{"id":48309,"date":"2025-07-07T17:20:00","date_gmt":"2025-07-07T15:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=48309"},"modified":"2026-01-06T07:31:08","modified_gmt":"2026-01-06T06:31:08","slug":"mitbringselsind-immer-willkommen-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=48309","title":{"rendered":"Mitbringsel<br>sind immer willkommen (14)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wohl dem, der solche Freunde sein eigen nennt!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe mal wieder was bestellt\u201c, lese ich in einer WhatsApp-Nachricht. \u201eIch bin gerade in einem Spezialit\u00e4ten-Caf\u00e9\u201c, in einer anderen. \u201eKuck mal, was ich gefunden habe\u201c, in einer dritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben17\/Mitbringsel14\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Resultat steht einige Tage sp\u00e4ter mal wieder eine gro\u00dfe Einkaufstasche voller Flaschen und Dosen vor mir. Gro\u00dfe Flaschen, kleine Flaschen, edle Flaschen, in Karton verpackte Flaschen und ein paar exklusive Dosen. Mein lieber Freund Frank dr\u00fcckt mir die Tasche in die Hand. \u201eAber nicht alles heute schon trinken\u201c, zwinkert er mir noch zu, bevor ich die Tasche nehme (verflixt, ist die schwer!) und die Holztreppe hinunterschleppe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"694\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-1024x694.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-48310\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-1024x694.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-300x203.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-150x102.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1-768x520.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mitbringsel-sind-immer-willkommen-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Angesichts der Biermengen, die Frank und ich immer austauschen, w\u00e4re doch eigentlich ein Fahrstuhl oder wenigstens ein Lastenaufzug angebracht, denke ich mir noch und verfluche sowohl den Altbau mit den knarzenden Holzstufen als auch die Tatsache, dass Frank im dritten Stock wohnt. Aber was tut man nicht alles f\u00fcr gutes Bier und spannende \u2026<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><strong>Verkostungsnotizen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sebastian Riekehr \u2013 Robinienwei\u00df \u2013 Erfrischendes Witbier (6,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin wundervoll sommerliches Witbier, gebraut mit Robinienbl\u00fcten. Gew\u00fcrzt mit Koriandersamen und Orangenschalen, vergoren mit einer belgischen Hefe\u201c, berichtet das Etikett auf der eleganten 0,75-l-Flasche, und es f\u00e4hrt fort: \u201eDie Aromen nach Zitrusfr\u00fcchten von Gew\u00fcrzen, Hopfen und Hefe sind eine tolle Kombination zu dem blumigen Duft der Robinienbl\u00fcten und machen diese Brauspezialit\u00e4t zu etwas ganz Besonderem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Tja, damit w\u00e4re ja eigentlich alles gesagt, aber ich f\u00fcge besser doch noch meine eigenen Eindr\u00fccke an:<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Bier, um es in einer schlanken Sektfl\u00f6te oder einem \u00e4hnlichen Glas zu genie\u00dfen. Die Farbe ist sehr hellgelb, das Bier ist leicht tr\u00fcb, und es tr\u00e4gt einen sch\u00f6nen, stabilen und lange haltbaren, regelrecht fest wirkenden Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft l\u00e4sst den Koriander ebenso deutlich werden, wie die belgische Hefe mit ihren feinen, dezent phenolischen Noten. Beides aber in aller Pr\u00e4gnanz nicht dominierend oder \u00fcberw\u00e4ltigend, sondern edel und leichtf\u00fc\u00dfig sich gegenseitig die B\u00e4lle zuspielend.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist frisch und spritzig, auf der Zunge wird das Bier aber runder, leicht kremiger, ohne gleich f\u00fcllig, vollmundig oder gar mastig zu werden. Retronasal tanzen die Koriandernoten und die leicht floralen Aspekte der Robinienbl\u00fcten einen lieblichen Ringelreihen, eine Hopfenbittere ist kaum sp\u00fcrbar. Nach dem Schluck verst\u00e4rken sich die angenehmen, zitrusfruchtig-floralen Noten und gehen seidenweich den Rachen hinunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst nach mehreren Schlucken offenbart sich ganz leicht eine feine alkoholische W\u00e4rme und verr\u00e4t den ansonsten hervorragend maskierten Alkoholgehalt von immerhin 6,5%. Das w\u00e4re theoretisch Bockbierst\u00e4rke, w\u00e4re diese Ballettt\u00e4nzerin nicht meilenweit entfernt vom bockstarken Bodybuilder.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Eppelein &amp; Friends Craftbier Manufaktur \u2013 Ballroom Blitz \u2013 \u201eTango\u201c IPA (6,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6nes, klassisches India Pale Ale. Fein! Die Farbe ist dunkelgelb, die Tr\u00fcbung ist gleichm\u00e4\u00dfig und kr\u00e4ftig, der Schaum altwei\u00df, \u00fcppig und stabil.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft offeriert mehrere Dimensionen. Im ersten Moment die typischen, zitrusfruchtigen und gleichzeitig herben, grapefruitartigen Aromen, die den Bierstil IPA meistens pr\u00e4gen, direkt danach aber ein kr\u00e4uteriger Hauch, der ein bisschen und nur ganz dezent an Petersilie und Liebst\u00f6ckel erinnert \u2013 aber so zart, dass kein Gem\u00fcsesuppen- oder Maggi-Eindruck entsteht, sondern der Duft einfach nur s\u00e4mig und voll wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk zeigt ebenfalls eine gewisse S\u00e4migkeit, obwohl die Spundung gar nicht so gering ist. Auf der Zunge f\u00fchlt sich das Bier angenehm voll an, retronasal sind die kr\u00e4uterigen Aromen nun ein bisschen st\u00e4rker, als sie orthonasal waren. Sie bekommen Verst\u00e4rkung von ein paar harzigen, w\u00fcrzigen Akzenten, die herben Pampelmusennoten treten in die zweite Reihe zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bittere ist sp\u00fcrbar, aber nicht so dominant wie in manchen \u00fcberhopften West Coast IPAs.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird die Hopfenbittere ein bisschen deutlicher, bleibt aber kremig weich, ohne zu kratzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein grundsolides India Pale Ale, dem ich einen Hauch mehr fruchtige Frische w\u00fcnschen w\u00fcrde. Oder gleich ein klares Statement zu Kr\u00e4utern und Harzen, wie bei vielen englischen Interpretationen dieses Stils.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Eppelein &amp; Friends Craftbier Manufaktur \u2013 Franconian Blonde \u2013 Pale Ale (5,6%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Leider mittlerweile leicht \u00fcber dem Mindesthaltbarkeitsdatum \u2013 da war ich die letzten Wochen wohl zu viel unterwegs, um dieses Bier noch rechtzeitig zu trinken \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farbe ist ein helles Kupfer, das Bier ist nach vorsichtigem Einschenken nur ganz leicht opalisierend, und der altwei\u00dfe Schaum entwickelt sich zwar nur zur\u00fcckhaltend, er ist aber kremig und recht lange haltbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist hopfenbetont, weist aber auch schon ein paar Alterungsnoten auf. Harzige und herb-w\u00fcrzige Aromen paaren sich mit dem typischen \u201eAlterungshonig\u201c, den \u00e4ltere oder oxidierte Biere nach und nach entwickeln, das Ganze ist aber nicht unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist herb, etwas harzig-adstringierend und vollmundig, dabei aber nicht unbedingt s\u00fc\u00dflich. \u00c4hnlich pr\u00e4sentiert sich das Bier auf der Zunge. Retronasal sp\u00fcre ich harzige, kolophoniumartige Aromen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine leicht rau wirkende Bittere begleitet das Bier beim Schluck. Sie hinterl\u00e4sst harzig-stumpfe Impressionen auf der Schleimhaut.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Summe liest sich die sensorische Beschreibung schlechter, als das Bier schmeckt \u2013 aber das liegt an den negativen Konnotationen, die manche Sinneseindr\u00fccke mit sich bringen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Eppelein &amp; Friends Craftbier Manufaktur \u2013 Hellseher \u2013 Classic Pale Lager (4,8%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Drau\u00dfen brennt die Sonne, die Temperaturen steigen schon wieder in gewaltige H\u00f6hen. Da muss jetzt was zum Zischen her. Ein einfaches Bier ohne Ecken und Kanten, ein Bier, mit dem ich mich nicht erst unterhalten muss, ein Bier mit hoher Durchtrinkbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kommt ein Helles gerade recht. Auf der Vorderseite des Etiketts als \u201eClassic Pale Lager\u201c und \u201eHelles Vollbier\u201c und \u201eUnterg\u00e4riges Vollbier\u201c bezeichnet, auf der R\u00fcckseite als \u201eHelles Lagerbier\u201c und \u201eDie Helle Freude\u201c. Da findet jeder eine Bezeichnung nach seinem Geschmack.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier hat eine kr\u00e4ftig gelbe Farbe, ist blank filtriert und tr\u00e4gt einen sch\u00f6nen, ansprechenden, schneewei\u00dfen Schaum, der auch lange h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist stiltypisch zur\u00fcckhaltend \u2013 nur eine ganz feine Malznote, die entfernt an Keksteig erinnert, und ein noch feinerer Hauch von Zitronenmelisse und Kr\u00e4utern schwebt \u00fcber dem Bier. So zart, dass man ein, zwei, drei Mal hinschnuppern muss, um es zu bemerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschmacklich zeigt sich das Bier sehr gef\u00e4llig. Rund und weich, vielleicht ein kleines bisschen zu hoch gespundet und dadurch im Antrunk vor\u00fcbergehend etwas spitz, insgesamt aber eher mild und rund flie\u00dft es in gro\u00dfem Schluck \u00fcber Zunge und Gaumen in den Schlund. Harmonisch, glatt, ohne Ecken und Kanten. Retronasal wird der leichte Kekscharakter des Malzes ein bisschen pr\u00e4gnanter, bleibt aber hauchzart und dezent. Eine Hopfenbittere ist eigentlich fast gar nicht zu sp\u00fcren \u2013 gerade mal, dass ein Hauch Herbe so zu sp\u00fcren ist, dass das Bier nicht s\u00fc\u00dflich wirkt. Mehr aber auch nicht. Apropos s\u00fc\u00dflich: Die Rests\u00fc\u00dfe ist \u00fcberraschend niedrig, das Bier f\u00fcr ein Helles recht trocken.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut gelungen! Ein sehr sch\u00f6nes Sommerbier!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brouwerij De HopHemel \u2013 Thorl\u00e1kur \u2013 Coffee Infused Barley Wine (9,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6ne Erinnerungen an einen spannenden und mit Beer-Food-Pairings begeisternden Brauereibesuch Anfang Mai 2025 werden wach \u2013 die Brouwerij De HopHemel in Hasselt ist nicht nur wegen ihres einladenden und ansprechenden Taprooms und der guten Biere einen Besuch wert, sondern auch wegen ihrer K\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier und heute aber \u201enur\u201c das Bier: Dunkelrotbraun gl\u00e4nzend steht es im Glas, ist nur leicht opalisierend und tr\u00e4gt einen sch\u00f6nen, dezent altwei\u00dfen Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist intensiv und erinnert auf aromatischste Weise an eine Tasse frisch aufgebr\u00fchten Kaffees. Dahinter kommen noch ganz dezent ein paar runde Malzaromen, aber es ist der frische Kaffee, der dominiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist weich und rund, fast schon ein wenig s\u00e4mig, wie es sich f\u00fcr einen Barley Wine geh\u00f6rt. Auf der Zunge sp\u00fcre ich sofort eine angenehme Bittere, und noch bevor ich schlucken kann, f\u00fcllt sich der Mundraum mit Kaffeearomen, die auch retronasal begeistern k\u00f6nnen. Dahinter wieder das runde, ganz leicht brotig wirkende Malz \u2013 Brotkrume, wohlgemerkt, nicht Brotkruste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Schluck wird die Bittere intensiver und vielschichtiger \u2013 Hopfenherbe und kaffeeartige Koffein- und R\u00f6stbittere gehen Hand in Hand.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alkohol bleibt \u00fcberraschenderweise kaum sp\u00fcrbar; er wird von den intensiven Kaffeearomen gut maskiert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brouwerij De HopHemel \u2013 Augulus \u2013 Triple IPA (8,1%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und noch mal eine Dose mit Heiligenbildchen aus der Brouwerij De HopHemel: Das Augulus Tripel IPA. Im Glas hellgelb und gleichm\u00e4\u00dfig tr\u00fcb mit einem f\u00fcr diesen Alkoholgehalt sehr sch\u00f6nen, wei\u00dfen Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist herb, terpen-artig, harzig und kr\u00e4uterig mit Fruchtnoten, die sich eher im Hintergrund zeigen \u2013 da sp\u00fcrt man ein recht komplexes Hopfenfeuerwerk, bestehend aus Magnum, Citra, Simcoe, El Dorado, Cryo Centennial und Cryo Cascade.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist frisch, l\u00e4sst aber von Beginn an keinen Zweifel daran, wer hier das Sagen hat: Der Hopfen. Auf der Zunge macht sich eine knackige Bittere sehr schnell breit, nur mit viel M\u00fche durch einen runden Malzk\u00f6rper so weit gez\u00fcgelt, dass sie nicht durchgeht, sondern brav auf der Schiene bleibt. Retronasal toben sich die harzigen und terpen-artigen Aromen aus, und nach dem Schluck bekommt die Bittere einen rauen, aber nicht unangenehmen Charakter \u2013 so, wie man es von Baumharz oder Kolophonium erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon spannend!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Brouwerij De HopHemel \u2013 Valentinus \u2013 West Coast IPA (5,4%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte und letzte Heilige in dieser Verkostungsserie: Valentinus. Ein West Coast India Pale Ale. Eine sehr sch\u00f6ne, kupfern leuchtende Farbe, eine ganz gleichm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung und ein etwas grobporiger, aber \u00fcppiger und lange haltbarer Schaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft kernig-hopfenbetont, mit Harznoten und dahinter ein paar bitteren Fr\u00fcchten (Pampelmusen).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein frischer Antrunk, der aber sofort in eine kernige, knackige Bittere umschl\u00e4gt. 40 IBU soll das Bier nur haben, sagt das Etikett, aber mir kommt es deutlich bitterer vor. Direkt \u201ein your face\u201c. Nur ansatzweise von einem runden Malzk\u00f6rper ausbalanciert, ist es ein Bier f\u00fcr echte Hop Heads.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufmerksam schmecke ich dem Schluck hinterher. Trockene Schleimh\u00e4ute im Rachen, retronasal dominant die Harznoten, die auch orthonasal das Bier schon gepr\u00e4gt haben. Fast ein bisschen zu eindimensional, da helfen auch f\u00fcnf verschieden Hopfensorten nicht (Magnum, Citra, Amarillo, Cascade und Centennial).<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht schlecht, Herr Specht, trotzdem!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sebastian Riekehr \u2013 Birkenzauber \u2013 Aufregendes Bi\u00e8re Brut (6,5%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch auf dieser Bierflasche findet sich umfangreiche Bierpoesie, und es macht Spa\u00df, w\u00e4hrend des Genusses zu studieren, was Sebastian Riekehr zu diesem Bier zu sagen hat: \u201eEine extravagante Brauspezialit\u00e4t, gebraut mit Weinhefe und frisch gezapftem Birkensaft aus den W\u00e4ldern von Colditz nahe Leipzig. Sanfte Schaumweinnoten verbinden sich wunderbar mit den hopfigen Obert\u00f6nen von Stachelbeere und Birne und dem einzigartigen Geschmack des Birkensaftes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh, du reiner Birkenzauber, treibst den Quell des Lebens an, entgegen allem Graus und Schauder, brichst du des Winters eis\u2019gen Bann\u201c, f\u00e4hrt er fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bier, so komplex wie seine Beschreibung, kann ich dazu nur sagen. Eine hellgelbe, fast schon etwas blass wirkende Farbe, eine nur dezente, ganz gleichm\u00e4\u00dfige Tr\u00fcbung und ein \u00fcppiger Schaum, der lange vom hohen Kohlens\u00e4uregehalt des Biers gen\u00e4hrt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Fruchtige, weinige, dezent s\u00e4uerliche Aromen dominieren die Nase, der Antrunk danach ist spritzig-bizzelig und erfrischend. Auf der Zunge sp\u00fcre ich eine ganz leichte S\u00e4ure, die harmonisch den trockenen Charakter des Biers unterstreicht. Rests\u00fc\u00dfe ist nicht zu sp\u00fcren, aber die komplex fruchtigen Aromen gaukeln eine gewisse S\u00fc\u00dfe vor. Retronasal machen sie sich stark, verbinden sich mit w\u00fcrzigen, weinigen, vor\u00fcbergehend fast ins Herb-Kr\u00e4uterige abgleitenden Akzenten, deren Komplexit\u00e4t bei jedem Schluck auf\u2019s Neue \u00fcberrascht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abgang ist trocken, weinig und gaukelt fast schon eine gewisse gerbstoffreiche Bittere vor, die bei genauerem Hinschmecken aber rasch abklingt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sebastian Riekehr \u2013 Kastanienschatten \u2013 Cremiges Porter (6,9%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile bin ich schon soweit, dass ich erst auf die R\u00fcckseite von Sebastian Riekehrs Flaschen schaue, um die Bierprosa zu studieren: \u201eEin cremiges, schokoladig nussiges Porter, gebraut mit Esskastanien, Haferflocken und Milchzucker. Die nussigen Kastanien verbinden sich hervorragend mit den schokoladigen Malzen. Die S\u00fc\u00dfe des unverg\u00e4rbaren Milchzuckers macht diese Brauspezialit\u00e4t zu einem Gaumenschmaus f\u00fcr die dunkle Jahreszeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die dazu passende Poesie folgt im n\u00e4chsten Satz: \u201eIm Kastanienschatten meines Herbstes f\u00e4llt auch mein letztes Blatt dahin, doch vergie\u00dfet keine Tr\u00e4ne, da alle Wege endlich sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bier ist ebenholzbraun, noch viel dunkler als Kastanie, und nur im hellen Gegenlicht ist ein leichter, rotbrauner Schimmer zu sehen, der es noch vom Schwarz trennt. Nach vorsichtigem Einschenken ist es klar, und es tr\u00e4gt einen \u00fcppigen, leicht beigefarbenen Schaum, der sich viel Zeit nimmt, um wenigstens so weit zusammenzufallen, dass ich das Glas antrinken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich rieche Kakaoaromen, Bitterschokolade und einen feinen, r\u00f6stigen Akzent.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zunge ist die S\u00fc\u00dfe des Milchzuckers ziemlich dominant. Sie erzeugt ein kremiges Mundgef\u00fchl, das sich mit den Schokoladenaromen aufs Beste versteht \u2013 kremige, schmelzende Milchschokolade in fl\u00fcssiger Form. Eine feine Kakaobittere ist zu sp\u00fcren, w\u00e4hrend die nussigen Kastanienaromen sich eher dezent im Hintergrund tummeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Schluck gleitet das Bier sanft den Rachen hinunter, und auch retronasal bleiben die Kastanienaromen sehr zur\u00fcckhaltend.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Horizont Brewing \u2013 Night Shift (11,0%)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Night Shift scheint in diesem Fall nur der Rufname des Biers zu sein, im Untertitel findet sich n\u00e4mlich noch viel, viel mehr: \u201eImperial Milk Porter Aged in Pedro Xim\u00e9nez &amp; Rum Barrels with Sour Cherry &amp; Poppy Seed, Vintage 2024\u201c. Das macht zusammen mit dem Rufnamen eine komplette Textzeile bei einer Schriftgr\u00f6\u00dfe von 11 Punkt. Beeindruckend.<\/p>\n\n\n\n<p>Schmeckt\u2019s denn auch so?<\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4uft beim vorsichtigen Einschenken fast schon ein bisschen viskos ins Glas, ist allertiefst rubinrot (die Farbe ist eigentlich nur erkennbar, wenn man das Glas vor die glei\u00dfende Schreibtischlampe h\u00e4lt), zeigt sich hefig-tr\u00fcb (das merke ich am dicken Bodensatz, der in der Flasche zur\u00fcckbleibt, und der gegen Ende ganz langsam nachtropft) und bildet nahezu keinen Schaum aus. Wenige Augenblicke nach dem Einschenken steht die Fl\u00fcssigkeit wie Kola im Verkostungsglas.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Duft ist angenehm s\u00e4uerlich-fruchtig; dabei dominieren Sauerkirsch- und Pflaumenaromen, ein bisschen unterst\u00fctzt von Portwein (hm, m\u00fcsste wohl eher Sherry sein \u2026) und einem feinen, w\u00fcrzigen Touch dahinter (ob das vom Mohn kommt?).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrunk ist s\u00fc\u00dflich und s\u00e4uerlich gleichzeitig, und auf der Zunge entfaltet sich das Bier zu h\u00f6chster Komplexit\u00e4t. Fast schon zuckrige S\u00fc\u00dfe, eine feine, austarierte S\u00e4ure, nur ein Hauch von Bittere, und retronasal ein Aromenorgasmus, der seinesgleichen sucht. All die orthonasalen Eindr\u00fccke kommen in vielfacher Intensit\u00e4t zur\u00fcck, begleitet zus\u00e4tzlich durch einen feinen, alkoholischen Hauch, der ihnen Leichtigkeit und Kraft gleicherma\u00dfen verleiht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der weinig-komplexe Abgang wird begleitet von einer leichten alkoholischen W\u00e4rme, ein paar Aromeneruptionen sind noch zu sp\u00fcren, und langsam, ganz langsam klingt dieses Bier ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine sensorische Orgie, bei der aber alle Komponenten in Gleichgewicht und Harmonie agieren. Lange nicht mehr ein Bier dieser Komplexit\u00e4t getrunken, bei dem die Ausgeglichenheit bis ins letzte i-T\u00fcpfelchen gewahrt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Grandios!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/vquante.jalbum.net\/Alben17\/Mitbringsel14\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Wohl dem, der solche Freunde sein eigen nennt! \u201eIch habe mal wieder was bestellt\u201c, lese ich in einer WhatsApp-Nachricht. \u201eIch bin gerade in einem Spezialit\u00e4ten-Caf\u00e9\u201c, in einer anderen. \u201eKuck mal, was ich gefunden habe\u201c, in einer dritten. Bildergalerie Im Resultat steht einige Tage sp\u00e4ter mal wieder eine gro\u00dfe Einkaufstasche voller <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=48309\" title=\"Mitbringselsind immer willkommen (14)\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":48310,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[160,2,3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-48309","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-beer-nuggets","8":"category-bier-erleben","9":"category-bierverkostungen"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=48309"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48455,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/48309\/revisions\/48455"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/48310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=48309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=48309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=48309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}