27. Lahnsteiner Bierseminar
„Brötchen aus der Flasche“

„Ich war gestern auf dem Lahnsteiner Bierseminar!“

„Und? Wie war’s?“

„Es gab gutes Bier…“

„Hm.“

„… und Bierbrötchen …“

„Aha.“

„ … aus der Flasche!“

„Soso.“

„…“

„Äh… Wie? … Flasche? Brötchen?“

„ ! “

So mag der eine oder andere Dialog am Tag nach dem 27. Lahnsteiner Bierseminar abgelaufen sein. Und in der Tat, am 9. Januar 2014 gab es neben zahlreichen leckeren Bierspezialitäten auch Bierbrötchen aus der Flasche. Natürlich nicht ganze Brötchen, die aus der Flasche „eingeschenkt“ worden wären, aber im Rahmen des Seminars wurden von Sabine Sulzbacher aus Mandel leckere Backmischungen vorgestellt, die sie dekorativ in schönen Glasflaschen verpackt als nette Geschenkidee anbietet. Und leckere Brötchen und saftiger Kuchen aus eben diesen Backmischungen begleiteten als frisch gebackene Snacks das heutige Bierseminar.

Angesichts der großen Teilnehmerzahl (mit 50 Anwesenden konnte Markus Fohr von der Lahnsteiner Brauerei heute einen neuen Rekord vermelden) lohnte es sich, in das Seminar mit einem ganzen Fässchen Lahnsteiner Obergärigem einzusteigen, um das Eis zu brechen und den ersten Durst zu löschen, bevor es dann an das Verkosten gehen sollte. Obergäriges – gebraut im Stil der Biere der großen Domstadt. Der Stadt, deren in ein Wort gefasste Wesensart nur von den Brauereien als Bierbezeichnung genutzt werden darf, die ihren Sitz auch im unmittelbaren Einzugsbereich des Doms haben. Alle anderen dürfen solche Biere zwar brauen, aber nicht so benennen. Obergäriges, also.

Obwohl die fröhliche Diskussion über diesen Bierstil und seine Heimatstadt mehrere Minuten lang andauerte, gelang es allen Beteiligten, sowohl den Namen der Stadt als auch des Bierstils tatsächlich nicht in den Mund zu nehmen. Von Bergheim-Ost war die Rede, oder von einem Vorort Leverkusens, man sprach davon, dass man das Obergärige auch hätte Lähnsch nennen können – aber der Name der Domstadt und ihres Biers fiel während des gesamten Seminars nicht ein einziges Mal.

Kein Kölsch also.

Man schritt zum zweiten Bier, dem Lahnsteiner Wiesenzwickel, einem hopfengestopften Obergärigen mit kräftigen Aromen einer Kräuterwiese und von frisch geschnittenem Heu.

Und noch ein drittes Bier aus eigener Produktion gab es, das Lahnsteiner Bernstein. Ein Bier, dass bisher nur im Lohnbrauverfahren für einzelne Kunden hergestellt worden war, aber sich so gut entwickelt hat, dass – so Fohr – es nun auch unter der eigenen Marke regelmäßig erhältlich sein soll.

Zwischendurch wurden die ersten Bierbrötchen gereicht, leckere Kräuterbutter (mit Bier angerührt) wurde dazu serviert, und Frau Sulzbacher stellte ihre nette Geschäftsidee ein wenig detaillierter vor. Als Ergänzung zu vielen anderen Bierspezialitäten sollen die Backmischungen nun ebenfalls im brauereieigenen Laden in Lahnstein angeboten werden.

Mit einem Oak-Aged Hellem Bockbier der Camba Bavaria Brauerei, das in Portwein-Eichenholzfässern gelagert worden ist, verließen die Seminarteilnehmer gedanklich nun die Stadt Lahnstein. Am Chiemsee gebraut wurde dieses Bier, und in Fässern gelagert, die schon viele Jahre in portugiesischen Weinkellern hinter sich haben – eine echte Spezialität.

Zu diesem schweren Bier mit 8,0% alc. passte der nun servierte Kuchen „aus der Flasche“ ganz hervorragend, weich, saftig und süß bereitete er Zunge und Gaumen auch gleich auf die letzte, die spannendste Bierkreation vor, den Weizen Doppelbock der Kirner Brauerei aus dem Jahr 2012. Als Jahrgangsbier gebraut und als 11,4%ige Spezialität ewig haltbar. Vollmundig, fruchtig, rund, süß, ein Aromafeuerwerk aus dunklen Früchten, einer fast weinigen Fülle am Gaumen, und mit einem nur ganz fein hefeherben Abgang begeisterte der Weizenbock die Seminarteilnehmer ganz besonders.   Ein extra komplexes Bier zum Abschluss – die Krönung des Seminars, und ein Geschmackserlebnis, das die Verkoster noch auf dem Heimweg begleitete.

Bilder vom 27. Lahnsteiner Bierseminar

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