Günther Thömmes
„Jetzt gibt es kein Bier, sondern Kölsch!“

Günther Thömmes – „Jetzt gibt es kein Bier, sondern Kölsch!“, Bierbuch
Günther Thömmes
„Jetzt gibt es kein Bier, sondern Kölsch!“

Günther Thömmes, Bierbrauer und Schriftsteller. Bieraffinen Lesern wohl vorwiegend als Autor der vier Bierzauberer-Romane bekannt, daneben aber auch durch seine Bierreiseführer und Bierkrimis.

Seine ersten Schritte als Schriftsteller machte er allerdings nicht mit diesen bekannten Werken, sondern mit einer kleinen Anthologie von unterhaltsamen Anekdoten und Trivialitäten über und rund ums Bier, dem kleinen Büchlein „Jetzt gibt es kein Bier, sondern Kölsch!“. Erschienen 2005 hat es bis heute seinen Unterhaltungswert nicht verloren, denn für den, der es mag, ist dieses Sammelsurium von Fakten und Geschichten zeitlos.

Der Untertitel sagt eigentlich vollumfänglich, um was es in diesem Buch geht: „Das etwas andere Bierlexikon: Von Afghanistan bis Wellnessbier – Wissenswertes, Interessantes, Triviales, Überflüssiges und Makaberes über unser liebstes Getränk!“ Auf 132 Seiten bietet es, teils in nur einem Satz, teils in kurzen Geschichten, Stoff für fröhliche Stammtischabende oder zur Auflockerung von steifen Familienfeiern.

Nach einem kurzen Vorwort folgen acht Kapitel mit Fakten, Zeitungsartikeln, Stories, Statistiken, die Günther Thömmes über mehrere Jahre hinweg gesammelt hat: „Bier – Der globale Durstlöscher“, „Aus der Geschichte des Bieres“, „Aus der Produktion des Bieres“, „Von der Reinheit des Bieres“, „Makaberes, Medizinisches, Gefährliches“, „Lustiges, Seltsames, Kurioses“, „Ein paar ungewöhnliche Statistiken“ und „Zitate und Sprüche rund ums Bier“.

Günther Thömmes – „Jetzt gibt es kein Bier, sondern Kölsch!“, Bierbuch
Bilder und Anekdoten

Was im Kontext des Buches ein bisschen wie ein Fremdkörper wirkt, gleichwohl aber sehr lesenswert ist, das ist das „Essay anstelle eines Nachwortes“, nämlich eine kurze Abhandlung über das sogenannte Reinheitsgebot: „Das Reinheitsgebot – Ein Mythos des 20. Jahrhunderts“. Als 2016 das 500-jährige Jubiläum der Verkündung dieser angeblich ältesten Lebensmittelverordnung der Welt gefeiert worden war, gab es zahlreiche Diskussionen und Streitschriften zu diesem Thema, aber Günther Thömmes‘ Essay aus dem Jahr 2005 war seiner Zeit voraus. Auf sieben eng bedruckten Seiten verweist der Autor auf die Dialektik der Brauerbünde, auf die zum Teil schlicht falschen Behauptungen im Kontext dieser Vorschrift (so war sie, obwohl es immer wieder betont wird, keinesfalls durchgehend gültig) und verweist auf gängige Praktiken, die eigentlich gegen den Geist der Vorschrift verstoßen, durch deren innovative Interpretation aber immer wieder als rechtmäßig anerkannt werden und so dazu dienen, die Abläufe in Großbrauereien effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.

Ein paar Literaturhinweise und eine kurze Seite über den Autor runden das kleine Büchlein ab.

Einzig der etwas grünstichige Umschlag irritiert. Eigentlich sollte die Farbgebung doch an ein appetitlich schäumendes und vor allem goldenes Bier erinnern, mit feinen Kondenswassertröpfchen am Glas…

Im Handel ist dieses kleine Buch nicht (mehr) erhältlich. Mit etwas Glück findet man es in Antiquariaten, vielleicht hat aber auch der Autor selbst noch ein paar Restbestände.

Günther Thömmes
„Jetzt gibt es kein Bier, sondern Kölsch!“
herausgegeben im Eigenverlag
Brunn am Gebirge, 2005
ISBN 3-200-00363-4

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