Die Tour der vier
geschlossenen Brauereien (BEL)

[Blick zurück auf Juli 2025]

Zwei schöne Tage in Antwerpen liegen hinter uns, zwei nicht minder schöne in Brüssel vor uns. Zwischen Auschecken in dem einen und Einchecken in dem anderen Hotel liegt ein Zeitfenster von drei Stunden. Die Fahrt dauert aber nur fünfzig Minuten. Zeit genug also für … eine Art Schnitzeljagd der Brauereien.

Onkel Google, was gibt es zwischen Antwerpen und Brüssel denn für Kleinbrauereien? Der Onkel ist nicht um eine Antwort verlegen, und so füttern wir das Navi mit Adressen in kleinen, kleinsten und allerkleinsten Dörfchen – in vollem Bewusstsein, dass heute, an einem Werktag über die Mittagszeit wohl alle geschlossen haben werden.

Trotzdem, auf geht’s!

Station 1, die Brouwerij Het Ganzenhof. Ein kleines, langgestrecktes Dörfchen, ein einfaches Wohnhaus. Heute wird hier kräftig renoviert. Das Haus ist eingerüstet, fleißige Arbeitsbienen turnen herum und renovieren Fassade und Dach. Nach Brauerei sieht das auf den ersten Blick nicht aus; auf den zweiten entdecken wir aber hinter dem Haus eine Terrasse und einen simplen Anbau, in dem wohl das Sudwerk steht. Am Zaun eine Plastikplane mit Reklameaufdruck. Aber alles sieht so aus, als sei nicht nur wegen der Tageszeit, sondern insbesondere wegen der Renovierungsarbeiten derzeit alles geschlossen. Vielleicht aber auch nicht. Schnell ein, zwei Zielfotos, und schon geht’s weiter.

Station 2, die Brouwerij De Klem, ein aus dem Ruder gelaufenes Hobby, wie die Website stolz vermeldet. Wir finden die Brauerei in einer Werkhalle irgendwo im Wissenschaftspark der Universität Antwerpen. Vor der Tür stehen ein paar Sonnenschirme, ein paar Europalette und leere Einwegfässer, sogenannte PETainer. Tür und Hallentor sind zu. Nicht wirklich überraschend, denn diesbezüglich hatte uns das Navi schon vorgewarnt und argwöhnisch gefragt, ob wir unser Reiseziel ansteuern wollten, obwohl dort geschlossen sei. Ein weiteres Zielfoto, und weiter.

Station 3, die Huisbrouwerij Karrelees, gegründet von Walter Verbruggen, der pünktlich zum Beginn der Pandemie in den Ruhestand ging und nichts besseres zu tun wusste, als eine Brauerei zu eröffnen. Wir finden ein Wohngebäude auf dem platten Land, umgeben von Feldern und Feldwegen. Liebevoll gestaltete Hinweisschilder und eine Art Mini-Informationsparcours rund ums Bierbrauen, der ums Haus herum angelegt ist, zeigen uns, dass wir hier richtig sind. Geöffnet ist natürlich trotzdem nicht. Aber es ist nett hier – die Spazierfahrt über die schmalen Hoppelwege (Karrelees heißt irgendwie so was wie Spurrille oder Radspur, insofern passt das durchaus) macht Spaß. Zwei Bilder, und schon müssen wir entweder weiter oder in die Einfahrt ausweichen – von dahinten kommt ein Trecker, und zwar ein großer. Weiter also!

Station 4, die Microbrouwerij Den Triest. Die einzige Brauerei, die das Präfix Micro- trägt, scheint unter den vieren die größte zu sein. Jedenfalls wirkt das von außen so. Ein Lieferwagen steht vor dem Hof, ein Fahrradständer mit Brauereireklame, Hinweisschilder schon kilometerweit vorher und größere Mengen von Leergut in der Hofeinfahrt – das alles sieht nach nicht ganz so kleinschaliger Produktion aus. Zu ist natürlich trotzdem. Bildchen machen, zurück ins Auto, und weiter geht die gemütliche Fahrt, auf dem Deich des Kanals, der Brüssel und Antwerpen miteinander verbindet, entlang.

vier geschlossene Brauereien

Vier geschlossene Brauereien, aber ein schöner und gemütlicher Ausflug. Eine Schnitzeljagd von Brauerei zu Brauerei.

Bildergalerie

Brouwerij Het Ganzenhof
Steenwinkelstraat 377
2627 Schelle
Belgien

Brouwerij De Klem
UNIT A5
Galileilaan 90
2845 Niel
Belgien

Huisbrouwerij Karrelees
Grote Heide 18 bis
2811 Mechelen
Belgien

Microbrouwerij Den Triest
Trieststraat 24
1880 Willebroek
Belgien

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