Bad Homburger Brauhaus GmbH & Co. KG „Graf Zeppelin“
Bad Homburg vor der Höhe
DEU

Tja, also zu diesem Brauhaus könnte ich ja fast einen Roman schreiben…

Sudwerk und Gaststube

Am 30. August 2005 besuchten wir zum ersten Mal das Bad Homburger Brauhaus GmbH & Co. KG „Graf Zeppelin“ und waren begeistert. Wunderschön auf der grünen Wiese vor den Toren Bad Homburgs gelegen, angelehnt an einen Reiterhof, mit einem Bioladen nebenan, mit Blick auf die Frankfurter Skyline und einen gepflegten, blitzsauberen Biergarten. Hervorragendes Essen, sehr leckeres Bier und ein herzlich-freundlicher junger Kellner. Wir fühlten uns sogar bemüßigt, eine nette eMail an das Brauhaus zu schreiben, weil wir uns so wohl gefühlt hatten.

Es erfolgte allerdings keine Reaktion darauf – das hat man wohl im Frankfurter Speckgürtel nicht nötig.

Zwei Jahre später waren wir wieder da, am 7. August 2007. Und welche Enttäuschung! Das Bier schmeckte uns nicht (das Weißbier entsprach geschmacklich nicht dem, was wir von einem Weißbier erwarteten – dann möge man es bitte anders nennen; das Helle schien nicht ausgegoren zu sein, es hatte viel zu viel Restsüße), das Essen schmeckte nach Fertigprodukten und Instantsoße, das Personal (vom Brauer über die Bedienung bis zur Verkäuferin im Bioladen) benahm sich – gelinde gesagt – merkwürdig, und so schlichen wir betrübt von dannen. In einer eMail an einen Freund beschrieben wir unsere Enttäuschung und beteiligten das Brauhaus „Graf Zeppelin“ in Kopie an dieser eMail – letzteres in der Hoffnung, dass unser Negativerlebnis dem Brauhaus eine Möglichkeit geben möge, Mängel abzustellen.

Bier-Idyll im Sommer

Dieses Mal erfolgte eine Reaktion.

Und was für eine!

Fast schon ein Aufschrei von Wut und Enttäuschung eines waidwunden Betriebsleiters, der uns „beinahe beleidigende Weise“ vorwarf, wo wir doch nur unsere Beobachtungen geschildert haben, und der alle Mängel in Abrede stellte. Seine Mitarbeiter hätten die „Vorwürfe (…) zurückgewiesen“ und unsere „gemachte Erfahrung ist (…) nicht korrekt beschrieben“.

Na klar, als Mitarbeiter hätte ich auch alles abgestritten (Wer liefert sich denn schon freiwillig ans Messer?), aber auf dieser dünnen Basis dem Gast zu unterstellen, er wüsste wohl nicht, was er erlebt habe, ist schon dreist. Also hat mir das Bier gefälligst geschmeckt zu haben? Das Essen auch? Und die sonderbaren Launen des Personals habe ich widerspruchslos zu akzeptieren?

Mag sein, dass die neureiche Kundschaft im Speckgürtel von Frankfurts Norden sich darauf einlässt. Die Schickeria, die ich gerne mit dem Attribut versehe „säuft Prosecco aus Dosen“, gießt sich schließlich auch das Bier aus diesem Brauhaus in den Rachen, ohne auf den Geschmack zu achten, und schlingt sich in schlechtsitzendem Anzug unter Zeitdruck und gleichzeitig mobil telefonierend das Essen gedankenlos rein. So merkt man zum Glück auch nicht, wie einen das Personal behandelt… Hauptsache Schickimicki – und so ist ein Fortbestand dieser Brauerei unter allen Umständen gesichert…

Oder haben wir, lieber Betriebsleiter, uns den lautstark mit vollem Mund telefonierenden Gast am Nachbartisch, der in wirklich bemerkenswertem Tempo sein Essen verschlang, auch nur eingebildet?

Mag ja sein, dass wir am 7. August 2007 einen rabenschwarzen Tag erwischt und einfach Pech hatten – aber nach dieser Reaktion des Betriebsleiters werden wir das Brauhaus „Graf Zeppelin“ nicht mehr betreten.

Das Brauhaus „Graf Zeppelin“ ist täglich von 11:00 bis 23:00 Uhr durchgehend geöffnet; kein Ruhetag. Zu erreichen ist es am besten mit dem Auto; Parkmöglichkeiten gibt es reichlich direkt auf dem Hof.

Bilder

Bad Homburger Brauhaus GmbH & Co KG „Graf Zeppelin“
Zeppelinstraße 10
61 352 Bad Homburg vor der Höhe
Hessen
Deutschland

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