{"id":40905,"date":"2022-03-30T23:22:00","date_gmt":"2022-03-30T21:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40905"},"modified":"2022-07-12T05:37:49","modified_gmt":"2022-07-12T03:37:49","slug":"verkostungspaketaus-hannover-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40905","title":{"rendered":"Verkostungspaket<br>aus Hannover"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Und gleich noch einmal!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vier Tage ist es erst her, dass ein <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40874\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verkostungspaket aus Hannover<\/a> eingetroffen ist, und schon klingelt der Paketbote wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleiche Paketform, gleicher Absender. Aber der Paketbote denkt sich mittlerweile schon nichts mehr dabei, sondern nimmt es achselzuckend hin. Beim <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brunnenbr\u00e4u<\/a> werden mehr Bierpakete angeliefert, als ein normaler Mensch sich vorstellen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"458\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1-1024x458.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40908\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1-1024x458.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1-300x134.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1-150x67.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1-768x343.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Aber es ist ja auch nicht normal, sondern besonders. Etwas ganz Besonderes. Liebe Menschen, die mich mit Bier versorgen, und die Begeisterung auf meiner Seite, diese Biere dann auch sorgf\u00e4ltig zu verkosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf geht\u2019s also: Sechs verschiedene Biere \u2013 das macht sechs ausf\u00fchrliche Verkostungsnotizen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben3\/VerkostungspaketHannover2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"687\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1-1024x687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40911\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1-300x201.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1-150x101.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1-768x515.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Keller Pils<\/strong>; <strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Kr\u00e4usen<\/strong>; <strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Hanseat 2.0<\/strong>; <strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Immer Bock \u2013 Helles Bockbier<\/strong>; <strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Swabbie IPA \u2013 Bernsteinfarbenes India Pale Ale<\/strong>; <strong>BR\u0141O \/ Underwood Brewery \u2013 \u041c\u0420\u0406\u042f IPA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Keller Pils (4,9%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie <a href=\"https:\/\/brauerei-bremen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Union-Brauerei<\/a> ist eine 1907 von Bremer Gastwirten gegr\u00fcndete Brauerei, die 1965 von der Haake-Beck AG \u00fcbernommen und 1968 geschlossen wurde. Im Dezember 2015 wurde der um ein gastronomisches Angebot erweiterte Betrieb wieder aufgenommen\u201c, l\u00e4sst Wikipedia auf der entsprechenden Seite verlauten. \u00dcber sechs Jahre ist das schon her, aber bislang ist es mir noch nicht gelungen, dort oben im hohen Norden einmal vor Ort ein Bier zu trinken. Wie gut, dass ich dieses Bier dann wenigstens zugeschickt bekommen habe!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist hellgelb und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb, wie es sich f\u00fcr ein Kellerbier geh\u00f6rt. Der Schaum ist mehr als \u00fcppig \u2013 w\u00e4re es auf dem Balkon nicht so windig, k\u00f6nnte ich einen sch\u00f6nen Schaumturm bauen. Aber auch so ist es, obwohl etwas windschief, durchaus beeindruckend. Der Duft ist ein bisschen getreidig-s\u00fc\u00dflich und weist nur im Hintergrund eine hopfig-herbe Note mit einem feinen metallischen Akzent auf. Der Antrunk ist \u00fcberraschend weich, die Kohlens\u00e4ure sehr fein eingebunden. Auf der Zunge ist das Bier trocken mit einer ordentlichen, aber f\u00fcr ein norddeutsches Pils nicht beeindruckenden Herbe; gleichzeitig machen sich retronasal erneut ein paar getreidige Aromen bemerkbar. Es scheint auch dieser etwas getreidige Eindruck zu sein, der das Bier ein bisschen s\u00fc\u00dflicher und runder erscheinen l\u00e4sst, als es eigentlich ist. Im Abgang wird die Hopfenherbe dann etwas pr\u00e4gnanter, ohne jedoch ein gro\u00dfes Aromenspiel zu entwickeln. Ein gut durchtrinkbares und nicht im negativen Sinn eindimensionales Bier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Kr\u00e4usen (5,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kr\u00e4usenbiere haben oft einen s\u00fc\u00dflichen Beigeschmack, der mir nicht behagt, insofern schaue ich im ersten Moment etwas skeptisch auf die Flasche in meiner Hand. Andererseits war das Keller Pils gestern richtig sch\u00f6n herb \u2013 vielleicht ist ja auch dieses Bier der <a href=\"https:\/\/brauerei-bremen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Union-Brauerei<\/a> in Bremen typisch norddeutsch herb?<\/p>\n\n\n\n<p>Hellgelb und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb steht das Bier im Glas, ein wenig m\u00fcde wirkt der Schaum. Zwar ist er sch\u00f6n wei\u00df und kremig, aber so richtig will er sich nicht entwickeln. Der Duft ist malzig bis getreidig mit ein paar s\u00fc\u00dflichen Noten (gelbe Stachelbeeren?). Der Antrunk ist spritzig, eine feine pfeffrige Sch\u00e4rfe begleitet ihn. Auf der Zunge ringt eine durchaus pr\u00e4gnante Bittere die leichte Malzs\u00fc\u00dfe mit links nieder; es fliegen zwar nicht die Fetzen, aber ein paar retronasale, kr\u00e4uterige Aromen durch den Mundraum und die Nase. Der Schluck entscheidet auf: Sieg f\u00fcr die Bittere. Kr\u00e4ftig macht sie sich im Rachen bemerkbar, haftet sogar noch triumphierend ein Weilchen, bevor sie dann einen etwas trockenen Hals hinterl\u00e4sst und so Lust auf einen weiteren Schluck macht. Sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Hanseat 2.0 (6,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>M\u00e4rzen \u2013 das ist jetzt nicht gerade der Bierstil, den ich bei einer Brauerei aus Bremen als erstes erwartet h\u00e4tte. Aber bitte: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/doreen.gaumann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Doreen F. Gaumann<\/a>, eine der wenigen Brauerinnen im Business (und das ist rein statistisch in unserer ach so gleichberechtigten Welt leider immer noch signifikant, auch wenn es langsam besser wird), schaut halt \u00fcber den Tellerrand hinaus. Insofern bin ich nicht nur hochzufrieden, sondern auch neugierig. Neugierig auf die Aromatik, aber auch neugierig, warum das Bier denn nun Hanseat 2.0 hei\u00dft und nicht 1.1 oder 1a oder wie auch immer. Den ersten Teil der Neugier kann ich leicht stillen, zum zweiten Teil schweigt sich das Etikett des Biers leider aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine sch\u00f6ne kupferne Farbe mit leichter Tr\u00fcbung, dar\u00fcber schwebt eine feinporige, kremige und leicht eierschalenfarbene Schaumschicht \u2013 nicht besonders \u00fcppig, aber sch\u00f6n lange haltbar. Wie die Crema auf einem frisch aufgebr\u00fchten Kaffee. Der Duft ist kr\u00e4ftig malzig \u2013 ein paar Brotkrustenaromen, ein bisschen Melanoidinaroma, das ist alles sehr stiltypisch. Der Antrunk ist relativ weich und zeugt von gut eingebundener Kohlens\u00e4ure, und auf der Zunge macht sich ein solider Malzk\u00f6rper breit, der aber nicht zuckrig s\u00fc\u00df, sondern eher beh\u00e4big vollmundig wirkt. Die Bittere ist durchaus sp\u00fcrbar \u2013 zun\u00e4chst an den Zungenr\u00e4ndern, nach dem Schluck dann auch tiefer im Rachen. Das Bier haftet ob seiner F\u00fclle an den Schleimh\u00e4uten, belegt sie ein bisschen und h\u00e4lt sich so nachhaltig in Erinnerung. Retronasal kommt zu den Melanoidin- und Brotkrustenaromen noch ein bisschen dunkler Honig hinzu, der dem Bier einen dezent erdigen Charakter verleiht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Immer Bock \u2013 Helles Bockbier (7,2%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erwartungshaltung ist gro\u00df. Norddeutsche Bockbiere sind schlanker und deutlich hopfiger als die s\u00fcddeutschen. Meistens, jedenfalls \u2013 es gibt auf beiden Seiten des Wei\u00dfwurst\u00e4quators Ausnahmen in die jeweils andere Richtung. Aber nachdem die bisherigen Biere der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/brauerei-bremen.de\/\" target=\"_blank\">Freien Brau Union Bremen<\/a> mit Ausnahme des M\u00e4rzens alle eher hopfig waren, so wird doch wohl auch dieses \u2026?<\/p>\n\n\n\n<p>Vorsichtig schenke ich ein. Die goldgelbe Farbe und dezente Tr\u00fcbung gefallen; der schneewei\u00dfe Schaum ist allerdings nicht wirklich \u00fcppig. Na gut, das ist beim Bockbier aber auch nicht zwingend gefordert (sch\u00f6n w\u00e4re es trotzdem \u2026). Der Duft gef\u00e4llt. Feine Malzaromen mit feinen Biskuitnoten paaren sich mit ins Heuartige, Grasige gehenden Hopfennoten. Jetzt gibt es in Bremen keine Allg\u00e4uer Blumenwiesen, aber trotzdem riecht es ein bisschen wie eben eine solche frisch nach der Mahd. Der Antrunk ist sehr weich \u2013 nur wenig Kohlens\u00e4ure, die noch dazu sehr sch\u00f6n eingebunden, und so entsteht ein angenehm kremiger Eindruck. Auf der Zunge setzt sich dies nahtlos fort: Angenehm kremig, malzbetont, aber nicht klebrig s\u00fc\u00df oder zuckrig, sondern einfach nur rund und vollmundig. Und wieder mit feinen Biskuitaromen, diesmal aber retronasal auch mit feinem Bl\u00fctenhonig kombiniert. Am Zungenrand und nach dem Schluck kommt jetzt aber der Hopfen. Die Bittere wird nur im ersten Moment vom Malz \u00fcbert\u00fcncht, dann aber bahnt sie sich ihren Weg. Sie wird nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig, aber doch so, dass dieser Bock nicht s\u00e4ttigt, sondern eine sehr hohe Durchtrinkbarkeit entwickelt. Ich sp\u00fcre die F\u00fclle und eine leichte alkoholische W\u00e4rme, und gleichzeitig macht mir der Hopfen die Schleimh\u00e4ute angenehm trocken und l\u00e4sst mich nach dem n\u00e4chsten Schluck gieren. Gef\u00e4hrlich sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Freie Brau Union Bremen \u2013 Swabbie IPA \u2013 Bernsteinfarbenes India Pale Ale (6,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So, einen habe ich noch. F\u00fcnf verschiedene Biere der Bremer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/brauerei-bremen.de\/\" target=\"_blank\">Union-Brauerei<\/a> hat mir mein lieber Freund in das Paket gepackt, und schon seit der ersten in den Social Media ver\u00f6ffentlichten Verkostung, n\u00e4mlich dem Kellerpils, liegt er mir in den Ohren: \u201eIch bin gespannt, wie Dir das Swabbie schmeckt.\u201c Nun, mein Lieber, jetzt, hier und heute darfst Du\u2019s erfahren \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Aber zun\u00e4chst muss ich mich \u00fcber die Bezeichnung ein bisschen \u00e4rgern: \u201eBernsteinfarbenes India Pale Ale\u201c? Wie ich diese Farbangabe hasse. Wer schon einmal die endlosen Ostseestr\u00e4nde im Baltikum entlangspaziert ist, der wird mir beipflichten: \u201eBernsteinfarben\u201c? Was soll das sein? Die versteinerten Harzklumpen lassen sich hier in allen m\u00f6glichen Schattierungen sammeln \u2013 von Blassgelb \u00fcber Gold, Orange und Kupfer bis hin zu Dunkelbraun, fast schon Mahagoni. Bitte sch\u00f6n, welcher dieser Bernsteine ist denn dann bernsteinfarben? Im Souvenirgesch\u00e4ft kann ich wundersch\u00f6ne Mosaike kaufen, die die Farbenvielfalt des Bernsteins nutzen, teils komplexe Szenen mit einer beeindruckenden Farbvielfalt darstellen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Intensiv orange (Sic! Das ist also Bernstein im Bremer Verst\u00e4ndnis!) leuchtet das leicht und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcbe Bier in der Sonne; dar\u00fcber steht ein \u00fcppiger, leicht eierschalenfarbiger Schaum \u2013 kremig, fest und lange haltbar. Der Duft gef\u00e4llt auf Anhieb: Kr\u00e4uterige, w\u00fcrzige Noten, die mich ein bisschen an Wiesenkr\u00e4uter erinnern, ein bisschen aber auch an Kiefernnadeln und an Baumharz. Der Antrunk ist zwar leicht pfeffrig scharf, pr\u00e4sentiert die Kohlens\u00e4ure aber dezent und gut eingebunden. Auf der Zunge l\u00e4uft das Bier zu Hochform auf: Eine feste, robuste, aber dennoch samtig bleibende Bittere und ein sch\u00f6n runder, voller, aber nicht zu s\u00fc\u00dfer Malzk\u00f6rper erg\u00e4nzen sich hervorragend. In harmonischer Balance bilden Malz und Hopfen ein solides Fundament, eine B\u00fchne, auf der sich die harzigen und kr\u00e4uterigen Aromen noch ein Weilchen pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. Nachdenklich schaue ich w\u00e4hrend des Hinterherriechens und -schmeckens auf das Etikett. Die dort versprochenen Zitrus- und Mangoaromen suche ich vergeblich, kann h\u00f6chstens einen Hauch von Pampelmusenschale identifizieren. Aber Mango? H\u00f6chstens, wenn ich beim Einkaufen mal Pech hatte und eine v\u00f6llig unreife Frucht erwischt habe, die kaum aufzuschneiden war und bei der ich eher die gr\u00fcne, gerbstoffhaltige Schale gerochen habe als das Fruchtfleisch. Aber ehrlich: Ich vermisse sie auch nicht. Ich finde das Bier so mit dem harzigen und kr\u00e4uterigen Profil viel sch\u00f6ner als die vielen, in ihrer tropischen Fr\u00fcchtevielfalt, die irgendwann zur erm\u00fcdenden Einfalt wird, hochgelobten Obstk\u00f6rbchen-IPAs. Viel durchtrinkbarer, viel besser geeignet als Begleiter zu einem w\u00fcrzig-scharfen Essen \u2013 am besten zu kross angebratenem Schweinefleisch s\u00fc\u00dfsauer, das dann seine eigenen Fruchtnoten mitbringt und sie mit der Harzigkeit des Biers perfekt kombiniert. Langsam schlucke ich und freue mich noch f\u00fcr einen Moment an der samtigen und doch kr\u00e4ftigen Bittere. Sie bleibt noch geraume Zeit sp\u00fcrbar, ohne jedoch kratzig \u201enachzuh\u00e4ngen\u201c, und sie erinnert mich daran, doch bitte bald den n\u00e4chsten Schluck zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>BR\u0141O \/ Underwood Brewery \u2013 \u041c\u0420\u0406\u042f<\/strong><strong> IPA (6,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die deutschen Brauer zeigen sich mit der Ukraine solidarisch. Es gibt zahlreiche Hilfsprojekte und auch das eine oder andere Bier, das in Solidarit\u00e4t mit der Ukraine eingebraut worden ist. Die Berliner <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=6649\">BR\u0141O-Brauerei<\/a> hat zum Beispiel eine Kollaboration mit der <a href=\"https:\/\/underwood.beer\/\">Underwood Brewery<\/a> aus Kyiv auf den Markt gebracht \u2013 das India Pale Ale <a href=\"https:\/\/underwood-x-brlo.super.site\/about-mriya-ipa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u041c\u0420\u0406\u042f<\/a>. Einer der Gr\u00fcnder der <a href=\"https:\/\/underwood.beer\/\">Underwood Brewery<\/a>, Ievgen, war Ende Februar, als Putin seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine startete, zuf\u00e4llig in Berlin, und in wenigen Tagen waren sowohl die Idee als auch Rezept und Bier unter Dach und Fach. \u041c\u0420\u0406\u042f, Traum, so hie\u00df das gr\u00f6\u00dfte zivile Frachtflugzeug der Welt, die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Antonow_An-225\" target=\"_blank\">Antonov An-225<\/a>, die gleich zu Beginn des Kriegs in ihrem Hangar von den Russen zerst\u00f6rt worden ist, und <a href=\"https:\/\/underwood-x-brlo.super.site\/about-mriya-ipa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u041c\u0420\u0406\u042f<\/a> hei\u00dft nun auch dieses Bier. Die Erl\u00f6se aus dem Verkauf dieses Biers gehen unmittelbar in die humanit\u00e4re Unterst\u00fctzung der Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist ein sch\u00f6nes Sattgelb, und nur ein feines Opalisieren sehe ich, keine richtige Tr\u00fcbung. Der schneewei\u00dfe Schaum steht sch\u00f6n \u00fcber dem Bier, h\u00e4lt sich sehr lang und hinterl\u00e4sst sch\u00f6ne Trinkr\u00e4nder im Glas. Der Duft ist klassisch f\u00fcr ein India Pale Ale. Im Vordergrund rieche ich Pampelmusenschalen, dahinter entfalten sich eher kr\u00e4uterige und harzige Aromen. Keins von den nur noch entfernt bier\u00e4hnlichen Tropenfruchtp\u00fcrees. Der Antrunk ist angenehm, nicht zu hoch gespundet, und auf der Zunge macht sich sofort eine deutliche, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfige und vor allem weiche Bittere breit. Der Malzk\u00f6rper ist sp\u00fcrbar, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark ausgepr\u00e4gt \u2013 gerade die richtige Menge an Malzigkeit und S\u00fc\u00dfe, um der Hopfenbittere eventuelle Spitzen zu nehmen. Im Resultat ist das Bier angenehm ausbalanciert. Die Pampelmusenschalen- und Kr\u00e4uteraromen sind auch retronasal zu sp\u00fcren, dominieren das Bier aber nicht. Es ist also durchaus etwas f\u00fcr klassische Biertrinker, denen manche Kreativkreationen zu wild, zu weit weg von \u201erichtigem Bier\u201c sind. Auch der Schluck bleibt so sch\u00f6n ausgeglichen und balanciert; die Bittere haftet noch einen Moment und klingt dann gleichm\u00e4\u00dfig und unspektakul\u00e4r ab. Kein Bier auf der Suche nach dem gro\u00dfen Wow-Effekt, sondern ein sch\u00f6n durchtrinkbarer IPA-Klassiker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben3\/VerkostungspaketHannover2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Und gleich noch einmal! Vier Tage ist es erst her, dass ein Verkostungspaket aus Hannover eingetroffen ist, und schon klingelt der Paketbote wieder. Gleiche Paketform, gleicher Absender. Aber der Paketbote denkt sich mittlerweile schon nichts mehr dabei, sondern nimmt es achselzuckend hin. Beim Brunnenbr\u00e4u werden mehr Bierpakete angeliefert, als ein <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40905\" title=\"Verkostungspaketaus Hannover\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":40911,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[160,2,3,189],"tags":[],"class_list":{"0":"post-40905","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-beer-nuggets","8":"category-bier-erleben","9":"category-bierverkostungen","10":"category-unboxing"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40905"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40954,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40905\/revisions\/40954"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/40911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}