ein Zeichen f\u00fcr die Alterung. Der Antrunk ist weich; sanft und s\u00fc\u00dflich flie\u00dft das Bier \u00fcber die Lippen und auf die Zunge. Die Malzs\u00fc\u00dfe ist ausgepr\u00e4gt, gleichzeitig steigen kr\u00e4ftige, w\u00fcrzige Honigaromen auf, die retronasal sehr deutlich und dominierend werden. Das war es vorerst aber auch schon an alterungsbedingten Sensorikeffekten. Der Rest ist ordentlich und ausgewogen. Vollmundig, malzig und s\u00fc\u00dflich, im Abgang unver\u00e4ndert weich und rund. Erst ganz am Ende kommt noch einmal eine etwas pappige Herbe hervor \u2013 auch sie ein Eingest\u00e4ndnis an die Alterung. Fazit: Auch nach f\u00fcnf Jahren durchaus noch gut trinkbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Testbr\u00e4u \u2013 Schwarzw\u00e4lder Kirsch Stout [2020] (8,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/testbraeu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Testbr\u00e4u<\/a> ist eine winzige Brauerei in Nebra. Nebra? Das habe ich doch irgendwann schon einmal geh\u00f6rt! In der Tat: Das winzige St\u00e4dtchen an der Unstrut in Sachsen-Anhalt wurde 1999 ber\u00fchmt, als auf einem Acker eine Bronzescheibe entdeckt wurde, die Himmelsscheibe von Nebra. Rund 4000 Jahre ist sie wohl alt, hat Applikationen aus purem Gold und zeigt astronomische und religi\u00f6se Symbole.<\/p>\n\n\n\n<p>Astronomisch oder religi\u00f6s ist die <a href=\"https:\/\/testbraeu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brauerei Testbr\u00e4u<\/a> allerdings nicht. Stattdessen: \u201eEin Ingenieur, ein Biochemikerin, ein OP-Pfleger und die leidenschaftliche Liebe zum Bier und zum Brauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Etikett der Flasche tr\u00e4gt einen 42-strahliger Siemensstern als Logo, der vermutlich irgendwann ab einer bestimmten Anzahl von <a href=\"https:\/\/testbraeu.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Testbr\u00e4u<\/a>-Bieren vor den Augen zu verschwimmen beginnt. \u201eTesten und brauen. Brauen und testen. Und trinken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Was das Etikett nicht tr\u00e4gt, ist eine Angabe des Alkoholgehalts. Das Feld, in das die Zahl eingetragen geh\u00f6rt h\u00e4tte, ist leer. Direkt daneben ist der Stempelabdruck f\u00fcr das Mindesthaltbarkeitsdatum aber gut lesbar: 19. April 2021. Das ist ein Dreivierteljahr her. Ob das Bier trotzdem schmeckt?<\/p>\n\n\n\n<p>Optisch ist dieses Bier auf alle F\u00e4lle schon mal ein Stout. Tiefschwarz steht es im Glas, blickdicht, und dar\u00fcber w\u00f6lbt sich eine sch\u00f6ne, hellbeigefarbene Schaumkrone, kremig und lange haltbar. Auch der Duft passt zum Namen des Biers. Ich rieche feine R\u00f6staromen, leicht schokoladig und mokkaartig, und dazu ein dezentes Kirscharoma. Ich muss an Mon Ch\u00e9ri, dieses unbeliebte Dankesgeschenk, denken, das auf der Arbeit von einem Mitarbeiter zur n\u00e4chsten Mitarbeiterin weitergereicht wird, und von dieser weiter an den n\u00e4chsten Kollegen. So lange, bis die Pralinen entweder vergammelt sind oder die urspr\u00fcngliche K\u00e4uferin wieder erreicht haben, die die Schachtel dann wutentbrannt in die Ecke wirft. Geschmacklich setzt sich dieser Eindruck fort. Mokka- und Bitterschokoladearomen, etwas R\u00f6stmalz und eine kirschige Fruchtigkeit. Zugesetzter Malzzucker sorgt f\u00fcr eine Rests\u00fc\u00dfe, die damit durchaus harmoniert. Retronasal treten Sauerkirscharomen in den Vordergrund, die auch nach dem Schluck noch ein bisschen \u201eausdampfen\u201c und die leichte R\u00f6stbittere im Rachen \u00fcberspielen. Am Schluss bleibt nur ein bisschen klebrige S\u00fc\u00dfe auf der Zunge zur\u00fcck. Die sorgt dann auch daf\u00fcr, dass das durchaus angenehme Bier nicht sehr durchtrinkbar ist. Nach wenigen Schlucken setzt eine etwas bappige S\u00e4ttigung ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Klosterbrauerei Reutberg \u2013 Reutberger Weihnachts Bock [2017] (6,7%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/klosterbrauerei-reutberg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Klosterbrauerei Reutberg<\/a> ist seit 1924 eine Brauereigenossenschaft und hat laut Auskunft auf deren Website rund 5200 Genossen (Stand 2019, also zwei Jahre nachdem das vor mir stehende Bier gebraut worden ist). Ihre Bockbiere sind bekannt und beliebt \u2013 ob es nun der Josefi Bock ist, der Mai Bock, der Helle Bock, der Weissbier Bock oder der Weihnachts Bock. Rund um\u2019s Jahr kann man dem kr\u00e4ftigen Genuss fr\u00f6nen. Und nat\u00fcrlich gibt es daneben auch noch einige Biere in \u201enormaler\u201c Trinkst\u00e4rke.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier und heute aber der Weihnachts Bock von 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Hellbraun, leicht tr\u00fcb und ein wenig viskos flie\u00dft das Bier ins Glas, und es hat so gar keine Lust, Schaum auszubilden. Schon bevor ich mit der Nase in die N\u00e4he komme, rieche ich schon intensive Honigaromen, und zwar von der warmen, harzigen Sorte \u2013 Waldhonig statt Bl\u00fctenhonig. Typische Alterungsaromen, aber deswegen durchaus nicht unangenehm. Der Antrunk ist weich, kaum Spundung ist zu sp\u00fcren. Malzig und s\u00fc\u00df rinnt das Bier \u00fcber die Zunge, und retronasal werden die Honigaromen noch deutlicher. Daneben sp\u00fcre ich ein paar dunkle Fr\u00fcchte, vielleicht D\u00f6rrobst, und eine feine alkoholische Spitze. Letztere setzt sich dann auch im Schluck und danach durch \u2013 eine noch feine, aber schon deutlich sp\u00fcrbare alkoholische W\u00e4rme macht sich im Rachen und im Hals bemerkbar. In W\u00fcrde gealtert, aber nunmehr auf dem absteigenden Ast.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Browar Gzub \u2013 Relaks \u2013 Mleczny Czekoladowy Stout [2019] (4,1%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/gzub.pl\/\" target=\"_blank\">Browar Gzub<\/a> \u2013 das ist eine kleine, erst 2017 er\u00f6ffnete Brauerei aus Polen, die aber zu diesem Zeitpunkt bereits \u00fcber drei, vier Jahre Erfahrung als Wander- oder Gipsy-Brauerei verf\u00fcgte. Das auff\u00e4llige K\u00fcrzel BG auf dem Etikett verspricht nicht pasteurisierte Biere mit Flascheng\u00e4rung, also etwas, das in Polen \u00fcber Jahrzehnte v\u00f6llig unbekannt war und erst seit rund zehn Jahren langsam Verbreitung findet. Das erste Bier war ein Saison, und danach eroberte sich die Brauerei Schritt f\u00fcr Schritt den Markt mit einem bunten Strau\u00df unterschiedlicher Bierstile.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Milk Chocolate Stout (oder Mleczny Czekoladowy Stout, wie es auf Polnisch hei\u00dft) stammt aus dem Jahr 2019 und tr\u00e4gt ein Mindesthaltbarkeitsdatum von M\u00e4rz 2020, ist also schon seit zwei Jahren \u00fcberf\u00e4llig. Leider zeigt sich bereits beim \u00d6ffnen der Flasche, dass das Datum zu Recht auf dem Etikett aufgedruckt ist. Das Bier sch\u00e4umt aus der Flasche heraus und l\u00e4sst sich nur mit Schwierigkeiten einschenken. Es ist dunkelbraun, leicht tr\u00fcb, und der gro\u00dfblasige, ungest\u00fcme Schaum hellbraun. Der Duft l\u00e4sst bereits erkennen, dass es umgeschlagen ist: Er ist deutlich s\u00e4uerlich. Ebenso der erste Eindruck im Mund: Eine unangenehme S\u00e4ure, die alle R\u00f6st- oder Schokoladenaromen, die sich in diesem Bier bestimmt gefunden h\u00e4tten, \u00fcbert\u00fcncht.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Dieses Bier eignet sich nicht zum Lagern; es h\u00e4tte besser ganz frisch getrunken werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-3-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39971\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-3-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-3-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-3-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verkostungs-Sammelsurium-Mini-3.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fl\u00f6tzinger \u2013 Mai Bock [2016] (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40491\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fl\u00f6tzinger Brauerei<\/a> ist mir vor rund vierzehn Jahren deswegen besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben, weil ihr Brauereigasthof mit einem der gr\u00f6\u00dften Wirtshausschilder, das ich je gesehen habe, prunkt. Eindrucksvoll und wuchtig ragt der Ausleger in Rosenheim \u00fcber den Fu\u00dfweg. Die Biere, die wir dort getrunken haben, waren gut, aber dennoch ist das Wirtshausschild immer das erste, woran ich beim Stichwort <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40491\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fl\u00f6tzinger<\/a> denken muss \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine dunkelgelbe Farbe und ist leicht tr\u00fcb; in der Flasche bleibt ein etwas kr\u00fcmeliger Bodensatz zur\u00fcck. Der wei\u00dfe Schaum h\u00e4lt nicht sehr lang. Das Bier duftet nach Honig, und zwar in der f\u00fcr leicht oxidierte und lang gelagerte Biere typischen Art und Weise. Der Antrunk ist weich und rund, auf der Zunge wirkt das Bier malzig-s\u00fc\u00df, fast schon mastig. Retronasal steigen dabei starke, alterungstypische Honigaromen auf. Nach dem Schluck bleibt nur eine dezente Herbe, die begleitet wird von einer leicht spritigen, alkoholischen W\u00e4rme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>M\u00e4rkische Spezialit\u00e4tenbrennerei \u2013 Edelstahl \u2013 The Mash [2015] (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Hagen gibt es eine Brennerei, die Whiskys, Geiste und Lik\u00f6re herstellt \u2013 die <a href=\"https:\/\/maerkische-spezialitaeten-brennerei.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">M\u00e4rkische Spezialit\u00e4tenbrennerei<\/a>. Da Whisky ganz zu Anfang seines Herstellungsprozesses wie ein Bier eingemaischt wird und vergoren wird (nur ohne Hopfen) und erst mit Beginn des Destillationsprozesses sich die Verfahren beginnen, grundlegend zu unterscheiden, liegt es ja eigentlich nahe, dass eine Whiskybrennerei auch mal ein Bier produziert. Die Hagener haben es getan, und so entstand das Edelstahl \u2013 The Mash.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Schaum entwickelt dieses Bier nicht mehr \u2013 es bildet sich nur eine d\u00fcnne, feinporige, beigefarbene Schicht, die dann aber in Resten ziemlich lange h\u00e4lt. Die Farbe des Biers ist ganz dunkelbraun mit einem ganz leichten r\u00f6tlichen Stich, und nach vorsichtigem Einschenken ist es klar. Der Geruch ist intensiv malzig und ein kleines bisschen honigartig-kr\u00e4uterig \u2013 er erinnert an Blockmalzbonbons. Der weiche und fast viskose Antrunk setzt diesen Eindruck fort. Dickes, w\u00fcrziges Dunkelmalz. Auf der Zunge ist das Bier beh\u00e4big und ein bisschen klebrig-mastig. Retronasal wuchert es mit alterungsbedingten Honignoten, die vor dem Malzhintergrund aber gut passen. Im Abgang bleibt es klebrig und s\u00fc\u00df und verbappt den Gaumen ein wenig. Gut als Lik\u00f6rersatz trinkbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fl\u00f6tzinger \u2013 Josefi Bock [2017] (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und noch ein drittes Mal findet sich im Karton ein Flasche aus Rosenheim von der <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40491\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Privatbrauerei Franz Stegm\u00fcller<\/a>, besser bekannt als <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40491\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fl\u00f6tzinger<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist mittelbraun und leicht tr\u00fcb \u2013 eine Bierfarbe, die ich nicht sonderlich anregend finde. Die beigefarbene, feinporige Schaumschicht ist nur d\u00fcnn. Der Duft ist gepr\u00e4gt von leicht karamelligen Malzaromen, dahinter verbergen sich ein paar alterungsbedingte Honignoten, die aber noch nicht sehr ausgepr\u00e4gt sind. Ein typischer Braunbierantrunk mit s\u00fc\u00dflichen Malznoten und einer etwas brenzligen Herbe bildet den Auftakt. Auf der Zunge ist das Bier malzig, s\u00fc\u00df und leicht brenzlig-bitter; retronasal kommen ein paar Roggenakzente zu den zu Beginn schon identifizierten Karamell-, Malz- und Honigaromen hinzu. Der Schluck ist unauff\u00e4llig, nur ganz am Ende bleibt eine leicht raue Bittere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Saki\u0161ki\u0173 Alus \u2013 Caraway Barley Wine [2019] (9,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bier \u201eout of your comfort zone\u201c, das verspricht die litauische <a href=\"https:\/\/www.sakiskiualus.lt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Saki\u0161ki\u0173 Alus Brauerei<\/a> auf ihrer Website. Einst war Linas Zakarevi\u010dius Hausbrauer, nun hat er das kommerzielle Brauen begonnen und geizt nicht mit spannenden Experimenten und ungew\u00f6hnlichen Zutaten. Im vorliegenden Bier ist neben Roggenmalz auch eine geh\u00f6rige Portion K\u00fcmmel enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier weist eine dunkelbraune, leicht ins R\u00f6tliche tendierende Farbe auf und ist nach vorsichtigem Einschenken klar. Der deutlich beigefarbene Schaum ist reichlich, kremig und lange haltbar. Schon beim Einschenken rieche ich die deutlichen K\u00fcmmelnoten \u2013 Kunstst\u00fcck, das Bier ist ja auch mit K\u00fcmmel gebraut. Der Antrunk ist etwas spitz, und auf der Zunge wirkt das Bier ein bisschen s\u00e4uerlich. Die K\u00fcmmelaromen werden retronasal sehr intensiv, harmonieren mit der leichten S\u00e4ure aber nicht so richtig. Im Abgang entwickelt das Bier eine kr\u00e4ftig bittere Note, die K\u00fcmmelaromen dampfen noch lange ab und verschaffen, je nach pers\u00f6nlichem Gusto, anhaltenden Genuss oder nicht enden wollende Pein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben2\/VerkostungsSammelsurium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Auspacken und Verkostung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>\u201eDu, ich h\u00e4tte da mal ein paar alte, formal \u00fcberlagerte Biere. Zum Teil weit jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums. H\u00e4ttest Du Interesse, die mal zu verkosten? Du machst doch selbst auch immer solche Versuche mit Langzeitlagerung\u201c, fragt mich Herr J., ein Bierfreund aus dem Oberbayerischen. Da muss ich nicht lang \u00fcberlegen. \u201eKlar. <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=39966\" title=\"Verkostungs-Sammelsurium(alt und ganz alt)\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":39968,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[160,2,3,189],"tags":[],"class_list":{"0":"post-39966","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-beer-nuggets","8":"category-bier-erleben","9":"category-bierverkostungen","10":"category-unboxing"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39966"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39966\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40499,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39966\/revisions\/40499"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/39968"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}