Brauerei Greifenklau
Bamberg (DEU)

Nachtrag 18. Oktober 2025: Wow, dreizehn Jahre liegt mein letzter Besuch in der Brauerei Greifenklau zurück, stelle ich fest, als ich im Schankraum Platz nehme. Aber verändert hat sich nix. Die alten, abgewetzten Holzmöbel, der raue Charme der Bedienungen, die großen Gläser, in die sich ein schier nicht enden wollender Strom von Bier ergießt.

Aber doch, eins ist neu: Die Brauerei Greifenklau hat nämlich den Poldi-Bock der schon seit hundert Jahren nicht mehr existierenden Bärenbräu Bamberg in diesem Jahr erstmalig wieder auferstehen lassen. 6,9% Alkohol hat er, hat ein schönes, dunkles Rotbraun und scmeckt süßlich-sämig. Vor dreieinhalb Wochen erst ist er am 26. September 2025 im Rahmen eines festlichen Bockbieranstichs auf der Altenburg vorgestellt worden und ist nun auch im Schankraum der Brauerei Greifenklau erhältlich.

herrlich rostbraun strahlender Poldi-Bock

Er läuft hervorragend, aber die 6,9% Alkohol sind auch spürbar, wessentwegen ich mich als zweites Bier für ein ganz normales Helles entscheide. Gab es früher nämlich hier auch nicht. Da bekam man, wenn man einfach nur „ein Bier“ bestellte, ein klassisches, fränkisches Lager. Nun also, der Mode und dem Zeitgeist folgend, ein mildes, süßliches und glattgelutschtes Helles. Nicht wirklich schlecht, aber im Vergleich zum Lager (das es nach wie vor gibt!) und erst recht zum Bock natürlich nur ein müder Abklatsch.

War wohl mein Fehler. In umgekehrter Reihenfolge hätte ich mit Sicherheit beide Biere goutiert.

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Brauerei Greifenklau

Nachtrag 13. Oktober 2012: Heute bot sich mir im Rahmen einer Gruppe Interessierter die Möglichkeit, die Brauerei Greifenklau im Detail zu besichtigen.

im Sudhaus

Mit viel Liebe und Geduld erklärte uns der Besitzer und Brauer der Brauerei Greifenklau, Sigmund Brockard, sein kleines und ein wenig altmodisch wirkendes, aber technisch sorgfältig erneuertes Brauhaus. Die kupfernen Kessel und Pfannen und die pastellfarbenen Fliesen lassen Nostalgie aufkommen, aber die blitzblanken Edelstahl-Gär- und Lagertanks machen deutlich, dass hier genau an der richtigen Stelle moderne Materialien zum Einsatz kommen.

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Brauerei Greifenklau

Eine graue, unauffällige, ja fast schon schmucklose Häuserfassade, die sich einreiht in mehrere benachbarte, ebenso unauffällige Häuserfronten empfing uns am 30. Mai 2008. Na klar stand über dem Eingang der Name der Brauerei, Brauerei Greifenklau, aber dass uns dann im Innenhof ein derartig schöner Biergarten empfing, das war beim besten Willen vorher nicht zu ahnen.

eine eigentlich recht unauffällige Fassade

Eine sehr positive Überraschung also. Wir suchten uns einen schattigen Platz unter Linden, Ahorn und Kastanien, um der drückenden vorsommerlichen Hitze zu entgehen, und ließen uns von der blitzschnellen und freundlichen Bedienung mit exzellentem Lagerbier und recht süffigem Weizenbier verwöhnen.

Wenn wir uns im Biergarten umsahen, fanden wir typisch fränkische Lebenslust an allen Tischen. Hier wird das Wohnzimmer an die frische Luft verlegt, man trifft sich mit Freunden und Familie, spielt Karten, packt den Laptop aus oder baut gar seine ganze Modellbauausrüstung auf dem Tisch auf und bastelt ein wenig. Gemütlich, ruhig, zwanglos, und dazu dieses leckere Bier – hier kann man einfach sitzen bleiben und nicht nur Stunden, sondern am besten gleich mehrere Tage lang das Leben genießen.

Lebenslust im Biergarten

Und gibt es denn gar keinen Wermutstropfen? Doch, einen kleinen schon: Das Essen ist nix Dolles. Nicht wirklich schlecht, aber schwere, recht fette Allerweltsküche – die allerdings mit freundlichem Lächeln in Riesenportionen serviert wird. Nun ja, es ist ja auch eine Brauerei, und kein Sterne-Restaurant!

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Brauerei Greifenklau GmbH
Laurenziplatz 20
96 049 Bamberg
Bayern
Deutschland

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