{"id":40874,"date":"2022-03-26T23:53:00","date_gmt":"2022-03-26T22:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40874"},"modified":"2022-06-24T06:21:20","modified_gmt":"2022-06-24T04:21:20","slug":"verkostungspaketaus-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40874","title":{"rendered":"Verkostungspaket<br>aus Hannover"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ach, Hannover \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich stamme ich ja aus der Gegend, bin gar nicht so weit \u201evon Hannover wech\u201c geboren. Bin aber seit meinem Abitur nie wieder in diese Region zur\u00fcckgekommen. Irgendwie schade.<\/p>\n\n\n\n<p>So tun sich dann auch gewaltige L\u00fccken in meiner Bier- und Brauereiexpertise auf, was die nieders\u00e4chsische Landeshauptstadt und ihre Umgebung anbelangt. Na klar, ab und an verschl\u00e4gt es mich mal f\u00fcr ein, zwei Tage dorthin, aber das reicht nicht, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"437\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1024x437.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40882\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1024x437.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-300x128.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-150x64.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-768x328.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>neun feine Biere, vorwiegend aus Norddeutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um so sch\u00f6ner ist es dann, Freunde in Hannover zu haben, die mich mit einem Probierpaket \u00fcberraschen: Neun Flaschen Bier, ein Zeitungsartikel \u00fcber die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.brauerei.uni-hannover.de\/\" target=\"_blank\">Campus Brauerei<\/a> in der Nordstadt und ein kleines <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40622\" target=\"_blank\">B\u00fcchlein \u00fcber die Brauereigeschichte in Rodenberg<\/a> stehen beziehungsweise liegen vor mir. Ist das nicht sch\u00f6n?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben3\/VerkostungspaketHannover1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40883\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Hochdorfer Meistersud \u2013 India Pale Ale<\/strong>; <strong>Liquid Story Brewing \u2013 Waiting in the Dark \u2013 Hoppy Black Ale<\/strong>; <strong>Heavy BREWtal \u2013 Reign of Mud \u2013 Stout<\/strong>; <strong>Calenberger Landbier \u2013 Bernstein<\/strong>; <strong>Hemminger Biermanufaktur \u2013 Hemminger Dunkles<\/strong>; <strong>Liquid Story Brewing \u2013 All Night Long \u2013 Session IPA<\/strong>; <strong>Heavy BREWtal \u2013 Mosh Pit \u2013 Pale Ale<\/strong>; <strong>Heavy BREWtal \u2013 Kinkeldey 2.0<\/strong>; <strong>Calenberger Landbier \u2013 Rubin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Hochdorfer Meistersud \u2013 India Pale Ale (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hm, gleich die erste Flasche aus diesem Paket ist gar nicht aus dem Hannoveraner Raum. Sie ist noch nicht einmal aus Norddeutschland, sondern stammt aus dem Schwarzwald, aus der <a href=\"https:\/\/hochdorfer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hochdorfer Kronenbrauerei<\/a>! Wo der gute Herr R. diese Flasche wohl her hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Etikett liest sich schon mal interessant. \u201eHallertauer Tradition, Cascade- und wechselnder Spezialhopfen\u201c, hei\u00dft es dort unter anderem. Mit anderen Worten: Da w\u00fcrde es sich lohnen, von jedem neuen Sud erneut eine Flasche zu probieren und die \u201ewechselnden Spezialhopfen\u201c mal gegeneinander zu verkosten. Hier und heute habe ich aber nur diese eine Flasche.<\/p>\n\n\n\n<p>Hellbraun und sehr, sehr tr\u00fcb steht das Bier im Glas, und ich sehe sogar ein paar Hefekl\u00fcmpchen umherschwimmen. Dazu der eher mickrige Schaum, das ist nicht wirklich einladend. Schon der Duft vers\u00f6hnt mich aber wieder mit diesem Bier. Kr\u00e4ftige, w\u00fcrzige, harzige Hopfennoten rieche ich. Kiefernnadeln und Kieferharz, ein bisschen kr\u00e4ftigen Waldhonig und ganz dahinter ein Hauch Pampelmusenschale. Sehr sch\u00f6n, sehr britisch. Keine amerikanische Fruchtbombe. Der Antrunk ist weich, wirkt fast schon viskos-s\u00e4mig. Auf der Zunge bemerke ich als erstes die kernige Bittere. Sehr kr\u00e4ftig, sehr robust, gleichzeitig aber auch angenehm weich. Retronasal sp\u00fcre ich dieselben Noten wir im orthonasalen Dufteindruck: Baumharze, Waldhonig und Pampelmusenschale \u2013 wobei ich das Gef\u00fchl habe, dass der Waldhonig ein wenig intensiver wird. Noch kr\u00e4ftiger wird dieses Honigaroma nach dem Schluck \u2013 es beginnt zu dominieren und verweist die Baumharze auf die hinteren R\u00e4nge. Gemeinsam mit der kr\u00e4ftigen, durchaus einen l\u00e4ngeren Moment anhaltenden Hopfenbittere pr\u00e4gt es den Eindruck dieses Biers nachhaltig. Sehr intensiv \u2013 ein echtes Genussbier. Nicht f\u00fcr den gro\u00dfen Schluck. Letzterer w\u00e4re allerdings bei einer Flaschengr\u00f6\u00dfe von gerade einmal 0,25 l auch v\u00f6llig fehl am Platze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Liquid Story Brewing \u2013 Waiting in the Dark \u2013 Hoppy Black Ale (6,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem zweiten Bier geht es nun aber tats\u00e4chlich nach Niedersachsen in den Gro\u00dfraum Hannover. Nach Braunschweig.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Satzkonstruktion habe ich es mir dann zwar sowohl mit den Hannoveranern als auch den Braunschweigern, die eine gewisse Feindschaft in Hass vereint, verscherzt, aber das kann ich verkraften.<\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.craftzentrum.berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BR\u0141O Craft Zentrum<\/a> l\u00e4sst <a href=\"https:\/\/liquid-story.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Liquid Story Brewing<\/a> dieses Bier herstellen \u2013 ein Hoppy Black Ale. Ich bin neugierig, was sich dahinter verbirgt \u2013 immerhin gibt es ja so merkw\u00fcrdige Stilbezeichnungen wie Black IPA oder Cascadian Dark Ale, die in eine \u00e4hnliche Richtung deuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas steht das Bier ganz, ganz dunkelbraun \u2013 nahezu blickdicht. Letzteres liegt aber auch an einer feinen, gleichm\u00e4\u00dfigen Tr\u00fcbung, die beim Einschenken auff\u00e4llt. Der \u00fcppige Schaum ist deutlich beigefarben und h\u00e4lt ewig lang. Nach jedem Schluck bleiben flockige Trinkr\u00e4nder im Glas h\u00e4ngen. Der Duft ist hopfig und herb-fruchtig. Ein bisschen Pampelmuse, ein bisschen Mandarinenschalen. Dahinter aber auch eine feine Piniennote. Der Antrunk ist \u00fcberraschend weich, auf der Zunge wird das Bier dann aber rasch kernig bitter. Jetzt werden auch die Mandarinenschalenaromen deutlicher \u2013 retronasal dominieren sie den Eindruck sogar. Dahinter reihen sich R\u00f6st-, Kakao- und Bitterschokoladenaromen ein; auch ein bisschen Mokka glaube ich, zu erkennen. Der Abgang ist sehr harmonisch \u2013 die kr\u00e4ftige Bittere gibt sich zivilisiert, randaliert nicht mit Ecken und Kanten auf der Zunge und im Rachen herum, sondern begleitet das Bier zum unteren Ausgang, bleibt dort ein wenig und wacht \u00fcber den Schluck, bis auch sie sich dann verabschiedet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Heavy BREWtal \u2013 Reign of Mud \u2013 Stout (4,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir bleiben in Niedersachsen und gehen nach Lauenau. <a href=\"https:\/\/heavy-brewtal.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heavy BREWtal<\/a>: Heavy Metal infused Craftbeer seit 2018. Vor mir steht ein erstaunlich alkoholarmes Stout \u2013 lediglich vier Prozent! Und mit einem be\u00e4ngstigend knappen Mindesthaltbarkeitsdatum: Morgen um 12:17 Uhr l\u00e4uft es ab. Also, schnell trinken!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ganz dunkles Rubinrot erfreut das Auge, und nur beim Einschenken kann ich sehen, dass das Bier ganz leicht tr\u00fcb ist. Der beigefarbene Schaum ist zun\u00e4chst sehr sch\u00f6n, f\u00e4llt dann rasch zusammen, aber immerhin bleibt noch so viel \u00fcbrig, dass es f\u00fcr sch\u00f6ne Trinkr\u00e4nder im Glas reicht. Der Duft ist dezent r\u00f6stig, leicht Mokkanoten identifiziere ich, nur ein Hauch Kaffee. Ganz leicht s\u00e4uerlich ist es im Geruch, und im Hintergrund schwebt eine metallische Note mit. Ein frischer, fester Antrunk leitet zu einem kompakten Eindruck auf der Zunge \u00fcber. Eine deutliche R\u00f6stbittere, wenig Rests\u00fc\u00dfe, aber auch wenig retronasale Aromen. Recht unauff\u00e4llig verhalten sich die Mokkanoten und die metallische Note. S\u00e4ure ist \u00fcber die gebundene Kohlens\u00e4ure hinaus fast nicht zu sp\u00fcren \u2013 der diesbez\u00fcgliche Eindruck kommt vermutlich vom R\u00f6stmalz. Der Schluck ist fast schon schwarzbiertypisch schlank \u2013 das kenne ich von anderen Stouts anders. Das geht wohl Hand in Hand mit dem niedrigen Alkoholgehalt, da kann ich keinen Wumms erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Calenberger Landbier \u2013 Bernstein (5,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Wennigsen kommt dieses Bier, und zwar aus der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/CalenbergerLandbrauerei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Calenberger Landbrauerei<\/a>. Irgendwie wundert mich das ein wenig, denn wenn ich mich richtig erinnere, liegt Wennigsen nicht am Hang. Warum das bedeutsam ist? Weil der orangene Streifen auf dem Etikett schr\u00e4g verl\u00e4uft und so den Eindruck erweckt, das Etikett sei schief aufgeklebt. Ist es zwar nicht, aber t\u00e4te ich das Bier am Hang trinken und die Flasche entsprechend schr\u00e4g hinstellen, s\u00e4he es vermutlich ausbalancierter aus \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist ein klassisches Alltagsbier. Gebraut mit Bio-Gerstenmalz, was sich zwar nicht auf den Geschmack auswirkt, aber gut f\u00fcr die Umwelt ist. Dunkelgelb, fast schon so orange wie der Streifen auf dem Etikett ist das Bier, ganz leicht tr\u00fcb ist es auch, und es tr\u00e4gt einen sch\u00f6nen, feinporigen, wei\u00dfen Schaum, der recht lange h\u00e4lt und dezente Trinkr\u00e4nder im Glas hinterl\u00e4sst. Der Duft ist malzig s\u00fc\u00dflich mit ein paar getreidigen Noten im Hintergrund, und ebenso zeigt sich das Bier auch beim Antrunk und auf der Zunge. Mild-s\u00fc\u00df, ohne zu zuckrig oder gar klebrig zu werden. Die Bittere ist zur\u00fcckhaltend, gerade so viel, dass sie neben dem s\u00fc\u00dflichen Haupteindruck zu identifizieren ist. Retronasal tut sich nichts Aufsehenerregendes. Die leichten Malznoten und der getreidige Akzent setzen sich dezent fort, und sie begleiten das Bier auch \u00fcber den Schluck hinaus bis in den Abgang. Im Rachen verschwindet das Bier ohne Aufheben. Ein Alltagsbier zum Nebenhertrinken, das sich nicht aufdr\u00e4ngt, aber auch nicht gro\u00df in Erinnerung bleibt. Ein Bier, von dem man gut und gerne ein paar Flaschen da haben kann, falls mal die Nachbarn, die keine ausgewiesenen Bierkenner sind, \u00fcberraschend reinschneien und man sie aus guten Gr\u00fcnden nicht mit Konzern- oder Fernsehbier abfr\u00fchst\u00fccken m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Hemminger Biermanufaktur \u2013 Hemminger Dunkles (4,9%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ganz in der N\u00e4he von Hannover liegt Hemmingen, und dort findet sich die 2018 gegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/www.hemmingerbiermanufaktur.de\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.hemmingerbiermanufaktur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hemminger Biermanufaktur<\/a>. Noch ganz jung, aber sie hat es immerhin schon geschafft, in den regionalen Lebensmittelm\u00e4rkten von Edeka, Rewe und anderen im Regal zu stehen!<\/p>\n\n\n\n<p>Mittelbraun, gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb und mit einem leicht beigefarbenen Schaum gekr\u00f6nt, so pr\u00e4sentiert sich dieses Braunbier oder Dunkles Lager, wie es sich ausweislich des Etiketts nennt. Der Duft erinnert ein bisschen an Brotkruste, auch wenn in diesem Bier gar kein Roggen, der sonst solche Akzente setzt, verbraut worden ist. Dahinter finde ich noch eine sanft s\u00e4uerliche und leicht hefige Note. Der ansonsten weiche Antrunk verst\u00e4rkt den schwach s\u00e4uerlichen Eindruck ein wenig, w\u00e4hrend auf der Zunge eine sch\u00f6n weiche Malzs\u00fc\u00dfe und (retronasal) die Brotkrustenaromen die Hauptrolle spielen; in der Nebenrolle treten ein paar Kakao- und Schokoladenakzente auf. Nur eine ganz leichte Hopfenbittere deutet sich an den Zungenr\u00e4ndern an, sie wird auch nach dem Schluck nicht st\u00e4rker und klingt recht rasch ab. Stattdessen entwickeln sich leichte Brotteigaromen, so, als sei ein klassisches Roggenbrot noch nicht ganz ausgebacken und das Innere noch etwas teigig geblieben. Das Ganze mit etwas Kakaopulver garniert \u2026 Voila! Eine interessante Geschmackserfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Liquid Story Brewing \u2013 All Night Long \u2013 Session IPA (4,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und zur\u00fcck geht\u2019s nach Braunschweig zur <a href=\"https:\/\/liquid-story.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Liquid Story Brewing<\/a>. Dieses Bier ist nicht in Berlin im <a href=\"https:\/\/www.craftzentrum.berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BR\u0141O Craft Zentrum<\/a> gebraut, sondern in Fulda im <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=31903\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hohmanns Brauhaus Fulda<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittelgelb und milchig tr\u00fcb steht es im Glas \u2013 tr\u00fcge es nicht den \u00fcppigen und schneewei\u00dfen, festen Schaum, so ginge es optisch problemlos als Fruchtsaft durch. Ananas, beispielsweise. Der Duft ist zwar auch fruchtig, geht aber deutlich in die Richtung unreifer, gr\u00fcner Fr\u00fcchte, und auch der dezent s\u00e4uerliche Antrunk unterstreicht dies. Als ich noch ein kleiner Junge war, hatten wir einen Zwetschgenbaum im Garten, und nat\u00fcrlich konnten wir nie abwarten, bis die Fr\u00fcchte endlich reif waren \u2013 und genau so riecht und schmeckt das Bier jetzt auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob das so soll? Ich wei\u00df nicht \u2013 das Spinnendiagramm enth\u00e4lt keine Achse f\u00fcr S\u00e4ure, sondern nur f\u00fcr \u201ehoppy \u2013 bitter \u2013 refreshing \u2013 sweet\/malty \u2013 fruity\u201c. Bei \u201erefreshing\u201c hat es einen Maximalausschlag, also vermute ich mal, dass es Absicht ist. Eine kleine ledrige Note erg\u00e4nzt die S\u00e4ure noch und erdet sie ein bisschen, und so wird das Bier in der Tat zu einem sehr erfrischenden Getr\u00e4nk. Den Maximalausschlag bei \u201ehoppy\u201c schreibe ich der intensiven Fruchtigkeit zu, den immer noch recht hohen Ausschlag bei \u201ebitter\u201c kann ich gar nicht so recht best\u00e4tigen. Viel Bittere sp\u00fcre ich eigentlich nicht. Zwar ist der Rachen nach dem Schluck schon ein wenig trocken, aber das wirkt eher leicht adstringierend, wie eine Kombination aus S\u00e4ure und Gerbstoffen, aber nicht wie eine klassische Bittere, wie sie dem Hopfen oder einem R\u00f6stmalz entstammen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein durchaus interessantes Bier, bei dem mir aber die Assoziation zwischen der Aromatik des Biers und dem d\u00fcsteren Etikett fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Heavy BREWtal \u2013 Mosh Pit \u2013 Pale Ale (5,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Braunschweig geht es wieder ein bisschen in Richtung Westen. West-S\u00fcd-West. Bis Lauenau, wo wir neulich schon waren \u2013 bei <a href=\"https:\/\/heavy-brewtal.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heavy BREWtal<\/a>. Diesmal gibt\u2019s ein Pale Ale.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist dunkelgelb, fast schon orangefarben, und das Bier flie\u00dft nahezu klar ins Glas. Nur als ich es gegen das Licht halte, kann ich einen leichten opalisierenden Effekt feststellen. Der wei\u00dfe Schaum h\u00e4lt sich vornehm zur\u00fcck und macht in der kurzen Zeit zwischen Foto und Antrinken bereits den franz\u00f6sischen Abgang. Huch, wo ist er denn hin?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist sehr dezent. Ein paar zitronige Noten kann ich erschnuppern, vielleicht auch ein paar herbe Akzente in Richtung Zitronenschale oder Pampelmuse. Aber das war es dann auch schon. Olfaktorisch recht zur\u00fcckhaltend. \u00c4hnlich dezent auch der glatte Antrunk und der erste Moment auf der Zunge. Ein Hauch von Malz und eine recht aromenneutrale Bittere am Zungenrand identifiziere ich, und retronasal huscht ein Zitronenhauch vorbei. Ob der Abgang vielleicht etwas mehr bietet? Nein, auch hier: Organoleptische Neutralit\u00e4t. Ein bisschen angenehme Hopfenbittere, die die Schleimh\u00e4ute etwas trocken macht und Lust auf den n\u00e4chsten Schluck weckt, aber das war es dann schon. Soll das jetzt wirklich alles gewesen sein? Keine Fehlaromen, nichts, insofern ja prima. Aber die sch\u00f6nen Aromen halt auch nur sehr zur\u00fcckhaltend. So ist die Flasche dann bei durchaus vorhandener Trinkfreude recht rasch geleert, und es bleibt die Frage: War da was?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Heavy BREWtal \u2013 Kinkeldey 2.0 (6,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal <a href=\"https:\/\/heavy-brewtal.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heavy BREWtal<\/a>, diesmal aber ohne eine Anspielung auf Heavy Metal oder True Metal im Biernamen. Stattdessen die kryptische Bezeichnung Kinkeldey. Was das hei\u00dfen soll? Die Aufl\u00f6sung gibt\u2019s <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40622\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40622\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hans Kinkeldey<\/a> war vor 500 Jahren ein Brauer in Rodenberg, nur wenige Kilometer von den heutigen <a href=\"https:\/\/heavy-brewtal.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heavy BREWtal<\/a> Brauern entfernt. Sein Bier war in der Region beliebt und wurde nach ihm auch Kinkeldey-Bier genannt. Ob dieses Bier um 1500 allerdings \u00e4hnlich geschmeckt hat, wie das, das ich jetzt im Glas habe? Wer wei\u00df \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Kr\u00e4ftig kupferfarben leuchtet das Bier, ist nur ganz leicht tr\u00fcb und tr\u00e4gt eine sch\u00f6ne, leicht eierschalenfarbene und recht lange haltbare Schaumschicht. Der Duft ist dezent malzig, die Aromen gehen in Richtung eines Wiener Lagers, zeigen aber im Hintergrund noch ein paar feine harzige Noten auf. Der Antrunk ist angenehm malzig und rund, und auch auf der Zunge zeigt sich ein feiner und ausgewogener Malzgeschmack, dezent garniert mit den Wiener-Lager-Aromen, die retronasal durch die Nase wehen. Sehr angenehm, dass dieses Bier nicht so intensiv ist, wie die meisten Wiener Lager, sondern deren Charakter lieber etwas zur\u00fcckhaltend aufnimmt. Eine \u00e4hnliche Zur\u00fcckhaltung wahrt es auch im Abgang. Eine feine Herbe ist sp\u00fcrbar; dar\u00fcber legen sich fruchtige bis harzige Aromen, die fast ein wenig an Wacholderbeeren erinnern. Je w\u00e4rmer das Bier wird, um so st\u00e4rker dominieren diese fruchtig-harzigen Aromen gegen\u00fcber den Wiener-Malz-Noten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte das Kinkeldey-Bier von 500 Jahren wirklich so geschmeckt haben, dann wei\u00df ich, warum es in der Region so beliebt war!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Calenberger Landbier \u2013 Rubin (5,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Bernstein nun der Rubin. Ebenfalls ein Schmuckstein. Ebenfalls aus der <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/CalenbergerLandbrauerei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Calenberger Landbrauerei<\/a>. Ebenfalls mit einem leicht schiefen Streifen auf dem Etikett, der mit der Farbe des Biers korrespondiert, und so bin ich schon vor dem ersten Schluck sehr gespannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein dunkles Rotbraun, eine leichte Tr\u00fcbung und ein feinporiger, kremiger und beigefarbener Schaum \u2013 die Optik stimmt. Der Duft ist intensiv malzig: Kr\u00e4ftige, f\u00fcr Melanoidinmalz typische Aromen, ein paar dezente, keinesfalls brenzlige R\u00f6staromen, ein bisschen dunkler Waldhonig. Der Antrunk ist weich und rund, auf der Zunge entfalten sich die malzigen Aromen auf dem Fundament einer sp\u00fcrbaren, aber nicht zu intensiven Malzs\u00fc\u00dfe und gleiten sachte und harmonisch r\u00fcckw\u00e4rts durch die Nase. Die Bittere ist sehr zur\u00fcckhaltend, erst nach dem Schluck wird sie ein kleines bisschen pr\u00e4senter, dr\u00e4ngt sich aber nicht auf. Ein kr\u00e4ftiges, malzbetontes und durchaus s\u00e4ttigendes Bier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben3\/VerkostungspaketHannover1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ach, Hannover \u2026 Eigentlich stamme ich ja aus der Gegend, bin gar nicht so weit \u201evon Hannover wech\u201c geboren. Bin aber seit meinem Abitur nie wieder in diese Region zur\u00fcckgekommen. Irgendwie schade. So tun sich dann auch gewaltige L\u00fccken in meiner Bier- und Brauereiexpertise auf, was die nieders\u00e4chsische Landeshauptstadt und <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40874\" title=\"Verkostungspaketaus Hannover\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":40883,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[160,2,3,189],"tags":[],"class_list":{"0":"post-40874","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-beer-nuggets","8":"category-bier-erleben","9":"category-bierverkostungen","10":"category-unboxing"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40874","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40874"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40874\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40884,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40874\/revisions\/40884"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40883"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}