{"id":4501,"date":"2016-07-09T23:30:55","date_gmt":"2016-07-09T21:30:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=4501"},"modified":"2022-04-17T11:57:34","modified_gmt":"2022-04-17T09:57:34","slug":"fassldipplerwienaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=4501","title":{"rendered":"Fassldippler<br \/>Wien<br \/>AUT"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eFassldippler \u2013 was f\u00fcr ein merkw\u00fcrdiges Wort!\u201c, entf\u00e4hrt es mir unh\u00f6flicherweise, als wir uns zu recht sp\u00e4ter Stunde noch auf ein letztes Bier neben den Eingang des Bierlokals <a href=\"http:\/\/www.fassldippler.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fassldippler<\/a> setzen. Der freundliche Kellner schaut mich skeptisch an, und Bierpapst Conrad Seidl l\u00e4chelt. Geduldig erkl\u00e4rt er mir, dass dies einer dieser typisch wienerischen Ausdr\u00fccke sei, mit dem die Einheimischen in ihrer manchmal etwas schroffen Art Vertreter aus den nicht gerade mit Reichtum gesegneten Randgruppen der Gesellschaft bezeichnen w\u00fcrden. So, wie der Tschick-Arretierer die fast ausgerauchten Zigarettenkippen (\u201eTschicks\u201c) sammelt (\u201earretiert\u201c) und aus den Resten noch ein paar kr\u00e4ftige Lungenz\u00fcge nimmt, so hat es der Fassldippler auf die letzten Tropfen aus dem eigentlich leeren Bierfass abgesehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"397\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-1-1024x397.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40628\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-1-1024x397.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-1-300x116.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-1-150x58.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-1-768x298.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-1.jpg 1097w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Fassldippler<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs waren Arbeitslose, arme Teufel, Stadtstreicher, die man an der kleinen Blechkelle erkennen konnte, die sie um den Hals trugen\u201c, erz\u00e4hlt Conrad. \u201eSie pilgerten von Wirtschaft zu Wirtschaft, schlichen sich zu den leeren Bierf\u00e4ssern im Hof und kippten, also dippelten, sie so lange, bis sie mit ihrer Sch\u00f6pfkelle noch einen kleinen Schluck, eine kleine Lacke alten abgestandenen Biers beisammen hatten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa, Mahlzeit, das d\u00fcrfte ja scheu\u00dflich geschmeckt haben\u201c, sage ich, aber Conrad setzt noch einen drauf: \u201eDie Menschen hatten sich daran gew\u00f6hnt, und es gibt die Geschichte, wie ein Gast in einer Wirtschaft, der ein paar Schillinge \u00fcbrig hatte, einen dieser Fassldippler zu einem frischen Glas Bier einladen wollte und sich doch tats\u00e4chlich eine Abfuhr holte. \u201aNaa, des is ja nix Reifes!\u2018 habe die Antwort des Fassdipplers gelautet, der sich dann lieber wieder den schalen Resten in seiner Sch\u00f6pfkelle zuwandte\u201c, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n\n\n\n<p>Mich gruselt\u2019s, und ich bin froh, dass es hier im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fassldippler.at\/\" target=\"_blank\">Fassldippler<\/a> des Jahres 2016 statt der gammeligen Reste doch lieber ein leckeres und frisches Bier gibt. Beziehungsweise sogar viele.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"375\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-2-1024x375.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-40629\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-2-1024x375.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-2-300x110.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-2-150x55.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-2-768x281.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Fassldippler-Mini-2.jpg 1162w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>eine Theke aus alten Bierk\u00e4sten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war bis vor gar nicht langer Zeit ein ganz normales Ecklokal, aber 2014 hat man aus dem klassischen Beisl eine Craftbier-Wirtschaft gemacht und ihr den leicht ironischen Namen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fassldippler.at\/\" target=\"_blank\">Fassldippler<\/a> verpasst. Eine gem\u00fctliche alte Gaststube, die auch vor vielen Jahrzehnten genau so ausgesehen haben k\u00f6nnte, vielleicht sogar ausgesehen hat, aber gleich am Eingang merkt man, dass es hier doch um mehr geht: Die Theke ist zusammengesetzt aus alten Bierk\u00e4sten, dar\u00fcber ein Handvoll Zapfh\u00e4hne und dahinter die schwarze Kreidetafel, ohne die es in einer Spezialbierbar nicht zu gehen scheint. Mit gro\u00dfen, schwungvollen Buchstaben ist dort das aktuelle Bierangebot angeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bestelle mir ein Mountain Pale Ale der Tiroler Kleinstbrauerei Bierol, und gehe wieder nach drau\u00dfen, an den kleinen Tisch vor dem Eingang, an dem Conrad sitzt und sich mit einem Lemon Thyme Freestyle Gose von Next Level Brewing vergn\u00fcgt. Beide Biere sind spannend, wobei sich das frische und hopfig-aromatische Mountain Pale Ale als das Durchtrinkbarere erweist. Der Thymian-Geschmack in der Gose ist vielleicht ein bisschen zu intensiv geworden, als dass man das durchaus leckere Bier in gr\u00f6\u00dferen Mengen genie\u00dfen wollen w\u00fcrde. Aber trotzdem \u2013 sch\u00f6n, dass es diese experimentellen Bierstile gibt, und noch sch\u00f6ner, dass sie auch recht weit verbreitet ausgeschenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Von fern h\u00f6ren wir eine Kichturmuhr elf Uhr l\u00e4uten, und im gleichen Moment kommt der Kellner und bittet uns nach drinnen, aus L\u00e4rmschutzgr\u00fcnden d\u00fcrfe nach 23:00 Uhr niemand mehr drau\u00dfen sitzen. Wir trollen uns brav hinein und trinken unser Bier dort weiter, genie\u00dfen die Kombination aus altmodischer Beisl-Atmosph\u00e4re und neumodischer Bierauswahl. Sch\u00f6n hier, und mal ein etwas anderes Ambiente f\u00fcr die sonst so \u201estylish gehypten\u201c Spezialbiere.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.fassldippler.at\/\" target=\"_blank\">Fassldippler<\/a><\/em> <em>bietet acht Fassbiere, davon zwei aus \u00f6sterreichischen Kleinstbrauereien, daneben rund siebzig Flaschenbiere, ebenfalls alle \u00f6sterreichischer Provenienz. Dazu einfache Wirtshausk\u00fcche. Ge\u00f6ffnet ist t\u00e4glich ab 16:00 Uhr, sonnabends erst ab 18:00 Uhr. Montags, sonntags und feiertags ist geschlossen. Zu erreichen ist das Lokal vom Wiener Hauptbahnhof aus in weniger als f\u00fcnf Minuten Fu\u00dfweg \u2013 perfekte Anbindung an alle \u00f6ffentlichen Nah- und Fern-Verkehrsmittel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben3\/Fassldippler\/\" target=\"_blank\">Bilder<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Fassldippler<br>Johann Strauss Gasse 42<br>1040 Wien<br>\u00d6sterreich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>\u201eFassldippler \u2013 was f\u00fcr ein merkw\u00fcrdiges Wort!\u201c, entf\u00e4hrt es mir unh\u00f6flicherweise, als wir uns zu recht sp\u00e4ter Stunde noch auf ein letztes Bier neben den Eingang des Bierlokals Fassldippler setzen. Der freundliche Kellner schaut mich skeptisch an, und Bierpapst Conrad Seidl l\u00e4chelt. 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