Ein Wetter wie aus dem Bilderbuch. Tolle Stimmung, riesig viel Menschen. Gute Musik. Leckeres Bier. Prima Essen zum Bier. Eine wunderschöne Lage in den Bonner Rheinauen, weitläufig mit viel Grün. Nette Freunde und Bekannte, lustige Zufallsbekanntschaften. Eigentlich hätte es besser nicht sein können, auf der Bonner Bierbörse 2014 am 26. Juli 2014.
Schon allein der Weg vom Eingang entlang der gepflegten Blumenbeete und über die saftige, grüne Wiese, vor uns in der Senke die vielen Bierstände, dahinter der Rhein, von dem ein leichtes Lüftchen herüberweht, gerade genug, um zu verhindern, dass sich die Schwüle zu sehr staut. Ein gemütliches, schattiges Plätzchen auf einer Bierbank unter einem Sonnenschirm, und dann beobachten, wie sich das riesige Gelände langsam, aber unaufhaltsam füllt.
Punkt drei Uhr nachmittags öffneten die Bierstände, noch war viel Platz und Ruhe, um einmal an allen Ständen entlang zu schlendern und das Angebot zu prüfen. Vielfältig, das ja, auch gute Biere und Brauereien vertreten, aber bei genauerem Hinsehen exakt das gleiche Angebot wie jedes Jahr. Auch bei den Imbissen: Solide Kost, da weiß man, was man hat. Keine Überraschungen.

Schön, aber Langeweile auf hohem Niveau
Halt, doch: Eine Brauerei hat hier ihren Stand aufgebaut, die all die anderen Jahre hier noch nicht vertreten war: Die Schlossbrauerei Hohenthann. „Wo kommt Ihr denn her? Ihr wart doch letztes Jahr noch nicht dabei?“ – „Nein, wir sind das erste Mal in Bonn; hier kommt man nur hin, wenn ein anderer seinen Stand aufgibt oder einmal nicht dabei ist – dann wird etwas frei, und man rückt nach!“ Ein kleiner Lichtblick also, und eine Reihe neuer Biere, die dann natürlich hier gleich vor Ort verkostet werden mussten.
Ansonsten Langeweile auf hohem Niveau. Alle Jahre wieder eine hervorragende Stimmung, ein tolles Ambiente, und es zieht uns immer wieder hierher. Aber eben auch Berechenbarkeit.
Besonders fällt es auf im direkten Vergleich mit der Bierbörse in Mainz vor einer Woche. Hier in Bonn behäbige Beharrungskraft, in Mainz innovative Biere auch aus der Craftbier-Szene. Hier Bier in Halbliter- und Maßkrügen, nur mit Glück (wie am Stand der Hohenthanner) auch mal als 0,3-l-Portion, in Mainz allerorten 0,1-l-Probiergläser für das bewusste Verkosten. Hier zahlreiche Gruppen dumpf und nur auf Menge geeicht konsumierender Junggesellenabschiede, in Mainz viele aufgeschlossene, auch ältere Menschen, die gerne mal eine ganz besondere Spezialität im kleinen Glas probieren. Hier Weißbier mit Bananen-, Kirsch-, Erdbeersaft oder andere Mixgetränke, in Mainz Grapefruit-, Mango- oder Aprikosenaromen aus dem verwendeten Aromahopfen im Craftbier.
Was gerade einmal 120 km Luftlinie zwischen zwei Bierbörsen doch ausmachen …
Hätte es also doch noch besser sein können? Könnte man nicht doch auch in Bonn mal ein wenig Innovationskraft aufbringen?
Bierbörse Bonn 2014
Freizeitpark Rheinaue
Ludwig-Erhard-Allee 20
53 175 Bonn
Nordrhein-Westfalen
Deutschland

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