Margarete Prijak
O’zapft is!

Beim Erscheinen im Sommer 2024 wurde dieses Buch ganz schön gehypt. „Es versammelt lustige Anekdoten, skurrile Fakten, unverzichtbare Insider-Tipps, Trachtenkunde, Bayrisch-Lektionen für Preißn, Wiesn-Hitlisten, Selbsttests und vieles mehr“, hieß es, und es wurde gelobt für „Geschichten, die zum Schmunzeln bringen“, „Anekdoten und Insider-Wissen rund um das Oktoberfest“ und als „Buch für alle, die immer schon wissen wollten, was eine echte Wiesn-Bedienung in ihrem Job alles so erlebt“.

Margarete Prijak
O’zapft is!

Objektiv stimmt das auch alles. Eine Sammlung von kleinen und großen Geschichten, Erlebnissen und Ereignissen, die in dieser Fülle wohl nur jemand zusammentragen kann, der seit vielen Jahren regelmäßig auf dem Oktoberfest ist – sei es als Stammgast oder als Bedienung.

Aber irgendwie mag der Funke nicht überspringen. Die Diktion spricht mich nicht an, sie scheint eher auf Leser zu zielen, die ohnehin schon oft auf dem Oktoberfest sind und sich in ihrer Meinung bestätigt fühlen wollen – soll heißen: Es wirkt auf mich nicht einladend. Ich bekomme das Gefühl, dass hier eher über eine eingeschworene Gemeinschaft berichtet wird, als dass das Buch ermuntern würde, einmal auf das Volksfest zu gehen, um Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Die Episoden lesen sich schon irgendwie nett, interessant, unterhaltend oder amüsant. Aber ich empfinde das Ganze als wenig strukturiertes Sammelsurium persönlicher Erinnerungen, die von einer Insiderin für andere Insider geschrieben sind – nach dem Prinzip: „Wisst Ihr noch, damals, Ihr wart ja auch dabei …“

bei mir springt der Funke nicht über

Insofern verleibe ich das Buch meiner Bierbibliothek ein, bin mir aber sicher, dass ich es nicht wieder hervorholen und darin blättern werde. Andere haben bestimmt größeren Spaß daran als ich.

Ich gehöre da wohl zur falschen Zielgruppe.

Margarete Prijak
O’zapft is!
Wilhelm Goldmann Verlag
München, 2024
ISBN 978-3-442-14311-5

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