Pilsner Urquell Original Restaurant na Letišti Václava Havla
Praha
CZE

„Každá dobrá cesta začíná dobrým pivem“ – „Jede gute Reise beginnt mit einem guten Bier“. So begrüßt das Pilsner Urquell Original Restaurant den Reisenden am Prager Václav-Havel-Flughafen.

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Jede gute Reise beginnt mit einem guten Bier

Pilsner Urquell Original Restaurant – der gelbe Schriftzug auf dem dunkelgrünen Hintergrund wirkt vertraut, und er ist es eigentlich auch. PUOR – das ist eine ganze Kette von klassischen, gutbürgerlichen Restaurants, betrieben von der großen Pilsener Brauerei Plzeňský Prazdroj und gestrickt rund um den Nimbus des Original Pilsner Biers.

Gemeinsames Merkmal ist, dass das Pilsner Urquell hier aus dem Tank und nicht aus dem KEG ausgeschenkt wird. Mehr und mehr große Brauereien bedienen sich dieser Methode, um sicherzustellen, dass das Bier in einem Zustand ausgeschenkt wird, der dem, in dem es die Brauerei verlässt, möglichst nahekommt. Wer hat nicht schon, insbesondere bei einer Brauereibesichtigung, die Erfahrung gemacht, dass ein Bier, frisch am Ort seiner Entstehung gezapft, so ganz anders, so viel besser schmeckt als daheim aus der Flasche oder Dose oder irgendwo in einer Kneipe oder einem Restaurant.

Bis ein Bier den Konsumenten erreicht und vor ihm im Glas steht, hat es oft viel mitgemacht. Das Umdrücken vom Lagertank in das Fass oder die Flasche, dann ein meist nur schlecht kontrollierter Transport. Gerade im Hochsommer, wenn die Sonne herunterknallt, sind die Straßen dann auch besonders voll, und der Biertransporter mit Fässern, Flaschen und Dosen steht in der Gluthitze der Mittagszeit, seine Ladung dem Licht und der Wärme ausgesetzt, und fast schon könnte man auf den Gedanken kommen, dass das mit Absicht geschieht, um in der Brauerei die Pasteurisierung einzusparen und sie stattdessen auf der Autobahn gewissermaßen nebenbei nachzuholen.

Am Ziel angekommen, werden die Bierkisten vor dem Getränkemarkt in die Sonne gestellt, um Reklame für das neue Sonderangebot zu machen, und die KEGs stehen in der Gastronomie irgendwo im Heizungskeller herum, bis sie gebraucht werden. Und genauso, wie sich das Bier in diesen Momenten fühlt, genauso schmeckt es dann auch. Oftmals grauenhaft. Wenn dann noch eine schlecht gepflegte Zapfanlage hinzukommt und, Gipfel des Trinkerglücks, ein lustloser oder unbegabter Barmann, dann ist alles zu spät. Nur noch eine trostlose Brühe schwappt im Glas, in sieben Minuten restlos totgezapft, eine geschmacklose und schale Bierleiche unter einem immerhin noch eindrucksvollen, aber eigentlich völlig überflüssigen, an den Rändern langsam antrocknenden stabilen Schaumberg.

Den Brauer schmerzt’s, wenn er sieht, was seinem Produkt angetan wird, und so gehen immer mehr größere Brauereien dazu über, sich auch dann noch um ihr Bier zu kümmern, wenn es die Brauerei verlassen hat. Große Zisternen werden für den Transport genutzt, gekühlte natürlich, so dass das Bier im großen Volumen ruhiger und in der ununterbrochenen Kühlkette auch ohne Zwangspasteurisierung in der Sommersonne in der Bar oder dem Restaurant ankommt. Hier wird es direkt in die Ausschanktanks umgedrückt, die selbstredend ebenfalls gekühlt sind.

Ein großer Risikofaktor für die Bierqualität ist damit schon ausgeschaltet.

Zwar warten dann immer noch die Bierverhunzer mit ihren schlecht gereinigten Zapfanlagen und die schlampigen Barmänner und -frauen, aber auch die können, wenn der Biertank frisch befüllt wird, vom Fachpersonal eben mal begutachtet und vorbeugend ermahnt werden. Und so ist sichergestellt, dass das Bier in der Kneipe genauso gut schmeckt wie im Ausschank auf dem Brauereigelände.

So weit die Theorie.

Was sagt die Praxis? In der Praxis sind die meisten Wirte ja auch so schon um eine ordentliche Bierqualität bemüht, reinigen ihre Leitungen und Zapfhähne regelmäßig, und dass die KEGs direkt neben dem Heizungsbrenner stehen, kommt auch nur noch selten vor. Aber die geschlossene Kühlkette von der Brauerei bis zur Theke – die macht in der Tat einen Unterschied, und das spürt man insbesondere im Sommer schon deutlich.

Das Pilsner Urquell also nur aus dem Tank, so heißt die Devise der PUOR-Kette. Qualität garantiert.

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Bier-Folklore

Drumherum wird dann ein wenig Folklore gestrickt. Irgendwo an der Theke werden großflächig Kupferdekorationen angebracht, die das Gefühl vermitteln, doch irgendwie den Sudkesseln der Brauerei nahe zu sein. Das Mobiliar bedient sich der klassischen Elemente der tschechischen Wirtshaustradition. Viel dunkles Holz, einfach gestaltete Möbel. An den Wänden dann alte Bierreklamen, Zeitungsausschnitte oder Etiketten, und eine Aufteilung des Schankraums in Bereiche, in denen man lieber unter sich sitzen und sich ruhig unterhalten kann, und in Bereiche, wo man sich zentral positionieren und sein Bier vor Publikum trinken kann. Sehen und gesehen werden.

Fertig ist die Laube, beziehungsweise das durchaus erfolgreiche Konzept der PUOR-Kette.

Und zumindest hier am Prager Flughafen funktioniert es auch.

Inmitten der quietschbunten, gesichtslosen Plastikwarenwelt der immer gleichen Flughafenshops bietet es eine Oase der Ruhe für die Augen, und die Erwartung, schnell vor dem Abflug noch ein frisches Pilsner Urquell trinken zu können, aus dem Original Glaskrug, dunkelgelb leuchtend, relativ niedrig gespundet und mit diesem winzigen, aber doch so typischen Hauch von Diacetyl, diesem Aroma von nicht ranziger, aber warmer Butter, das die tschechischen Biere auszeichnet – diese Erwartung lenkt die Schritte des Reisenden dann doch rasch noch für einige, wenige Minuten in diesen Ausschank.

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Pilsner Urquell Original Restaurant na Letišti Václava Havla

Auch wenn, und das muss natürlich auch ehrlich gesagt werden, die Preise happig sind. Verglichen mit Deutschland ist’s immer noch spottbillig, aber innerhalb Tschechiens sind 90,- CZK, also 3,60 EUR, durchaus teuer. In Prag in der Stadt kostet das Bier rund 2,50 EUR und auf dem Land selten mehr als 1,80 EUR, und Bier aus regionalen Brauereien ist in der Gastronomie immer noch für 1,10 bis 1,20 EUR für den halben Liter zu haben. Flughafenabzocke also. Aber als Reisender fällt man doch immer wieder darauf hinein. Beziehungsweise hat keine andere Wahl, denn die Plastikgetränke an den bonbonfarbenen Ständen links und rechts davon sind genauso teuer.

Das Pilsner Urquell Original Restaurant na Letišti Václava Havla befindet sich (unter anderem…) im Bereich des Terminal 2 rechts vor dem Check-in und bietet eine gute Möglichkeit, die Wartezeit zu überbrücken, wenn man zu früh hier ist und der Check-in in bester nachsozialistischer Manier noch gar nicht geöffnet ist. Durch diese Lage ist es auch für den Nicht-Flugreisenden ohne Ticket zugänglich. Die Erreichbarkeit? Nun, vielleicht am besten aus der Luft?

Bilder

Pilsner Urquell Original Restaurant na Letišti Václava Havla
K Letišti 6/1019
160 08 Praha
Tschechien

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