{"id":45780,"date":"2023-11-21T09:05:00","date_gmt":"2023-11-21T08:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=45780"},"modified":"2024-10-31T19:39:23","modified_gmt":"2024-10-31T18:39:23","slug":"verkostungspaket-aus-dornbirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=45780","title":{"rendered":"Verkostungspaket aus Dornbirn"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die unendlich lange Reise \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hoffe, das Paket, das ich vor zwei Wochen aufgegeben habe, kommt bald an \u2026\u201c, hei\u00dft es in einer WhatsApp-Nachricht meines lieben Freunds, des <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/biersommelier.dominik\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Diplom Biersommeliers Dominik Ahmidou-Fend<\/a>. Er macht sich langsam Sorgen, ob die guten Biere irgendwo unterwegs verschollen oder geborsten sein k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Naja, f\u00fcr einen Moment mache ich mich noch lustig und sinniere \u00fcber den Auslandsversand von DHL, der von Vorarlberg bestimmt erst nach Wien, von dort in die EU-Hauptstadt Br\u00fcssel zur genaueren Erfassung und dann via Berlin vielleicht irgendwann in der deutschen Provinz landet, aber eine halbe Stunde sp\u00e4ter bekomme ich schon eine Mitteilung auf einem anderen Kanal: \u201eIhr Bierpaket ist da!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Na bitte, geht doch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"338\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-1-1024x338.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45781\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-1-1024x338.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-1-300x99.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-1-150x49.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-1-768x253.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-1.jpg 1288w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>vierzehn spannende Biere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Am Abend schnappe ich mir das Paket, packe es aus und \u2026 freue mich riesig. Vierzehn wirklich spannende Biere! Vielen, lieben Dank, Dominik!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben13\/VerkostungspaketDornbirn3\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"511\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-2-1024x511.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45782\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-2-1024x511.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-2-300x150.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-2-150x75.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-2-768x383.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Verkostungspaket-aus-Dornbirn-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Valeis Br\u00e4u \u2013 Creativ \u2013 Valeisator; Bierol \u2013 The Padawan \u2013 Pale Ale; Nurme \u2013 Control \u2013 West Coast IPA; Egger \u2013 Heller Jokl; Nurme \u2013 Amour Tropicale \u2013 Juicy IPA; Kiesbye \u2013 Waldbier \u2013 Ausseeer Mischwald; Egger \u2013 IPA; Bierol x Milchbuben \u2013 ku brew \u2013 Molkebier; Egger \u2013 Bock; Brauschneider \u2013 Dark Mild; Mohrenbr\u00e4u \u2013 Madame Butterfly \u2013 Kellerbier; Loncium \u2013 Royal Dark \u2013 Milkstout; Brauerei Schnitzlbaumer \u2013 Chiemgauer Pale Ale; Brauhaus Gusswerk \u2013 Horny Betty<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Valeis Br\u00e4u \u2013 Creativ \u2013 Valeisator (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Tag genau f\u00fcnf Monate liegt das auf dem Etikett angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum zur\u00fcck. Oh, je! Auch wenn es ein Bockbier ist, so ist die Chance doch gro\u00df, dass sich mittlerweile der eine oder andere Geschmacksfehler manifestiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so ist es auch: Nach dem \u00d6ffnen der Flasche dauert es nicht lang, bis der Inhalt zu sch\u00e4umen beginnt. Ich kann zwar das Meiste aus der Flasche retten, aber die Arbeitsplatte der K\u00fcche schwimmt nat\u00fcrlich, und alles klebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas zeigt sich das Bier in einem dunklen Braun, ist fast klar und tr\u00e4gt \u2013 jetzt wenig \u00fcberraschend \u2013 eine gewaltige, beigefarbene Schaumkrone.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist rund und malzig, bringt aber einen Hauch von S\u00e4ure mit sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist sehr spritzig, ebenfalls ganz schwach s\u00e4uerlich, und auf der Zunge entwickeln sich die runden und vollen Malznoten in eine leicht r\u00f6stige, grunds\u00e4tzlich angenehme Richtung \u2013 wenn nicht der leicht saure Unterton w\u00e4re. Retronasal sp\u00fcre ich Karamell, R\u00f6staromen und eine feine brotige Note. Nach dem Schluck wird das Bier recht trocken, die brotigen Noten gewinnen gegen\u00fcber dem Karamell die Oberhand, und auch die S\u00e4ure tritt ganz zur\u00fcck in den Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern erweist sich das Bier als noch trinkbar, durch die leichte S\u00e4ure und die hohe Spundung ist allerdings der Genuss nur eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Bierol \u2013 The Padawan \u2013 Pale Ale (5,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>The Padawan ist das Aush\u00e4ngeschild der Bierol-Brauerei, finde ich, und mich freut\u2019s, dieses Bier in dem \u00dcberraschungspaket gefunden zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas ist es hellgelb, milchig tr\u00fcb und mit vielviel Schaum, der sich zu einer hohen Krone auft\u00fcrmt, ganz langsam gro\u00dfporig wird und dann nur widerstrebend zusammenf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist intensiv fruchtig mit Noten von Pampelmusen und Mandarinenschalen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist spritzig und herb, und ich sp\u00fcre eine feine pfeffrige Sch\u00e4rfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zunge zeigt sich das Bier trocken und schlank, aber trotzdem nicht w\u00e4ssrig. Eine recht intensive, aber nicht berserkerhaft agierende Bittere erg\u00e4nzt die retronasal herbfruchtigen Aromen in durchaus harmonischer Weise. Die Schleimh\u00e4ute reagieren auf dieses Bier mit einer leicht adstringierenden \u2013 angenehmen! \u2013 Trockenheit, die auch \u00fcber den Schluck hinaus anh\u00e4lt und den Durst sch\u00fcrt, statt ihn zu l\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Nurme \u2013 Control \u2013 West Coast IPA (6,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist sch\u00f6n kupferfarben und weist nur eine leichte, gleichm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung auf. Der Schaum ist leicht eierschalenfarben, entwickelt sich \u00fcppig und h\u00e4lt ewig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist zur\u00fcckhaltend und vorwiegend hopfig-harzig.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem angenehm spritzigen Antrunk folgt von Beginn an eine sehr pr\u00e4sente Herbe, die aber trotz ihrer Intensit\u00e4t angenehm weich verpackt ist. Ein ordentlicher Malzk\u00f6rper balanciert die Bittere sch\u00f6n aus, so dass sich beide Elemente, Malz und Hopfen, harmonisch entfalten k\u00f6nnen. Auch retronasal bleibt die Aromatik recht zur\u00fcckhaltend und ist unver\u00e4ndert hopfig und harzig \u2013 mir sagt das sehr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck klingt die Bittere gleichm\u00e4\u00dfig und sehr sanft ab \u2013 nicht die geringste Rauigkeit oder gar Kratzigkeit ist zu sp\u00fcren. Viele Bittereinheiten, samtweich verpackt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Egger \u2013 Heller Jokl (4,9%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine der wenigen Ausnahmen in der Bierwelt, wo das Etikett definitiv nicht mehr verspricht als auch drin ist: \u201eDas Leben ist schon kompliziert genug. Deshalb ist unser heller Jokl ein einfaches Bier. Das hei\u00dft: Es ist mild wegen wenig Hopfen und es ist helle wegen wenig Malz. Sag ja zum Jokl. Sag ja-jo Jokl!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist hellgelb, klar gefiltert und entwickelt relativ wenig Schaum, der obendrein auch recht rasch zusammenf\u00e4llt, so dass das Bier schnelle wie eine Apfelschorle aussieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist malzig mit einer ganz leichten brotigen Note.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem milden Antrunk folgt ein ebenso milder Eindruck auf der Zunge und am Gaumen. Eine feine, zur\u00fcckhaltende Malznote, eine kaum zu sp\u00fcrende Restbittere und eine recht niedrige Spundung machen dieses Bier so unauff\u00e4llig, dass man fast vergessen k\u00f6nnte, dass man es gerade trinkt. Selbst nach dem Schluck klingen alle Sinneseindr\u00fccke rasch und gleichm\u00e4\u00dfig ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann ist das Glas leer, und ich frage mich: \u201eWar da was?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Was ja nicht schlecht ist, denn dann waren immerhin auch keine Geschmacksfehler da!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Nurme \u2013 Amour Tropicale \u2013 Juicy IPA (6,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Bierfarbe: Im Auflicht ganz hellgelb, im Durchlicht ganz dunkelgelb, fast schon kupferfarben. In beiden F\u00e4llen aber leicht und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb. Dar\u00fcber steht ein \u00fcppiger, schneewei\u00dfer und lange haltbarer, aber schnell gro\u00dfblasig werdender Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist s\u00fc\u00dflich und fruchtig und erinnert an Maracuja, \u00fcberreife Ananas und Sharon-Fr\u00fcchte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der frische Antrunk leitet \u00fcber zu einer schlanken und gleichzeitig s\u00fc\u00dfen Charakteristik auf der Zunge. Sehr schnell entwickeln sich retronasale, s\u00fc\u00dfe und \u00fcberreife Fruchtaromen, die dabei aber schlank bleiben und nicht so dicksaftig daherkommen. Die Bittere ist eher zur\u00fcckhaltend, und auch der Malzk\u00f6rper ist nicht so vollbusig wie in manch anderem, juicy genanntem Bier.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bleibt dadurch trotz der relative hohen 6,5% Alkohol ein sehr durchtrinkbares Bier, das auch nach dem Schluck noch f\u00fcr einen Moment fruchtiger Freude fr\u00f6nt und zu allerlei allf\u00e4lligen Alliterationen auffordert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Kiesbye \u2013 Waldbier \u2013 Ausseeer Mischwald (6,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine sehr ansprechende Farbe \u2013 etwas heller als Kupfer. Es ist nur ganz leicht tr\u00fcbe, und der Schaum entwickelt sich nicht nur zur\u00fcckhaltend, sondern f\u00e4llt auch sehr schnell in sich zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist w\u00fcrzig mit einer dezenten, dunklen Fruchtnote im Hintergrund und sch\u00f6nen, harzigen Akzenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist ganz leicht pfeffrig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zunge ist das Bier angenehm weich und rund; es pr\u00e4sentiert einen s\u00fc\u00dflichen K\u00f6rper und nur eine zur\u00fcckhaltende Herbe. Retronasal erfreuen die harzigen Aromen und die dunkelfruchtige Komponente, die ich \u2013 mittlerweile habe ich das Etikett studiert \u2013 den Vogelbeeren zuschreibe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck bleibt das Bier so angenehm rund und s\u00fc\u00dflich, fast ein bisschen viskos. Die Bittere wird nicht intensiver, sondern bleibt so extrem zur\u00fcckhaltend wie zu Beginn. Die harzigen Noten dominieren jetzt, klingen aber sachte und gleichm\u00e4\u00dfig ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr rundes und harmonisches sensorisches Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Egger \u2013 IPA (5,3%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist dunkelgelb, dezent tr\u00fcb und tr\u00e4gt eine \u00fcppige Schaumkrone, die zwar rasch etwas flockig und trocken wird, aber ewig lange h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist f\u00fcr ein India Pale Ale recht zur\u00fcckhaltend, aber sehr angenehm. Ganz dezente Fruchtnoten im Hintergrund tragen einen w\u00fcrzigen, leicht harzigen K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>Der angenehm spritzige Antrunk ist frisch, aber auf der Zunge wirkt das Bier nicht bizzelig, sondern sch\u00f6n rund. Ein feiner Malzk\u00f6rper ist zu sp\u00fcren, und die Bittere ist zwar am unteren Rand dessen, was noch stiltypisch ist, aber trotzdem deutlich zu sp\u00fcren und angenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck bleibt am Gaumen eine sch\u00f6ne S\u00fc\u00dfe zur\u00fcck, die retronasal die fruchtigen und harzigen Aromen unterstreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Bierol x Milchbuben \u2013 ku brew \u2013 Molkebier (4,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchon lange verbindet Bierol und die Milchbuben eine Freundschaft \u00fcber Bier und Kas hinaus. Nun wurde dieser aber durch eine ganz besondere Zusammenarbeit besiegelt. Aus Molke, einem Abfallprodukt aus der K\u00e4seherstellung wurde ein leichtes, erfrischendes Bier entwickelt. Ein Upcycling-Projekt zur Aufwertung von Lebensmittelresten.\u201c So sagt es das Label.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist hellgelb, leicht und gleichm\u00e4\u00dfig getr\u00fcbt und entwickelt fast keinen Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist ganz leicht s\u00e4uerlich und hat ein paar ganz dezent hefige Noten \u2013 wie frisch aus dem W\u00fcrfel ausgewickelte Backhefe, nur viel schw\u00e4cher.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist frisch und ansonsten recht neutral. Auf der Zunge entwickelt sich ein Hauch S\u00e4ure, ein ganz leichter Hauch nur. Gleichzeitig machen sich die Backhefe-Aromen retronasal recht deutlich bemerkbar; gleicherma\u00dfen erinnert auch ein feines Adstringieren an den Zungenr\u00e4ndern an Brauversuche mit Backhefe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird der adstringierende Effekt noch ein bisschen intensiver.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Egger \u2013 Bock (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine sehr sch\u00f6ne und ansprechende, r\u00f6tlich gold schimmernde Farbe und ist blank. Der Schaum entwickelt sich nur zur\u00fcckhaltend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist bockbiertypisch: Viele Malzaromen, kr\u00e4ftig und nahrhaft wirkend, leicht ins Brotige gehend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der weiche Antrunk ist sehr mild, und weich und mild sind auch die ersten Begriffe, die mir einfallen, wenn es um den Eindruck auf der Zunge geht. Der Malzcharakter steht ganz eindeutig im Vordergrund. Das Bier ist sehr nahrhaft und brotig-kr\u00e4ftig \u2013 jeder Schluck ist wie ein Bissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine nur sehr schwach ausgepr\u00e4gte Hopfenbittere ist gerade stark genug, um dem Bierk\u00f6rper einen Teil seiner Mastigkeit zu nehmen und das Bier dadurch trinkbarer zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck ist die Brotigkeit retronasal sehr pr\u00e4sent, und am Gaumen rinnt das Bier vollmundig und leicht viskos entlang.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr sch\u00f6ner Vertreter des Stils und sicher geeignet, in der Fastenzeit die feste Nahrung f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauschneider \u2013 Dark Mild (3,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist leider schon einige Wochen jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums, aber es scheint trotzdem noch in Ordnung zu sein. Obwohl es nur 3,5% Alkoholgehalt hat. Tja, wenn in einer Brauerei sauber gearbeitet wird, die Hygiene mehr als nur sorgf\u00e4ltig beachtet wird, dann mag das so sein. Sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist kr\u00e4ftig braun und nur ganz leicht tr\u00fcb. Es entwickelt einen zur\u00fcckhaltenden, beigefarbenen Schaum, der aber sehr schnell wieder zusammenf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist malzig mit feinen Kakaonoten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk wirkt ein wenig kohlens\u00e4urescharf, obwohl die Spundung doch gar nicht so hoch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zunge ist das Bier malzbetont, die Kakao- und leichten Schokoladenoten kommen deutlich hervor und machen sich retronasal bemerkbar. Eine nur zur\u00fcckhaltende Bittere ist vor allem an den Zungenr\u00e4ndern und hinten zu sp\u00fcren \u2013 ich muss aber schon recht genau hinschmecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Was deutlicher zu sp\u00fcren ist, ist ein feiner adstringierender Effekt, den ich in Leichtbieren h\u00e4ufiger mal finde. Ist es ein Zeichen leichter Oxidation? Kommt es von der Hefe? Ich wei\u00df es nicht, aber ich finde diesen Effekt sehr h\u00e4ufig in britischen Ales \u2013 also vielleicht doch die Hefe?<\/p>\n\n\n\n<p>Das adstringierende Gef\u00fchl h\u00e4lt auch \u00fcber den Schluck hinaus an und dominiert so den Abgang dieses Biers.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Mohrenbr\u00e4u \u2013 Madame Butterfly \u2013 Kellerbier (5,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVon Hand gebraut f\u00fcr die Bregenzer Festspiele in der Mohrenbrauerei \/ Creativ Brauerei\u201c, steht auf dem Etikett. Nun, die Festspielsaison ist vorbei, es hat sich was mit Madame Butterfly. Aber das Bier ist noch da \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die dunkelgelbe Farbe, die deutliche, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung und der reichliche und lange haltbare, leicht kremefarbene Schaum erg\u00e4nzen sich zu einer sch\u00f6nen, kellerbiertypischen Optik.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist zwar sehr zur\u00fcckhaltend, aber angenehme \u2013 ich rieche eine feine Malznote und dar\u00fcber einen ganz leichten Zitrushauch vom Hopfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist f\u00fcr ein Kellerbier erstaunlich frisch und leicht \u2013 sch\u00f6n angenehm spritzig flie\u00dft das Bier \u00fcber den Glasrand und die Lippen. Auf der Zunge zeigt sich eine dezente, leichte Herbe mit erneut dem feinen Zitrushauch \u2013 diesmal retronasal. Erg\u00e4nzt wird sie durch einen sch\u00f6nen, aber noch schlanken K\u00f6rper \u2013 feines, angenehmes Malz.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch nach dem Schluck bleibt das Bier gut erzogen, dezent im Auftritt und elegant in der Erscheinung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Papierh\u00fclle um die gr\u00fcne (!) Flasche herum rundet den Auftritt gekonnt ab.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Loncium \u2013 Royal Dark \u2013 Milkstout (5,7%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist fast schwarz \u2013 nur gegen eine helle Lichtquelle kann man einen feinen, rubinroten Schimmer erkennen. Und dass es naturtr\u00fcb ist, also nicht gefiltert, erkenne ich nur am leichten Bodensatz in der Flasche. Den Schaum erkenne ich eigentlich auch nicht \u2013 der f\u00e4llt leider schneller zusammen, als ich hinkucken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist sehr zur\u00fcckhaltend und offenbart nur eine feine s\u00fc\u00dflich-r\u00f6stige Note.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist leicht s\u00fc\u00dflich, aber nicht zuckrig. Auf der Zunge machen sich ganz sachte feine R\u00f6stnoten breit und werden retronasal pr\u00e4senter als beim Schnuppern am Glas. Gleichzeitig macht sich auf der Zunge ein leicht viskoses Gef\u00fchl breit \u2013 vom Milchzucker, vermutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich gestaltet sich auch der Abgang nach dem Schluck \u2013 feine R\u00f6stnoten, eine leichte S\u00fc\u00dfe, etwas Viskosit\u00e4t und nur eine sehr zur\u00fcckhaltende Herbe.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauerei Schnitzlbaumer \u2013 Chiemgauer Pale Ale (5,3%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Appetitlich schaut\u2019s aus, das Bier. Eine dunkelgelbe Farbe, eine kr\u00e4ftige und gleichm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung und ein \u00fcppiger, leicht eierschalenfarbener und ewig haltbarer Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist intensiv hopfig \u2013 aber bei weitem nicht so fruchtig, wie man es bei der Bezeichnung Pale Ale erwarten w\u00fcrde. Stattdessen rieche ich w\u00fcrzige und kr\u00e4uterige Hopfennoten mit feinen harzigen Akzenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist frisch und spritzig, und auf der Zunge ist das Bier zun\u00e4chst mal angenehm trocken und kr\u00e4ftig bitter. Es dauert einen kleinen Moment, bis sich erste dezente Zitrusnoten retronasal bemerkbar machen \u2013 aber sie bleiben zur\u00fcckhaltend und gehen eher in eine zitronige Richtung als in Richtung der f\u00fcr ein Pale Ale oft so typischen Pampelmusen- oder Passionsfrucht-Aromen. Rests\u00fc\u00dfe ist kaum vorhanden, und auch die orthonasal noch so deutlichen Harz- und Kr\u00e4uteraromen klingen rasch ab und machen dem zitronigen Ansatz bereitwillig Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck sp\u00fcre ich, wie die Schleimh\u00e4ute trocken werden und unb\u00e4ndige Lust auf einen weiteren Schluck machen. Pr\u00e4dikat: Hohe Durchtrinkbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Etikett spricht von \u201eAmerican Pale Ale meets Chiemgauer Biertradition. Fruchtig frisch!\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauhaus Gusswerk \u2013 Horny Betty (9,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oh, wenn ein Bier beim Einschenken schon so fruchtig riecht, dass mir das Wasser im Mund zusammenl\u00e4uft! Wow!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe des Biers ist kr\u00e4ftig rotbraun, die Tr\u00fcbung gewaltig \u2013 aber sch\u00f6n gleichm\u00e4\u00dfig, ohne Hefeflocken oder Kr\u00fcmel. Der leicht beigefarbene Schaum macht sich rar \u2013 kaum hat er sich aufgebaut, f\u00e4llt er auch schon wieder in sich zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist \u2026 \u00fcberw\u00e4ltigend. D\u00f6rrpflaumen, Feigen, ein paar weinige Noten. Eine gewaltige Komplexit\u00e4t, in deren Facetten ich noch zahlreiche weitere Obstsorten hineininterpretieren k\u00f6nnte \u2013 und in der Summe dem Duft trotzdem nicht gerecht w\u00fcrde. Eine olfaktorische Orgie!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist fruchtig und s\u00fc\u00df. Fast schon zuckrig, aber noch lange nicht klebrig-viskos wie so manches Pastry-Stout oder \u00e4hnliche \u201eMotor\u00f6l-Biere\u201c, flie\u00dft das Bier auf die Zunge. Sofort kommen auch retronasal die ganzen Fruchtaromen hervor. Wie sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p>Auch eine feine Bittere ist hinten auf der Zunge und am Gaumen zu sp\u00fcren \u2013 ich bin mir nicht sicher, ob sie vom Hopfen oder der Hefe kommt, aber sie ist angenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird das Bier dann aber doch etwas klebrig \u2013 aber es passt gut. Es ist ja nicht f\u00fcr den gro\u00dfen Schluck, sondern f\u00fcr den langsamen, bewussten Genuss gedacht. Zu letzterem passt dann auch die feine alkoholische W\u00e4rme, die sich in der Speiser\u00f6hre ganz langsam ausbreitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ganz hervorragendes Bier!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben13\/VerkostungspaketDornbirn3\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die unendlich lange Reise \u2026 \u201eIch hoffe, das Paket, das ich vor zwei Wochen aufgegeben habe, kommt bald an \u2026\u201c, hei\u00dft es in einer WhatsApp-Nachricht meines lieben Freunds, des Diplom Biersommeliers Dominik Ahmidou-Fend. Er macht sich langsam Sorgen, ob die guten Biere irgendwo unterwegs verschollen oder geborsten sein k\u00f6nnten. 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