Swiss Beer Awards 2026
Baden (CHE)

Alle zwei Jahre messen sich die Brauereien aus der Schweiz und aus Liechtenstein bei den Swiss Beer Awards. Die eingereichten Biere werden nicht nur von einer fast hundertköpfigen Expertenjury kompetent bewertet, sondern auch – und das unterscheidet die Swiss Beer Awards von allen anderen Bierwettbewerben, die ich kenne – von einem professionellen Labor untersucht. Einerseits also die sensorische Bewertung mit allen fünf Sinnen, andererseits auch die unbestechlichen und objektiven Parameter: Alkoholgehalt, Stammwürze, Farbe, Trübung, Bitterwerte …

die Jury

Am 20. und 21. Januar 2026 ist es wieder soweit – die Jury trifft sich in der Trafohalle mitten in der Stadt Baden. Jeweils vier Jurorinnen und Juroren werden zu einem Team zusammengefasst, jedes Team bekommt an beiden Tagen jeweils 24 Biere vorgestellt. Die Biere sind mit vierstelligen Codes anonymisiert, lediglich der Bierstil wird bekanntgegeben.

Die freundlichen Helferlein platzieren jeweils ein größeres Bierglas in der Mitte des Verkostungstischs – mit ihm werden die Schaumqualität und Haltbarkeit sowie die Bierfarbe und die Trübung bewertet. Zusätzlich bekommt jedes Jurymitglied ein Verkostungsglas für die individuelle Bewertung. In insgesamt rund fünfzehn Minuten werden nun die Sinneseindrücke und Bemerkungen individuell und in Realzeit über eine Browserapplikation in die zentrale Datenbank eingepflegt. Anschließend berät das Juryteam über eine gemeinsame Gesamtbewertung, die vom jeweiligen Teamchef festgehalten wird.

Zum Abschluss des Wettbewerbs liegen somit für jedes der 531 eingereichten Biere acht Individualbewertungen und zwei Gruppenbewertungen vor, ergänzt durch die Werte aus dem Labor.

Swiss Beer Awards 2026

Spannend dabei: Anders als bei vielen anderen Wettbewerben werden die Biere nicht zu Verkostungsflights zusammengefasst und auch nicht anderweitig stilistisch sortiert. Dadurch soll bei der sensorischen Prüfung eine absolute Bewertung sichergestellt werden, und nicht eine relative, auf die jeweiligen „Nachbarbiere“ bezogene. Im Ergebnis kann es passieren, dass direkt nach einem holzfassgereiften Barley Wine ein alkoholfreies Lager serviert wird, oder nach einem simplen Spezial ein ultrabitteres India Pale Ale.

Kling schwierig? Einerseits ja, denn die Kontraste sind gelegentlich gewaltig. Andererseits nein, denn für jedes Bier haben wir genügend Zeit, können uns ausschließlich auf dieses eine Bier konzentrieren, und eine gewisse Fatigue, dass man nach dem zwölften hellen Lagerbier hintereinander nicht mehr jede feine Nuance spürt, wird vermieden. Und es ist zwischen zwei Bieren auch immer genügend Zeit, Zunge und Gaumen mit einem großen Schluck Wasser und einem Bissen Knäckebrot zu neutralisieren.

Mir gefällt dieses Austragungsmodus außerordentlich.

Team 20

Achtundvierzig abwechslungsreiche Biere, ein sehr schmackhaftes Catering mit einfachen, regionalen Gerichten und natürlich ein bunter Strauß von übriggebliebenen Flaschen und Dosen im Rahmen der After Party mit vielen, vielen bekannten Gesichtern – die Swiss Beer Awards werden mir in bester Erinnerung bleiben.

Bildergalerie

Swiss Beer Awards 2026
Trafohalle
Bruggerstrasse 56
5400 Baden
Schweiz

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.