Zelená Kočka Pivárium
Brno
CZE

miniatur-1Gemütliches Licht weist den Weg, während wir durch die Dvořákova-Straße bummeln, und wir sehen schon das Schild vor uns: Zwei stilisierte Männer mit dicken Bierbäuchen. Sehr stilisiert sogar. Aber genau deswegen mit hohem Wiedererkennungswert: Das Zelená Kočka Pivárium.

Warme Braun-, Gelb- und Goldtöne dominieren das Innere dieses bierigsten der drei Zelená Kočka Restaurants. Obwohl, das Pivárium ist eigentlich schon kein Restaurant mehr, sondern fast nur noch Bierbar, die Speisekarte umfasst nur ein paar bierige Schmankerl, deftig, kalorienreich, und weniger für den ausgiebigen Genuss bestimmt als dafür, eine kräftige Grundlage zu bilden für eine lange Bierverkostung.

Und dafür, für eine Bierverkostung nämlich, bietet das Pivarium genau den richtigen Rahmen. Robuste und einfache dunkle Holztische mit genauso einfachen Holzstühlen rundherum. Kein Schickimicki-Kram, keine überladene Deko. Einfach nur Platz zum gemütlichen Hinhocken, Biertrinken und sich Unterhalten.

Acht golden glänzende Zapfhähne laden ein, sich durch das Angebot zu trinken, und für diejenigen, die im winkligen Schankraum keinen Blick auf die Theke erhaschen können, hängen diese acht Biere auch überall auf Kreidetafeln angeschrieben an der Wand. Zwei feste Sorten, ein helles Zehner und ein helles Elfer, also Biere mit 10° beziehungsweise 11° Stammwürze. Trinkbiere für den großen Durst. Als Grundnahrungsmittel. Um einen langen studentischen Tag an der Uni durchzuhalten, vielleicht. Oder um als Hausfrau Kraft für einen ausgiebigen Frühjahrsputz zu sammeln – denn hier in Tschechien trinken die Damen genauso gerne und fast genauso viel Bier wie die Herren. Vielleicht auch für den gutsituiert wirkenden Herrn einen Tisch weiter, um das Lampenfieber zu senken und die Zunge zu lockern für den großen Festvortrag im Kongresssaal?

miniatur-3Und neben den beiden Trinkbieren gibt es sechs rotierende Bierspezialitäten. Biere aus kleinen Brauereien, die beginnen, mit neuen Stilrichtungen zu experimentieren, sich vom klassisch-tschechischen Ansatz HellDunkelGemischt zu lösen und auch mal etwas Neues auszuprobieren. Oftmals kommen sehr schöne, sauber ausbalancierte und gut trinkbare Ales dabei heraus. Pale Ale, India Pale Ale. Aber behutsam interpretiert. Nicht nur nach Menge gehopft, wie es die Amerikaner in dem ihnen eigenen Hang zur Übertreibung gerne tun, sondern kräftig und nachhaltig, aber dennoch in Maßen.

Wir haben uns an einen schon besetzten Tisch geschoben, es ist Sonnabend und ziemlich voll. Wir kommen rasch mit unserem Nachbarn ins Gespräch, und er empfiehlt uns die seines Erachtens besten drei Biere der heutigen Auswahl. Wir folgen seinen Tipps bereitwillig und werden nicht enttäuscht:

Von Holendr trinken wir das Black IPA. Leichte Röstaromen nur, dafür eine solide Bittere und fruchtig-harzige Hopfennoten. Schön! Lediglich der Abgang ist ein wenig dünn, man schluckt gewissermaßen ins Leere.

Es folgt das Appa von Frankies, ein American Pale Ale. Kräftig gehopft, mit den besten Sorten, die der amerikanische Westen zu bieten hat, offensichtlich. Ein Feuerwerk der Fruchtaromen. Schööön!

Und zum Abschluss etwas Kräftigeres, ein India Pale Ale mit immerhin 17° Stammwürze. Man sieht es schon beim Einschenken, es läuft etwas sämiger ins Glas, nicht zu fizzelig und sprudelig. Matuška, der Geheimtipp unter den tschechischen Bierliebhabern, hat es gebraut. Oder vielmehr sie, denn das Bier ist weiblich: Zlatá Raketa, die Goldene Rakete. Ein etwas alberner Name, aber zum Ausgleich dafür ein toller Geschmack. Hopfenaromen quer durch den Blumengarten, ein kräftiger Malzkörper, und nach dem Schluck ein leicht wärmendes Mundgefühl. Dieses Bier ersetzt nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern liefert ob seiner blumigen und fruchtigen Aromen auch gleich das Dessert dazu.

miniatur-2Aus dem großen Kühlschrank am Eingang nehmen wir uns noch ein paar Dreiviertel-Liter-Flaschen mit Bierspezialitäten aus der Region mit. Frisch abgefüllt und gekühlt. Voller Vorfreude beladen wir den Rucksack, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen.

Eine schöne Kneipe. Nettes Personal, nette Gäste, nette Atmosphäre. Eine gute Bierauswahl, keine lästige Hintergrundmusik, und wer nach zwei, drei Bier wirklich Hunger bekommt, kriegt denn auch irgendwie gestillt. Beispielsweise mit einer Talián-Wurst, einer mit Kräutern gewürzten Weißwurst mit Meerrettich und Senf, dazu ein riesiger Brotkorb. Und, wenn Meerrettich und Senf noch nicht scharf genug sind, um ordentlich Bierdurst zu machen, gibt’s auch noch eine scharfe Paprika dazu…

Das Zelená Kočka Pivárium ist täglich ab 16:00 Uhr durchgehend geöffnet, sonntags erst ab 17:00 Uhr. Kein Ruhetag. Es liegt mitten im Altstadtbereich Brünns, am besten mit der Straßenbahn erreichbar – Linien 4, 8 und 9, Haltestelle Náměstí Svobody, etwa 130 m entfernt.

Bilder

Zelená Kočka Pivárium
Dvořákova 3
602 00 Brno
Tschechien

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