Kloek (Nachtegaalstraat)
Utrecht
NLD

Fröhlich und gut gelaunt spaziere ich durch Utrecht. Gerade heute Nachmittag erst war ich für ein paar Minuten in die kleine Bar Kloek in der Vredenburg eingekehrt und hatte dort ein leckeres Bier und die wunderbare Atmosphäre genossen. Richtig schön war’s gewesen. Der Termin, den ich anschließend hatte, war nur ein kurzer, und nun bin ich ostwärts der Altstadt unterwegs. Eine zweite Kloek-Bar soll es hier haben, in der Nachtegaalstraat.

Zwei Minuten nur mit dem Bus, noch einmal zwei Minuten zu Fuß, und ich stehe schon vor der Bar: Kloek. Auch hier lautet das Konzept: Leckere Biere aus lokaler Produktion, also von Brauereien aus dem Utrechter Raum, und dazu Hühnchen in allen Geschmacksrichtungen.

Miniatur (1)Ein paar Tische und Stühle stehen auf dem Bürgersteig, man sitzt draußen, genießt noch die letzten Strahlen der gleich untergehenden Sonne, bevor es rasch kühl werden wird. Drinnen ein langgestreckter Gastraum, ähnlich gestylt wie die andere Kloek-Bar, und doch anders. Ähnliche Dekorationselemente, aber anders zueinander gebracht. War es an der Vredenburg recht großzügig und weit, so ist es hier in der Nachtegaalstraat etwas enger, etwas dunkler. Noch kein düsteres Brown-Café, wie es in den Niederlanden so beliebt ist, aber der Unterschied ist doch spürbar.

Ich suche mir einen Platz an der Theke und frage die Bedienung, was sie mir von den Bieren denn empfehlen könne.

Ihre Antwort und ihre Reaktion sind ein wenig enttäuschend. Vom Fass habe sie im Moment nichts Interessantes da, nur irgendwie so ein Pils, erzählt sie mir. Und, sie fährt fort und deutet mit einer unbestimmten Handbewegung auf den Kühlschrank hinter ihr, aus der Flasche die Biere, die ich hier sehen könne.

„Nun, das ist ja wirklich hilfreich“, denke ich ironisch, und versuche, ihr doch noch ein wenig mehr Hilfestellung zu entlocken. Zu klein, zu unbekannt sind die Brauereien der Region, als dass ich mit ihren Namen irgendetwas verbinden könnte, das mir die Auswahl erleichtern würde. Nicht unfreundlich, aber auch wenig enthusiastisch und ähnlich ratlos wie ich steht die gute Dame vor dem Kühlschrank, wandert mit dem Finger mal nach links, mal nach rechts, dann wieder hoch und runter. Irgendwann bleibt sie an einer Flasche mit rotem Etikett hängen. Ob ich das denn probieren wolle?

Achselzuckend nicke ich, und sie stellt Flasche und Glas vor mir auf den Tresen.

Miniatur (2)Brouwerij Hommeles – Hopdonder lese ich auf dem Etikett. Ein IPA, aber mit einer belgischen Saisonhefe gebraut. Ein Farmhouse IPA, also. Eigentlich ja ein interessanter Bierstil, kräftig gehopft, mit Zitrusnoten, viel Bittere und einem etwas kantigen Aroma der Hefe. Aber hier und heute nicht mein Ding. Das Bier schmeckt deutlich metallisch, kann mich nicht wirklich überzeugen. Nicht, dass es nicht trinkbar wäre, aber es ruft keine Begeisterungsstürme hervor, ein zweites Mal würde ich esmir nicht bestellen.

Mittlerweile ist draußen die Dämmerung hereingebrochen, die kleine Bar füllt sich zusehends. Die Atmosphäre ist nicht unangenehm, aber irgendwie hatte es mir heute Nachmittag in der anderen Kloek-Bar doch deutlich besser gefallen. Bessere Beratung bezüglich der Biere, eine gefühlt bessere Auswahl, vielleicht war aber auch nur die Präsentation der gleichen Biere etwas professioneller, etwas appetitanregender gewesen.

Nicht wirklich enttäuscht, aber auch ohne überschäumende Begeisterung mache ich mich wieder auf den Weg zur Bushaltestelle, kehre zurück ins Hotel. Eine nette, kleine Bierbar. Schön, hier mal einzukehren, wenn man sowieso gerade in der Nähe ist, aber definitiv keinen extra angesetzten Ausflug wert.

Das Kloek Nachtegaalstraat ist täglich ab 16:00 Uhr durchgängig bis mindestens Mitternacht geöffnet, Küche ab 17:00 Uhr; montags ist Ruhetag. Zu erreichen ist die kleine, auf Bier und Hühnchen spezialisierte Bar mit dem Bus, die Haltestelle Stadsschouwburg mit mehr als einem Dutzend Tag- und Nacht-Bus-Linien ist etwa 150 m entfernt.

Bilder

Kloek
Nachtegaalstraat 29B
3581 AB Utrecht
Niederlande

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