Der Tauschhandel blüht (2)
Sonthofen
DEU

Es geht nichts über gute Kollegen am Arbeitsplatz!

Mit Worten, die fast schon einer Entschuldigung gleich kommen, tritt Herr G. aus B. zum Dienstschluss an meinen Schreibtisch heran: „Ich war in Österreich, aber ich habe während des verlängerten Wochenendes nichts Exotischeres bekommen.“

Zwei Flaschen Bier stellt er auf den Tisch, ein Allerweltsbier aus einer „Bierfabrik“ und ein Schwarzbier.

Verkostung? Na klar. Trotzdem!

Verkostungsnotizen

Zillertaler Bier – Zillertal Schwarzes (5,2%)

Dieses Bier trägt seinen Namen zu Recht: Es ist schwarz. Und nicht nur dunkelbraun oder rubinrot, wie manche anderen Schwarzbiere. Nur vor einer ganz hellen Lampe sieht man einen kleinen Schimmer, der beweist, dass das Bier klar ist. Die dünne Schaumschicht ist – starker Kontrast – schneeweiß. Neugierig schnuppere ich am Glas und rieche … erstmal gar nichts. Eine ganze Weile muss ich konzentriert hinriechen, bis ich wenigstens ein paar extrem zurückhaltende Röstaromen und eine feine metallische Note identifizieren kann. Der Antrunk ist überraschenderweise recht malzig und etwas süß, ebenso der erste Eindruck auf der Zunge und am Gaumen. Die Bittere ist sehr zurückhaltend; ein paar malzsüße Noten erinnern an ein typisches, tschechisches Tmavé. Der Antrunk ist sehr schlank, rasch klingen Malzcharakter und der Hauch einer Bittere wieder ab, und auch retronasal bleibt das Bier zurückhaltend – ein bisschen malzig, aber das war es dann schon. Der intensivste Geschmackseindruck kommt eigentlich, als ich mir nach dem Absetzen des Glases über die Lippen lecke und eine deutliche Süße spüre.


Brau-Union Österreich – Kaiser – Fasstyp (5,0%)

Klar und blank steht das hellgelbe Bier im Glas, bedeckt von einer dünnen Schaumschicht, die bis auf einen kleinen, schneeweißen Hauch rasch zusammenfällt. Der Geruch ist zurückhaltend und lässt ein paar ganz dezente, feine Malznoten erkennen, begleitet von einem Hauch Biskuit. Der Antrunk ist spritzig scharf, schwach ins Brotige changierende Malzaromen machen sich auf der Zunge breit und kommen retronasal ein kleines bisschen stärker zur Geltung. Der Abgang ist weich, es ist kaum eine Bittere zu spüren, und an Gaumen und Rachen bleibt nur eine leicht seifig wirkende Empfindung für einen kurzen Moment hängen.

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