{"id":45430,"date":"2023-10-18T18:36:00","date_gmt":"2023-10-18T16:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=45430"},"modified":"2024-08-07T13:06:26","modified_gmt":"2024-08-07T11:06:26","slug":"verkostungspaket-aus-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=45430","title":{"rendered":"Verkostungspaket aus Hannover"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ach, es wird wohl seine letzte Reise gewesen sein \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie viele Uml\u00e4ufe der Pendelkarton jetzt wohl schon gemacht hat? Ich wei\u00df es nicht, ich habe nicht mitgez\u00e4hlt. Immer wieder wurde er neu bef\u00fcllt, kamen neun spannende Biere hinein und machten sich auf die Reise nach oder von Hannover. Dabei kam er urspr\u00fcnglich gar nicht von dort, sondern aus Alpirsbach aus der dortigen Klosterbr\u00e4u.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hatte uns gut gefallen und war sehr praktisch. Aufgrund seiner sparsamen und trotzdem robusten Konstruktion hat er lange gute Dienste geleistet. Ruckzuck kamen ein paar Biere hinein, ein paar Streifen Klebeband, dann der Adressaufkleber, und schon war alles bruchsicher und kommod verpackt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"468\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1024x468.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45432\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-1024x468.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-300x137.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-150x69.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1-768x351.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>neun bierige Troph\u00e4en<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Jetzt aber hat der Karton Risse, Dellen und weiche Stellen. Das Risiko, dass er sich auf dem Band in der Sortieranlage zerlegt und die Biere ihre Reise vorzeitig beenden, ist zu gro\u00df geworden. Ein letztes Mal setze ich das Messer an, \u00f6ffne den Pendelkarton und reihe die neun bierigen Troph\u00e4en auf dem Regal auf. Tolle Sachen hat der Herr R. da wieder reingepackt, muss ich schon zugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben11\/VerkostungspaketHannover12\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Insofern gibt es nicht nur ein Bild mit neun Bieren, sondern dann auch neun &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1022\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1024x1022.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45434\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-1024x1022.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2-768x767.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Verkostungspaket-aus-Hannover-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Pretty Decent Beer Co. \u2013 The Greatest Love Story; Liebharts \u2013 \u201eDat Blonde\u201c; Liebharts \u2013 \u201eWhiskey\u201d Bier \u2013 Barrel-Aged-Beer Edition 2021\/2022; Quartett \u2013 Hopfen Breeze; Schinkels Brauhaus \u2013 Schinkels Honey Stout; Pretty Decent Beer Co. \u2013 I Could Get Better At T*sco For A Quid; Landhaus-Brauerei Borchert \u2013 Rosen \u2013 Zerspanerbier; Exale Brewing \u2013 Dinky \u2013 Micro IPA; Exale Brewing \u2013 Oona \u2013 NEIPA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Pretty Decent Beer Co. \u2013 The Greatest Love Story (4,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es handelt sich um ein glutenfreies Single Hop Pale Ale mit Simcoe, dem das Gluten w\u00e4hrend des Brauvorgangs entzogen wurde, so dass der Gesamtgehalt nur noch weniger als 10 ppm betr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist extrem hellgelb, fast schon leichenblass. Die leichte Tr\u00fcbung und der schneewei\u00dfe Schaum gefallen gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Aroma ist typisch f\u00fcr den Simcoe-Hopfen \u2013 eine leicht changierende Melange aus Frucht- und Kr\u00e4uteraromen. Ein bisschen Zitronenfrische, ein wenig Wildkirsche und ein Hauch Ananas sind auf der fruchtigen Seite identifizierbar, auf der Kr\u00e4uterseite k\u00f6nnte ich schw\u00f6ren, dass es Liebst\u00f6ckel ist, auch wenn meine holde Ehefrau mich diesbez\u00fcglich nur verdattert anschaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Der frische Antrunk weist eine feine pfeffrige Sch\u00e4rfe auf, und auf der Zunge setzt diese sich \u00fcberraschenderweise fort. Die Ananasnoten und die dezente Zitronenfrische werden retronasal ein wenig intensiver; vom Liebst\u00f6ckel ist nicht mehr viel zu sp\u00fcren. Die Hopfenbittere ist pr\u00e4sent, aber nicht dominierend, das Bier wirkt eher knochentrocken und schlank als hopfenbitter.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch nach dem Schluck bleibt es dabei: Der Abgang ist knochentrocken, die Fruchtaromen klingen recht rasch ab.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Liebharts \u2013 \u201eDat Blonde\u201c (4,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor vierzehn, f\u00fcnfzehn Jahren habe ich von Liebharts Privatbrauerei so merkw\u00fcrdige Biere getrunken wie glutenfreies Bio-Reisbier und Bio-Ingwerbier. Dagegen ist \u201eDat Blonde\u201c jetzt ja mal was ganz Normales. Auch Bio, das ja, aber ansonsten normal.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas zeigt es sich hellgelb und mit einer sehr zur\u00fcckhaltenden Tr\u00fcbung. Der Schaum ist schneewei\u00df, aber nicht allzu \u00fcppig, und lange halten tut er auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir zum Geruch: Ein paar eher neutral malzige Noten, dahinter etwas feuchter Karton und Ankl\u00e4nge von w\u00fcrzigem Honig. Eigentlich typische Alterungs- oder Oxidationsnoten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der deutlich bittere und sp\u00fcrbar adstringierende Antrunk (ein Eindruck, der sich auf der Zunge fortsetzt) deutet in die gleiche Richtung hin. Hier ist ein Bier vorzeitig gealtert \u2013 das Mindesthaltbarkeitsdatum weist noch recht weit in die Zukunft: Elf Wochen noch!<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sich auf der Zunge eine recht raue und unfl\u00e4tige Bittere breit macht, unterstreichen die retronasalen Honignoten meine Vermutung. Ich habe dieses Aroma irgendwann mal scherzhaft \u201eAlterungshonig\u201c genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck bleibt die Bittere sp\u00fcrbar adstringierend noch im Rachen h\u00e4ngen und klingt langsam ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist noch gut trinkbar, aber ein echter Genuss ist es leider nicht mehr. Nachdenklich schaue ich noch mal auf das MHD: Ob die Flasche beim H\u00e4ndler warm und im strahlenden Sonnenlicht gelagert worden war? Oder warum geb\u00e4rdet es sich schon so greisenhaft?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Liebharts \u2013 \u201eWhiskey\u201d Bier \u2013 Barrel-Aged-Beer Edition 2021\/2022 (10,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Etikett kl\u00e4rt mich auf: Es ist die Flasche 473 von 612.<\/p>\n\n\n\n<p>Dunkelbraun flie\u00dft das Bier ins Glas und weist eine leichte Tr\u00fcbe auf. Schaum bildet sich nur wenig \u2013 eine d\u00fcnne, aber \u00e4sthetische Schicht, beigefarben und kremig. Viel zu schnell verschwindet sie wieder, was aber bei einem so alkoholstarken Bier eigentlich normal ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Intensive Whisky-Aromen legen sich kremig in meine Nase, w\u00e4hrend ich an dem Bier schnuppere. K\u00f6nnen D\u00fcfte \u00fcberhaupt kremig sein? Dieser hier \u2026 ja!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist weich und s\u00fc\u00df, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig s\u00e4mig. Auf der Zunge entfaltet sich eine wunderbare Whisky-Aromatik, getragen von einem s\u00fc\u00dfen und vollen Malzk\u00f6rper, der ein paar ganz dezent kr\u00e4uterige Aromen beisteuert.<\/p>\n\n\n\n<p>Weich und warm flie\u00dft das Bier \u00fcber die Zunge und den Gaumen entlang. Nach dem Schluck zeigt sich nur f\u00fcr einen kurzen Moment eine feine Herbe mit einem kurz anklingenden adstringierenden und etwas holzigen Charakter, und in sanfter, alkoholischer W\u00e4rme im Hals klingt die Sensorik ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wunderbar!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Quartett \u2013 Hopfen Breeze (3,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Offensichtlich ein Hausbr\u00e4u. Ein zwar durchaus mit Liebe gestaltetes Etikett, aber auch mit etwas un\u00fcbersichtlichen Angaben. Ist Hopfen Breeze jetzt der Name der Brauerei und Quartett der Biername? Oder umgekehrt?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Verkostung ist\u2019s eigentlich egal, aber f\u00fcr die Buchf\u00fchrung nicht \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier zeigt sich im Glas dunkelgelb mit einem ganz leichten Graustich. Obwohl nicht filtriert, ist es durch langes Stehen im K\u00fchlschrank fast ganz blank geworden. Der Schaum ist mehr als \u00fcppig, und anstatt zusammenzufallen, t\u00fcrmt er sich immer weiter auf \u2013 sehr kremig, sehr feinporig, aber auch sehr fest. Unendlich lange wird er von immer mehr Kohlens\u00e4ure gen\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist ein bisschen alkoholisch-spritig, aber auch mit feinen Acetonaromen, die da eigentlich nicht hingeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist sehr spritzig, und auf der Zunge belegt das Bier ein bisschen die Schleimh\u00e4ute. Komischerweise ist es dort dann nicht mehr so bizzelig \u2013 vielleicht wird die Bizzeligkeit durch das Belagsgef\u00fchl ein wenig unterdr\u00fcckt. Eine leichte S\u00fc\u00dfe schmecke ich, finde nur sehr wenig Herbe, und retronasal sp\u00fcre ich neben erneut ein paar Acetonnoten auch T\u00f6ne von Cidre oder Apfelwein.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzteres, zusammen mit jetzt wieder st\u00e4rker sp\u00fcrbarem Moussieren pr\u00e4gt auch die sensorischen Empfindungen nach dem Schluck.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Schinkels Brauhaus \u2013 Schinkels Honey Stout (5,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHoney Stout gegen das Bienensterben\u201c steht auf dem Etikett der Flasche. \u201eOriginal Schinkels Stout kombiniert mit frischem Kasseler Sommerhonig ergeben ein neues Geschmackserlebnis.\u201c Wobei ich mir jetzt nicht so ganz sicher bin: Wenn man den Bienen den Honig wegnimmt und ihn ins Stout sch\u00fcttet, hilft das gegen Bienensterben?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist jedenfalls tiefschwarz und blickdicht. Nur beim Einschenken kann man eine feine Tr\u00fcbung erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schaum ist beigefarben, entwickelt sich zun\u00e4chst recht \u00fcppig, f\u00e4llt dann aber auch rasch wieder zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist sehr angenehm. Eine \u00fcberraschend harmonische Melange aus feinen Schoko-, Kakao- und R\u00f6staromen mit s\u00fc\u00dfen und schweren Honignoten. Ein Hauch dunkler Fr\u00fcchte schwingt auch noch mit und bringt eine kurze Reminiszenz an Mon Cherie mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist weich und s\u00e4mig, recht s\u00fc\u00df; die fein gebundene Kohlens\u00e4ure bringt eine ganz leichte Sch\u00e4rfe mit, als ob das Bier mit einem Hauch von Chili gebraut worden w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zunge macht sich die S\u00fc\u00dfe breit. Honigaromen steigen auf, ebenso die Schokoaromen, die jetzt sehr angenehm und intensiv werden. Retronasal bekommt der Honig erneut den Akzent dunkler Fr\u00fcchte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wirken die Schleimh\u00e4ute vom hohen Zuckergehalt ein wenig klebrig, aber dennoch ist der Nachgeschmack angenehm ausgewogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Bier f\u00fcr den Durst, dazu ist es zu klebrig, aber eines f\u00fcr den bewussten und langsamen Schluck &#8211;&nbsp; als oder zum Dessert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Pretty Decent Beer Co. \u2013 I Could Get Better At T*sco For A Quid (4,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThis is a Session IPA\u201c, steht extra noch einmal auf der Dose \u2013 die Stilbeschreibung in einem vollst\u00e4ndigen Satz mit Subjekt, Pr\u00e4dikat und Objekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas pr\u00e4sentiert sich dieses Bier mit einer sehr, sehr \u00fcppigen, schneewei\u00dfen Schaumkrone, die \u00fcber einem hellgelben und kr\u00e4ftig, aber gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcben Bier steht. Noch w\u00e4hrend ich die Notizen zur Optik mache, sehe ich, wie sich der Schaum ver\u00e4ndert. Aus der kremigen Masse wird in Windeseile eine grobporige, an Badeschaum erinnernde Schicht, die anschlie\u00dfend rasch zerf\u00e4llt. Es bleibt nur die Erinnerung \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist intensiv. Schon beim \u00d6ffnen der Dose steigt er mir deutlich in die Nase. Ich rieche Litschi, Ananas und helle Stachelbeeren \u2013 sehr sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist sehr spritzig, fast schon spitz, und er leitet \u00fcber zu einem bizzeligen, aber knochentrockenen sensorischen Erlebnis auf der Zunge. Es sprudelt, bizzelt und spritzt, ohne dass es dabei zu schaumig wird. Eine knackige, trockene Schleimh\u00e4ute verursachende Bittere ist zu sp\u00fcren, und retronasal tanzen die Fruchtaromen einen fr\u00f6hlichen Ringelreihen. Kurz bevor ich schlucke, wird aus der spritzigen Bizzeligkeit eine dezent pfeffrige Sch\u00e4rfe. Gar nicht unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abgang ist dann kurz und trocken. Die Hopfenherbe klingt rasch ab, ebenso das Fr\u00fcchtefeuerwerk, und es bleiben nur die trockenen Schleimh\u00e4ute, die mich nach dem n\u00e4chsten Schluck d\u00fcrsten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4dikat \u201eh\u00f6chst durchtrinkbar\u201c!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Landhaus-Brauerei Borchert \u2013 Rosen \u2013 Zerspanerbier (4,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des Bierfestivals Lingener Bier Kultur ist dieses Bier aufgelegt und verkauft worden \u2013 ein hopfengestopftes Pils mit Tettnanger, Ella und Mistral. Ein Gag, nat\u00fcrlich, aber ein netter, denn er kombiniert die Idee, ein neues Bier zu brauen, mit der Reklamewirkung sowohl f\u00fcr das Festival als auch f\u00fcr die Firma Rosen, die auf diesem Weg Nachwuchs zu finden sucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas pr\u00e4sentiert sich das Bier klassisch strohgelb mit einer ganz feinen Tr\u00fcbe und einem kremigen Schaum, der sich beachtenswert lange h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist vorrangig fruchtig s\u00fc\u00df und erinnert an helles Obst, helle Stachelbeeren zum Beispiel. Im Hintergrund ist aber auch eine leicht s\u00fc\u00df-s\u00e4uerliche Note, die an \u00fcberreife Fr\u00fcchte erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk und der erste Eindruck auf der Zunge greifen diese s\u00fc\u00dfs\u00e4uerlichen Fruchtaromen noch einmal kurz auf, dann \u00fcbernimmt aber recht rasch der Hopfen das Kommando und macht sich lautstark mit einer ordentlichen Bittere bemerkbar. Diese beherrscht dann auch den Abgang, dr\u00e4ngt die S\u00e4ure in den Hintergrund und macht angenehm trockene Schleimh\u00e4ute.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bier f\u00fcr den kurzen, schnellen Schluck.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Exale Brewing \u2013 Dinky \u2013 Micro IPA (2,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr helles, leicht und gleichm\u00e4\u00dfig getr\u00fcbtes Bier mit einem feinen, schneewei\u00dfen Schaum \u2013 optisch schaut es schon mal gut aus und man sieht ihm seinen niedrigen Alkoholgehalt nicht an.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist dezent herb mit ganz feinen und fl\u00fcchtigen Zitrusakzenten, hat dahinter aber eine Note, die an neutrales, nicht parf\u00fcmiertes Sp\u00fclmittel erinnert \u2013 k\u00f6nnte man das als Tensid-Note bezeichnen? Ich wei\u00df es nicht \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist frisch, und im Mund zeigt sich das Bier knochentrocken. Rests\u00fc\u00dfe? Fehlanzeige. Zwar werden die Zitrusaromen retronasal ein kleines bisschen deutlicher und gaukeln eine fruchtige S\u00fc\u00dfe vor, objektiv ist dem aber nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schluck setzt den knochentrockenen Eindruck fort. Die Bittere ist durchaus ausgepr\u00e4gt, und sie macht deutlich trockene Schleimh\u00e4ute.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Exale Brewing \u2013 Oona \u2013 NEIPA (5,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6nes, helles Gelb, eine kr\u00e4ftige und gleichm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung, ein schneewei\u00dfer, \u00fcppiger Schaum. Die Optik passt. Kann man nicht meckern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Duft ist sehr angenehm. Schon beim Einschenken ins Glas steigen mir die herbfruchtigen Aromen von Zitrusschalen in die Nase, sp\u00e4ter dann, beim Schnuppern am Glas entdecke ich dahinter noch eine feine, kr\u00e4uterige Grundnote mit Petersilie, Liebst\u00f6ckel und anderen Suppenkr\u00e4utern. H\u00f6rt sich schlimm an, ist aber, weil nur ganz dezent, sehr ansprechend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk weist eine feine pfeffrige Sch\u00e4rfe auf, die sich auch auf der Zunge noch f\u00fcr einen kurzen Moment zeigt. Das Bier ist \u00fcberraschend schlank f\u00fcr ein New England IPA, es hat nur einen geringen K\u00f6rper und wirkt nicht so \u201esaftig\u201c, wie die idealen Vertreter dieses Stils. Mir sagt das aber zu!<\/p>\n\n\n\n<p>Retronasal halten sich die Fruchtaromen erstaunlicherweise sehr zur\u00fcck, es dominiert das Kr\u00e4uterige. Gleichzeitig sp\u00fcre ich eine sch\u00f6ne, kr\u00e4ftige Bittere auf den Schleimh\u00e4uten \u2013 ein Effekt, der sich nach dem Schluck noch ein wenig verst\u00e4rkt. Ganz am Ende bleibt eine leicht viskose Textur auf den Schleimh\u00e4uten zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben11\/VerkostungspaketHannover12\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ach, es wird wohl seine letzte Reise gewesen sein \u2026 Wie viele Uml\u00e4ufe der Pendelkarton jetzt wohl schon gemacht hat? Ich wei\u00df es nicht, ich habe nicht mitgez\u00e4hlt. Immer wieder wurde er neu bef\u00fcllt, kamen neun spannende Biere hinein und machten sich auf die Reise nach oder von Hannover. 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