{"id":45352,"date":"2024-04-14T20:14:00","date_gmt":"2024-04-14T18:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=45352"},"modified":"2024-07-15T10:53:33","modified_gmt":"2024-07-15T08:53:33","slug":"uwe-ebbinghaus-das-buch-zum-bier-seine-geschichte-sein-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=45352","title":{"rendered":"Uwe Ebbinghaus: Das Buch zum Bier. Seine Geschichte. Sein Potenzial."},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Buch, auf das ich mit einer gewissen Spannung gewartet habe, war es mir doch im Kreise meiner Bierkontakte schon mehrfach angek\u00fcndigt worden. Die Schreibe des Autors, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/redaktion\/uwe-ebbinghaus-11104517.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Uwe Ebbinghaus<\/a>, ist mir aus seinen Artikeln, die er mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfig in der FAZ ver\u00f6ffentlicht, vertraut, und so habe ich mich gefreut, unl\u00e4ngst ein Rezensionsexemplar im Briefkasten vorzufinden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Disclaimer: Davon, dass es sich um ein Gratis-Rezensionsexemplar handelt, habe ich mich in meinem folgenden Text nicht beeinflussen lassen. Glaube ich jedenfalls.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"684\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1-684x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45353\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1-684x1024.jpg 684w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1-100x150.jpg 100w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1-768x1150.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1-1026x1536.jpg 1026w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Uwe Ebbinghaus:<br>Das Buch zum Bier.<br>Seine Geschichte. Sein Potenzial.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Der Titel verspricht viel: Sowohl die Geschichte als auch das Potenzial des Biers in einem Band abhandeln zu wollen, zeugt von Ehrgeiz, Ehrgeiz, der sich in insgesamt elf sehr fl\u00fcssig geschriebenen Kapiteln plus Vorwort, Nachwort, Glossar, Anhang und einem zw\u00f6lften, eher aufz\u00e4hlungshaften Kapitel widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reihenfolge der Themen erscheint ein bisschen willk\u00fcrlich \u2013 von Bamberg geht es zur Geschichte, von dort zum Craftbier, dann in die St\u00e4dte D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln und Einbeck. Ein Abstecher nach Hamburg folgt, dann kommt das Thema \u201eDas Bier und die Dichter\u201c. Es folgen Bayern und M\u00fcnchen (nein, nicht Bayern M\u00fcnchen \u2013 die Kapitel\u00fcberschrift setzt bedacht einen Gedankenstrich zwischen die beiden Substantive), Berlin, Tschechien und Belgien. Wobei es zwischen Tschechien und Belgien noch einen Ausflug in den Bieralltag gibt. Das zw\u00f6lfte Kapitel handelt vom Foodpairing, also von der Kombination von Bieren und dazu passenden Speisen und ist eher in Form einer Liste gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Lesestoff. Unterhaltsamer Lesestoff. Fl\u00fcssig und flott geschrieben, sich nicht zu sehr in Details zu vertiefen, die Otto Normalbiertrinker \u00fcberhaupt nicht interessieren, aber auch nicht so oberfl\u00e4chlich, dass der mit allen <s>Wassern<\/s> Bieren gewaschene Bierliebhaber am Beginn eines Absatzes immer schon wissen w\u00fcrde, was jetzt an Informationen und abgedroschenen Metaphern und Gags kommt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/redaktion\/uwe-ebbinghaus-11104517.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ebbinghaus<\/a> hat sich andere Autoren zur Unterst\u00fctzung geholt und f\u00fcgt in seine Texte immer wieder Bausteine von ihnen ein: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hans.wachtler\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hans W\u00e4chtler<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sebastian.sauer.5203\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sebastian Sauer<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jaroslavrudis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jaroslav Rudi\u0161<\/a>, <a href=\"https:\/\/x.com\/bartlebeer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Frank Geeraers<\/a> und <a href=\"https:\/\/x.com\/FilipNerad\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Filip Nerad<\/a> m\u00f6gen der einen oder anderen meiner Leserinnen schon vertraut sein. Schade, dass nicht immer eindeutig erkennbar ist, welche Abs\u00e4tze aus welcher Feder stammen \u2013 manchmal merkt man es als aufmerksamer Leser nur am Stil, dass bestimmte Abschnitte nicht von <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/redaktion\/uwe-ebbinghaus-11104517.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ebbinghaus<\/a>, sondern einem der anderen Autoren stammen. Meistens ist es aber gekennzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir hat die Lekt\u00fcre gefallen, in nur wenigen Tagen habe ich mich von vorne nach hinten durch das Buch geschm\u00f6kert und einiges Neues \u00fcber Bier gelernt. Und gefreut habe ich mich \u2013 \u00fcber ein sehr sorgf\u00e4ltiges Lektorat, das nahezu keinen Fehler hat durchgehen lassen. Nat\u00fcrlich kann man sich \u00fcber Formulierungen wie \u201eheilige M\u00f6nche\u201c (Seite 7) am\u00fcsieren und sich fragen, ob es auch unheilige M\u00f6nche gibt, und ebenso geht es mir pers\u00f6nlich immer quer runter, wenn Bier abwertend als \u201eGerstensaft\u201c bezeichnet wird (Seite 9), ein Ausdruck, der eigentlich nur bei unreflektierten Volumentrinkern in Gebrauch ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"798\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-2-1024x798.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45355\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-2-1024x798.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-2-300x234.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-2-150x117.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-2-768x598.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Das-Buch-zum-Bier-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>klare Gliederung, bunte Bilder, gute Texte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Aber der einzige echte Lapsus, den ich gefunden habe, ist, dass das Bier \u201eKiez Keule\u201c von <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=30768\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BrewDog aus Berlin<\/a> gleich zu zwei unterschiedlichen Stilen als Referenz herhalten soll \u2013 einerseits als Beispiel f\u00fcr ein gelungenes Export \/ Dortmunder (Seite 233), andererseits als Empfehlung f\u00fcr ein Kellerbier \/ Zwick(e)l \/ Zoigl \/ Kr\u00e4usen (Seite 234). Eigentlich geht nur eines von beidem \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei zu eben dieser Seite, der Seite 234, nat\u00fcrlich auch noch die Frage gestellt werden darf, ob der Zoigl in die Aufz\u00e4hlung hinein geh\u00f6rt oder nicht. Kellerbiere, Kr\u00e4usen oder Zwick(e)lbiere sind ungefilterte Lagerbiere, egal, wo sie herkommen, klar. Aber Zoigl ist eigentlich die Bezeichnung f\u00fcr ein Bier, dass unter historisch gewachsenem Kommunbraurecht in einem Kommunbrauhaus eingebraut und daheim im Keller vergoren und gelagert wird, bis es schlie\u00dflich eben dort, n\u00e4mlich \u201edaheim\u201c, gegen geringes Entgelt ausgeschenkt wird. Dass der Zoigl dabei ebenfalls unfiltriert bleibt, liegt in der Natur der Sache, macht ihn aber nicht automatisch zu einem Keller-, Kr\u00e4usen- oder Zwick(e)l-Bier. Umgekehrt geht das auch nicht \u2013 nicht jedes unfiltrierte Lagerbier wird zu einem Zoigl. Aber hier ist nicht unbedingt der Autor schuld \u2013 vielmehr haben sich leider die Kategorien wegen eines verschnarchten Markenschutzes zu Gunsten primitiven Marketings verschoben. Zu schade, dass die Zoiglbrauer erst viel zu sp\u00e4t aufgewacht sind und sich dann nur noch den Begriff <a href=\"https:\/\/zoiglbier.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Echter Zoigl vom Kommunbrauer<\/a> haben sch\u00fctzen lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tja, und was mir pers\u00f6nlich noch gefehlt hat, ist ein Kapitel \u00fcber die Bierkultur Englands. Die ist irgendwie hinten runter gefallen. Schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Sei\u2019s drum.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ist trotzdem prima, es ist mit zweiundzwanzig Euro nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig teuer, es ist sch\u00f6n gebunden, und es hat sogar ein B\u00e4ndchen als Lesezeichen, ein Service, den man viel zu selten noch antrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher: Eine Leseempfehlung meinerseits!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Uwe Ebbinghaus<br>Das Buch zum Bier<br>Seine Geschichte. Sein Potenzial.<br>ars vivendi Verlag GmbH &amp; Co. KG<br>Cadolzburg, 2024<br>ISBN 978-3-7472-0530-3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein Buch, auf das ich mit einer gewissen Spannung gewartet habe, war es mir doch im Kreise meiner Bierkontakte schon mehrfach angek\u00fcndigt worden. 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