De Bekeerde Suster
Amsterdam
NLD

Nachtrag 20. November 2024: Wow, ist es wirklich schon über fünfzehn Jahre her, dass ich hier in De Bekeerde Suster das bisher erste und letzte Mal eingekehrt war? Wo ist die Zeit geblieben?

Wir betreten den Schankraum und werden sofort freundlich empfangen. Zwar haben wir nicht reserviert, aber der nette junge Mann findet trotzdem noch einen Zweiertisch für uns. Etwas eng, aber direkt an der Heizung (heute ganz wichtig, denn wir sind gut nass geworden …) und mit Blick auf die Straße.

Hungrig und durstig blättern wir schnell durch die Karte, und während es beim Essen einen Moment dauert, bis wir uns für ein Satay-Chicken mit Salat entschieden haben, geht es beim Bier ganz schnell: Vier eigene Biersorten sind im Ausschank, ein fünftes Gastbier hängt am Hahn, und es gibt einen Tester mit fünf kleinen Gläsern. Klare Sache!

Sowohl das Hühnchen als auch das Bier kommen ziemlich fix. Das Hühnchen erweist sich als typisch niederländisches Gericht: Knusprig gebraten mit einer dicken Erdnusssoße, also Einfluss der alten holländischen Kolonien, aber stark europäisiert. Dazu krosse Fritten.

Braukesselselfie

Mal sehen, welches Bier dazu am besten schmeckt …

Oder besser: Welches Bier denn überhaupt gut schmeckt …

Denn so traurig es ist, bereits mit dem ersten Bier bin ich nicht so richtig zufrieden – das 7,2%ige De Manke Monnik schmeckt ziemlich phenolisch. Viel, viel besser dann das kernig herbe, bitterfruchtige und leicht harzige, 5,8%ige IPA, das als Gastbier von der Brauerei Uiltje stammt.

Bier Nummer 3 nennt sich De Blonde Barbier, ist ein 6,2%iges Blonde und schmeckt süßlich und relativ estrig. Bier Nummer 4, das 5,2%ige Home Brew Pale Ale, markiert leider den Tiefpunkt des Abends. Es schmeckt wie ein Home Brew, und zwar das eines Anfängers. Hefig, phenolisch und mit nicht wirklich angenehmen, eher ins lösungsmittelartige abgleitenden Estern im Aromaprofil.

Zum Glück ist das letzte Bier, das 5,4% ige Witte Antonia, ein klassisches Witbier dann noch ein kleiner Lichtblick. Der Koriander ist vielleicht ein kleines bisschen dominant, abgesehen davon schmeckt das Bier aber sehr erfrischend und sauber.

Ein bisschen gemischte Eindrücke also. Ein sehr aufmerksamer und freundlicher Service, eine schöne Atmosphäre, ein solides, aber nicht überdurchschnittliches Essen und sehr unterschiedliche Biere – von kaum genießbar bis richtig gut.

Und das alles zu gepfefferten, Amsterdamer Preisen …

Bildergalerie

De Bekeerde Suster

Mitten in Amsterdam, nur wenige Meter vom Nieuwmarkt entfernt und direkt am Ufer des Kloveniersburgwal, liegt die kleine Brauerei De Bekeerde Suster der Beiaard Groep Nederland, die wir am 6. Juni 2009 besucht haben. Die Beiaard Groep betreibt eine Reihe von Bierlokalen in Amsterdam und anderen Städten, und hier, am Kloveniersburgwal, auch eine kleine Gasthausbrauerei.

der gemütliche, aber leere Schankraum

Ein urgemütlicher Schankraum, der heute, bei warmem Frühsommerwetter, natürlich leer stand, und eine kleine Terrasse zum Wasser hin empfingen uns. Wir setzten uns zu den anderen Gästen raus auf eine Holzbank, genossen den Blick auf die Gracht, und beschlossen, nicht eher wieder weg zu gehen, als bis wir alle hier gebrauten Biersorten durchprobiert hatten. Das war allerdings leichter erledigt, als gedacht, denn die freundliche, wenn auch recht langsame Bedienung musste unsere Erwartungen etwas enttäuschen: Von den vielen im Internet und auf der Speisekarte erwähnten Bieren gäbe es derzeit nur das Blonde Ros und das Witte Ros. Ersteres ein blumiges, aromatisches und malziges Helles, und das Zweite ein Belgisches Wit, also ein Weizenbier mit Koriander und anderen Gewürzen. Nun, junge Frau, dann also diese beiden, alstublieft!

Beide Biere hielten, was die Beschreibung versprochen hatte, und auch wenn das Wit die Zunge schon sehr nachhaltig mit einer hefigen Bittere belegte, waren wir nicht unzufrieden.

Dazu gab es recht leckeres Essen, den typischen Amsterdamer Stilmix zwischen internationaler und surinamesischer Küche. Und für Amsterdamer Verhältnisse durchaus preiswert.

das Sudwerk ist auf Hochglanz poliert

Zur Abrundung des Besuchs schaute ich mir die auf Hochglanz polierte kupferne Brauanlage etwas genauer an, bestaunte den auffälligen kupfernen Trichter an einem der Bottiche, und dann zog es uns allerdings auch schon weiter, weiteren touristischen „Abenteuern“ entgegen …

Bildergalerie

De Bekeerde Suster
Beiaard Groep Nederland B.V.
Kloveniersburgwal 6
1012 CT Amsterdam
Niederlande

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