{"id":5915,"date":"2016-12-07T01:00:25","date_gmt":"2016-12-07T00:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=5915"},"modified":"2025-05-28T16:14:46","modified_gmt":"2025-05-28T14:14:46","slug":"von-der-unesco-anerkanntbierkultur-in-belgien-wird-immaterielles-kulturerbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=5915","title":{"rendered":"Von der UNESCO anerkannt:<br \/>Bierkultur in Belgien wird immaterielles Kulturerbe"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das muss heute, am 1. Dezember 2016, doch wie ein Faustschlag ins Gesicht des <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.brauer-bund.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Brauer-Bundes<\/a><\/span><\/span> gewesen sein. Keine zwei Jahre, nachdem die deutschen Brauer mit ihrem Antrag, das sogenannte Reinheitsgebot von 1516 bei der <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/en.unesco.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UNESCO<\/a><\/span><\/span> als immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen, mit Karacho gescheitert sind, wird die Bierkultur in Belgien in eben dieses Verzeichnis des Kulturerbes aufgenommen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"426\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bierkultur-in-Belgien.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30737\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bierkultur-in-Belgien.jpg 709w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bierkultur-in-Belgien-300x180.jpg 300w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bierkultur-in-Belgien-150x90.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Bierkultur in Belgien wird immaterielles Kulturerbe der Menschheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Tief muss diese Schmach sitzen. <s>Sehr tief sogar, denn sonst h\u00e4tten wir doch schon lange und den Regeln des Anstands gehorchend eine \u00f6ffentliche Gratulation der deutschen Brauer an ihre belgischen Kollegen vernehmen m\u00fcssen. Aber man duckt sich weg. Tief und immer tiefer.<\/s><\/p>\n\n\n\n<p><s>Ist das peinlich!<\/s><\/p>\n\n\n\n<p><s>Oder?<\/s><span style=\"color: #808080;\"><em> (eine Erl\u00e4uterung dieser Streichung siehe unten!)<\/em><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Was ist denn eigentlich alles passiert? Gehen wir doch einmal halbwegs chronologisch vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 23. April 1516 haben die Herz\u00f6ge Wilhelm IV. und Ludwig X. in Ingolstadt ein Gebot verk\u00fcndet, wie das Bier fortan zu brauen sei: \u201eWir wollen auch sonderlichen dass f\u00fcran allenthalben in unsern stetten m\u00e4rckthen un auf dem lannde zu kainem pier merer st\u00fcckh dan allain gersten, hopfen un wasser genommen un gepraucht solle werdn.\u201c In modernem Deutsch: Bier m\u00f6ge doch, bitte sehr, allein aus Gerste, Hopfen und Wasser hergestellt werden. \u00dcber die Absicht, die mit diesem Lebensmittelrecht verbunden gewesen ist, und wie dieses Gebot heute ausgelegt und angewandt wird, habe ich mich <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?page_id=369\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">an anderer Stelle<\/a><\/span> ausf\u00fchrlich ausgelassen \u2013 machen wir also einen Zeitsprung von 497 Jahren in die Neuzeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende 2013, mit reichlich Vorlauf zum legend\u00e4ren Datum, n\u00e4mlich dem 500. Jahrestag der alten Vorschrift, entschlossen sich die im <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.brauer-bund.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Brauer-Bund<\/a><\/span><\/span> organisierten Brauer, bei der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/en.unesco.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UNESCO<\/a><\/span><\/span> zu beantragen, dass das sogenannte Reinheitsgebot von 1516 als immaterielles Kulturerbe (Intangible Cultural Heritage) anerkannt und in die Liste dieser Kulturg\u00fcter aufgenommen werden m\u00f6ge.<\/p>\n\n\n\n<p>(In der Presse wurde oft davon gesprochen, man habe die Anerkennung als Weltkulturerbe [World Cultural Heritage] beantragt, was zwar v\u00f6llig falsch ist, weil das eine ganz andere Liste ist, aber vom <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.brauer-bund.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Brauer-Bund<\/a><\/span><\/span> in seiner auch heute noch zug\u00e4nglichen <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.brauer-bund.de\/index.php?id=665\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Presseerkl\u00e4rung<\/a><\/span> selbst f\u00e4lschlicherweise so behauptet wurde: \u201eBerlin\/M\u00fcnchen, 2. Dezember 2013. Das \u201aReinheitsgebot f\u00fcr Bier\u2018 soll Weltkulturerbe werden. Einen entsprechenden Antrag richten die deutschen Brauer an die Kultusministerkonferenz und die UNESCO.\u201c)<\/p>\n\n\n\n<p>Immaterielles Kulturerbe, also. Nicht Weltkulturerbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Frohgemut und selbstbewusst erwarteten die deutschen Brauer, dass noch reichlich vor den f\u00fcr den 23. April 2016 angesetzten Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten die positive Entscheidung der <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/en.unesco.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UNESCO<\/a><\/span><\/span> eintreffen und der Veranstaltung noch eine besondere W\u00fcrze verleihen m\u00f6ge. Doch statt feiner W\u00fcrze gab es Saures, wurde ihnen die Suppe Anfang 2015 gewaltig versalzen, n\u00e4mlich in Form einer klaren Ablehnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sorgf\u00e4ltig hatte die <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/en.unesco.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UNESCO<\/a><\/span><\/span> den Antrag gepr\u00fcft und nat\u00fcrlich zuallererst mit der Definition des immateriellen Kulturerbes konfrontiert, also den<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ePraktiken, Darbietungen, Ausdrucksformen, Kenntnissen und F\u00e4higkeiten sowie den damit verbundenen Instrumenten, Objekten, Artefakten und Kulturr\u00e4umen, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Individuen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen.\u201c <\/em>Es<em> \u201emanifestiert sich unter anderem in folgenden Bereichen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>a) m\u00fcndlich \u00fcberlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, einschlie\u00dflich der Sprache als Tr\u00e4ger immateriellen Kulturerbes;<\/em><br><em> b) darstellende K\u00fcnste;<\/em><br><em> c) gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste;<\/em><br><em> d) Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum;<\/em><br><em> e) traditionelle Handwerkstechniken.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dem in dieser Definition enthaltenen Anspruch hat das sogenannte Reinheitsgebot offensichtlich nicht gen\u00fcgt, und kurz, sachlich und trocken wurde der Antrag abgelehnt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDas Bierbrauen nach dem Reinheitsgebot wurde in der dem Komitee vorliegenden Bewerbung leider nicht \u00fcberzeugend dargestellt. Hier stand die Lebensmittelvorschrift zu sehr im Vordergrund. Wir hatten auch den Eindruck, dass die Bierproduktion inzwischen sehr industriell gepr\u00e4gt ist. Der Mensch als Wissenstr\u00e4ger der Brautradition scheint zunehmend eine nachrangige Rolle zu spielen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nichts war es also mit immateriellem Kulturerbe. Ohrfeige links und rechts, setzen, sechs!<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders sch\u00f6n der Hinweis auf die industrielle Pr\u00e4gung der Bierproduktion. Schaut man in die gro\u00dfen Brauh\u00e4user in Hamburg, Bremen, Dortmund, dem Sauerland, M\u00fcnchen oder am Stadtrand von Dresden, die gef\u00fchlt ja gar keine Brauh\u00e4user mehr sind, sondern hochtechnisierte Bierfabriken, dann versteht man, was gemeint ist. Und immer neue Interpretationen des Reinheitsgebots im Bereich der Aufbereitung von Rohstoffen tragen das Ihrige dazu bei, den Brauprozess als reine Industrieproduktion zu empfinden. Von Kultur und Kulturerbe also keine Spur.<\/p>\n\n\n\n<p>Peinlich. Nat\u00fcrlich gab es dazu keine Pressemitteilung des Deutschen Brauer-Bundes. Stattdessen \u00fcbte man sich in T\u00e4uschungsman\u00f6vern. Die Welt will unser Reinheitsgebot nicht als immaterielles Kulturerbe akzeptieren? Na, dann <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.brauer-bund.de\/index.php?id=801\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">machen wir Bayern es eben allein<\/a><\/span>. Und so wurde stattdessen die \u201eBayerische Brautradition nach dem Reinheitsgebot\u201c zum Immateriellen Kulturerbe des Freistaates erhoben und stattdessen lieber \u00fcber diese regionale Auszeichnung berichtet, die au\u00dferhalb Bayerns niemand kennt. Ich auch nicht. Aber Bayern hat die Welt um sich herum ja noch nie gebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Man hat sich \u201ean den Kriterien des UNESCO-\u00dcbereinkommens orientiert, n\u00e4mlich z.B. Alter, Wandel und Tradierung, Inhalt, Tr\u00e4gergruppe, Bedeutung, Erhalt, Gef\u00e4hrdung sowie Kommerzialisierung.\u201c Ha, selten so gelacht!<\/p>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chstes kommt der M\u00e4nnergesangsverein Hinterposemuckel-S\u00fcd und ernennt seine dissonanten Darbietungen zum immateriellen Kulturerbe der Gemeinde Hinterposemuckel?<\/p>\n\n\n\n<p>Anders, pfiffiger und weltm\u00e4nnischer offensichtlich, die belgischen Brauer. Statt auf eine auf fragliche Weise interpretierte Vorschrift zur Produktion haben sie sich auf den handwerklich-kulturellen Beitrag und die Rolle des belgischen Biers im Alltag konzentriert. Ganz ohne Reinheitsgebot entstehen in Belgien n\u00e4mlich faszinierende Biere, die nicht ohne Grund in aller Welt bekannt und in ganz Belgien geliebt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so hat die UNESCO mit ihrer Erkl\u00e4rung der 11. Komitee-Sitzung vom 28. November bis zum 2. Dezember 2016 in Addis-Abeba folgendem <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.unesco.org\/culture\/ich\/en\/RL\/beer-culture-in-belgium-01062?RL=01062\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Antrag<\/a><\/span> stattgegeben (und ich lasse das mal einfach in Englisch stehen, versteht doch sowieso jeder):<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eMaking and appreciating beer is part of the living heritage of a range of communities throughout Belgium. It plays a role in daily life, as well as festive occasions. Almost 1,500 types of beer are produced in the country using different fermentation methods. Since the 80s, craft beer has become especially popular. There are certain regions, which are known for their particular varieties while some Trappist communities have also been involved in beer production giving profits to charity. In addition, beer is used for cooking including in the creation of products like beer-washed cheese and, as in the case of wine, can be paired with foods to compliment flavours. Several organizations of brewers exist who work with communities on a broad level to advocate responsible beer consumption. Sustainable practice has also become part of the culture with recyclable packaging encouraged and new technologies to reduce water usage in production processes. Besides being transmitted in the home and social circles, knowledge and skills are also passed down by master brewers who run classes in breweries, specialized university courses that target those involved in the field and hospitality in general, public training programmes for entrepreneurs and small test breweries for amateur brewers.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n geschrieben, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Bierkultur in Belgien ist nun also als immaterielles Kulturerbe anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und h\u00e4tten sich die deutschen Brauer auf die kulturellen Aspekte des Bierbrauens in Deutschland fokussiert, h\u00e4tten sie seinerzeit eine vergleichbare Anerkennung wohl auch erfahren k\u00f6nnen. Die Rolle der Industrie im Herstellungsprozess h\u00e4tte, wenn man sie, wie die Belgier es getan haben, sauber beschrieben h\u00e4tte, nicht geschadet. Jetzt aber im Nachklapp einen neuen Ansatz zu w\u00e4hlen und statt des sogenannten Reinheitsgebots die Bierkultur in Deutschland, Bayern oder Franken ebenfalls anerkennen lassen zu wollen? Nach dem Prinzip \u201eWir auch! Wir auch!\u201c? Nein, zu sp\u00e4t, lieber Deutscher Brauer-Bund, die UNESCO ist kein Kindergarten. Chance verpasst!<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist angesichts der Vielzahl von engagierten kleinen und mittleren Brauereien in Deutschland wirklich schade. Die h\u00e4tten n\u00e4mlich eine Anerkennung ihrer Braukultur (wohlgemerkt: nicht des sogenannten Reinheitsgebots in der derzeitigen Form) wirklich verdient gehabt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ohrfeige Anfang des letzten Jahres hat gesessen, und sie hat heute eine ganz neue Qualit\u00e4t bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sie aber reicht, dass der Deutsche Brauer-Bund und vor allem die bayerischen Brauer von ihrem hohen Ross bez\u00fcglich ihres fraglichen Reinheitsgebots herunterkommen? Oder bedarf es derer, der Ohrfeigen n\u00e4mlich, noch mehr?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachtrag 2. Dezember 2016:<\/strong> In vollem Bewusstsein, dass eine solche Ehrung als immaterielles Kulturerbe auch zu Werbezwecken missbraucht werden und sich dann als zweischneidiges Schwert erweisen kann, das eben diese Bierszene in ihrem kulturellen Wert massiv bedroht, hat der fl\u00e4mische Kultusminister Sven Gatz schon mal kernig und knackig gedroht:<\/p>\n\n\n\n<p><em><span data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\"><span class=\"UFICommentBody _1n4g\">Sven Gatz waarschuwt brouwers die te opzichtig willen profiteren nadat de Belgische biercultuur tot immaterieel cultureel erfgoed werd benoemd: <\/span><\/span>\u201eDe eerste die een Unesco-schild op zijn bier zet, kom ik persoonlijk tegen de muur plakken.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In meiner freien \u00dcbersetzung:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sven Gatz warnt Brauer, die zu offensichtlich daraus Profit schlagen wollen, dass die belgische Bierkultur zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden ist: \u201eDen ersten, der ein UNESCO-Schild auf sein Bier setzt, werde ich pers\u00f6nlich an die Wand kleben!&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><span data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\"><span class=\"UFICommentBody _1n4g\">Gut gesprochen, Herr Minister!<\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a class=\"\" dir=\"ltr\" style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.standaard.be%2Fcnt%2Fdmf20161201_02602631&amp;h=6AQHILxQH\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">http:\/\/www.standaard.be\/cnt\/dmf20161201_02602631<\/a><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Noch ein <strong>Nachtrag 2. Dezember 2016:<\/strong> Der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichele, weist mich freundlich darauf hin, dass ich an \u201eeinigen entscheidenden Stellen wirklich nicht gut recherchiert\u201c habe und liefert mir einen <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/news1\/article159749724\/Deutsche-Brauer-blicken-neidlos-auf-Welterbe-Chancen-des-belgischen-Bieres.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a><\/span><\/span> zu einem Online-Artikel der Welt. In der Tat: <em>Deutsche Brauer blicken \u201eneidlos\u201c auf Welterbe-Chancen des belgischen Biers<\/em>, hei\u00dft es dort.<\/p>\n\n\n\n<p>Prima, das freut mich sehr, und ich danke ihm recht herzlich f\u00fcr diese Information \u2013 genauso, wie auch f\u00fcr den Hinweis, dass er pers\u00f6nlich am 1. Dezember 2016 in Br\u00fcssel war, um zu gratulieren. Recht so! Denn letztendlich profitieren wir als Verbraucher und Bierliebhaber am meisten davon, wenn Bierkultur und die Begeisterung f\u00fcr sie grenz\u00fcberschreitend bewahrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei die angegebene Quelle, der Artikel in der Welt also, allerdings <strong>vor<\/strong> der Entscheidung des UNESCO-Komitees erschienen ist, nur von Chancen spricht und noch nicht die endg\u00fcltige Anerkennung w\u00fcrdigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und: Eine diesbez\u00fcgliche Pressemitteilung des Deutschen Brauer-Bundes ist mit Stand heute auf dessen eigener Seite \u2013 denn da recherchiere ich nat\u00fcrlich zuerst, und nicht in irgendwelchen Sekund\u00e4rquellen! \u2013 noch nicht ver\u00f6ffentlicht worden. Am 1. Dezember 2016 war die Nachricht, dass Christian Weber in das Pr\u00e4sidium der \u201eBrewers of Europe\u201c gew\u00e4hlt worden ist, vom Deutschen Brauer-Bund offensichtlich h\u00f6her priorisiert worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schade, denn dadurch bleibt die edle Geste der neidlosen Anerkennung unauff\u00e4llig im Hintergrund und nur wenig \u00f6ffentlichkeitswirksam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachtrag 7. Dezember 2016:<\/strong> Jetzt war ich auf Reisen und f\u00fcr ein paar Tage daran gehindert, auf der Seite des Deutschen Brauer-Bunds zu verfolgen, ob und wann ein Gl\u00fcckwunsch an die belgischen Brauer auch dort ver\u00f6ffentlicht wird \u2013 angek\u00fcndigt worden war es mir ja von Holger Eichele.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute konnte ich mich nun dessen vergewissern, dass in der Tat mit Datum vom 2. Dezember 2016 <span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a style=\"color: #0000ff; text-decoration: underline;\" href=\"http:\/\/www.brauer-bund.de\/download\/Textdatenbank\/2016\/161202%20DBB-PM%20-%20Unesco%20w%C3%BCrdigt%20Bierkultur%20-%20Gl%C3%BCckw%C3%BCnsche%20an%20Belgiens%20Brauer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gl\u00fcckw\u00fcnsche an Belgiens Brauer<\/a><\/span><\/span> ver\u00f6ffentlicht wurden \u2013 und zwar eine recht ausf\u00fchrliche Pressemeldung mit einem Umfang von \u2013 nach Abzug von Briefkopf und \u00dcberschrift \u2013 satten zwei DIN A-4 Seiten Text.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles gut also?<\/p>\n\n\n\n<p>Leider nur auf den ersten Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei genauerem Durchlesen f\u00e4llt n\u00e4mlich rasch und mir pers\u00f6nlich unangenehm auf, dass lediglich die ersten, wenigen S\u00e4tze Gl\u00fcckw\u00fcnsche an die Kollegen im Westen ausdr\u00fccken und der ganze Rest des Texts, gute 80% des Gesamtumfangs, sich mit Selbstbeweihr\u00e4ucherung befasst. Unter nahezu irref\u00fchrender \u00dcberschrift ver\u00f6ffentlicht man einmal mehr einen Text \u00fcber das sogenannte Reinheitsgebot von 1516, der dessen Rolle, dessen angeblich durchg\u00e4ngige, 500j\u00e4hrige Tradition und dessen immer wieder beschworene, aber niemals bewiesene Bedeutung f\u00fcr die Qualit\u00e4t des deutschen Biers beschreibt. Regelrecht erstaunlich wirkt nach der Lekt\u00fcre gar, wie es den Belgiern gelingen konnte, ohne ein solches sogenanntes Reinheitsgebot trotzdem eine Bierkultur zu entwickeln, die der UNESCO die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe wert war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich empfinde das als \u00e4rgerlichen Versuch der Gehirnw\u00e4sche, bin entt\u00e4uscht von diesem Mangel an Souver\u00e4nit\u00e4t im Umgang mit dem Fakt der Anerkennung der Bierkultur Belgiens und kann nur hoffen, dass nicht alle Leser dieser Pressemitteilung auf deren doch ein wenig plumpe Darstellung hereinfallen. Und w\u00e4re ich belgischer Brauer, w\u00fcrde ich diese Darstellung sogar als Tritt vor das Schienbein empfinden, als vergiftetes Kompliment n\u00e4mlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht gut, lieber Deutscher Brauer-Bund.<\/p>\n\n\n\n<p>Gar nicht gut!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Das muss heute, am 1. Dezember 2016, doch wie ein Faustschlag ins Gesicht des Deutschen Brauer-Bundes gewesen sein. Keine zwei Jahre, nachdem die deutschen Brauer mit ihrem Antrag, das sogenannte Reinheitsgebot von 1516 bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen, mit Karacho gescheitert sind, wird die Bierkultur in <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=5915\" title=\"Von der UNESCO anerkannt:Bierkultur in Belgien wird immaterielles Kulturerbe\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":30737,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,22,24],"tags":[],"class_list":{"0":"post-5915","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-meinungen-und-gastbeitraege","8":"category-reinheitsgebot","9":"category-volker-r-quante"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5915"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":47069,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5915\/revisions\/47069"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/30737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}