{"id":5893,"date":"2016-11-29T23:00:19","date_gmt":"2016-11-29T22:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=5893"},"modified":"2025-03-29T17:27:21","modified_gmt":"2025-03-29T16:27:21","slug":"stephen-beaumontpremium-beer-drinkers-guide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=5893","title":{"rendered":"Stephen Beaumont<br \/>Premium Beer Drinker\u2019s Guide"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesen Tagen soll das neue Buch des kanadischen Bier-Aficionados, Bloggers und Autors Stephen Beaumont in deutscher \u00dcbersetzung erscheinen, The Beer and Food Companion. Grund genug f\u00fcr mich, einmal in meiner Bier-Bibliothek zu kramen und ein altes Buch von ihm hervorzuholen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"781\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-1-781x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46753\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-1-781x1024.jpg 781w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-1-229x300.jpg 229w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-1-114x150.jpg 114w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-1-768x1007.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-1.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Stephen Beaumont<br>Premium Beer Drinker\u2019s Guide<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Premium Beer Drinker\u2019s Guide \u2013 der F\u00fchrer f\u00fcr den Premium-Biertrinker. Und im Untertitel, ein wenig effektheischend, The World\u2019s Strongest, Boldest and Most Unusual Beers, also die st\u00e4rksten, verwegensten und ungew\u00f6hnlichsten Biere der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich ja abschreckend, denn wenn ich etwas hasse, dann ist es diese stete Suche nach Superlativen, die sich bei genauem Hinsehen dann doch nur als aufgeblasene Schein-Sensationen oder als Effekt um des Effekts willen entpuppen. Mit Grausen denke ich an Biere wie Snake Venom, ein Bier aus einer schottischen Brauerei, das f\u00fcr sich reklamiert, das st\u00e4rkste Bier der Welt zu sein. Knapp 70% Alkohol machen es untrinkbar, und zwar nicht nur als Bier, sondern letztlich auch als harten alkoholischen Drink. Genuss ist anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlage ich Beaumonts Buch aber erstmal auf, dann findet sich hinter diesem rei\u00dferischen Untertitel ein sch\u00f6n gemachter Bildband \u00fcber wirklich interessante Biere. Allerdings, und das muss ich hinzuf\u00fcgen, mit dem Stand von 2000, vor sechzehn Jahren, also. Von einer weltweiten Craftbier-Revolution war noch keine Rede, aber in den Vereinigten Staaten und einigen anderen (wenigen) L\u00e4ndern begann Bier, wieder mehr in den Mittelpunkt des Genusses zu r\u00fccken und seinen Status als in Mengen zu konsumierendes, unauff\u00e4lliges Begleitgetr\u00e4nk zu verlieren. Und so definiert Beaumont in seiner Introduction to Premium Beer auch gleich zu Beginn des Buches, was er unter Premium Bier versteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Er findet dabei einen guten Weg zwischen dem Alltags-Drink f\u00fcr Jedermann und dem exklusiven Getr\u00e4nk f\u00fcr den Snob und definiert Premium Bier als das gute Bier f\u00fcr besondere Gelegenheiten f\u00fcr Jedermann. Ohne also einem guten Pilsner seine Berechtigung abzusprechen, fokussiert sich Beaumont im Buch auf eindrucksvolle Biere. Eindrucksvoll im Geschmack, eindrucksvoll im Charakter, eindrucksvoll in der Intensit\u00e4t und eben oftmals auch eindrucksvoll im Alkohol. Echte Premium-Biere, also, und nicht das, was uns Fernsehbier-Konzerne als sogenanntes Premium verkaufen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar weitere Worte investiert Beaumont in verschiedene Herstellungsverfahren und kann sich auch eine kurze Bewertung des sogenannten Reinheitsgebots von 1516 nicht verkneifen. Sein Fazit: Wenn eine Brauerei sich auf das Reinheitsgebot beruft, dann ist das zwar ein Garant f\u00fcr die verwendeten Rohstoffe, aber es sagt nichts dar\u00fcber aus, wie gut ein Bier schmeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>In zehn Kapiteln n\u00e4hert sich Beaumont dann seinen Premium-Bieren: Beginnend mit spontan vergorenen Bieren (\u201eWhere the Wild Yeasts Are\u201c), Weizenbieren (\u201eWhy Not Wheat?\u201c) und stark gehopften Bieren (\u201eHops Good, More Hops Better\u201c) geht es weiter mit Bockbieren (\u201eBock to the Basics\u201c), holzfassgereiften Bieren (\u201eFrom the Wood\u201c), Dunkelbieren (\u201eDon\u2019t Be Afraid of the Dark\u201c) und alkoholstarken, aber trotzdem gut trinkbaren Bieren, gef\u00e4hrlichen Bieren also (\u201eDevils in Disguise\u201c), bis hin zu Bieren, die gut gelagert werden k\u00f6nnen (\u201eBeers for the Cellar\u201c), ungew\u00f6hnlichen Bieren wie Rauch- und Torfbieren oder Bieren aus ungew\u00f6hnlichen Malzsorten (\u201eNot Your Average Brew\u201c) und Bieren jenseits der Norm (\u201eBeers beyond the Norm\u201c), was auch Gl\u00fchbier mit einschlie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"654\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-2-1024x654.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46754\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-2-1024x654.jpg 1024w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-2-300x192.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-2-150x96.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-2-768x491.jpg 768w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Premium-Beer-Drinkers-Guide-Mini-2.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>From the Wood<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Beschreibung, um was es in dem Kapitel geht und warum die Biere so und nicht anders zusammengefasst wurden. Dann folgt die Vorstellung einiger typischer Vertreter auf jeweils einer Seite: Ein gut gemachtes Foto, dann ein paar technische Angaben zweifelhaften Nutzwerts (Price Range von $ bis $$$ [was immer uns das sagt] \u2013 Freshness &amp; Durability, von * [sofort frisch trinken] bis **** [kann f\u00fcnf oder mehr Jahre gelagert werden] \u2013 Availability von \u221a [schwierig zu bekommen] bis \u221a\u221a\u221a\u221a [quasi \u00fcberall verf\u00fcgbar \u2013 vermutlich auf Kanada bezogen]) und dann das eigentlich Wertvolle, n\u00e4mlich eine plastische, durchaus gerne auch pers\u00f6nlich gef\u00e4rbte Beschreibung des Biers. Macht Lust auf Bier, macht Lust auf den Genuss, macht Lust darauf, sich auf den Weg zu machen und in den n\u00e4chsten Bierladen zu gehen, zu st\u00f6bern, zu verkosten, zu kaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es schlie\u00dft sich an ein Quick Guide, in dem jeder Bierstil noch einmal in stenografischer K\u00fcrze zusammengefasst wird und International sowie North-American Examples aufgef\u00fchrt werden, um die Kaufentscheidung zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig sinnvoll dann ganz am Ende noch einmal vier \u00dcbersichtsseiten, bei denen Biere zu verschiedenen Gelegenheiten empfohlen werden. Eine nette Absicht, aber die verwendeten Mini-Bildchen der Biere, sogenannte Thumb-Nails, machen es schon schwer, hier den \u00dcberblick zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem: Ein sehr sch\u00f6nes Buch. Gute Druckqualit\u00e4t, klare Struktur, sch\u00f6n zu lesende Texte. Nat\u00fcrlich nach sechzehn Jahren nicht mehr auf der H\u00f6he der Zeit und die j\u00fcngsten Entwicklungen nicht ber\u00fccksichtigend, aber es tut gut, zu sehen, wieviele echte Klassiker damals wie heute die Bierwelt pr\u00e4gen \u2013 fast alle im Buch vorgestellten Biere sind auch heute noch am Markt und setzen die Messlatte f\u00fcr die jeweilige Kategorie recht hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>Und der Begriff Craftbeer taucht im ganzen Buch nicht ein einziges Mal auf. Wer h\u00e4tte gedacht, dass es auch ohne geht?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch liegt nach meinem Kenntnisstand nur in englischer Sprache vor. Obwohl \u201enur\u201c ein Paperback, ist es sorgf\u00e4ltig verarbeitet. Es ist nur nicht mehr ohne weiteres zu kaufen; f\u00fcr neue, noch eingeschwei\u00dfte Exemplare muss man deutlich mehr als 40,- EUR bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Stephen Beaumont<br>Premium Beer Drinker\u2019s Guide<br>Firefly Books Ltd.<br>Willowdale, 2000<br>ISBN 1-55209-510-x<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>In diesen Tagen soll das neue Buch des kanadischen Bier-Aficionados, Bloggers und Autors Stephen Beaumont in deutscher \u00dcbersetzung erscheinen, The Beer and Food Companion. Grund genug f\u00fcr mich, einmal in meiner Bier-Bibliothek zu kramen und ein altes Buch von ihm hervorzuholen. 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