{"id":47637,"date":"2025-03-07T17:02:00","date_gmt":"2025-03-07T16:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=47637"},"modified":"2025-10-11T19:29:16","modified_gmt":"2025-10-11T17:29:16","slug":"mitbringselsind-immer-willkommen-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=47637","title":{"rendered":"Mitbringsel<br>sind immer willkommen (12)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wir tragen Eulen nach Athen \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns schon ewig nicht mehr alle drei getroffen. Mal ich mich mit Dominik, mal er sich mit Frank, oder Frank sich mit mir. Aber heute, am 7. M\u00e4rz 2025, treffen wir uns alle drei gemeinsam, und zwar zum <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=46779\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tag der offenen Flasche<\/a> im <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=24927\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">KommproBier<\/a> in Langenargen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lligen Treffens haben beide, Frank und Dominik, jeweils einen Sixpack Bier f\u00fcr mich dabei \u2013 und tragen damit gewisserma\u00dfen Eulen nach Athen, denn hier im <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=24927\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">KommproBier<\/a> gibt es nun wirklich gen\u00fcgend Bier. Egal, aus welchem Land, egal, welche Sorte, es ist von allem genug da.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1020\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-1020x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47638\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-1020x1024.jpg 1020w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-768x771.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1020px) 100vw, 1020px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Aber nat\u00fcrlich sind die beiden Sixpacks auch nicht zum sofortigen Verzehr gedacht, sondern sie werden mitgenommen und zuhause in Ruhe verkostet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben16\/Mitbringsel12\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Das gibt dann wieder viele und ausf\u00fchrliche \u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ottakringer \u2013 Lager (4,7%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Lager ist ein Lager ist ein Lager.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00f6sterreichische M\u00e4rzen ist eh schon ein sehr schlankes, hochgespundetes Bier mit wenig Ecken und Kanten. Und wenn man es dann Lager nennt \u2013 tja, was soll sich dann gro\u00df \u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht eine etwas geringere Spundung. Vielleicht ein Hauch mehr Hopfen. Aber nur ein Hauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Goldgelb und blank filtriert steht es vor mir, der schneewei\u00dfe Schaum sch\u00f6n anzusehen, leider aber nicht sehr lange haltbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft sehr zur\u00fcckhaltend, mit einer feinen Malznote, dem eben schon erw\u00e4hnten Hauch Hopfen und etwas fl\u00fcchtigem Aroma von gr\u00fcnen \u00c4pfeln \u2013 Acetaldehyd.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk spritzig und recht d\u00fcnn, ebenso das Mundgef\u00fchl. W\u00e4ssrig klingt immer so negativ, w\u00e4re aber eigentlich hier durchaus angebracht. Aalglatt geht das Bier durch den Schlund, und erst nach dem Schluck kommt ein sachtes Hopfenaroma retronasal zum Vorschein. Ganz zart und fein nur, versch\u00fcchtert regelrecht, als traue es sich gar nicht so recht allein auf die sensorische B\u00fchne \u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Bevog Brauhaus \u2013 Helles Export Spezial Lager (4,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa wat denn nu?\u201c, ist mein erster Gedanke, als ich das Label auf der Dose lese. Helles? Export? Spezial? Lager? Welcher Bierkenner ist denn in der Lage, den Unterschied zwischen diesen vier Bezeichnungen zu schmecken? Zumal es eh keine bindenden Richtlinien gibt, nach denen sich einfallsreiche und kreative Brauer richten m\u00fcssten \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, herrje \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist hellgelb, ganz leicht tr\u00fcb und tr\u00e4gt einen sehr sch\u00f6nen, schneewei\u00dfen und sehr stabilen Schaum, der gleichm\u00e4\u00dfige Schaumringe im Glas hinterl\u00e4sst. Optisch ein Genuss!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist sehr weich, malzig, ganz leicht an Biskuit erinnernd.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ob der geringen Spundung ebenso weiche Antrunk sagt mir sehr zu. Auf der Zunge ist das Bier malzig, geradezu kremig in der Textur, und sehr sch\u00f6n zart ausbalanciert. Retronasal kommt eine hauchzarte Zitrusnote hervor, die aber rasch wieder abklingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck ist eine sehr leichte Hopfenbittere zu sp\u00fcren \u2013 auch sie klingt sehr rasch ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruckzuck ist das Bier nur noch Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Schlossbrauerei Autenried \u2013 Schlossbr\u00e4u Kupfer (6,2%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfes Lob an die Brauerei, der Versuchung widerstanden zu haben, dieses Bier \u201eBernstein\u201c zu nennen. Kupfer passt doch viel sch\u00f6ner und ist auch viel eindeutiger als Bernstein, den es ja immerhin in allen Schattierungen zwischen fast wei\u00df und fast schwarz gibt. Andernfalls das ber\u00fchmte Bernsteinzimmer ja auch ziemlich langweilig ausgesehen h\u00e4tte \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine sch\u00f6ne, leuchtende Kupferfarbe, ist leicht tr\u00fcb und tr\u00e4gt einen dezent gelblich schimmernden Schaum, der leichte Schaumringe im Glas hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft \u00fcberrascht mich. Ich habe mit Brotkruste und intensiven Malzaromen gerechnet und sto\u00dfe stattdessen auf fruchtige, leichtf\u00fc\u00dfig an Aprikosen, Pfirsiche und Litschi erinnernde Noten!<\/p>\n\n\n\n<p>Der dezent s\u00fc\u00dfliche Antrunk setzt die Aromenkaskade harmonisch fort. Immer mehr Fruchtnoten sp\u00fcre ich. Auf der Zunge bemerke ich eine angenehme Malzs\u00fc\u00dfe, retronasal werden die Fr\u00fcchte immer komplexer, immer ausgepr\u00e4gter. Und das Sch\u00f6ne ist: Die D\u00fcfte und Aromen bleiben bei aller Komplexit\u00e4t blitzsauber, total clean, ohne jeden St\u00f6rfaktor.<\/p>\n\n\n\n<p>Sachte schlucke ich, und die Begeisterung bleibt: Eine geradezu an einen sommerlichen Obstkorb erinnernde S\u00fc\u00dfe klassischer, mitteleeurop\u00e4ischer Obstsorten mit nur ganz zur\u00fcckhaltenden Tropenfruchtankl\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Komposition!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ritterguts Gose \u2013 Original (4,7%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist dunkelgelb mit einer deutlichen, gleichm\u00e4\u00dfigen Tr\u00fcbung. Der Schaum ist nicht der Rede wert, er entwickelt sich kurz und f\u00e4llt dann rasch zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist dezent \u2013 nur ganz leichte kr\u00e4uterige Noten und ein s\u00e4uerlich erfrischender Hauch sind zu sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist spritzig-frisch, und von Beginn an sind sowohl die leichte S\u00e4ure als auch die fein ausbalancierte mineralische Note zu sp\u00fcren. Angenehm und erfrischend. Retronasal kommt ein feiner zitroniger Spritzer hinzu, wohl vom hinzugegebenen Koriander.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck hinterl\u00e4sst das Bier trockene Schleimh\u00e4ute, die sich allerdings auch ein wenig rau anf\u00fchlen. Das gibt einerseits Durst auf den n\u00e4chsten Schluck, was ich gut finde, wirkt auf Dauer aber ein bisschen kratzig.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauerei Kundm\u00fcller \u2013 Weiherer Bock (6,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine sch\u00f6n goldene Farbe, ist blank filtriert und bildet nur sehr zur\u00fcckhaltenden und auch nicht lange haltbaren Schaum aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist intensiv malzig mit kr\u00e4ftigen Honigaromen und einer geradezu kremig wirkenden Textur \u2013 dieses Bier zu riechen ist, wie die Nasenschleimh\u00e4ute mit einer Pflegekreme sanft einzukremen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vergleichbar weich und kremig ist der Antrunk, begleitet von gerade so viel Kohlens\u00e4ure, dass das Bier nicht klebrig zu wirken beginnt. Auf der Zunge sp\u00fcre ich dann seine runde F\u00fclle, seine Vollmundigkeit und den volumin\u00f6sen Malzk\u00f6rper. Retronasal kommt der Honig mit aller Kraft hervor, w\u00e4hrend sich auf der Zunge an den R\u00e4ndern und hinten am Gaumen eine gut sp\u00fcrbare Hopfenbittere bemerkbar macht \u2013 angenehm, und den ansonsten mastig wirkenden Eindruck sanft, aber nachdr\u00fccklich ausbalancierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck sinniere ich dem Bier einen Moment hinterher, sp\u00fcre die sachte abklingenden Honigaromen, denen nun auch eine kr\u00e4uterige W\u00fcrze eigen ist. Ein komplexes Bier f\u00fcr den langsamen und bewussten Genuss.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Blick auf das Etikett mit der langen Liste der internationalen Auszeichnungen f\u00fcr dieses Bier zeigt mir: Ich bin mit meinen Eindr\u00fccken nicht allein: Das ist was wirklich Gutes!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauerei Ried \u2013 Rieder India Pale Ale (6,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oh, ein richtig sch\u00f6nes, klassisches India Pale Ale aus dem Innkreis \u2013 toll!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist ein sch\u00f6nes, leuchtendes Mittelbraun (auf dem Etikett wird von bernsteinfarben schwadroniert, in konsequenter Verkennung der Farbenvielfalt echten Bernsteins). Das Bier ist leicht tr\u00fcb und tr\u00e4gt einen sch\u00f6nen, festen und haltbaren, beigefarbenen Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist kr\u00e4uterig und harzig und erinnert an einen Kiefernwald in der Sommersonne. Wundersch\u00f6n w\u00fcrzig! Und auch hier: Das Etikett behauptet \u201eexotisches Fruchtaroma\u201c, das nur mit viel Phantasie in die herrliche Terpen-Sinfonie hinein zu interpretieren ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom ersten Moment an gibt sich das Bier harzig und kr\u00e4uterig \u2013 beim Antrunk, auf der Zunge und auch im Rachen nach dem Schluck. Eine angenehme Trockenheit macht sich auf den Schleimh\u00e4uten breit, zieht sie ganz dezent zusammen, adstringiert also ein wenig, und macht eine unb\u00e4ndige Lust auf den n\u00e4chsten Schluck. Gleichzeitig werden die harzigen Aromen, die so sch\u00f6n an Nadelwald erinnern, retronasal ganz intensiv.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re die Bittere an den Zungenr\u00e4ndern nicht einen Hauch zu rau \u2026 dieses Bier h\u00e4tte fast f\u00fcnf Sterne verdient.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Hochdorfer \u2013 BarbaraBock (8,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bock leuchtet in einer dunklen, rubinroten Farbe und zeigt einen herrlichen Glanz. Der feinporige, beigefarbene Schaum ist kremig und in Resten sehr langzeitstabil \u2013 obwohl er sich nicht \u00fcppig ausbildet, hinterl\u00e4sst er trotzdem sch\u00f6ne Br\u00fcsseler Spitzen im Glas.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist malzig mit feinen Waldhonignoten und einem leicht r\u00f6stigen Fundament, das ein wenig an getoastete Eichendauben erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist weich und rund, fast schon ein wenig viskos, und auf der Zunge breitet sich das Bier in opulenter F\u00fclle aus. Warm umschlie\u00dft der Malzk\u00f6rper Zunge und Gaumen, und retronasal sp\u00fcre ich erneut den Waldhonig und das leicht angebrannte Eichenholz.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine durchaus kr\u00e4ftige, angesichts des Malzk\u00f6rpers aber \u00fcberhaupt nicht dominante oder gar kernige Hopfenbittere wird nach dem Schluck sp\u00fcrbar, ebenso wie eine ganz leichte und angenehme alkoholische W\u00e4rme.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bier f\u00fcr den langsamen und sehr bewussten Genuss.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Familienbrauerei Bauh\u00f6fer \u2013 Winterbock \u2013 Doppelbock (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Formal ist das Bier seit einer Woche abgelaufen \u2013 jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums. Aber, hey! Das ist ein Doppelbock. Und bei Bauh\u00f6fers wird offensichtlich penibel und hygienisch gearbeitet! Das Bier ist jedenfalls vorz\u00fcglich!<\/p>\n\n\n\n<p>Dunkelkupferfarben und blank filtriert steht das Bier im Verkostungsglas. W\u00e4re nicht die sch\u00f6ne, r\u00f6tlichbeige Schaumschicht (die leider nicht sehr lange h\u00e4lt), s\u00e4he das Ganze wie ein Cognac aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist kr\u00e4ftig malzig mit einer sch\u00f6nen, ausgepr\u00e4gten Honignote und einem feinen Whiff von Liebst\u00f6ckel im Hintergrund, der sich sehr sch\u00f6n in das Gesamtaroma einf\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund und weich flie\u00dft das Bier dann auf die Zunge. Malz steht m\u00e4chtig im Vordergrund und verleiht dem Bier einen fast schon etwas viskos wirkenden K\u00f6rper. Es ist s\u00fc\u00dflich, intensiv s\u00fc\u00dflich sogar, aber nicht zuckrig. Eine angenehme, pr\u00e4sente, aber nicht dominierende Bittere h\u00e4lt den Malzk\u00f6rper in Schach und verhindert eine saturierende Mastigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird die Bittere im Rachen noch deutlicher sp\u00fcrbar. Gleichzeitig entwickeln sich die Honignoten retronasal auf\u2019s Angenehmste weiter \u2013 jetzt auch ohne Maggikraut.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr sch\u00f6nes Bier, das, wie ich vermute, durch die unbeabsichtigte \u00dcberlagerung sogar noch gewonnen haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Loncium \u2013 Carinthipa \u2013 Session India Pale Ale (5,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Also, bei einer Bezeichnung als \u201eSession\u201c-Bier h\u00e4tte ich eher einen Alkoholgehalt von unter viereinhalb Prozent erwartet. H\u00f6chstens! Aber sei\u2019s drum.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas zeigt sich das Bier hellkupferfarben, nach vorsichtigem Einschenken fast klar (der Bodensatz kommt dann erst sp\u00e4ter hinzu und macht das Bier leicht kr\u00fcmelig tr\u00fcb) und mit einem altwei\u00dfen, ausgepr\u00e4gten und lange haltbaren Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist hopfenbetont, kr\u00e4uterig-w\u00fcrzig mit den typischen IPA-Fruchtnoten eher im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier zeigt im Mund eine feine Rests\u00fc\u00dfe, bleibt dabei aber recht schlank. Die Bittere ist pr\u00e4sent, aber zun\u00e4chst nicht dominant, so dass der Eindruck f\u00fcr ein IPA in der Tat recht \u201esessionable\u201c wirkt. Retronasal identifiziere ich leichte Harz- und Kr\u00e4uternoten, vielleicht ein Hauch Rosmarin. Die bitteren Fr\u00fcchte sind auch wieder dabei, spielen aber immer noch die zweite Geige.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird die Bittere pl\u00f6tzlich sehr kr\u00e4ftig und deftig. Es bildet sich regelrecht eine raue Schicht auf den Schleimh\u00e4uten, die sogar etwas kratzig zu wirken beginnt. Das h\u00e4tte ich so nicht erwartet und bin \u00fcberrascht. Die Bittere h\u00e4lt dann auch eine ganze Weile an und wird so in der R\u00fcckschau zum dominierenden Element der Sensorik dieses Biers.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ritterguts Gose \u2013 B\u00e4rent\u00f6ter \u2013 German Sour Gose Bock (6,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine sch\u00f6ne, rotbraune Farbe, die an sehr dunkles Kupfer erinnert. Es ist bei vorsichtigem Einschenken klar; wenn der Bodensatz ins Glas kommt, wird es leicht und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb. Der Schaum bildet sich zun\u00e4chst sehr ansehnlich aus, f\u00e4llt dann aber blitzschnell und ohne Spuren zu hinterlassen in sich zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist sehr zur\u00fcckhaltend \u2013 ich sp\u00fcre lediglich eine dezente Waldhonignote, die von einer ganz feinen S\u00e4ure begleitet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits unmittelbar beim Antrunk wird eine deutlich salzige Mineralit\u00e4t sp\u00fcrbar, die die begleitende, feine S\u00e4ure r\u00fccksichtslos an die Wand dr\u00fcckt. Der erste Eindruck lautet also \u201esalzig!\u201c. Auf der Zunge bleibt das f\u00fcr einen Moment so, aber dann wagt sich die S\u00e4ure doch auf die B\u00fchne und beansprucht Raum. Gleichzeitig weichen die orthonasal noch sp\u00fcrbaren Waldhonigaromen; retronasal kommen stattdessen leichte Fruchtester zum Vorschein, die an helle Stachelbeeren und Quitten erinnern. Auch eine gewisse Malzs\u00fc\u00dfe ist sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck geschieht mehrerlei gleichzeitig: Im Rachen wird eine feine Bittere sp\u00fcrbar. Die S\u00e4ure nimmt weiter \u00fcberhand. An das Salz gew\u00f6hnen sich Zunge und Gaumen dahingehend, dass es nicht mehr nur salzig schmeckt. Und es bildet sich ein seifig-alkalischer Belag auf den Schleimh\u00e4uten (h\u00f6rt sich schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist).<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr interessante Effekte, die dieses Bier von der \u201enormalen\u201c Gose (was ist an einer Gose schon normal \u2026) doch sehr deutlich unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauerei Schloss Eggenberg \u2013 Samichlaus Classic [2023] (14,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was soll man zu diesem Wunderwerk noch schreiben? Zu diesem Bier, das schon von tausenden von Bierliebhabern in den h\u00f6chsten T\u00f6nen bis in den Himmel gelobt worden ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Soll ich zur wundersch\u00f6nen, r\u00f6tlichbraunen Farbe etwas schreiben? Dazu, dass das Bier blank filtriert ist? Dazu, dass es (Kunstst\u00fcck bei vierzehn Prozent Alkohol) gar nicht so recht Schaum ausbilden mag?<\/p>\n\n\n\n<p>Oder zum malzig s\u00fc\u00dfen Duft mit seinen feinen Noten von Schokolade, dunklen Fr\u00fcchten, R\u00f6stmalz, Trockenpflaumen und Madeirawein?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht gar zu seinem zuckers\u00fc\u00dfen, s\u00e4mig-viskosen Antrunk und der dann folgenden Aromenexplosion auf der Zunge und am Gaumen, mit all den Facetten, die eben schon zu erschnuppern waren und sich nun noch mit einer feinen R\u00f6stbittere und ganz dezenten Kakao- und Mokkaaromen paaren?<\/p>\n\n\n\n<p>Oder schlie\u00dflich zu seinem vollen, runden, dezent alkoholisch w\u00e4rmenden Abgang, der, einem guten Weinbrand gleich, jeden einzelnen Tropfen in all seiner Macht sp\u00fcren l\u00e4sst und ein Gef\u00fchl der Ruhe und Behaglichkeit sich ausbreiten l\u00e4sst?<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, ich glaube, ich lasse es lieber.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Mohrenbr\u00e4u \u2013 Eisbock Jahrgang 2019 (10,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geradezu s\u00e4mig und leicht viskos wirkt dieses leuchtend kupferfarbene, fein tr\u00fcbe Bier beim Einschenken, und es bildet nur eine ganz leichte, fl\u00fcchtige Schaumschicht aus. Es sei ihm verziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist angenehm weich, geradezu kremig. Feine Honignoten identifiziere ich, ein wenig getrocknete Aprikosen und etwas Cranberry. Sehr sch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mund paaren sich die weiche Kremigkeit des runden, satten Malzk\u00f6rpers mit einer fein bizzelnden S\u00e4ure, die vielleicht nicht nur von der Kohlens\u00e4ure her stammt, sondern in ihrer Art ein wenig an das Bizzeln von umgekipptem, ganz leicht angegorenem Fr\u00fcchtekompott erinnert. Eine kraftvolle S\u00fc\u00dfe ist zu sp\u00fcren, und retronasal, jetzt ganz intensiv, vor allem die Honignoten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck kommt eine feine Hopfenherbe hinzu, die sich mit der gleichzeitig auftretenden, sch\u00f6nen alkoholischen W\u00e4rme aufs Beste vertr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr sch\u00f6nes Bier.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur das Etikett bringt mich zum Nachdenken. Eisbock Jahrgang 2019 steht dort. Und gleichzeitig, auf der R\u00fcckseite \u201e\u2026 wird mit einer Haltbarkeit von zehn Jahren hergestellt\u201c. Wie sich diese beiden Aussagen mit dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum von September 2030 vertragen, erschlie\u00dft sich mir rechnerisch nicht \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben16\/Mitbringsel12\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Wir tragen Eulen nach Athen \u2026 Wir haben uns schon ewig nicht mehr alle drei getroffen. Mal ich mich mit Dominik, mal er sich mit Frank, oder Frank sich mit mir. Aber heute, am 7. 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