[Blick zurück auf August 2025]
2010 erfüllen sich die Brauer der 2003 gegründeten Brasserie De La Senne ihren Traum, endlich eigene Braukessel im Brüsseler Stadtgebiet zu haben. Bis dato waren sie nämlich als Wanderbrauer ohne eigenes Equipment unterwegs und konnten ihre tiefe Verbindung zur belgischen Hauptstadt nur über den Namen des Flusses ausdrücken, der durch Brüssel fließt und an dessen Ufer die Stadt vor über 1000 Jahren gegründet worden war: Die Senne. Seit 2010 also – echtes Brüsseler Bier! Sie sind damit nach der über 100 Jahre alten Brasserie Cantillon erst die zweite Brauerei der Millionenmetropole. Und das im Bierland Belgien!
Und ich? War seit 2010 schon so oft in Brüssel, aber noch nie vor Ort in der Brauerei. Zu weit weg vom Stadtzentrum, zu viele andere tolle Bieradressen, zu wenig Zeit oder schlicht und einfach Ruhetag. Irgendwas ist immer …
Heute, am 1. August 2025, soll es aber sein. Zwei schöne Tage in Brüssel liegen hinter uns, wir sind ausnahmsweise mal mit dem Auto da, und die Rückfahrt soll ohne Eile, ohne Zeitdruck verlaufen. Was spricht also dagegen, mal eben die Schleife durch die Stadt zu drehen und im Gewerbegebiet auf der anderen Seite vorbeizuschauen?
Nichts.
Denken wir jedenfalls.
Mit jedem Meter, den wir fahren, wird das uns umgebene Ambiente gruseliger. Die schönen Bürgerhäuser der Brüsseler Innenstadt weichen großen und seelenlosen Wohnblocks und gammelig wirkenden Gewerbebauten. An den Straßenrändern finden sich nicht entsorgte Sperrmüllberge, die ersten Häuer haben schon eingeschlagene Fenster. Wären wir zu Fuß hier, würden wir uns definitiv unwohl fühlen …
Noch zwei Mal abbiegen, durch tiefe Schlaglöcher holpern, bei denen ich Angst habe, dass der Wagen aufsetzt, und dann sind wir da. Eine große Wellblechhalle mit einer riesigen Glasfassade in der Mitte, die ein wenig an ein Gartencenter erinnert. Natürlich ist alles geschlossen – es ist Freitag in der Früh, da trinkt auch der Belgier noch kein Bier. Aber darum geht es uns im Moment auch gar nicht – die Biere der Brasserie De La Senne sind schließlich überall problemlos zu bekommen, nicht nur in Brüssel, sondern auch in Belgien und oft auch in gut sortierten Bottleshops und Craftbierbars in Deutschland.

Blick durch das große Panoramafenster
Ein paar Bilder können wir machen. Die Wellblechfassade, die großen Glasfenster, ein paar bunte Wandmalereien und – durch die Fenster hindurch – auch die Sudkessel werden abgelichtet, bildlich gesprochen quasi auf Zelluloid gebannt.
So, abgehakt. Endlich auch mal an der Brasserie De La Senne gewesen. Und gelernt: Hierher kommt man mit dem Auto (dann darf man nix trinken), mit dem Taxi (ist teuer) oder, wenn man die Öffis nutzt, sicherheitshalber lieber in der Gruppe, nicht allein.
Der Taproom der Brasserie De La Senne ist mittwochs bis freitags von 16:00 bis 23:00 Uhr geöffnet, sonnabends von 12:00 bis 23:00 Uhr und sonntags von 12:00 bis 21:30 Uhr. Montags und dienstags ist zu. Der Souvenir- und Bottleshop ist montags bis freitags von 12:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, sonnabends von 11:00 bis 19:00 Uhr. Zu erreichen ist die Brauerei (siehe oben …) am besten mit dem Auto. Man kann auch mit dem Bus bis zur Haltestelle Thurn en Taxis fahren und dann noch so etwa vierhundert Meter zu Fuß gehen.
Brasserie De La Senne
Anna Bochdreef 19-21
1000 Brüssel
Belgien

Hinterlasse jetzt einen Kommentar