Verdener Brau Manufaktur
Verden (DEU)

Antritts- und Abschiedsbesuch in einem?

Ein paar Wochen ist es her, dass ich Eberhard Walther auf der Messe Fisch & Feines in Bremen kennengelernt habe und wir beim Bier ins Gespräch gekommen waren. Er schwärmte mir von der Verdener Brau Manufaktur vor, die er zusammen mit ein paar Freunden ins Leben gerufen habe und nun mit seiner Tochter Kerstin Junge betreibe, und natürlich lud er mich ein, einmal nach Verden zu kommen, das hübsche, über 400 Jahre alte Fachwerkhäuschen direkt am Rande der historischen Altstadt zu besuchen und, natürlich, dort auch ein Bier zu trinken.

Heute, am 30. Januar 2026, ist es soweit – mit der Eisenbahn unterwegs in Richtung Hamburg bietet es sich geradezu an, in Verden auszusteigen und erst zwei Stunden später mit dem übernächsten Zug weiter zu fahren. Zeit genug für einen Brauereibesuch und einen Schnack. Aber …

… vor wenigen Tagen hat mir Kerstin geschrieben, dass sie und ihr Vater sich schweren Herzens entschlossen hätten, die Verdener Brau Manufaktur Ende Januar zu schließen.

die Brau Manufaktur im 400 Jahre alten Fachwerkhäuschen

Beim Betreten des kleinen Verkaufsraums ist davon noch nicht allzu viel zu bemerken. Alles ist urgemütlich und mit viel Liebe zum Detail ein- und hergerichtet, Kerstin steht gut gelaunt hinter dem Verkaufstresen, und Bier gibt es auch noch. Allerdings: Bei genauem Hinsehen merke ich es doch: Im Schaufenster steht ein Schild „Danke!“, beim Verkaufsbier handelt es sich nur noch um eine einzige Sorte, und als Kerstin mir die Tür zum Sudhaus öffnet, sehe ich, dass das Sudwerk selbst schon verschwunden ist.

„Ja, das haben wir verkauft, und damit ist das Schicksal unserer kleinen Brauerei leider besiegelt“, erzählt Kerstin. „Papa mag aus Altersgründen nicht mehr, er ist ja nun schon deutlich über siebzig, und ich habe mich beruflich ganz anders orientiert und meine wahre Berufung gefunden.“

„Fällt schwer, ist aber so …“, fügt sie noch hinzu.

viel Liebe steckt im Detail

Wirklich schade, denn die Lage ist sehr schön, die Einrichtung ist ansprechend, das Bier, das ich in Bremen noch verkostet habe, schmeckte gut, und die Tastings, die hier im Laden und im Sudhaus immer mal wieder veranstaltet worden sind, sollen legendär gewesen sein.

Jetzt gibt es nur noch den Abverkauf des Restbiers, und dann werden die Türen endgültig geschlossen.

Doch vielleicht …

Ja, ganz vielleicht findet sich noch jemand, der diese kleine Brauerei weiterführen möchte. Entweder kommerziell oder als Hobby, vielleicht auch als Vereinsbrauerei einer Gruppe von Hobbybrauern oder als luxuriöses Ein-Personen-Freizeitprojekt. Die Infrastruktur ist da, es gibt jede Menge Zubehör von Tastinggläsern über Zapfanlagen bis hin zum luxuriösen Flaschenfüller der Marke Werk II – man könnte sich also vom ersten Moment an wohlfühlen und seine Begeisterung ausleben.

Und dass das alles vom Ordnungs- und vom Gesundheitsamt abgesegnet und freigegeben ist, so dass die Formalitäten kein Problem darstellen sollten, ist eh klar.

Tja, wäre das nicht was?!?

Zunächst ist die Verdener Brau Manufaktur jedoch ab dem 31. Januar 2026 geschlossen. Zu erreichen ist das schöne Fachwerkhaus, in dem sie untergebracht war, in einem siebenminütigen, gemütlichen Fußweg vom Bahnhof Verden – immer geradeaus in Richtung Westen, dann läuft man genau darauf zu.

Bildergalerie

Verdener Brau Manufaktur
Obere Straße 24
27 283 Verden
Niedersachsen
Deutschland

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.