Die Weihnachtsbrauerei der Hausbrauer Nassauer Land 2013
Eschhofen
DEU

Mal eine etwas andere Art, das Kulturgut Bier zu präsentieren, wählten die Hausbrauer Nassauer Land im Rahmen des Eschhöfer Weihnachtsmarkts 2013:

dampfendes, frisch gestacheltes Bockbier

Dirk Wagner vom Mühlenbräu Eschhofen und Andreas Schwickert vom Antoniusbräu Dietkirchen hatten im Hof der Schule im Eschilishov auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt am 14. Dezember 2013 ihren Stand aufgebaut und Spezialitäten mit und rund ums Bier angeboten. Neben einem kräftig-malzigen, roten Bockbier und einem Glühbier nach eigenem Rezept gab es auch selbst hergestellte Biertrüffel, Biersenf und Bierlikör, und für diejenigen, denen nach etwas Stärkerem gelüstete, gab es auch hochprozentigen Bierbrand und Hopfenschnaps.

Der Höhepunkt jedoch, der die Gäste des Weihnachtsmarktes immer wieder begeisterte, war das Bierstacheln, eine schon fast in Vergessenheit geratene Kunst, das Bier gerade im Winter noch schmackhafter zu machen.

Beim Bierstacheln wird ein Eisenstab über offenem Feuer bis zur Rotglut erhitzt und dann vorsichtig in ein nur zur Hälfte gefülltes Glas Bier getaucht. Am heißen Eisen karamellisiert der im Bier enthaltene Malzzucker und verleiht dem Bier einen runderen, süffigeren Geschmack. Gleichzeitig verbrennen die Hopfenanteile und erzeugen einen Hauch von Rauch, der dem Bier eine besondere Note verleiht. Die Kohlensäure entbindet sich, formt eine wunderbar cremige und haltbare Schaumkrone, und der erste kräftige Schluck, bei dem das kalte, karamellige Bier durch den warmen, sämigen Schaum getrunken wird, wird zu einem einmaligen Erlebnis.

das Bier erfreute sich großer Beliebtheit

Wenn die Weihnachtsmarktbesucher den Vorgang auch zunächst skeptisch beäugten, so wich diese Skepsis schnell großer Begeisterung, und im Nu bildete sich eine lange Schlange vor dem Stand der Hausbrauer Nassauer Land. Wir hatten alle Hände voll zu tun, und die strahlenden Mienen der Gäste zeigten uns deutlich: Der Genuss eines gestachelten Biers war heute einer der Höhepunkte des kleinen Weihnachtsmarktes.

Gemäß alter Überlieferung wurde das Bierstacheln von den Schmieden erfunden, die früher in jeder Brauerei die Rösser beschlugen, Fassreifen schmiedeten oder sonstige Metallarbeiten erledigten. Im Winter war das Bier viel zu kalt, um den gewaltigen Durst, den die Schmiede bei ihrer harten Arbeit entwickelten, rasch löschen zu können. Irgendwann kam einer der Schmiede auf die Idee, seinen spitzen Schürhaken, auch Stachel genannt, rotglühend wie er war in das Bier zu tauchen. Und wie groß war die Überraschung, dass das Bier danach nicht nur etwas wärmer war, sondern auch noch viel besser schmeckte. Klare Sache, dass fortan jeder Schmied in der Brauerei für solche Fälle stets ein extra Eisen im Feuer hatte. Heute, wo es in der Brauerei weder Rösser noch Holzfässer mehr gibt, gibt es natürlich auch keine angestellten Schmiede mehr, und so geriet der Brauch des Stachelns in den vergangenen Jahrzehnten fast in Vergessenheit.

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