{"id":47991,"date":"2025-06-22T14:13:00","date_gmt":"2025-06-22T12:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=47991"},"modified":"2025-11-29T07:37:36","modified_gmt":"2025-11-29T06:37:36","slug":"verkostungspaketaus-traubing-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=47991","title":{"rendered":"Verkostungspaket<br>aus Traubing"},"content":{"rendered":"\n<p>Gerade erst sind wir aus einem Kurzurlaub in Polen zur\u00fcckgekommen. Seit langer Zeit einmal wieder eine Reise mit dem Auto, nicht mit der Bahn. Was das bedeutet, brauche ich wohl nicht zu erl\u00e4utern \u2026 n\u00e4mlich einen Kofferraum voller Bier.<\/p>\n\n\n\n<p>Zufall, dass direkt am Tag nach unserer R\u00fcckkehr auch ein gro\u00dfes Bierpaket aus Traubing ankommt. Vierzehn verschiedene Flaschen (plus eine liebe Dreingabe, bestehend aus vier Gl\u00e4sern selbstgemachter Marmelade).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben17\/VerkostungspaketTraubing6\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"330\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Verkostungspaket-aus-Traubing-Mini-1-1024x330.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-47992\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Verkostungspaket-aus-Traubing-Mini-1-1024x330.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Verkostungspaket-aus-Traubing-Mini-1-300x97.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Verkostungspaket-aus-Traubing-Mini-1-150x48.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Verkostungspaket-aus-Traubing-Mini-1-768x247.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Verkostungspaket-aus-Traubing-Mini-1.jpg 1319w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>sage und schreibe vierzehn Biere!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Jetzt wird es eng im Keller, aber da es sich bei diesen Flaschen fast ausschlie\u00dflich um starke Bockbiere handelt, die problemlos auch l\u00e4nger gelagert werden k\u00f6nnen, komme ich jetzt absolut nicht in Bierstress, sondern freue mich einfach nur \u00fcber die tolle Auswahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auf die \u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sch\u00e4ffler Br\u00e4u \u2013 Weisser Bock [2024] (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine mittelbraune Farbe, ist sch\u00f6n gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb und tr\u00e4gt eine hellbeigefarbene, kremige Schaumkrone. So weit, so gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Duft warnt mich schon ein wenig vor. Neben den bananigen und komplex-fruchtig-estrigen Aromen, die diesen Weizenbock auszeichnen, rieche ich auch eine s\u00e4uerlich-dumpfe Note.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztere best\u00e4tigt sich bereits im Antrunk \u2013 das Bier ist s\u00e4uerlich und weist leicht ins Faulige gehende Noten auf. Fast untrinkbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits muss ich fairerweise sagen, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum etwas mehr als sieben Monate in der Vergangenheit liegt. Andererseits frage ich mich, warum es Weizenb\u00f6cke gibt, die \u00fcber Jahre hinweg besser und komplexer werden, und andere wiederum schon recht bald nach Ablauf komplett kippen. Ist die mikrobiologische Reinheit bei einem Weizenbock wirklich so schwer zu gew\u00e4hrleisten?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>orca brau \u2013 it\u2019s a match \u2013 belgian saison | red beet | andaliman pepper (8,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mal wieder was Interessantes aus <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/felixvomendt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Felix vom Endts<\/a> Hexenk\u00fcche \u2013 Bier, das er in Bayern eigentlich gar nicht brauen d\u00fcrfte \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Einschenken fallen zwei Sachen sofort auf: Erstens die leuchtende, dunkelrote Farbe, die trotz leichter und gleichm\u00e4\u00dfiger Tr\u00fcbung des unfiltrierten Biers zu strahlen scheint, und zweitens das rosafarbene Schaumgebirge, das sich durch mehrmaliges Einschenken \u00fcber drei Finger breit \u00fcber den Glasrand auft\u00fcrmen l\u00e4sst. Wow!<\/p>\n\n\n\n<p>Vor den Genuss haben die G\u00f6tter also die Geduld gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist vielschichtig. Leicht erdige Aromen von den Rote Bete, ein Hauch ebenfalls ein bisschen erdig wirkenden aromatischen Pfeffers, aber auch eine etwas dumpf wirkende Note nach dem Holz eines alten Kleiderschranks auf dem Dachboden, wenn die Sommersonne drauf brennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist frisch, leicht bizzelig und ein wenig pfeffrig-scharf. Auf der Zunge breiten sich neben einer feinen Malzs\u00fc\u00dfe sofort blumige Pfefferaromen aus, die erst nach einem kurzen Moment vom erdigen Charakter der Rote Bete gefolgt werden. Ein bisschen bitter und ein bisschen adstringierend wirkt es am Zungenrand, und retronasal wirkt das Bier jetzt neben den erdigen Aromen ein wenig kr\u00e4uterig, an Petersilie oder gar Korianderbl\u00e4tter erinnernd, aber nur ganz leicht. Dahinter kommt eine fruchtige Note.<\/p>\n\n\n\n<p>In all dieser Komplexit\u00e4t geht mir der dezent phenolische Charakter, der ein Saison \u00fcblicherweise auszeichnet, fast, aber nur fast verloren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abgang bringt nach den Rote Bete auch noch einen leicht frisch wirkenden Hauch mit sich, der fast schon zitrusartig wirkt. Begleitet wird er von einer dezenten alkoholischen W\u00e4rme.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr komplex, nicht immer zu hundert Prozent harmonisch, sondern phasenweise dissonant, gleichwohl aber interessant.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Kasteel \u2013 Barista Belgian Ale \u2013 Chocolate Quad (11,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man nehme: Eine gro\u00dfe Tafel Bitterschokolade, ein paar Teel\u00f6ffel Kakaopulver, ein paar Teel\u00f6ffel Kaffeepulver, und zwar von der kr\u00e4ftigen, dunklen R\u00f6stung, und schmelze die Mischung im Wasserbad langsam und vorsichtig ein. Ist die Masse fl\u00fcssig, r\u00fchrt man sie sachte und gleichm\u00e4\u00dfig unter weiterem, sanftem Erw\u00e4rmen auf und \u2026 Nein, so geht das nat\u00fcrlich nicht, wenn die Brauer in der <a href=\"https:\/\/www.vanhonsebrouck.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kasteel Brouwerij Vanhonsebrouck<\/a> in Izegem das Chocolate Quad produzieren. Auch wenn man beim ersten Schluck den Eindruck hat, dass das genau so abgelaufen sein muss. Nein, sie brauen schon auf herk\u00f6mmliche Art, indem sie Malz einmaischen, abl\u00e4utern, mit Hopfen kochen, k\u00fchlen und mit reichlich Hefe zur G\u00e4rung anstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ein bisschen tricksen sie. Viel ger\u00f6stetes Chocolate Malt nehmen sie, zum Beispiel. Eine gewaltige Stammw\u00fcrze erzeugen sie, nehmen also unfassbar viel Malz und wenig Wasser, pimpen das Ganze noch mit etwas Zucker, wir sind ja schlie\u00dflich nicht in Deutschland, wo so etwas verboten ist, und dann nehmen sie eine Hefe, die mit diesen vielen N\u00e4hrstoffen auch fertig wird und im Schlaraffenland nicht vorzeitig wegen V\u00f6llerei dahinscheidet. Tja, und dann geben sie eine besonders kostbare Zutat hinzu: Zeit. Die Hefe braucht laaange, um das Bier zu verg\u00e4ren. Und dieses braucht dann noch einmal so laaange, um zu reifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann ist es soweit, nach vielem Verkosten und Pr\u00fcfen gibt der Brauer das Bier frei, und ins Glas ergie\u00dft sich eine Melange aus Schokolade, Kakao, Mokka, vanilliger, kremiger S\u00fc\u00dfe, Karamell und dunklen Trockenfr\u00fcchten. S\u00e4mig rinnt das Bier \u00fcber die Zunge, malt mit dickem Pinsel runde Aromamuster auf die Schleimh\u00e4ute, gleitet in den Rachen, \u00f6lig-viskos, und w\u00e4rmt die Speiser\u00f6hre zart mit dem Alkohol. Uns wird weihnachtlich zumute. Wen wundert\u2019s? Dieses Bier ist urspr\u00fcnglich mal als Winterbier erdacht und vermarktet worden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Augustiner-Br\u00e4u \u2013 Heller Bock [2024] (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine strohgelbe Farbe, ist blank und entwickelt verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist malzig mit ein paar fruchtigen, an Mandarinen aus der Konservendose erinnernden Noten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der runde und volle Antrunk leitet \u00fcber zu einem ebenso runden Mundgef\u00fchl, das aber von Beginn an retronasal wieder von den Mandarinenaromen begleitet wird. Eine feine Honignote kommt noch hinzu, bedingt durch die Alterung, aber durchaus nicht unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Abgang sp\u00fcrt man ein feine alkoholische W\u00e4rme und einen ganz leicht spritigen Charakter, der aber ebenfalls nicht unangenehm ist.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Tegernseer \u2013 Der blaue Page \u2013 Heller Bock [2024] (6,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine kr\u00e4ftig gelbe Farbe, eine leichte und gleichm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung und eine sch\u00f6ne, wei\u00dfe Schaumkrone, die zwar nette Trinkr\u00e4nder hinterl\u00e4sst, aber in ihrer \u00dcppigkeit nicht allzu haltbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geruch ist malzbetont mit leichten, alterungsbedingten, aber angenehmen Honignoten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist \u00fcberraschend spritzig, auf der Zunge erst zeigt sich das Bier weicher und runder, pr\u00e4sentiert seine Honignoten auch retronasal und \u00fcberrascht mit feinen Fruchtnoten, die an wei\u00dfe Stachelbeeren und gelbe Kiwi erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abgang wird etwas dumpfer, jetzt merkt man die Alterung deutlicher, und auch der Alkohol wird jetzt auf dezent spritige und sanft w\u00e4rmende Art sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauhaus Garmisch \u2013 Heller Bock (6,9%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine sch\u00f6ne, dunkelgoldene Farbe, ein filtrierter Glanz und ein sch\u00f6ner, wei\u00dfer Schaum erfreuen das Auge schon vor dem ersten Schluck, s\u00fc\u00dflich-malzige Noten und ein feines, leicht kr\u00e4uteriges Aroma erfreuen die Nase und der weiche Antrunk mit einer recht hohen Rests\u00fc\u00dfe schmeichelt der Zunge.<\/p>\n\n\n\n<p>Im gleichen Ma\u00dfe wie die feine Hopfenherbe sp\u00fcrbar wird, machen sich retronasal ein paar h\u00f6here Alkohole bemerkbar \u2013 weit davon entfernt, einen spritigen Eindruck zu hinterlassen, aber dennoch sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck setzt ein Hauch von alkoholischer W\u00e4rme in der Speiser\u00f6hre ein; die Bittere bleibt sehr zur\u00fcckhaltend.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter dann, als das Bier im Glas sich schon erw\u00e4rmt hat, wird der Eindruck dann doch noch ein wenig spritig \u2013 es empfiehlt sich also, diesen hellen Bock nicht zu langsam zu trinken.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Starnberg Br\u00e4u \u2013 Maibock Korbinian (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe gef\u00e4llt: Es ist ein leuchtendes Orange mit einer feinen, sehr gleichm\u00e4\u00dfigen Tr\u00fcbung. Auch der kremige, fast schon sahnige Schaum dar\u00fcber ist attraktiv. Und vor allem: Er h\u00e4lt sehr lang, was f\u00fcr ein Bier mit diesem Alkoholgehalt bemerkenswert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist s\u00fc\u00dflich und malzig mit feinen Honignoten (von der floralen Sommerbl\u00fctenfraktion, nicht so der herbe Waldhonig).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk weist eine feine, fast ins leicht Pfeffrige gehende Sch\u00e4rfe auf, auf der Zunge ist das Bier dann aber rund und weich. Der Malzk\u00f6rper macht es fast ein bisschen s\u00e4mig, und die Spundung ist hoch genug, um es nicht mastig wirken zu lassen. Eine angenehme, durchaus deutlich sp\u00fcrbare, aber nicht dominierende Herbe gleicht die S\u00fc\u00dfe ebenfalls ein bisschen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Retronasal werden die Sommerbl\u00fctenhonignoten deutlicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird die pfeffrige Sch\u00e4rfe erneut sp\u00fcrbar, gleichzeitig macht sich auch eine feine alkoholische W\u00e4rme bemerkbar, die die St\u00e4rke dieses Bocks betont, ohne zu spritig zu werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Giesinger \u2013 Innovator \u2013 Doppelbock (7,3%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas pr\u00e4sentiert sich das Bier in dunklem Braun mit fast blanker Anmutung \u2013 nur ein leichtes Opalisieren ist gegen das Licht zu sehen. Erst beim Nachschenken l\u00f6st sich der Bodensatz, und das Bier wird tr\u00fcb. Die feine Schaumschicht \u00fcberzeugt durch feinblasige Kremigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Der intensiv malzige Duft weist ein paar leichte R\u00f6stnoten auf, die dem Bier einen Hauch von Roggenbrotkruste verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist s\u00fc\u00dflich, malzig und voll. Auf der Zunge dominiert die S\u00fc\u00dfe, aber sie wird nicht klebrig. Eine leichte Bittere, die sich aber dezent im Hintergrund h\u00e4lt, ist vorhanden, ebenso ein ganz feiner, s\u00e4uerlicher Akzent.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck sp\u00fcrt man retronasal erneut die malzigen, jetzt ein bisschen ins Kr\u00e4uterige \u00fcbergehenden Aromen, gleichzeitig wird es in der Kehle und entlang der Speiser\u00f6hre leicht warm \u2013 ein angenehmer, alkoholischer Effekt, den ich bei \u201enur\u201c 7,3% Alkohol so noch nicht erwartet h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Haderner Br\u00e4u M\u00fcnchen \u2013 Bockbier \u2013 Heller Bock [2024] (7,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits \u2026 sollte ich jetzt wohl darauf verzichten, f\u00fcr dieses Bier detaillierte Verkostungsnotizen zu schreiben \u2013 immerhin ist das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits seit einem Dreivierteljahr abgelaufen. Andererseits \u2026 andere Biere sind schon vor dem angegebenen Datum gekippt, sauer, faulig oder sonstwie untrinkbar geworden, und dieses hier ist, abgesehen von ein paar kr\u00e4ftigen \u201eAlterungshonigaromen\u201c, also den Aromen, die bei Oxidation und Alterung des Biers entstehen und gelegentlich an kr\u00e4ftigen Waldhonig erinnern, durchaus noch gut trinkbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern: Erstmal ein Lob an die Girgs, an Thomas und Marta, die das <a href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=12560\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Haderner Br\u00e4u<\/a> betreiben. Und zwar so, dass von der Mikrobiologie und der Brauhygiene alles in allerbester Ordnung ist!<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt zum Bier:<\/p>\n\n\n\n<p>Eine sch\u00f6ne, kupferne Farbe, eine leichte Tr\u00fcbung, ein zur\u00fcckhaltender Schaum, der ob des Alters des Biers zu Recht recht rasch zusammenf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein malziger Duft mit kr\u00e4ftigen Honignoten. Alterung und schleichende Oxidation. V\u00f6llig in Ordnung und durchaus nicht unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weicher und runder Antrunk mit relativ niedriger Spundung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein voller, vollmundiger und runder Eindruck auf der Zunge, malzbetont, dezent s\u00fc\u00dflich, mit nur sehr zur\u00fcckhaltenden, kaum sp\u00fcrbaren Hopfenbitter-Akzenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Retronasal erneut die Waldhonigaromen, begleitet von etwas Biskuit im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck ein weiches Finish, das nach dem zweiten, dritten Schluck ganz sachte beginnt, eine feine alkoholische W\u00e4rme zu erzeugen, ein ganz leicht spritiger Charakter.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Summe: Noch prima trinkbar. Und ohne mikrobielle Kontamination!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fl\u00f6tzinger \u2013 Mai Bock [2024] (7,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres gutes Beispiel daf\u00fcr, dass sauber gebraute Biere ohne mikrobielle Kontamination problemlos auch weit \u00fcber das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus gut schmecken k\u00f6nnen. Ein dezenter Alterungsgeschmack ist zwar sp\u00fcrbar, aber es ist nichts am Kippen, das hei\u00dft, weder S\u00e4ure noch Fauligkeit, die beide von bakteriellen Infektionen herr\u00fchren w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glas zeigt sich das Bier mittelgelb mit einer ganz leicht opalisierenden Tr\u00fcbung, die auf das seit einem Jahr \u00fcberschrittene Mindesthaltbarkeitsdatum hinweist. Der Schaum ist im ersten Moment sch\u00f6n anzusehen, wei\u00df und kremig, f\u00e4llt dann aber recht rasch zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist gepr\u00e4gt von biskuitartigen Malznoten und einer kr\u00e4ftigen, waldhonigartigen Aromatik, die auf das Alter hinweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der weiche und runde Antrunk, die ausgepr\u00e4gte Vollmundigkeit und der angenehm runde Schluck gefallen; retronasal sind die alterungsbedingten Honigaromen zwar wieder zu sp\u00fcren, aber sie wirken nicht unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n trinkbar. Wenn auch ziemlich genau ein Jahr zu sp\u00e4t \u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Giesinger \u2013 Lemondrop Triple (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist kr\u00e4ftig gelb, die Tr\u00fcbung sch\u00f6n gleichm\u00e4\u00dfig, der Schaum eher schwach auf der Brust, auch wenn er trotz aller Zaghaftigkeit immerhin sch\u00f6ne Trinkringe hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft weist sch\u00f6ne Zitrusnoten auf, die allerdings in ein weiches, warmes Bett von Honigaromen eingeh\u00fcllt sind \u2013 ein kleines Zugest\u00e4ndnis daran, dass das Bier eigentlich schon vor mehr als zwei Monaten abgelaufen ist. Frisch war der zitronige Charakter mit Sicherheit st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist angenehme weich, aber nicht zu vollmundig; auf der Zunge beweist das Bier eine sch\u00f6ne, kr\u00e4ftige Hopfung, die zwar durch den Malzk\u00f6rper in Zaum gehalten wird, sich aber deswegen nicht gleich ganz wegduckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abgang weist eine ganz dezente alkoholische W\u00e4rme auf und pr\u00e4sentiert retronasal noch einmal das warme Honigaroma.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Starnberger Brauhaus \u2013 Seenator \u2013 Unser dunkler Doppelbock [2024] (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr sch\u00f6n gereifter, w\u00e4rmender dunkler Doppelbock!<\/p>\n\n\n\n<p>Die kr\u00e4ftige, mittelbraune Farbe gef\u00e4llt. Das Bier ist blank, der sich ordentlich entwickelnde Schaum dezent beigefarben und nicht allzu langlebig (was wohl der Reifung des Biers zuzuschreiben ist).<\/p>\n\n\n\n<p>Der w\u00fcrzige, malzige und ein bisschen ins Kr\u00e4uterige tendierende Duft ist verf\u00fchrerisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein runder und voller Antrunk, eine ausgepr\u00e4gte Vollmundigkeit mit einem s\u00fc\u00dfen, aber aufgrund einer angenehmen, kr\u00e4ftigen und ganz dezent r\u00f6stigen Bittere nicht klebrigen Malzk\u00f6rper und ein ganz dezent alkoholisch w\u00e4rmender Abgang pr\u00e4sentieren sich in angenehmer Harmonie.<\/p>\n\n\n\n<p>Retronasal kommend die kr\u00e4uterigen Akzente ein St\u00fcck weit in den Vordergrund, bleiben aber ausgewogen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Maisel \u2013 Maisel\u2019s Bajuwarus \u2013 Weizenbock [2023] (7,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gereifter Weizenbock \u2013 da stellt sich sofort wieder die Frage: \u201eHopp oder Top?\u201c Entweder kippen die ganz schnell und werden unangenehm sauer oder sie gewinnen durch die Reifung und sind ein Jahr nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums erst so richtig gut \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser hier ist \u2026 topp!<\/p>\n\n\n\n<p>Eine sch\u00f6ne kupferbraune Farbe, bei vorsichtigem Einschenken nur leicht opalisierend, und geziert von einer \u00fcppigen Schaumkrone altwei\u00dfer Farbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft gef\u00e4llt mit einem Potpourri fruchtiger Noten. Ich rieche Banane, etwas Aprikose, aber auch rote Beeren und schwarze Trockenfr\u00fcchte \u2013 Pflaumen, Rosinen, Datteln. Dahinter eine leichte S\u00fc\u00dfholznote. Wundersch\u00f6n!<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist spritzig mit einer feinen, pfeffrigen Sch\u00e4rfe, danach breitet sich eine angenehme S\u00fc\u00dfe auf der Zunge aus. Eine Hopfenbittere ist zwar zu identifizieren, h\u00e4lt sich aber sehr dezent im Hintergrund. Nach dem Schluck kommen die Frucht- und S\u00fc\u00dfholzaromen mit Macht und in ganzer Breite zur Geltung, w\u00e4hrend sich im Hals eine elegante alkoholische W\u00e4rme breit macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr ein herrlich komplexes Bier!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brauhaus Garmisch \u2013 Olympiator (8,3%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dem Bier sieht man seine Wucht quasi schon an. Dunkelbraun steht es im Glas, klar, und mit einer kremigen, leicht beigefarbenen Schaumkrone.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft? Kr\u00e4ftig malzig mit einer herb-w\u00fcrzigen Kr\u00e4uternote im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk? Rund und voll, s\u00fc\u00df und vollmundig auf der Zunge. Aber auch ein bisschen bitter.<\/p>\n\n\n\n<p>Retronasal ein paar R\u00f6staromen, etwas Honig, warme Malznoten, ein paar Kr\u00e4uter. Ein Schelm, wer jetzt an Schweizer Malzbonbons mit Kr\u00e4utern denkt. (\u201eWer hat\u2019s erfunden?\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abgang? Satt und voll. Leicht r\u00f6stbitter. Und dezent alkoholisch warm.<\/p>\n\n\n\n<p>Drau\u00dfen st\u00fcrmt und regnet es, die herbstlich bunten Bl\u00e4tter werden von den B\u00e4umen gefegt. Das Bier? Passt perfekt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben17\/VerkostungspaketTraubing6\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Gerade erst sind wir aus einem Kurzurlaub in Polen zur\u00fcckgekommen. Seit langer Zeit einmal wieder eine Reise mit dem Auto, nicht mit der Bahn. Was das bedeutet, brauche ich wohl nicht zu erl\u00e4utern \u2026 n\u00e4mlich einen Kofferraum voller Bier. Zufall, dass direkt am Tag nach unserer R\u00fcckkehr auch ein gro\u00dfes <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=47991\" title=\"Verkostungspaketaus Traubing\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":47992,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[160,2,3,189],"tags":[],"class_list":{"0":"post-47991","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-beer-nuggets","8":"category-bier-erleben","9":"category-bierverkostungen","10":"category-unboxing"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47991"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47991\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48147,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47991\/revisions\/48147"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/47992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}