The Highlander
Wien
AUT

Nachtrag 17. März 2010: Heute hatte ich erneut die Gelegenheit, im The Highlander einzukehren. Diesmal hatten wir ein wenig mehr Zeit mitgebracht, tranken nicht nur ein paar Biere auf die Schnelle, sondern aßen auch eine Kleinigkeit und ließen uns von Ulrich Schneider die Sudanlage und den Lagerkeller etwas genauer zeigen.

die „Bier-Lilly“

Eine Sudanlage der Firma „Bier-Lilly“ aus Wien ist es, die vor zehn Jahren hier in der Gaststube installiert worden war und seitdem klaglos ihren Dienst verrichtet. Klaglos – glücklicherweise, denn die Installationsfirma „Bier-Lilly“ gibt es schon seit einer geraumen Weile nicht mehr, und jeder kleine Schaden könnte sich dadurch schnell zu einem etwas größeren Aufwand entwickeln.

Wir stillten unseren Wissensdurst und wandten uns dann rasch wieder dem physischen Durste zu – schließlich galt es doch auch dieses Jahr, alle vier angebotenen Biere mit der angemessenen Ruhe und Konzentration zu verkosten.

The Highlander

Im Rahmen der Städtetour der Bier nach Wien machten wir am 19. März 2009 einen spontanen, ungeplanten Zwischenstopp im Braupub The Highlander, der – aus welchem Grund auch immer – nicht in unserem Tourprogramm aufgeführt war.

Eine junge, gut gelaunte und hübsche Dame bot uns an, die hier auf dem kleinen 5 hl Sudwerk produzierten vier Biere in zweckmäßiger Reihenfolge und in kleinen Gläsern auszuschenken – vom milden zum kräftigen Bier, so dass wir auch sorgfältig verkosten konnten. Vom Lager über das Weizen und das Märzen bis zum Stout sollte die geschmackliche Reise gehen.

Frohgemut begannen wir, aber schnell wurden wir ein wenig nachdenklich ob des wunderlichen, aber nicht unangenehmen Geschmacks des Lagers – und sofort hub wilde Spekulation an: „Das ist der Hopfen!“ – „Seltsame Hefe verwendet!“ – „Vielleicht ein bisschen umgeschlagen?“

Des Rätsels Lösung war viel einfacher. Mit einem liebenswerten Lächeln kam die Bedienung und sagte: „Ich glaube, ich habe mich verzapft – das war das Weizen!“

dies war nicht das Weizen, aber das Risiko des Verzapfens war hier auch geringer

Nachdem wir dergestalt wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt worden waren, wollten wir natürlich mehr über das Bier wissen, und bekamen angeboten: „Ich rufe einfach den Chef an. Der ist hier in der Nähe, der kommt bestimmt gerne vorbei und erklärt Ihnen alles!“ Und genau so war es: Kaum fünf Minuten später stand Ulrich Schneider, der Brauer, vor uns. Wir unterhielten uns angeregt und freuten uns, dass hier jemand vor uns stand, der dem Brauen realistisch begegnete. Er mache keinen großen Hokuspokus, sondern braue einfach nach den Rezepten, die ihm schmeckten. Und natürlich sei er sich dessen bewusst, dass bei geringerem Konsum das Bier im Lagertank langsam weiterreife und so stetig seinen Charakter leicht verändere. Aber das sei ja gerade das Schöne an seiner kleinen Gasthausbrauerei, dass der Kunde Bier wieder als ein lebendiges Naturprodukt kennenlerne.

Was konnten wir anderes, als Ulrich aus vollstem Herzen zuzustimmen – die gerade getrunkenen Biere (vielleicht mit Ausnahme des Stout, das ein kleines bisschen unharmonisch wirkte und noch nicht ganz ausgereift schien – obwohl es durchaus schon gut schmeckte) hatten ja mit ihrem wunderbaren und individuellen Geschmack kräftig zu dieser Überzeugung beigetragen! Und die Gäste am Nachbartisch sahen es wohl genauso, denn im Nu waren wir mit ihnen in eine fröhliche Bierdiskussion verwickelt und beleuchteten die Wiener Bierszene von allen Seiten.

Schade nur, dass die Zeit viel zu knapp war – denn hier hätten wir sicherlich noch wesentlich länger diskutieren können und wollen…

Bildergalerie

The Highlander
Sobieskiplatz 4
1090 Wien
Österreich

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