{"id":41847,"date":"2022-06-07T22:06:00","date_gmt":"2022-06-07T20:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=41847"},"modified":"2022-12-18T10:45:36","modified_gmt":"2022-12-18T09:45:36","slug":"la-calaverast-joan-abadessesesp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=41847","title":{"rendered":"La Calavera<br>St. Joan Abadesses<br>ESP"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein paar Tage ist es erst her, dass ich auf dem <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40923\" target=\"_blank\">Mon Petit Festival 2022<\/a> in Stuttgart war und dort den Stand der kleinen Brauerei <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\">La Calavera<\/a> entdeckt hatte. Dem Konzept des Festivals folgend, gab es keine Riesenauswahl zu verkosten, sondern je Brauerei nur ganz wenige handverlesene Spezialit\u00e4ten. Aber Brauereien gab es sehr viele. Ein gewisser Druck also, st\u00e4ndig von einer Brauerei zur n\u00e4chsten zu wechseln.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem habe ich mich am Stand von <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a> ein Weilchen lang aufgehalten und mit Marc Baulida, einem der beiden Gr\u00fcnder der Brauerei, gesprochen. Als er mir am Ende des Gespr\u00e4chs sagte, dass die Brauerei im Nordwesten Spaniens nicht weit von Girona l\u00e4ge und er sich freuen w\u00fcrde, wenn ich die Brauerei mal besuchen w\u00fcrde, dachte ich nicht, dass ich nur zweieinhalb Wochen sp\u00e4ter dort in der Halle stehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zufall hat es so gewollt. Ziemlich spontan sind meine holde Ehefrau und ich in den diesj\u00e4hrigen Urlaub aufgebrochen. Ohne ganz festes Ziel, irgendwo entlang der Pyren\u00e4en sollte es gehen, und als wir das erste Mal durch Girona bummelten, stand der Entschluss fest: Morgen fahren wir mal bei <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a> vorbei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"758\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1-1024x758.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41850\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1-1024x758.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1-300x222.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1-150x111.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1-768x569.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1-80x60.jpg 80w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>das Mural weist uns den Weg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Halle im Gewerbegebiet ist nicht unbedingt sch\u00f6n anzusehen, aber das bunte Mural zeigt uns schon von weitem, dass wir hier richtig sind. Ich dr\u00fccke die T\u00fcr auf und stehe mitten in der Produktionshalle, mitten im Durcheinander der t\u00e4glichen Arbeit. Marc ist nicht da, aber der Verweis auf das Gespr\u00e4ch mit ihm \u00f6ffnet die Herzen der beiden anwesenden Kollegen.<\/p>\n\n\n\n<p>2011 habe alles mit einer kleinen Hobbybrauerei auf einem Bauernhof begonnen, erfahre ich, aber mittlerweile h\u00e4tten die beiden Gr\u00fcnder, Mikel Mendizabal und Marc Baulida, die Produktion hier in die Halle verlegt, es w\u00fcrden mittlerweile schon \u2018zig Hektoliter pro Jahr produziert, und das Besondere an den Bieren sei, dass es immer wieder neue, innovative Biere seien, die hier entst\u00fcnden. Klar sei das eine oder andere Trinkbier dabei, aber in erster Linie seien es exklusive Spezialit\u00e4ten, fassgereift, in vorbelegten F\u00e4ssern ausgebaut, leicht und dezent bis kr\u00e4ftig und intensiv sauer, sorgf\u00e4ltig geblendet und immer wieder auch in Kollaborationen mit anderen befreundeten Brauern hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"600\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-2-1024x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41851\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-2-1024x600.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-2-300x176.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-2-150x88.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-2-768x450.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Sudhaus und G\u00e4rkeller in einem<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ob ich denn auch ein paar Flaschen mitnehmen wollen w\u00fcrde, oder ob ich nur zum Kucken gekommen sei, lautet nach einer Weile die stichelnde Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNee, nat\u00fcrlich will ich von jeder Sorte eine Flasche mitnehmen, und von den exotischen und lagerf\u00e4higen gleich mehrere, so dass ich auch ein paar Freunde mitversorgen kann\u201c, antworte ich und ernte ein breites Grinsen. \u201ePass auf, w\u00e4hrend er Dir ein paar Kartons zusammenpackt, zeige ich Dir noch unsere neueste Errungenschaft\u201c, schl\u00e4gt einer der beiden \u2013 die Namen habe ich mir leider nicht gemerkt \u2013 vor und zieht mich mit sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich trotte ihm hinterher, und wir laufen ein paar Schritte durch das kleine Gewerbegebiet bis zu einer benachbarten Halle. \u201eHier reifen unsere Biere in den vorbelegten F\u00e4ssern\u201c, sagt er und schiebt das Hallentor auf. Ich staune: Einige Dutzend F\u00e4sser stehen hier, sorgf\u00e4ltig mit Kreide beschriftet. \u201eDas ist eine Rieseninvestition und gro\u00dfe Kapitalbindung\u201c, erz\u00e4hlt mir der junge Mann und berichtet davon, dass es eine Herausforderung gewesen sei, gerade auch unter den Pandemiebedingungen die Fassreifung so zu erweitern. Aber jetzt h\u00e4tten sie so viele F\u00e4sser, dass in den kommenden Jahren immer wieder neue und spannende Biere entwickelt und geblendet werden k\u00f6nnten, hei\u00dft es weiter. \u201eDu musst also unbedingt n\u00e4chstes oder \u00fcbern\u00e4chstes Jahr wiederkommen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"539\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-3-1024x539.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41852\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-3-1024x539.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-3-300x158.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-3-150x79.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-3-768x405.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-3.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>eine gro\u00dfe Halle nur f\u00fcr die Fassreifung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir bummeln wieder zur\u00fcck ins Sudhaus. Dort stehen mittlerweile drei gro\u00dfe Kartons. Neunzehn verschiedene Sorten Bier, und von den fassgereiften und lagerf\u00e4higen gleich ein paar Flaschen mehr. Eine der neunzehn Sorten nimmt der etwas \u00e4ltere Brauer noch einmal aus dem Karton: \u201eDas hier ist Fruits of the Doom, das ist gerade erst testhalber abgef\u00fcllt worden. Wir haben noch kein Etikett und warten noch auf die Laborergebnisse bez\u00fcglich Alkoholgehalt und so. Aber die \u00e4hnlichen Batches hatten immer so um die 6,3%. Nimm\u2019s mit und wundere Dich nicht \u00fcber den kleinen Aufkleber statt eines Etiketts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sorgsam verstaue ich die Kartons im Kofferraum. Der Urlaub f\u00e4ngt erst an, aber der f\u00fcr Bier vorgesehene Stauraum ist bereits zu 90% gef\u00fcllt. Das kann ja heiter werden \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGr\u00fc\u00dft mir Marc ganz herzlich von mir!\u201c, bitte ich die beiden noch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKlar, abgemacht. Und Du kommst n\u00e4chstes oder \u00fcbern\u00e4chstes Jahr wieder\u201c, hei\u00dft es zum Abschied. Ausreden gebe es keine. Fr\u00f6hlich winkend schauen uns die beiden nach, wie wir aus dem Gewerbegebiet wieder auf die Durchgangsstra\u00dfe fahren. Hinten im Kofferraum h\u00f6re ich leises Klimpern der Flaschen, und vor mir sehe ich die kahlen Gipfel der Pyren\u00e4en. Es werden noch weit \u00fcber 2000 km sein, die die Flaschen hinten verbringen m\u00fcssen, bis sie daheim in den K\u00fchlschrank wandern und dann verkostet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein netter Besuch!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die vorwiegend auf Sauerbiere und fassgereifte Biere spezialisierte Brauerei <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a> ist 2011 gegr\u00fcndet worden und hat hier im Gewerbegebiet von St. Joan de les Abadesses einen reinen Produktionsbetrieb mit Rampenverkauf; kein Taproom, keine Bar, kein Restaurant. Zu erreichen ist sie eigentlich nur mit dem Auto, von Girona oder Figueres aus ist es eine etwas mehr als einst\u00fcndige Fahrt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben5\/LaCalavera\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bilder<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">La Calavera<br>Poligon Ind. Cal Gat, 25<br>17 860 St. Joan de les Abadesses<br>Spanien<\/p>\n\n\n\n<p>Und weil die Biere gar so spannend und abwechslungsreich waren, gibt es hier auch ausf\u00fchrliche Verkostungsnotizen zu allen neunzehn Sorten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41853\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4-150x100.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4-391x260.jpg 391w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-4.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Fruits of the Doom [Testabf\u00fcllung]<\/strong>; <strong>Bretternity \u2013 Sour Grape Saison Aged in Wine Barrels<\/strong>; <strong>Alice the Dog \u2013 India Pale Ale<\/strong>; <strong>Profound \u2013 Imperial Stout Aged in Islay Peated Whisky Barrels<\/strong>; <strong>Walking Coelliacs \u2013 Pale Ale Gluten Free<\/strong>; <strong>Sometimes I Philly \u2013 Fruited Sour with Blueberry, Fermented with Lachancea SPP<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Fruits of the Doom [Testabf\u00fcllung]<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine ganz besondere Flasche: In der Brauerei <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a> in Nordspanien ist dieses Bier schon mal probehalber abgef\u00fcllt worden. Ein richtiges Etikett gibt es noch nicht. Ein Alkoholgehalt steht auch noch nicht auf dem kleinen Aufkleber. Vielleicht wartet man noch auf die Laborergebnisse. Aber ein Mindesthaltbarkeitsdatum, das gibt es schon: Bis Mai 2027. F\u00fcnf Jahre also noch. Es gab fr\u00fcher schon ein paar Batches dieses Biers, und da hatte es 6,3% Alkohol.<\/p>\n\n\n\n<p>Das mit Weizen gebraute, im Weinfass ausgebaute und mit Himbeeren versetzte Bier leuchtet hibiskusrot und fast klar, nur leicht opalisierend, in der Sonne. Schaum bildet sich fast \u00fcberhaupt nicht, und Sekunden nach dem Einschenken steht das Bier da wie ein Glas Fr\u00fcchtetee. Muss man ja m\u00f6gen, diesen optischen Eindruck. Der Duft ist s\u00e4uerlich-herb mit pferdedeckenartigen Aromen, die schon beim Schnuppern den Speichel im Mund zusammenlaufen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist sauer, aber trotzdem noch weich \u2013 eine in eine sch\u00f6n weiche und runde Matrix eingebettete S\u00e4ure. Noch nicht so viskos wie bei einem Balsamico, aber genauso weich. Auf der Zunge macht die S\u00e4ure sich breit. Speichel schie\u00dft aus den Dr\u00fcsen in den Wangen. Gleichzeitig steigt eine ledrige, herbe Aromatik auf, die retronasal deutlich zu sp\u00fcren ist und den Speicheleffekt weiter verst\u00e4rkt. Ich komme mir vor wie Pawlows Hund beim Klingelton. Aber es ist mehr als nur die S\u00e4ure. Holzige, leicht adstringierende Aromen kommen hinzu und ein paar sehr angenehme Fr\u00fcchte \u2013 Sauerkirsche, Himbeere und vielleicht noch ein Hauch rote Johannisbeere im Hintergrund. Von Schluck zu Schluck scheint die S\u00e4ure weniger pr\u00e4gnant \u2013 ich gew\u00f6hne mich daran. Adaption hei\u00dft dieser Prozess. Und je st\u00e4rker die S\u00e4ure (subjektiv!) abklingt, um so komplexer wird die Wahrnehmung der Aromen. Holz, Leder, Vanille, Bittermandel, Marzipan \u2013 was zun\u00e4chst disharmonisch erscheint, entwickelt sich zu einer sch\u00f6nen Aroma-Euphonie. Nach dem Schluck kommen noch eine feine Viskosit\u00e4t auf den Schleimh\u00e4uten und ein leichtes S\u00e4ure- und W\u00e4rmeempfinden in der Speiser\u00f6hre hinzu. Alles sehr komplex.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Bretternity \u2013 Sour Grape Saison Aged in Wine Barrels (7,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Bretternity handelt es sich um ein eher kompliziertes Bier. Ein Saison, versetzt mit Trauben, leicht sauer und mit Brettanomyces-Hefen und schlie\u00dflich auch noch in Rot- und Wei\u00dfweinf\u00e4ssern gelagert und ganz am Schluss verschnitten. So viel Arbeit kann in einer einzigen Flasche Bier stecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Einschenken f\u00e4llt sofort auf: Das Bier entwickelt keinen Schaum. Nicht wenig Schaum, sondern gar keinen Schaum. Es sieht im Glas aus wie Apfelsaft. Golden in der Farbe, sch\u00f6n blank und klar, und Null Schaum. Der Geruch ist zun\u00e4chst deutlich weinig. Frisch-fruchtige Noten eines leichten Wei\u00dfweins paaren sich mit ein paar dezenten, eher holzig wirkenden Akzenten eines Rotweins. Ganz entfernt dahinter ein paar ledrige, erdige Noten, die aber nur ganz verhuscht einmal durch das Bild flitzen. Der Antrunk ist dann erstmal kr\u00e4ftig s\u00e4uerlich, bietet aber auch noch ein bisschen eine traubenartige S\u00fc\u00dfe. Auf der Zunge machen sich S\u00fc\u00dfe und S\u00e4ure gleicherma\u00dfen breit (und untereinander Konkurrenz). Mal \u00fcberwiegen Aromen und sensorische Erlebnisse, die an Traubensaft oder jungen Wein erinnern, dann wieder wird die S\u00e4ure deutlicher, ein paar Fassaromen kommen zum Vorschein. Wenn ich das Bier eine Weile im Mund behalte, wogt dieser Wettbewerb eine ganze Weile hin und her. Irgendwann verliere ich die Geduld und schlucke, und schlagartig gewinnt die S\u00e4ure die Oberhand. Sie zieht die Schleimh\u00e4ute hinten am Gaumen und im Rachen zusammen, gleichzeitig werden ein paar ledrige Aromen (Brettanomyces?) freigesetzt, und an den Innenseiten der Wangen beginnen die Speicheldr\u00fcsen, flei\u00dfig einzuschie\u00dfen. Ein hochinteressantes Aromenspiel auf der Zeitachse. Am Ende bleiben nur noch ein feines, nicht unangenehmes W\u00e4rmegef\u00fchl und ein leicht saurer Eindruck im Bereich des Kehlkopfes, der auch die Stimme vor\u00fcbergehend etwas rau macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Alice the Dog \u2013 India Pale Ale (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Brauer von <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a> sind zwar f\u00fcr ihre fassgereiften und kontrolliert ges\u00e4uerten Biere bekannt und beliebt, aber sie k\u00f6nnen auch normal. So normal, wie ein India Pale Ale halt ist \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist ganz dunkelgelb, fast schon kupferfarben, und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb. Der ganz leicht beigefarbene Schaum entwickelt sich angemessen und erweist sich als recht stabil. Der Duft ist f\u00fcr ein India Pale Ale klassisch: Kr\u00e4uterige Aromen und dezente Fruchtaromen, im Wesentlichen auf eher bittere Schalen von Zitrusfr\u00fcchten fokussiert, machen seinen Charakter aus. Kein tropisches Obstk\u00f6rbchen, sondern eher klassische Braukunst. Der Antrunk ist recht weich, die Karbonisierung niedrig. Das Bier gibt sich handzahm. Auf der Zunge explodiert dann aber die Bittere. Zwar bringt das Bier auch einen sch\u00f6nen Malzk\u00f6rper mit einer ordentlichen Portion Rests\u00fc\u00dfe mit, aber um das zu bemerken, muss ich bewusst hinschmecken. Im Vordergrund und damit das Bier pr\u00e4gend ist nur Hopfenbittere zu sp\u00fcren. Diese allerdings ist nicht unangenehm. Sie ist weder kratzig noch rau \u2013 einfach nur ungeheuer intensiv. Der Boxhandschuh ist also gepolstert und mit Samt \u00fcberzogen \u2026 Retronasal zeigen sich dieselben Aromen wie orthonasal \u2013 dezente Kr\u00e4uter, ein paar Zitrusschalen.&nbsp; Vielleicht noch ein Hauch Heu? \u00c4hnlich deftig gebiert sich das Bier auch nach dem Schluck. Die herzhafte Bittere belegt den ganzen Rachenraum und h\u00e4lt sich dort tapfer. Reichliche Speichelstr\u00f6me verm\u00f6gen sie nicht wegzusp\u00fclen \u2013 aber auch hier: Sie bleibt weich und wird weder rau noch kratzb\u00fcrstig. Ein Bier also, das sich seiner Wucht bewusst ist und von dem man lange was hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Profound \u2013 Imperial Stout Aged in Islay Peated Whisky Barrels (13,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir wieder zur\u00fcck zum Thema Fassreifung. Darauf sind die Jungs bei <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a> schlie\u00dflich besonders stolz, wie sie mir erz\u00e4hlt und gezeigt haben. Ich musste unbedingt mit in die benachbarte Halle, obwohl es dort au\u00dfer gro\u00dfer Unordnung nicht als Holzf\u00e4sser zu sehen gab \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Profound flie\u00dft viskos, fast schon \u00f6lig-z\u00e4h ins Glas, ist tiefschwarz und absolut blickdicht. Lediglich der Bodensatz in der Flasche zeigt an, dass das Bier unfiltriert und daher tr\u00fcb ist \u2013 optisch h\u00e4tte ich das nicht feststellen k\u00f6nnen. Schaum entwickelt sich eigentlich keiner. Die wenigen, hellbraunen Bl\u00e4schen wird ja wohl niemand \u201eSchaum\u201c nennen wollen. Der Duft ist intensiv und bet\u00f6rend. Sehr dominante Vanille-Aromen, etwas Whisky und etwas Torf rieche ich, und verstohlen schaue ich auf das Etikett. Ob hier Vanille extra hinzugegeben worden ist? Aber die Zutatenliste beschr\u00e4nkt sich auf Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe. Kein Pastry-Stout. Kommt also alles aus den F\u00e4ssern!<\/p>\n\n\n\n<p>Weich und kremig flie\u00dft das Bier \u00fcber die Lippen, und auf der Zunge macht sich eine dicke, klebrige Malzs\u00fc\u00dfe breit. Eigentlich h\u00e4tte ich jetzt zus\u00e4tzlich noch eine kr\u00e4ftige R\u00f6stbittere erwartet, aber \u2026 Fehlanzeige. Stattdessen steigen kr\u00e4ftige Malz-, Vanille-, Whisky- und Torfaromen auf und wandern r\u00fcckw\u00e4rts durch die Nase, wo sie ein kr\u00e4ftiges Feuerwerk abbrennen. Und erneut stelle ich fest: Es wirkt wie ein Pastry-Stout, auch wenn es ohne solche Zus\u00e4tze gebraut ist. Der Schluck bleibt zuckrig s\u00fc\u00df und klebrig, fast schon bappig. Lange halten die Aromen an, werden jetzt sogar noch ein wenig durch eine saubere alkoholische Note erg\u00e4nzt. Keine h\u00f6heren Alkohole, keine Ester, sondern einfach nur der hohe Alkoholgehalt von dreizehn Prozent ist es, der jetzt sp\u00fcrbar wird \u2013 und zwar nicht nur durch eine sch\u00f6ne W\u00e4rme in der Speiser\u00f6hre, sondern auch olfaktorisch. Man riecht den Alkohol jetzt schon sp\u00fcrbar. Spritig wirkt das Bier dadurch noch nicht, aber viel st\u00e4rker d\u00fcrfte es nicht sein \u2013 dann w\u00fcrde es inhomogen.<\/p>\n\n\n\n<p>So, wie es ist, ist es aber eine sehr angenehme Trinkerfahrung. Eine, die allerdings rasch s\u00e4ttigt, und insofern ist eine kleine 0,375er Flasche f\u00fcr zwei Personen auch v\u00f6llig ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Walking Coelliacs \u2013 Pale Ale Gluten Free (5,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein glutenfreies Pale Ale \u2013 da bin ich mal gespannt. Meistens sind diese Biere mit Hirse und anderen exotischen Cerealien gebraut und schmecken unausgewogen. Auf dem Etikett ist nur von \u201eMalz\u201c die Rede, ohne das Getreide n\u00e4her zu spezifizieren, und zur Glutenfreiheit hei\u00dft es dort \u201eGluten inferior a 20ppm.\u201c Ohne Hinweis darauf, mit welcher Methode dieser Grenzwert eingehalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist strohgoldfarben und nur ganz leicht getr\u00fcbt. Der Schaum ist schneewei\u00df und die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit der relativ gro\u00dfen Bl\u00e4schen erinnert ein bisschen an Sp\u00fclmittelschaum. Der Duft ist s\u00fc\u00dflich, ein bisschen parf\u00fcmiert (aber nicht unangenehm) wirkend \u2013 er erinnert entfernt an Rosen\u00f6l. Ob das Geraniol ist? Der Antrunk ist nur leicht spritzig, weist aber trotzdem eine feine pfeffrige Sch\u00e4rfe auf. Auf der Zunge sp\u00fcre ich S\u00fc\u00dfe und Bittere gleichzeitig \u2013 die Rests\u00fc\u00dfe ist jetzt nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig hoch, aber doch sp\u00fcrbar, und die Bittere h\u00e4lt sich f\u00fcr ein Pale Ale durchaus noch im Rahmen. Mehr w\u00e4re machbar, weniger ginge zur Not auch noch. Retronasal ist das parf\u00fcmartige Rosenaroma wieder da, wird jetzt aber von herben Zitrusschalenaromen erg\u00e4nzt, die den etwas kernigeren Hintergrund zu den Rosenbl\u00fcten liefern. Mir gef\u00e4llt es durchaus, ich kann mir aber vorstellen, dass mancher Biertrinker das als zu parf\u00fcmiert ablehnen wird. Nach dem Schluck wird die Bittere pr\u00e4senter, die S\u00fc\u00dfe und das Parf\u00fcmierte klingen hingegen ab und machen Platz f\u00fcr etwas Heu. Es bleibt ein leicht trockener Rachen und das Gef\u00fchl, dass ich definitiv schon schlechtere glutenfreie Biere getrunken habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Sometimes I Philly \u2013 Fruited Sour with Blueberry, Fermented with Lachancea SPP (5,2%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fermented with Lachancea SPP? Das ist mal was Anderes. Diese thermotolerante Hefe, die w\u00e4hrend des kurzen, sehr aktiven G\u00e4rprozesses (deutlich \u00fcber 20\u00b0C) auch etwas Milchs\u00e4ure produziert und nicht zu den Saccharomyces-St\u00e4mmen geh\u00f6rt, erspart es den Brauern und Brauerinnen, mit Sauermalz oder Milchs\u00e4urebakterien zu hantieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine dunkelrosa Farbe wie Pink Grapefruit, ist leicht tr\u00fcb und entwickelt einen zart ros\u00e9farbenen Schaum, der allerdings nicht sehr lange h\u00e4lt. Der Duft ist leicht fruchtig und erinnert ein bisschen an dunkle Beeren (Blaubeeren, dunkle Stachelbeeren), hat aber auch eine dezente, nicht unangenehme erdige Note im Hintergrund \u2013 fast wie eine Handvoll frisch ausgebuddelter Walderde. Der Antrunk ist dezent s\u00e4uerlich und spritzig, ein Eindruck, der sich auf der Zunge verstetigt und sachte verst\u00e4rkt. Die retronasalen Aromen greifen das Spektrum des Dufts wieder auf \u2013 dunkle Beeren und etwas Walderde. Bitterkeit ist so gut wie gar nicht zu sp\u00fcren. Der Schluck verbreitet die S\u00e4ure auch im Rachen und zieht die retronasale Aromatik in die L\u00e4nge. Angenehm. Aber auch hier: Bittere? Eigentlich nicht. Ein interessantes Bier!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41855\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5-150x100.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5-391x260.jpg 391w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-5.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Madarikatua \u2013 Lichtenhainer with Pear and Raspberry (mit der Bidassoa Basque Brewery); Samsara \u2013 Imperial Black Pastry Sour \u2013 with Vanilla and Lactose Aged in Rum Barrels; Resistir \u00e9s Vencer \u2013 Apricot Sour; Kerosene \u2013 Belgian Saison; Lost in Galaxy \u2013 Mixed Fermentation Sour Ale Aged in Rum Barrels with Red Fruits (mit der Orbital Space Beers); Regress No Way \u2013 Sour Aged in Red Wine Barrels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \/ Bidassoa Basque Brewery \u2013 Madarikatua \u2013 Lichtenhainer with Pear and Raspberry (5,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Bier ist zusammen mit der <a href=\"https:\/\/bidassoa.es\/\">Bidassoa Basque Brewery<\/a> kreiert worden \u2013 und zun\u00e4chst l\u00e4sst mich der Ansatz die Stirn runzeln: Ein <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=40084\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lichtenhainer<\/a>, also ein Rauchweizen, mit Birne und Himbeere? Ob das eine harmonische Kombination ergibt? Der Name Madarikatua l\u00e4sst Schlimmes bef\u00fcrchten, bedeutet dieses Wort doch auf Deutsch \u201everdammt\u201c oder \u201everflucht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas zeigt sich das Bier dunkelgelb mit einem orangenen Ton, einer sch\u00f6nen, gleichm\u00e4\u00dfigen Tr\u00fcbe und mit relativ wenig und nicht sehr lange haltbarem Schaum. Der Duft weist eine feine S\u00e4ure als Grundton auf, dar\u00fcber schweben ein paar Himbeerakzente und ein feines, dezentes Raucharoma. Der spritzige und sp\u00fcrbar s\u00e4uerliche Antrunk leitet \u00fcber zu einer recht kr\u00e4ftigen S\u00e4ure auf der Zunge, die \u2013 f\u00fcr mich pers\u00f6nlich sehr \u00fcberraschend, weil ich die Kombination Rauch und S\u00e4ure sonst hasse \u2013 sehr angenehm vom dezenten Rauchcharakter aufgefangen und ausbalanciert wird. Zwischen den feinen Raucharomen kommen erneut Himbeerakzente zum Vorschein und wandern retronasal durch die Nase. Ich lasse das Bier auf der Zunge kreisen, und nach einem Moment \u2026 ja, da kommt ganz, ganz fein auch noch etwas Birne hinzu. Oder bilde ich mir das nur ein? Ist es nur Placebo-Birne, weil ich halt wei\u00df, dass Birne mit drin ist? Nach dem Schluck klingt die S\u00e4ure recht rasch ab, \u00fcbrig bleiben etwas Rauch, ein paar ganz leichte Fruchtaromen und ein ganz leicht pelziges Gef\u00fchl auf den Schleimh\u00e4uten, letzteres aber nicht unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Hatte ich beim Stichwort Lichtenhainer an Rauch und S\u00e4ure gedacht und den schon h\u00e4ufig erlebten \u201eKabelbrand in der Essigfabrik\u201c bef\u00fcrchtet, so \u00fcberrascht mich dieses Bier jetzt sehr positiv!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Samsara \u2013 Imperial Black Pastry Sour \u2013 with Vanilla and Lactose Aged in Rum Barrels (10,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mal wieder ein klassisches \u201e\u00d6lwechsel-Bier\u201c. Dickfl\u00fcssig, schwarz, z\u00e4h, viskos flie\u00dft es ins Glas. Absolut schaumlos. Blickdicht. Der Duft ist leicht s\u00e4uerlich mit Noten von kr\u00e4ftigem Rotwein, Vanille und etwas Rum. Der Antrunk ist dickfl\u00fcssig und recht kr\u00e4ftig s\u00e4uerlich, die S\u00e4ure ist aber in eine kremige Matrix eingebettet und dadurch ganz, ganz weich. Ein Jahrzehnte alter Balsamico ist nix dagegen. Auf der Zunge setzt sich der Eindruck ganz harmonisch fort \u2013 eine kr\u00e4ftige, aber samtig weiche S\u00e4ure, kr\u00e4ftige Rotwein- und Rumaromen, dar\u00fcber t\u00e4nzeln feine Vanille-Akzente ein Ringelreihen. Erst nach dem Schluck kommen ein paar Dunkelmalzaromen hinzu, ein ganz, ganz leichter Hauch von R\u00f6staromen macht sich entfernt bemerkbar, und nur in diesem Moment k\u00f6nnte ein unbedarfter Genie\u00dfer zum ersten Mal den Verdacht bekommen, dass es sich bei diesem Getr\u00e4nk tats\u00e4chlich um ein Bier handelt. Alles andere vorher deutet eher auf einen ungew\u00f6hnlichen, im Rumfass ausgebauten Portwein oder schweren Madeira hin. Ein faszinierendes Bier, allerdings auch eines, bei dem ob seiner (vorz\u00fcglichen!) Aromenintensit\u00e4t eine kleine Flasche von 0,375 l f\u00fcr zwei Personen genug ist. Durchtrinkbar ist\u2019s nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Resistir \u00e9s Vencer \u2013 Apricot Sour (5,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Sauerbier. Ein richtig kr\u00e4ftiges Sauerbier. Soviel schon mal vorneweg. Eins von der Sorte, die mir nur schmeckt, wenn ich das passende dazu esse. Heute einen Sommersalat mit Zitronen-Essig-Dressing. Dann geht\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist hellorangefarben, gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb, und das bisschen Schaum, das sich bildet, f\u00e4llt in Windeseile wieder in sich zusammen. \u00dcbrig bleibt ein Glas voll, tja, wie sieht das denn aus? Wie Mandarinenlimonade? Ja, so ungef\u00e4hr. Alle anderen Assoziationen, die ich habe, erinnern eher daran, wie es aussieht, wenn man in der Urologie ein Glas vom Vortag findet \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft vers\u00f6hnt mit der Optik. S\u00e4uerlich, aber herrlich fruchtig. Aprikosen, ganz intensiv, aber auch etwas Passionsfrucht dahinter. Der Antrunk geht in die gleiche Richtung. Intensive S\u00e4ure, die beim Auftreffen des Biers auf die Zunge regelrecht zu explodieren scheint, gleichzeitig aber auch intensive Fruchtaromen durch den ganzen Mundraum schie\u00dft. Wie der unbedarfte Biss in eine unreife Aprikose. Und so bleibt es auch \u00fcber den Schluck hinweg. Eine kr\u00e4ftige S\u00e4ure, ebenso kr\u00e4ftige Aprikosenaromen und eigentlich keine wahrnehmbare Bittere. Die S\u00e4ure haftet noch ein wenig und klingt nur langsam ab, und auch die Aprikose bleibt im Nachgeschmack noch sehr lange erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum sauer angemachten Salat fein, ansonsten vermutlich viel zu intensiv. Und: Mit Bier hat das von der Sensorik her nichts zu tun. Weder Malz noch Hopfen lassen sich sensorisch identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Kerosene \u2013 Belgian Saison (5,3%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas steht das Bier dunkelgelb, es ist kr\u00e4ftig tr\u00fcb, und wenn man genau hinsieht, schwimmen kleine Fl\u00f6ckchen im Bier \u2013 Hefe, Hopfen oder Eiwei\u00df oder was auch immer. Der Schaum ist schneewei\u00df und kremig, aber nur eine d\u00fcnne Schicht h\u00e4lt sich etwas l\u00e4nger. Der Duft ist, wie es sich f\u00fcr ein \u201erichtiges\u201c Saison geziemt, leicht phenolisch und von der Saison-Hefe gepr\u00e4gt. Er m\u00e4andriert zwischen fruchtig und gew\u00fcrzartig hin und her, ist sehr komplex und manchmal ein kleines bisschen rau. Genau, wie es sein soll. Der Antrunk ist spritzig, ein bisschen pfeffrig und frisch, und auf der Zunge finden sich eine leichte Rests\u00fc\u00dfe und ein herb-phenolischer Charakter zusammen. Die w\u00fcrzigen, zum Teil leicht fruchtigen Aromen, die retronasal sp\u00fcrbar sind, geben eine feine Leichtigkeit, aber ich sp\u00fcre auch einen Hauch von \u00e4therischer Frische, die hervorragend zu der angenehmen Bittere passt, die sich nun zu entwickeln beginnt. Der Schluck intensiviert dieses Aromenspiel noch weiter. Stachelbeeren, saure gr\u00fcne Fr\u00fcchte, K\u00fcmmel, Anis, Gew\u00fcrznelke und italienische Kr\u00e4uter glaube ich, zu identifizieren, und je l\u00e4nger ich hinrieche, um so komplexer wird das Erlebnis. Und es h\u00e4lt lange \u00fcber den Schluck hinaus an.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bier, das ob seiner Frische bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen bequem weggeext werden kann, das aber auch ein konzentriertes, bewusstes Innehalten und langsames Verkosten erlaubt. Gewisserma\u00dfen das Schweizer Taschenmesser unter den Bieren. Ich bin beeindruckt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \/ Orbital Space Beers \u2013 Lost in Galaxy \u2013 Mixed Fermentation Sour Ale Aged in Rum Barrels with Red Fruits (8,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kr\u00e4ftig kupferfarben, klar und ohne jegliche sp\u00fcrbare Spundung flie\u00dft das Bier wie Apfelsaft ins Glas. Und sieht dann auch so aus. Der Duft ist erdig und ledrig mit vielen dunklen, fast dumpfen Noten, die einerseits mit einer gewaltigen Komplexit\u00e4t begeistern, andererseits aber auch schon auf einen hohen S\u00e4uregrad hinweisen. Die dunklen Fr\u00fcchte und einen Einfluss der Rum-F\u00e4sser, in denen dieses Bier ausgebaut ist, rieche ich allerdings nicht. Der Antrunk ist zun\u00e4chst mal sauer. Nicht s\u00e4uerlich, sondern richtig kr\u00e4ftig sauer. SAUER. RICHTIG SAUER. Puh. Da treten erstmal alle feinen Nuancen nach hinten weg. Trotzig sp\u00fcle ich meinen ganzen Mundraum mit dem ersten Schluck und merke dabei, wie die Speicheldr\u00fcsen zu Hochform auflaufen. Erst zieht sich alles zusammen, dann flie\u00dft der Speichel. Und so langsam kommen erste Aroma-Nuancen hervor. Ein paar Holznoten, leicht vanillig. Dahinter ein kleines bisschen Waldbeere oder Brombeere. Ansonsten aber wieder die erdigen und ledrigen Noten, die ich schon beim Schnuppern am Glas identifiziert habe. Der Schluck verst\u00e4rkt all diese Eindr\u00fccke, und zwar sowohl die Aromatik als auch die S\u00e4ure. Selbst die Stimme wird rau nach dem Schluck. Nein, ich habe mir in den letzten Tagen mit zahlreichen Sauerbieren viel M\u00fche gegeben, mich an die pH-Werte zu gew\u00f6hnen, aber das hier ist ein bisschen zu viel. Wohl wissend, dass eine Stufe im pH-Wert gleich einer \u00c4nderung der Wasserstoff-Ionen-Konzentration um eine Zehnerpotenz bedeutet, behaupte ich trotzdem: Das ist eine ganze Stufe zu niedrig, also zu sauer. Nix f\u00fcr mich. Ob das wohl besser geworden w\u00e4re, h\u00e4tte ich die Flasche noch ein paar Jahre liegenlassen? Oder h\u00e4tten die Brauer es noch ein paar Jahre im Fass reifen lassen? Ich wei\u00df es nicht \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Regress No Way \u2013 Sour Aged in Red Wine Barrels (8,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach vorsichtigem Einschenken steht das Bier leuchtend kupferfarben und ganz klar im Glas; obenauf bildet sich ein feines wei\u00dfes Schaumh\u00e4utchen, das aber noch gar nicht richtig verdient, Schaum genannt zu werden. Der Duft ist s\u00e4uerlich, enth\u00e4lt ein paar Noten von sehr trockenem Rotwein und einen Hauch von Vanille. Der Antrunk ist kr\u00e4ftig sauer, auf der Zunge macht sich die S\u00e4ure rasch breit und paart sich mit kr\u00e4ftigen und leicht adstringierenden Noten von Rotwein beziehungsweise sauren roten Weinbeeren. Nachdem ich den Bodensatz in der Flasche aufgesch\u00fcttelt und ebenfalls eingegossen habe, wird das Bier nat\u00fcrlich deutlich tr\u00fcb, sein Aroma wird etwas weicher, und im Mund tritt die S\u00e4ure jetzt ein paar Schritte zur\u00fcck. Die Rotweinaromen werden viel intensiver, das adstringierende Gef\u00fchl l\u00e4sst etwas nach, und der Gesamteindruck wird viel runder und ausgewogener. Jetzt ist mir auch nicht mehr vor dem Schluck bang. Mit einer balsamicoweichen S\u00e4ure rinnt das Bier den Rachen hinab, entwickelt herbe Aromen von roten Weinbeeren und klingt dann sehr langsam ab. Die S\u00e4ure verliert an Aggressivit\u00e4t, ist aber trotzdem noch deutlich sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-6-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41856\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-6-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-6-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-6-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-6-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-6.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Choose Your Heaven \u2013 Hoppy Sour with Citra, Mosaic and Simcoe; Hell to Glass \u2013 Imperial Stout \u2013 Aged in Whisky Barrels with Chile Chipotle (mit den Drunken Bros); Tequila Sunrise \u2013 Imperial Gose Aged in Tequila Barrels; Shake Your Booty \u2013 Imperial Milk Stout con Cacao (mit der Cierzo Brewing)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Choose Your Heaven \u2013 Hoppy Sour with Citra, Mosaic and Simcoe (5,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine dunkelgelbe Farbe, ist deutlich tr\u00fcb, und es schwimmen ein paar Kr\u00fcmel im Glas herum. Der Schaum ist schneewei\u00df, entwickelt sich ob der sehr kr\u00e4ftigen Spundung zun\u00e4chst sehr gut, f\u00e4llt dann aber doch recht rasch zusammen. Der Duft ist im ersten Moment badezusatzzitronig, und erst beim weiteren Schnuppern wird er etwas komplexer, pr\u00e4sentiert nicht nur Zitrusfrische, sondern auch ein paar Zitronenschalen- und Pampelmusenschalenaromen mit der ihnen eigenen Bittere. Der Antrunk ist spritzig, frisch s\u00e4uerlich wie eine Zitronenlimonade, und gibt sich auch auf der Zunge \u00e4hnlich: Es bizzelt fr\u00f6hlich, der K\u00f6rper ist extrem schlank, von Malzs\u00fc\u00dfe ist eigentlich nichts zu ahnen. W\u00e4hrend die frischen Zitronenaromen und die etwas beh\u00e4bigeren Zitrusschalenaromen retronasal auf sich aufmerksam machen, nutzt eine leichte Hopfenbittere die Gelegenheit, sich einen Platz auf der Zunge und im Rachen zu sichern: \u201eHier, ich bin auch noch da!\u201c Aber der Ruf ert\u00f6nt zu laut \u2013 sofort macht sich die Zitrusfrische dran, die Bittere wieder von den Schleimh\u00e4uten zu sp\u00fclen, und der Zitronenlimonadencharakter gewinnt wieder die Oberhand. Ein Bier f\u00fcr den Genuss auf der Liegewiese im Freibad \u2013 da kann es den Klassiker \u201eCapri-Eis Orange\u201c gut ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera &amp; Drunken Bros \u2013 Hell to Glass \u2013 Imperial Stout \u2013 Aged in Whisky Barrels with Chile Chipotle (13,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Zusammenarbeit mit den <a href=\"http:\/\/www.drunkenbrosbrewery.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Drunken Bros<\/a> aus der N\u00e4he von Bilbao ist dieses Bier entstanden. Es ist nach mehreren Sauerbieren jetzt wieder ein Motor\u00f6lbier.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist der optische Eindruck auch schon abschlie\u00dfend beschrieben: Tiefschwarz, z\u00e4hfl\u00fcssig, vermutlich (weil ungefiltert) auch tr\u00fcb, aber wer sieht das schon im tiefen Schwarz? Schaum gibt\u2019s keinen; lediglich ein paar winzige Kohlens\u00e4urebl\u00e4schen arbeiten sich durch die viskose Fl\u00fcssigkeit langsam nach oben, steigen endlich aus der Fl\u00fcssigkeit empor, ringen kurz nach Luft und platzen. ohne weiteres Aufsehen zu erregen. Der Duft ist \u00fcberraschend zur\u00fcckhaltend. Ein paar dezente R\u00f6st- und Bitterschokoladenaromen, aber nur ganz schwach. Etwas Vanille vom Holz. Vom Whisky wiederum fast gar nichts. Erst sp\u00e4ter, als das Glas fast leer ist, das Bier warm, da meldet sich jetzt doch ein bisschen der Whisky mit ganz zarten Raucharomen. Der Antrunk ist viskos, klebrig und s\u00fc\u00df, ebenso der erste Eindruck auf der Zunge. Dann aber steigen, eingebettet in eine intensiv alkoholische Matrix, ein paar Whiskyaromen auf, kreiseln einmal \u00fcber die Zunge und wandern dann retronasal \u00fcber die Sinneszellen in der Nase. Sch\u00f6n! Auch die Vanille kommt jetzt gut zur Geltung. Gleichzeitig beginnt sich eine s\u00fc\u00dfliche Sch\u00e4rfe am Gaumen breit zu machen. Letztere wird dann nach dem Schluck sehr intensiv. Hand in Hand mit dem hohen Alkoholgehalt erzeugt sie zun\u00e4chst eine angenehme W\u00e4rme, einige Augenblicke sp\u00e4ter eine kr\u00e4ftige Sch\u00e4rfe. Gerade noch nicht unangenehm, aber st\u00e4rker d\u00fcrfte der Effekt nicht sein. Ein Bier f\u00fcr winzige Schlucke und ganz langsamen Genuss. Am besten zu einem Vanilleeis oder ein paar St\u00fcckchen wei\u00dfer Schokolade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Tequila Sunrise \u2013 Imperial Gose Aged in Tequila Barrels (10,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sauer oder nicht? Das ist die Frage, die sich mir nach Lekt\u00fcre des Etiketts stellt. Manche interpretieren den Stil Gose sehr in Richtung Sauerbier, andere legen eher auf die Mineralit\u00e4t Wert. Und was ist \u00fcberhaupt eine Imperial Gose? Ich bin sehr neugierig!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist dunkelkupferfarben, fast schon wie ein Waldhonig. Es ist leicht tr\u00fcb und entwickelt keinerlei Schaum. Der Geruch vereinigt frische Tequilaromen mit (zur Farbe passenden) warmen, w\u00fcrzigen Honignoten zu einer merkw\u00fcrdigen, aber nicht unangenehmen Melange. Der Antrunk bringt ein wenig S\u00e4ure, ist ansonsten aber kremig weich und weist keinerlei Rezens auf. Auf der Zunge wird die S\u00e4ure ein bisschen kr\u00e4ftiger, und w\u00e4hrend sich einerseits die w\u00fcrzigen Honignoten deutlich bemerkbar machen, tritt pl\u00f6tzlich ein mineralischer Charakter hervor. Ach, was sage ich? Mineralisch? Nein, das darf man durchaus schon salzig nennen. Imperial hin oder her \u2013 ob das in dieser Intensit\u00e4t sein muss? Gose sollte einen leicht mineralischen Charakter haben und nicht wie eine isotonische Kochsalzl\u00f6sung schmecken! Auch holzige Aromen werden jetzt sehr deutlich, sie entwickeln sich zusehends st\u00e4rker, je w\u00e4rmer das Bier wird. Alles ein sehr ungew\u00f6hnliches Zusammenspiel. Herausfordernd, nicht unbedingt harmonisch. Aber auch nicht untrinkbar. Interessiert schmecke ich dem Schluck hinterher und frage mich, was da noch alles kommt. Die Holzaromen nehmen jetzt die S\u00e4ure auf, f\u00fcgen sich ein wenig zusammen, und w\u00e4hrend das Bier die Speiser\u00f6hre hinunterflie\u00dft, sp\u00fcre ich eine deutliche W\u00e4rme. Noch kein Brennen, aber doch sehr eindeutig. Kommt es von der S\u00e4ure? Oder von den 10,6% Alkohol? Oder von den \u00e4therischen Tequilaaromen? Oder von allem zusammen? Jedenfalls ein Bier, von dem ich lange etwas habe \u2013 nicht nur, weil es sich lediglich in winzigen Schlucken genie\u00dfen l\u00e4sst \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Cierzo Brewing Co. &amp; La Calavera \u2013 Shake Your Booty \u2013 Imperial Milk Stout con Cacao (11,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Collab, das in Zaragoza bei der <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=42200\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cierzo Brewing Co.<\/a> entstanden ist \u2013 eine kleine, bunte Dose mit einem hochprozentigen Imperial Milk Stout. Ob das wieder so ein Motor\u00f6l-Bier ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Es flie\u00dft nicht ganz so viskos ins Glas wie einige der anderen <a href=\"https:\/\/lacalavera.cat\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">La Calavera<\/a>-Biere, die ich in den letzten Tagen getrunken habe, aber schon durchaus dickfl\u00fcssig. Tiefschwarz ist es, deutlich tr\u00fcb (das sieht man w\u00e4hrend des Einschenkens), und es bildet sogar ein ganz kleines bisschen hellbraunen Schaum aus. Und der h\u00e4lt sich anschlie\u00dfend \u00fcberraschend lang! Der Duft kombiniert leichte R\u00f6st- und Mokkaaromen mit viel Kakao und ein wenig Vanille, aber ohne, dass das Ganze k\u00fcnstlich wirkt. Ein richtiges Pastry-Stout ist das also nicht. Der Antrunk zeigt eine deutliche S\u00fc\u00dfe und eine feine, gut eingebettete Kohlens\u00e4ure. Auf der Zunge wirkt das Bier ebenfalls sehr s\u00fc\u00df \u2013 es scheint eine beachtliche Menge an Lactose verwendet worden zu sein. Die retronasalen Aromen zeigen zuv\u00f6rderst Kakao und Vanille, beides Zutaten, die auch auf dem Etikett aufgef\u00fchrt sind. Die R\u00f6staromen treten vor\u00fcbergehend in den Hintergrund, pr\u00e4sentieren sich Augenblicke sp\u00e4ter aber wieder wohlgemut und unverdrossen \u2013 nach dem Schluck werden sie wieder richtig deutlich. Der Schluck ist kremig, s\u00fc\u00dflich, und ich sp\u00fcre eigentlich neben dem dezent r\u00f6stigen Mokka-Abgang keine Bittere. Was ich hingegen sp\u00fcre, ist der Alkohol. Fast schon wirkt das Bier ein bisschen spritig \u2013 die elf Prozent h\u00e4tten durchaus noch ein bisschen besser eingebunden werden k\u00f6nnen. Trotzdem ein sehr sch\u00f6nes Bettkantenbier, also ein Bier, das \u2013 auf der Bettkante genossen \u2013 gerade die richtige Bettschwere liefert, um rasch einzuschlafen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"345\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-7-1024x345.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-41858\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-7-1024x345.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-7-300x101.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-7-150x50.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-7-768x258.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/La-Calavera-Mini-7.jpg 1263w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>no tenim rei \u2013 belgian quadrupel style ale aged in whisky barrels (mit der Poch\u2018s Cervesa Artesana); Revelation \u2013 Mixed Fermentation Belgian Style Aged in White Wine Barrels; Cuv\u00e9e \u2013 Imperial Red Sour Aged in Oloroso Barrels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera &amp; Poch\u2018s Cervesa Artesana \u2013 no tenim rei \u2013 belgian quadrupel style ale aged in whisky barrels (13,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Collab zwischen La Calavera und der nicht allzu weit entfernt in Castellfollit de la Roca gelegenen Brauerei <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=41996\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Poch\u2018s Cervesa Artesana<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Flasche ist v\u00f6llig lautlos beim \u00d6ffnen. Kein Zischen, kein Ploppen, kein gar nichts. Ruhig und v\u00f6llig ohne Rezens, allerdings auch nicht z\u00e4hfl\u00fcssig viskos flie\u00dft das dunkelbraune Bier mit dem tiefroten Schimmer ins Glas. Es ist leicht tr\u00fcbe und bildet keinerlei wie auch immer gearteten Schaum aus. Der Duft passt zur Beschreibung des Biertyps: Vom belgischen Quadrupel hat das Bier den estrigen und an dunkle Trockenfr\u00fcchte erinnernden Geruch \u2013 Pflaumen in Madeira, Rumtopf oder ostfriesische Bohnensuppe sind die Assoziationen, die sich aufdr\u00e4ngen. Dahinter aber auch leichte Whisky- und Vanillearomen vom Whiskyfass. Insgesamt sehr komplex, aber trotzdem eing\u00e4ngig und nicht \u00fcberfordernd. Der sehr weiche Antrunk bringt noch eine feine und ganz zur\u00fcckhaltende S\u00e4ure in das sensorische Spektrum ein. Auf der Zunge wird sie einen Hauch pr\u00e4senter, ohne jedoch intensiv zu werden. Stattdessen dr\u00e4ngen sich die Whiskynoten und die Vanille ein bisschen mehr nach vorne. Bitterkeit ist kaum zu sp\u00fcren. Der Schluck ist im ersten Moment sehr weich, einen Augenblick sp\u00e4ter kommt aber die S\u00e4ure ein wenig in den Vordergrund, w\u00e4hrend hinten im Rachen und in der Speiser\u00f6hre die 13,0% Alkohol durch eine feine W\u00e4rme auf ihre Existenz hinweisen. Ein sehr sch\u00f6nes und sehr komplexes Bier f\u00fcr den ganz langsamen und bewussten Genuss; eines, das aber trotz seiner Komplexit\u00e4t zug\u00e4nglich bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Revelation \u2013 Mixed Fermentation Belgian Style Aged in White Wine Barrels (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fcck gehabt \u2013 in Word und unter Nutzung der Standard-Schriftart geht der Name des Biers in eine Zeile. Gerade noch \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas schimmert das Bier r\u00f6tlich gold und ist wunderbar klar, als sei es gefiltert. Schaum hingegen hat es \u00fcberhaupt keinen. Jedenfalls keinen richtigen. Nur ein paar Blasen, die sich beim Einschenken kurz bilden, aber in wenigen Sekunden zerplatzen und verschwinden. Der Duft ist \u2026 komplex. Erdige, ledrige und pferdeschwei\u00dfige Aromen, eine feine S\u00e4ure, die beim Schnuppern schon den Speichel flie\u00dfen l\u00e4sst \u2013 das f\u00e4ngt schon mal sehr interessant an. Das finden \u00fcbrigens auch die Fruchtfliegen, die nur Augenblicke nach dem Einschenken des Biers durch die offene Balkont\u00fcr hereinfliegen und in ganzen Schw\u00e4rmen das Glas und die Flasche umkreisen. Es erinnert mich an meinen Biologie-Leistungskurs vor 45 Jahren, als ich einen Kolben mit hunderten Drosophila melanogaster vergessen hatte, zu schlie\u00dfen und die Viecher \u00fcberall im Klassenzimmer umhersausten \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fische eine der Fliegen aus dem Glas und genie\u00dfe den Antrunk. Deutlich sauer, das ja, aber die S\u00e4ure ist weich und kremig. Auf der Zunge macht sie sich breit, l\u00e4sst den Speichel gewaltig flie\u00dfen, und w\u00e4hrenddessen setzt das Bier viele, viele Aromen frei. Die erdigen und pferdeschwei\u00dfigen Aromen treten etwas in den Hintergrund, die ledrigen hingegen kommen nach vorne. Und sie bringen was mit: Weinige Aromen n\u00e4mlich, die offensichtlich aus dem vorbelegten Fass stammen, in dem dieses Bier ausgebaut worden ist. Hochinteressant. Nach dem Schluck klingt die S\u00e4ure \u00fcberraschend schnell ab, und es bleiben f\u00fcr eine ganze Weile weinige und ledrige Eindr\u00fccke haften, die auch nach dem letzten Schluck noch lange an dieses Bier erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>La Calavera \u2013 Cuv\u00e9e \u2013 Imperial Red Sour Aged in Oloroso Barrels (9,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt habe ich eine ganze Weile kein Bier mit so langem Namen mehr gehabt \u2013 bestimmt schon seit einer Woche nicht \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr bestraft mich dieses Bier auf andere Weise: Das Wachs, mit dem der Kronkorken \u00fcberzogen ist, ist so z\u00e4h, dass ich es kaum runterbekomme. Ein einfaches Mit-viel-Kraft-den-Kapselheber-Ansetzen und den Kronkorken trotzdem ab zu hebeln, scheitert an der Gr\u00f6\u00dfe des Kronkorkens. Nicht 26 mm, sondern 29 mm. Da stimmen die Proportionen nicht mehr, und der Flaschen\u00f6ffner rutscht ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fchle in der Schublade. Irgendwo habe ich noch den professionellen Kapselheber von KitchenAid. Rund ein Pfund schwer, ergonomisch geformt und au\u00dfer zum Kronkorken-Abhebeln auch als Hieb- oder Wurfwaffe geeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>Jau, damit geht\u2019s. Sogar ohne das Bier mit Wachskr\u00fcmeln zu verhunzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier flie\u00dft ruhig und gleichm\u00e4\u00dfig ins Glas, Schaum bildet sich keiner. Die Viskosit\u00e4t ist h\u00f6her als bei einem \u201enormalen Trinkbier\u201c, aber noch nicht so hoch wie bei den z\u00e4hfl\u00fcssigen Motor\u00f6lbieren, also den Imperial Stouts oder \u00e4hnlichen. Die Farbe ist ein ganz dunkles Rubin; das Bier ist bei vorsichtigem Einschenken klar. Der Duft ist hochinteressant und komplex. Schwere weinige Noten stehen im Vordergrund, dahinter sp\u00fcre ich aber auch holzige Akzente, etwas Vanille, dunkle und \u00fcberreife Kirschen und D\u00f6rrpflaumen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der sehr weiche und runde Antrunk erinnert an einen s\u00fc\u00dfen und schweren Rotwein; hier hat die Reifung im Oloroso-Fass ganze Arbeit geleistet. Unaufmerksam mal nebenbei getrunken, w\u00fcrde ich dieses Bier glatt f\u00fcr einen s\u00fc\u00dfen Sherry halten k\u00f6nnen. Auf der Zunge verstetigen sich diese sherryartigen Eindr\u00fccke. Die kr\u00e4ftige Traube, die warmen, leicht holzigen Aromen, die Vanilleakzente \u2013 all das spielt vorz\u00fcglich zusammen. Die S\u00e4ure, von der im Namen des Biers die Rede ist, ist sehr zur\u00fcckhaltend und verschwindet hinter der kirschigen S\u00fc\u00dfe. Der Abgang bringt mit einem leicht adstringierenden Gef\u00fchl und einer etwas deutlicher werdenden S\u00e4ure den holzigen Charakter des Biers ein bisschen mehr in den Vordergrund, aber nur leicht und dezent.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein vorz\u00fcgliches Genussbier. Trotz der \u00e4tzenden Versiegelung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben5\/LaCalavera\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bilder und Impressionen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein paar Tage ist es erst her, dass ich auf dem Mon Petit Festival 2022 in Stuttgart war und dort den Stand der kleinen Brauerei La Calavera entdeckt hatte. Dem Konzept des Festivals folgend, gab es keine Riesenauswahl zu verkosten, sondern je Brauerei nur ganz wenige handverlesene Spezialit\u00e4ten. 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