Schwoich? Wo auch immer man den Namen dieses kleinen Örtchens fallen lässt, separieren sich die Bierliebhaber sofort in zwei Gruppen. Die in der einen Gruppe zucken ratlos mit den Achseln: „Nie gehört!“ Die Augen derer in der anderen beginnen zu leuchten: „Bierol!“
Schwoich ist ein so kleines und idyllisch abgelegenes Dörfchen zwischen Wörgl und Kufstein, dass man es normalerweise wirklich nur aufgrund der dort gelegenen Brauerei kennt.
Alles begann 2004 auf dem Stöfflhof, als Peter Bichler dort unter dem Namen Stöfflbräu eine erste Brauerei gründete. Sie lief so vor sich hin, aber so richtig Schwung kam erst in die Sache, als Christoph Bichler 2014 die Brauerei übernahm, zu Bierol umfirmierte und sich im Rahmen der neuen Craftbierkultur auf neue, spannende Bierstile einließ.

vor den Kupferkesseln des Sudwerks
Christoph steht jetzt vor uns an den Kupferkesseln der Brauerei, und es beginnt ein eindrucksvoller Rundgang.
Bierol habe nicht nur die Pandemie überlebt, sondern in den Jahren danach auch erfolgreich expandiert, erzählt er. Nach den Anfangserfolgen 2014 mit dem Mountain Pale Ale habe sich die Brauerei einen Namen gemacht und sei rasch an die Grenzen der Lagerkapazität gekommen. So habe man sich entschlossen, nebenan eine große Halle zu errichten, in der nun der Gär- und Lagerkeller und die Abfüllung ihren Platz haben und die auch noch genügend zusätzlichen Raum bietet, dort ein neues Sudwerk zu installieren. Bisher liefe nämlich, trotz der neuen, großen Halle, die gesamte Würzebereitung nach wie vor auf den alten Kupferkesseln. Bis zu drei Sude pro Tage liefen hier im Schichtbetrieb, heißt es.
Wir sind beeindruckt. Da muss man wohl schon richtig viel Passion mitbringen, um das mitzumachen.
Mit einem Glas Bier in der Hand gehen wir jetzt rüber in die Halle. Moderne Holzarchitektur, die sich sehr schön in das historisch gewachsene Umfeld des kleinen Dörfchens und des Stöfflhofs einfügt, empfängt uns. Und viel, viel Platz. Während wir uns aus den Lagertanks bedienen dürfen und uns ein Mountain Pale Ale zwickeln, zeigt uns Christoph, wie die Halle schon für die Zukunft gerüstet ist. In gut zweieinhalb oder drei Metern Höhe geht ein Gang außen um die Halle, und durch große Glasscheiben kann man in den Lagerkeller schauen. Wenn irgendwann auch das Sudwerk hier stehen wird, wird eine quasi gläserne Brauerei den Besuchern einen Einblick in den gesamten Produktionsprozess geben, ohne dass sie dabei stören. Jeder kann sich mit der Kamera in der Hand aufmachen, den Gang entlang laufen und durch die Glasscheiben schauen. Ein schönes Konzept!

im Lagerkeller
Hinter den Lagertanks kommen wir zur Abfüllung. Bierol hat mittlerweile fast vollständig auf Dosen umgestellt, nur für ein paar konservative Hardcore-Flaschenbiertrinker aus dem Ort und dem direkten Umfeld wir das einfache Helle noch per Lohnabfüllung in Mehrwegflaschen gefüllt und über die Rampe verkauft.
Fast eine Stunde lang sind wir in der Brauerei unterwegs und gewinnen einen tiefen Eindruck, bevor es zurückgeht in den Gastro-Bereich, wo auch die Kupferkessel stehen.
Hier wartet jetzt ein deftiges Mittagessen auf uns, begleitet von noch zwei weiteren Bieren aus dem umfangreichen Portfolio von Bierol. Und natürlich ebenfalls begleitet von kleinen und großen Geschichten aus der Brauerei.
Zufrieden schauen wir auf die Liste der verkosteten Biere:
- Helles – Lagerbier (4,9%)
- Mountain Pale Ale [gezwickelt] (6,3%)
- Itsy Bitsy – Westcoast IPA (6,0%)
- Bierol x Hopfengrund – Independence Brew – Petit Aperitif Saison (3,9%)
Und genauso zufrieden stürzen wir uns noch auf die Regale mit den Werbemitteln. Egal, ob T-Shirt, Mütze oder bunt zusammengestelltes Bierset – als echte Biertouristen statten wir uns reichlich mit bierigen Souvenirs der Brauerei aus, bevor der Bus viel zu pünktlich wieder in den Hof fährt.
Direkt am Sudhaus hat Bierol im Sommer den Biergarten, im Winter das Restaurant geöffnet. Die Öffnungszeiten finden sich auf der Website. Zu erreichen ist die kleine Brauerei mit dem Bus der Linie 4026 ab dem Bahnhof Kufstein. Die Haltestelle Schwoich Sonnendorf ist nur hundert Meter von der Brauerei entfernt.
Bierol
Sonnendorf 27
6334 Schwoich
Österreich

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