Ziemowit Fałat
Polskie Browary 2000

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Ziemowit Fałat
Polskie Browary 2000

Ja, Wahnsinn, da hat dieses kleine Büchlein doch tatsächlich alle meine Umzüge der letzten 20 Jahre überstanden …

Ziemowit Fałat hatte seinerzeit (von 1997 bis 2002) in Polen eine kleine Bierzeitschrift herausgegeben, den Piwosz (Bierliebhaber), der aufgrund einer idiotischen polnischen Gesetzgebung, die auch eine Zeitschrift über Bier vorübergehend als (verbotene!) Reklame für Alkohol ansah, in Piwosz Bezalkoholowy (der alkoholfreie Bierliebhaber) umbenannt werden musste. Schwierige Zeiten waren es damals, denn in der Bierszene passierte nicht all zu viel. Ab und an schloss mal eine Brauerei, ganz selten machte auch eine neue, regionale Brauerei neu auf.

Craft Bier? Fehlanzeige!

Kleinstbrauereien im Hinterhof? Brauereigaststätten? Hausbrauer? Alles Fehlanzeige.

Aber immerhin: Es gab sage und schreibe 81 Brauereien im Land. Große Bierfabriken, mittelständische Regionalbetriebe, kleinere, lokale Brauereien. Und eine Handvoll Gasthausbrauereien in den großen Städten.

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ein kurzes Vorwort versprach eine weitere Ausgabe für 2001, die es aber nie gegeben hat

Informationen über die Brauereien zu bekommen, war schwierig. Im Internet fand man fast nichts, das war für diese Szene alles noch zu ungewohnt. Brauereiverzeichnisse lieferten die Bierdeckel- und Kronkorkensammler, aber in deren Nachschlagewerken waren hunderte von Betrieben aufgelistet, die zum Teil schon lange geschlossen waren, aber für die Sammler eben noch Bedeutung hatten.

So war dieses kleine Heftchen, fotokopiert, zurechtgeschnitten und mit Spiralbindung zusammengehalten, eigentlich die einzige halbwegs zuverlässige Quelle zu den existierenden Brauereien. Eine Mordsarbeit, die darin steckte. Viel Recherche, viel Reisen kreuz und quer durch’s Land, viel Zeit, viel Nerven, die investiert wurden.

Mehr als eine kleine Adressliste ist es nicht geworden. Jede Brauerei bekommt eine Seite Platz. Oben der Name der Brauerei und, wenn vorhanden und bekannt, das Wappen. In Schwarzweiß wiedergegeben. Darunter dann die Adresse, Telefonnummer, Faxnummer und manchmal auch schon Internet-Adresse und eMail. Meistens aber noch nicht.

Und das war’s dann auch schon.

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viel Informationen waren es nicht, die zu jeder Brauerei zusammengetragen werden konnten

Ein netter kleiner Begleiter, wenn ich im Land auf Reisen war. Was war das seinerzeit dann manchmal für ein Aha-Erlebnis, wenn ich irgendwo in der tiefsten polnischen Provinz plötzlich eine Brauerei entdeckt habe und in einem örtlichen Lebensmittelgeschäft oder Alkohol-Lädchen ein oder zwei Biere aus dieser Brauerei erstehen konnte.

Wilde Zeiten.

Heute hat Polen eine der buntesten, ja, sogar schrillsten Bierszenen der Welt. Brauereien allerorten, wilde und experimentelle Biere und natürlich eine schier unendliche Zahl von Websites, die diese Szene beleuchten und es zum Kinderspiel machen, durch’s Land zu tingeln und sich von einer Brauerei zur nächsten zu hangeln. Was 20 Jahre verändert haben …

Ziemowit Fałat
Polskie Browary 2000
Wydawnictwo ZiP
Kraków, 2000
ISBN -ohne-

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