Brasserie Grimbergen Café
Brüssel
BEL

Es muss in Brüssel nicht immer die Bierbar mit mindestens 30 verschiedenen Bieren sein. Manchmal reicht zum guten Genuss auch ein klassisches Biercafé, eine klassische Brasserie mit einem Dutzend Bieren. Dazu eine gemütliche und ansprechende Einrichtung im typischen Stil und leckeres Essen. So, wie im Brasserie Grimbergen Café.

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Brasserie Grimbergen Café

Das Gericht der Wahl? Muscheln natürlich. Auch wenn es touristischer Standard zu sein scheint, sind Muscheln immer wieder gut.

Und dazu? Genauso klassisch: Ein Trappistenbier.

Die Jagd nach den exotischen Bieren der Kleinbrauereien einmal ruhen lassen und sich stattdessen den Klassikern widmen. Gerne auch einmal den Klassikern, die ein bisschen in zweiter Reihe stehen und nicht immer sofort präsent sind, wenn es darum geht, höchste belgische Bierkultur zu repräsentieren.

Ich fahre mit dem Finger die Getränkekarte hinunter und entscheide mich für ein Rochefort, gebraut in der Abbaye Notre-Dame de Saint-Remy. Eine der „schon immer“ bestehenden Trappistenbrauereien, mit einem immerhin ausreichend großen Ausstoß, dass es nicht zur Verknappung oder gar einem Schwarzmarkt kommt wie bei den Bieren aus Westvleteren.

Aber ich nehme diesmal nicht das Rochefort 10, das mit dem großen blauen Punkt mit der weißen 10 darauf gekennzeichnet ist und mit seinen 11,3% Alkohol gemeinhin als das eindrucksvollste und beste Bier dieser Brauerei gilt. Nein, heute entscheide ich mich für den „kleinen Bruder“, das Bier, das immer ein wenig im Schatten des Flaggschiffs steht, das Rochefort 8. Der große Punkt ist dunkelgrün statt blau, trägt die weiße Ziffer 8, und das Bier wartet mit „nur“ 9,2% Alkohol auf.

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Trappistes Rochefort 8

Runder und etwas malziger ist es, bringt statt der komplexen Fruchtaromatik eher leichte Röstaromen ins Spiel, wenn auch nur ganz dezent. Ein ganz ausgezeichnetes Bier, das leider zu Unrecht hinter dem Rochefort 10 oft vergessen wird.

Und hier und heute harmoniert es auch perfekt mit den Muscheln. Eine kräftige Soße mit Stangensellerie, Zwiebeln und Knoblauch, dazu die Miesmuscheln, belgische Frites und das Rochefort 8 – viel verschiedener Zutaten bedarf es nicht, um ein nahezu perfektes Mittagsmahl zu zaubern.

Die Brasserie stellt dazu den passenden, ansprechenden Rahmen. Dunkle Holzmöbel, recht schlicht. Ein ebenso dunkler Parkettboden; Wände, die mit dunklem Schieferstein verkleidet sind, und Fenster mit Jugendstilornamenten. Alles passt. Selbst der Service, in Brüssel manchmal eine Zumutung, ist hier zur Mittagszeit absolut in Ordnung. Rasch, aufmerksam und nicht aufdringlich. So, wie es sein soll.

Die Muscheln sind gegessen, die Mittagspause neigt sich ihrem Ende zu. Einen kleinen Moment kann ich noch sitzen bleiben und entspannen. Ich beobachte mein Bier. Unten im Glas ist eine kleine raue Stelle eingefräst oder eingelasert. Ein sogenannter Moussierpunkt, der die Kohlensäure im Bier dazu bringt, sich immer an derselben Stelle zu entbinden. Ein steter Strom kleiner Bläschen steigt von dieser Stelle auf und bildet winzige Schaumbläschen an der Oberfläche. Vielleicht liegt es an der Form des Moussierpunktes, vielleicht an der Form des Glases, aber es bilden sich kleine, ruhige Strömungen aus, die den Schaum langsam verwirbeln und ein symmetrisches Bier zaubern. Fast kann ich mit ein wenig Phantasie den Phönix erkennen, der neben mir auf einer Reklametafel für das Grimbergen-Bier zu sehen ist und einem frisch eingeschenkten Glas entsteigt.

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wunderbare Ornamente im Bierglas

Ein kurzer Augenblick der Kontemplation, ein Augenblick, in dem mein Bier mich nicht nur mit Geruch, Aroma und Geschmack erfreut, sondern auch mit seinem Formenspiel.

Das Brasserie Grimbergen Café ist täglich von 11:00 bis Mitternacht durchgehend geöffnet; kein Ruhetag. Neben den Grimbergen-Bieren bietet es eine gute Auswahl von Trappistenbieren an. Die Metro-Station De Brouckere mit den Linien 1 und 5 ist etwa 150 m entfernt und sorgt für eine gute Erreichbarkeit.

Bilder

Brasserie Grimbergen Café
Place Sainte-Catherine 22
1000 Brüssel
Belgien

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