{"id":6101,"date":"2016-12-18T23:00:38","date_gmt":"2016-12-18T22:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=6101"},"modified":"2025-08-24T16:36:30","modified_gmt":"2025-08-24T14:36:30","slug":"gabriela-gerberschweizer-biere-2016-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/?p=6101","title":{"rendered":"Gabriela Gerber<br \/>Schweizer Biere 2016 \u2013 2017"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Buch \u00fcber die Schweizer Biere? \u00dcber das Land des Bierkartells, in dem es zwar uns unbekannte Brauereinamen gibt wie Calanda, H\u00fcrlimann, Cardinal, Eichhof und Gurten, die aber doch alle nur einheitliches helles Lager brauen? Wie langweilig \u2026<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"261\" height=\"354\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-1-268.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6104\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-1-268.jpg 261w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-1-268-111x150.jpg 111w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-1-268-221x300.jpg 221w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>Gabriela Gerber<br>Schweizer Biere 2016 \u2013 2017<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Nein, weit gefehlt! Weitgehend unbeachtet vom Rest Europas hat sich die Schweiz nach dem Fall des Bierkartells 1991 zu einem bunten Bierland entwickelt, das eine h\u00f6here Brauereidichte aufweist als Deutschland. Auf gerade einmal acht Millionen Schweizer B\u00fcrger kommen mittlerweile fast 700 Brauereien, und zwar richtige Brauereien, also Betriebe, die biersteuerpflichtig sind, keine Hausbrauer, die nur f\u00fcr den eigenen Verzehr produzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>280 der von diesen Brauereien produzierten Biere hat ein Team von Biersommeliers getestet und in diesem Buch nach einheitlichen Kriterien aufgelistet. Jedes Bier bekommt eine Seite, wird mit Foto und Namen vorgestellt, es folgen Name der Brauerei, deren Homepage und recht allgemein gehaltene, insofern denn auch wenig hilfreiche Angaben zu Bezugsquellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann aber das eigentlich Interessante: Was ist es f\u00fcr ein Bier? Auf einer Farbskala mit EBC-Werten (European Brewery Convention) von 4 bis 80 wird die Farbe des Biers angegeben, es folgen die Daten zu Bitterwerten in IBU (International Bitterness Unit), Alkoholgehalt in Volumenprozent, eine Empfehlung f\u00fcr das passende Glas und die Angabe, ob ober- oder unterg\u00e4rig. Und schlie\u00dflich ein paar Zeilen zu Aroma und Geschmack, also kurze Verkostungsnotizen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"354\" height=\"278\" src=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-2-243.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6105\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-2-243.jpg 354w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-2-243-150x118.jpg 150w, https:\/\/blog.brunnenbraeu.eu\/wp-content\/uploads\/Miniatur-2-243-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"font-size:12px\"><strong>fast ununterscheidbare Lagerbiere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Was spannend sein k\u00f6nnte, wird leider langweilig gemacht. Die Biere werden nach Bierstil sortiert, und so beginnt das Buch mit mehreren Dutzend hellen Lagerbieren, die sich in nahezu keinen Eigenschaften voneinander unterscheiden. Seitenweise unterg\u00e4rige Biere mit EBC-Werten zwischen 4 und 8, IBU-Werten um die 20, einem Alkoholgehalt von 4,8 % und sich in der Wortwahl nur geringf\u00fcgig unterscheidenden Verkostungsnotizen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher, es ist ehrenwert, die gro\u00dfen, schweizweit erh\u00e4ltlichen Biere alle zu erfassen, aber abwechslungsreich wird es dadurch nicht. Ganz im Gegenteil, durch dieses unmittelbare Nebeneinanderstellen wird auch die eine oder andere Schw\u00e4che der Verkostung deutlich. Zum einen merkt man, dass das Vokabular zur Beschreibung heller Lagerbiere doch recht begrenzt ist, zum anderen fallen aber auch Ungenauigkeiten auf. Wenn der gleiche Farbwert (6 EBC) mal als goldgelb, mal als hellgelb, mal als golden beschrieben wird, wenn umgekehrt der Begriff goldgelb von 6 bis 12 EBC gedehnt wird, dann scheinen Zahlenwerte und Prosa doch deutlich voneinander abzuweichen. Merkw\u00fcrdig. Nat\u00fcrlich ist es immer auch eine Interpretation durch den jeweils verkostenden Sommelier, die verkostende Sommeli\u00e8re, aber ein Abgleich des Vokabulars mit den Zahlenwerten w\u00e4re angebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Kapitel der hellen Lagerbiere folgen dunkle Lager, Amber, Spezial (was in der Schweiz dem Pils entspricht, gem\u00e4\u00df eines Handelsvertrags mit der Tschechoslowakei aus dem Jahr 1927 bis heute jedoch nicht so genannt werden darf), Zwickel, Starkbiere, alkoholfreie Biere, Schwarzbiere, Biere aus speziellen Getreidesorten, Weizen und mehrere internationale Stile. Es wird also abwechslungsreicher, wenn auch immer wieder deutlich wird, dass Biere der gro\u00dfen, \u00fcberregionalen Brauereien und der schon l\u00e4nger etablierten Kleinbrauereien bevorzugt betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Bieren werden die an der Verkostung beteiligten Biersommeliers und -sommeli\u00e8res vorgestellt, bevor dann einige allgemeine Informationen \u00fcber das Bier folgen \u2013 seine Rohstoffe, der Brauprozess und einige weitere, allgemein bekannte Informationen in gewohnter Art. Nichts Neues hier.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz am Ende wird es noch einmal interessant, wenn die Geschichte des Schweizer Biers in zw\u00f6lf Bildern erz\u00e4hlt wird \u2013 hier gibt es Wissenswertes, das ich nicht schon in einem Dutzend anderer B\u00fccher gelesen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt hinterl\u00e4sst das Buch gemischte Gef\u00fchle. Es ist hochwertig, gutes Papier, ein mattierter Schutzumschlag mit sch\u00f6ner Haptik, es bietet einen Einblick in eine Bierwelt, die au\u00dferhalb der Schweiz leider so gut wie unbekannt ist, aber es verpasst auch eine gute Chance, diese Einblicke spannend, mitrei\u00dfend zu pr\u00e4sentieren. Nun gut, man mag einwenden, dass dieses Buch eher als Nachschlagewerk denn als Lesestoff gedacht ist (wer liest denn schon ein Telefonbuch von A bis Z?), aber erstens k\u00f6nnte man es selbst dann attraktiver gestalten, und zweitens m\u00fcssten dann mehr von den kleineren, neuen Brauereien aufgenommen werden \u2013 denn ein Nachschlagewerk sollte immer auch ermuntern, sich \u00fcber den unmittelbar vorgestellten Text hinaus eigenst\u00e4ndig weiter zu informieren, und nicht in der Informationsblase des Buches selber zu verharren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Gabriela Gerber<br>Schweizer Biere 2016 \u2013 2017<br>Wird &amp; Weber Verlag AG<br>Thun, 2016<br>ISBN 978-3-85932-768-9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Ein Buch \u00fcber die Schweizer Biere? \u00dcber das Land des Bierkartells, in dem es zwar uns unbekannte Brauereinamen gibt wie Calanda, H\u00fcrlimann, Cardinal, Eichhof und Gurten, die aber doch alle nur einheitliches helles Lager brauen? 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