Brouwerij ‘t IJ
Amsterdam
NLD

Nachtrag 22. November 2024: Nach etwas über sieben Jahren sehen Windmühle und Taproom der Brouwerij ‘t IJ unverändert vertraut aus – lediglich auf dem Platz vor der Windmühle ist mittlerweile eine Art Gartencafé entstanden, um dem Besucheransturm besser gerecht zu werden.

„Na, wie die Biere sich wohl entwickelt haben?“, denke ich mir und grüble darüber, dass die Biere nebst Brauerei in den sozialen Medien so gehypt werden, meine eigenen Erfahrungen mit den Bieren von hier aber durchaus gemischt waren. Sowohl vor Ort als auch unterwegs aus der Flasche waren sie mal recht gut, mal aber auch sehr kantig und unausgewogen, wirkten manchmal fast ein wenig unlustig zusammengerührt.

Ob es diesmal wohl besser ist?

Zehn verschiedene Biere sind heute im Angebot, und sie sollten sich mit zwei Testbrettchen à fünf Biere gut verkosten lassen. Auf geht’s also!

zehn verschiedene Biere sind heute im Angebot

Das erste Brettchen umfasst fünf helle Biere:

  • Blondie (5,8%)
  • IJwit (6,5%)
  • Zatte (8,0%)
  • IPA (6,5%)
  • Columbus (9,0%)

Mit Ausnahme des vorzüglichen Columbus erweisen sich die Biere als solider Durchschnitt, mehr aber auch nicht. Ob da das zweite Brettchen etwas mehr Spaß bereitet?

  • Gouden IJ (6,8%)
  • IJndejaars (9,0%)
  • IJbräu (6,5%)
  • Calypso – Session IPA (4,0%)
  • NIJpa (6,2%)

Ach, herrje, leider nicht. Auch hier sind wieder vier solide und durchschnittliche Biere am Start, und das fünfte, das NIJpa, erweist sich sogar als deutlich unterdurchschnittlich. Schade.

Sehr schade insbesondere angesichts der Tatsache, dass so ein Testbrettchen mit fünf klitzekleinen Gläschen sage und schreibe 17,50 EUR kostet – 3,50 EUR für rund 150 ml Bier. Selbst die zusätzliche Arbeit mit den kleinen Gläschen eingerechnet ist das ein mehr als stolzer Preis.

Nee, das macht heute keinen guten Eindruck. Im Gegenteil – wir gehen mit der Überzeugung, bei unserem nächsten Amsterdambesuch, wann immer der auch sein wird, die Zeit besser woanders zu nutzen als hier in der Brouwerij ‘t IJ.

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Brouwerij ‘t IJ

Nachtrag 17. April 2017: Strahlender Sonnenschein, aber es ist eisekalt. Das hält die Menschen jedoch nicht davon ab, in der Brouwerij ‘t IJ einzukehren und in dicke Jacken gehüllt draußen zu sitzen. Drinnen ist schon seit Stunden kein Quadratzentimeter mehr frei, draußen auch nur noch vereinzelte Sitzplätze.

Mit etwas Mühe schiebe ich mich bis zur Theke durch, bestelle mir gleich zwei kleine Gläser auf einmal, um nicht gleich wieder anstehen zu müssen: Columbus und IPA. Dazu ein Stückchen Hartwurst und ein kleines Schüsselchen mit Käsewürfeln, damit das Bier nicht gar so trocken runtergeht …

Beide Biere erweisen sich als ausgezeichnet, noch ein wenig besser balanciert als ich es vom letzten Mal in Erinnerung hatte. Und so genieße ich die bunte Atmosphäre in den letzten Sonnenstrahlen eines langen Ostertags.

Das Proeflokaal der Brouwerij ‘t IJ ist mittlerweile täglich von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet – nichts für Nachtschwärmer, dafür aber zuverlässig ohne Ruhetag, auch an allen Feiertagen. Zu erreichen ist die Brauerei bequem mit der Straßenbahn, Linie 10, Haltestelle Hoogte Kadijk, direkt um die Ecke.

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Brouwerij ‘t IJ

Nachtrag 12. August 2012: Etwa drei Jahre später konnte ich erneut einige Biere direkt hier vor Ort verkosten, und war etwas zufriedener.

Windmühle und Proeflokaal

Das IJwit war ein wenig runder, das Plzeň weicher im Hopfenaroma; das India Pale Ale und das Columbus mit 7,0% beziehungsweise 9,0% Alkohol waren stark gehopft, dabei aber durch einen vollen, malzigen Körper gut ausbalanciert und daher gut trinkbar. Durchaus eine positive und interessante Erfahrung!

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Brouwerij ‘t IJ

Von ferne grüßen schon die rotierenden Flügel der Windmühle, unter der sich die Brouwerij ‘t IJ befindet, die wir am 12. September 2009 besucht haben.

Brouwerij ‘t IJ

Direkt am Fuß der Windmühle und nur wenige Meter vom Wasser entfernt befindet sich das Ziegelgemäuer, das das Proeflokaal der Brouwerij ‘t IJ beherbergt. Täglich von 15:00 bis 20:00 Uhr kann man die hier produzierten Biere verkosten und dazu ein paar Kleinigkeiten, aber wirklich nur Kleinigkeiten, essen. Ein paar Brocken Käse, ein paar Stückchen Wurst – gerade mal für den hohlen Zahn und um den Biergeschmack auszubalancieren.

Draußen auf der Terrasse stehen zahlreiche Bierbänke unter kleinen, nur wenig Schatten spendenden Bäumen, und bei halbwegs gutem Wetter sind sie auch alle voll besetzt. Drinnen ist es eng, urig, nicht unbedingt sehr sauber, aber es hat Atmosphäre. Die Wände sind vollgestellt mit alten Bierflaschen aus aller Herren Länder – vergilbte Etiketten und dicke Staubschichten grüßen den Besucher.

die Bierflaschensammlung

Neben der Theke kann man durch eine Glastür auf die Sudanlage schauen – schmuckloser, zweckmäßiger Edelstahl. Nix für’s Auge, aber geschickt konstruiert für den täglichen Betrieb.

Die beiden Biere, die wir verkosten konnten (es lag leider, wie so oft, eine lange Autofahrt vor uns …) schmeckten ein wenig enttäuschend. Das IJwit, ein mit 7% Alkohol überraschend starkes Witbier, schmeckte zwar nicht unangenehm, wirkte aber kantig und rau, ließ eine gewisse gefällige Milde vermissen und wirkte dadurch auch nicht so fein erfrischend wie andere Witbiere. Das fünfprozentige Plzeň war hell, aber nicht wirklich goldfarben, sondern wies einen gewissen Graustich auf, der das Auge enttäuschte. Es war kräftig gehopft, aber unausgewogen und kratzig. Neben der Hopfenbittere war noch eine deutliche Hefebittere zu schmecken. Trotz des Namens also kein echtes tschechisches Pilsener.

Trotzdem waren beide Biere interessant, und die Atmosphäre, die urigen Typen, die hier saßen, die Stimmung und allein die Tatsache, hier an der Windmühle und am Wasser sitzen zu können, das Bier ohne großes Aufhebens trinken zu können und sich auch wirklich fast ausschließlich auf das Bier konzentrieren zu können, wogen vieles auf, so dass der Besuch in der Brouwerij ‘t IJ sicherlich trotzdem zu den gelungenen zählt. Und so wollen wir auch würdigen, dass hier, im IJ, eine recht große Auswahl individueller Biere gebraut und angeboten wird – solche Lust an der Vielfalt und der Individualität würden wir uns bei vielen anderen Gasthausbrauereien auch wünschen.

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Brouwerij ‘t IJ
Funenkade 7
1018 AL Amsterdam
Niederlande

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