IV. Stettiner Hausbrau-Wettbewerb – Finale
Szczecin
POL

Auf der Herrentoilette der Gasthausbrauerei Stara Komenda in Stettin stand neben mir ein Herr mittleren Alters, gepflegte Erscheinung. Gemeinsam wurden wir Zeugen eines Gesprächs in den Kabinen hinter uns. Wortfetzen drangen zu uns durch. Man sprach von „hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe“, von „fast schwarz und von „milchig trüb“. Während es aus einer Kabine hieß „leicht viskos“, kam aus der anderen Kabine „nein, eher kremige Konsistenz“. Von „eher fruchtigen Aromen“ war die Rede, aber auch von „üblem Geruch, käsig, an verdorbenes Fleisch erinnernd“. Als dann aber Aussagen kamen wie „geschmacklich aber schon interessant“, „ein wenig schokoladig wirkend“, „auf der Zunge etwas sandig“, und ich gleichzeitig dem Herrn aufmunternd zunickte und ihm sagte, er möge uns im Keller doch einmal besuchen, wurde er blass und suchte schnell das Weite.

Kognitive Dissonanz nennt man so etwas, denn was immer auch an Assoziationen aufgekommen ist, woran auch immer der Herr gedacht haben mag, es war natürlich nur ein Gespräch zwischen zwei Juroren des IV. Stettiner Hausbrauwettbewerbs, die in einer Pause des Finales ihre Gedanken zu den bereits verkosteten Schokoladenbieren austauschten.

Miniatur
im Zeichen der Hopfendolde

Am 14. März 2015 fand also im Keller der Stettiner Gasthausbrauerei Stara Komenda das große Finale des IV. Stettiner Hausbrauwettbewerbs statt. In zwei mal zwei Eliminationsrunden waren die insgesamt 181 eingereichten Biere auf eine erträgliche Menge reduziert worden, und heute tagten vier Jurys parallel in den Kategorien Roggen IPA, Rauchbock, Kürbisbier und Schokoladenbier. Durchweg recht exotische Stile, und um so überraschender war es gewesen, dass so viele Einsendungen in den letzten Tagen vor dem Wettbewerb eingelaufen waren.

Aus ganz Polen waren die Juroren angereist, aus Poznań, Toruń, Łódź, Warszawa und natürlich aus Stettin selber. Die Stettiner Hausbrauer waren zahlreich da und haben fleißig unterstützt, und die lokale Brauerei- und Bierszene hatte fleißig gesponsert.

Nach der Verkostung lud Damian Kunach, der Eigentümer der Stara Komenda, alle Juroren auf ein leckeres und deftiges Essen ein, und nach der anschließenden Bekanntgabe der Ergebnisse schloss sich ein Rundgang durch die Bierszene Stettins an. Die noch nicht eröffnete Brauerei Nowy Browar Szczecin konnte besichtigt werden; die erst vor einer Woche eröffnete Familienbrauerei Wyszak ebenfalls; und der Abend endete in der Bierbar Český Film, in der es nicht nur reichlich Bier, sondern auch endlose Biergespräche gab. Und natürlich zahlreiche Filme und Videos über Bier und Brauereien, die auf der großen Leinwand liefen.

Und während die Juroren hier so langsam den Tag zu Ende gehen ließen, begannen im Internet bereits die heißen Diskussionen über die Ergebnisse des heutigen Wettbewerbs.

Bilder

IV. Stettiner Hausbrau-Wettbewerb – Finale
plac Stefana Batorego 3
70-207 Szczecin
Polen

Ergebnisse:

Kategorie Roggen IPA:
1. Grzegorz Durtan 41
2. Paweł Łopata 37,5
3. Maciej Krynicki, Paweł Ziębowicz 35,5
4. Andrzej Miler 27,25
5. Marcin Jędrzejewski 26
6. Marek Zdanowiczk 25
7. Bartłomiej Tętlewicz 23,25
8. Łukasz Rymkiewicz 19,5
9. Przemysław Godek, Przemysław Pietrzak 14,75
10. Łukasz Białas, Katarzyna Iżakowska 13,5
11. Bartłomiej Michałuszko 13,5
12. Arkadiusz Lewicki 12

Kategorie Rauchbock:
1. Robert Gumieniak 43
2. Mariusz Bystryk 38
3. Karol Kaniewski 30
4. Przemysław Nowicki 28,5
5. Filip Mazur 27
6. Mariusz Karpiński 25,75
7. Mateusz Malik 24,25
8. Leszek Jasiński 23,5
9. Tomasz Biskup 21,5
10. Sebastian Pampuch 19,75
11. Paweł Żywiecki 16,75
12. Aleksander Harhaj 16

Kategorie Kürbisbier:
1. Jacek Stachowski 33,8
2. Mariusz Bystryk 32,8
3. Bartłomiej Michałuszko 29,4
4. Michał Stefaniak 28,8
5. Paweł Żywiecki 27,2
6. Paweł Teodorczyk, Paweł Swidniewicz 27
7. Zbigniew Hajdyła 26,4
7. Maciej Krynicki, Paweł Ziębowicz 26,4
8. Maciej Osiński 26,2
9. Michał Barancewicz 25,8
10. Artur Słowik 24,8
11. Sworowski, Pronobis, Nalepa 23,8
12. Łukasz Hałasik 20,6
13. Arkadiusz Wenta 17,2

Kategorie Schokoladenbier:
1. Tomasz Biskup 38
2. Dawid Warszycki 37,8
3. Jakub Skotarczak 36,6
4. Agnieszka Lipińska 35,6
5. Wojciech Gasek 34
6. Wojciech Trześniowski 33,2
7. Konrad Sworowski 31,8
8. Przemysław Urbański 26
9. Bartłomiej Błażejewski 24,8
10. Filip Beifus 22
11. Andrzej & Iwona Miler 20

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