Ferdinand Laudage
Noch mehr Craftbier selber brauen

Wie schon das erste Buch Craftbier einfach selber brauen ist auch der zweite Band, der sich jetzt an die fortgeschritteneren Hobbybrauer wendet, mit praktischer Spiralbindung und trotzdem geschlossenem Rücken gebunden. Jetzt natürlich nicht mehr so überraschend, aber immer noch sehr praktisch. Auch die grafische Gestaltung des Buchs „Noch mehr Craftbier selber brauen“ lehnt sich sowohl beim Umschlag als auch beim Innenlayout sehr eng an das erste Buch an – ein schöner Wiederkennungswert.

Ferdinand Laudage
Noch mehr Craftbier selber brauen

Optimieren, variieren, experimentieren – das ist der Claim im Untertitel, und es wird deutlich: Wer das erste Buch durchgearbeitet hat und schon die ersten Sude hinter sich hat, der wird vom zweiten Buch profitieren. Routinekenntnisse und das grundsätzliche Verständnis für den Brauprozess werden vorausgesetzt, und jetzt geht es von der eng rezeptgebundenen Pflicht zur Kür, zur freien Gestaltung.

Letztere bietet viele Risiken, grandios zu scheitern, und das macht Ferdinand Laudage auch deutlich. Das Bestreben des noch frischen Hobbybrauers, nach den ersten zwei, drei halbwegs erfolgreichen, soll heißen trinkbaren, Suden gleich frei zu drehen und alles mögliche gleichzeitig zu verändern und mit exotischen Zutaten und seltenen Verfahren zu kombinieren, führt zu allem, aber nicht zu nachvollziehbaren (und meistens auch nicht zu genießbaren) Ergebnissen.

Daher geht der Autor behutsam und mit Bedacht vor. Ausgehend davon, dass der Leser bereits auf den Geschmack gekommen ist, Spaß am Hobby gefunden hat und bereit ist, ein bisschen mehr Geld auszugeben, stellt er zunächst Brauequipment vor, das die Arbeit einfacher gestaltet, den Brauprozess besser kontrollieren lässt und vielleicht auch etwas teurer ist.

bei den Rohstoffen geht es ein bisschen mehr in die Tiefe als im ersten Band

Im nächsten Kapitel widmet er sich dann den Rohstoffen in mehr Tiefe als im ersten Band. Spezialmalze, exotische Hopfensorten, besondere Hefestämme, die mehr Aufmerksamkeit und mehr Erfahrung bei der Nutzung erfordern, werden vorgestellt. Variationen des Brauprozesses werden analysiert und Rezepte daraufhin abgeklopft, wie sie sich weiterentwickeln und optimieren lassen.

Ein bisschen Food-Pairing kommt noch hinzu, ein paar interessante und nicht zu schwierige Kochrezepte für Speisen, die sich hervorragend mit Bier kombinieren lassen, und zum Abschluss, bevor das Buch mit einem Glossar und ein paar Quellen und hilfreichen Links zu Ende geht, kommt noch eine Sammlung von Braurezepten für Fortgeschrittene.

All das liest sich eingängig und kurzweilig, und viel zu schnell ist der Leser am Ende des Buchs angelangt.

Klar, es bleiben trotz allem noch jede Menge Spezialfragen offen, aber: Auf knapp 200 Seiten macht der Hobbybrauer einen großen Schritt nach vorn.

Ferdinand Laudage
Noch mehr Craftbier selber brauen
Eugen Ulmer KG
Stuttgart, 2018
ISBN 978-3-8186-0536-0

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