Yppenplatz 4
Wien
AUT

Den ganzen Tag war es sonnig und warm, nein, sogar richtig heiß gewesen, aber ausgerechnet jetzt, wo wir vom Hotel in Richtung Yppenplatz laufen, fängt es an zu regnen. Wir beschleunigen unsere Schritte ein wenig und hoffen, halbwegs trocken anzukommen. Nur noch wenige hundert Meter, aber jetzt bricht das Gewitter richtig los. Wir rennen, was das Zeug hält, und völlig außer Atem, klitschnass, von außen vom Gewitterregen, von innen vom Schweiß, kommen wir am Yppenplatz 4 an.

Ein großer Platz mit einigen an luxuriöse Marktbuden oder Festhallen erinnernden Bauten, viele Bars und Restaurants, und ziemlich in der Mitte des Platzes das Gebäude mit der Hausnummer 4. Moderne, offene Architektur. Lediglich die beiden Giebelseiten sind massive Wände, dazwischen ist alles verglast. Man sieht direkt hinein in die Küche, in die Schankräume, sieht die offenen Treppen zwischen den drei Stockwerken, und man sieht die Gäste, die sich in den bequemen Sitzgruppen herumlümmeln und ihre Biere genießen.

Miniatur (1)Wir betreten das Gebäude und stellen fest: Unten und in der Mitte finden wir keinen Platz mehr. Offensichtlich hat der Regen auch die anderen Gäste überrascht – überstürzt scheint man die große Terrasse mit den bunten Holztischen und Stühlen verlassen und sich nach Drinnen verzogen zu haben. Nur im obersten Stock, direkt unter dem Giebel, ist noch einiges frei – dort oben, wo sich die Hitze des Tages staut, wo es unter den schrägen Decken auch jetzt noch brütend heiß ist. Aber egal, wir lassen uns in die weichen Polster der bunten Sofas fallen, atmen tief durch und greifen nach der Getränkekarte.

Yppenplatz 4 – die Adresse ist gleichzeitig auch der Name dieser Bar. Dieser Craftbier-Bar, wie sie der Betreiber, das Brauwerk Wien, nennt. Objektiv nicht ganz verkehrt. Das Brauwerk ist eine an die Ottakringer Brauerei AG angegliederte, experimentelle Kleinbrauerei, die leckere Biere nach originellen Rezepten und in guter Qualität herstellt. Und trotzdem bin ich ein wenig enttäuscht. Ich drehe und wende die Getränkekarte, aber abgesehen von den – recht wenigen! – eigenen Produkten des Brauwerks und der Biere der großen Ottakringer Schwester finde ich keine weiteren Biere im Angebot. Hausbier 1 bis 4, das sind die Sorten, die ich Anfang des Jahres alle schon vor Ort im Brauwerk verkostet habe.

Mein Blick wandert durch den Raum, sucht nach der obligatorischen Kreidetafel, auf der Craftbier-Bars üblicherweise ihr Tagesangebot verkünden. Ah, da hängt sie ja schon. „Exklusiv bei uns – Brauwerk & Friends“ steht dort. Und darunter: Gähnende Leere. Was immer dort gestanden haben mag, es ist ausgewischt. Und die Frage an den netten jungen Kellner bestätigt, was ich befürchte: Es gibt tatsächlich nur die hauseigenen Biere. Sonst nichts.

Ein bisschen dünn, wenn man sich Craftbier Bar nennt. Ich bin enttäuscht.

Miniatur (2)Natürlich gibt es leckeres Bier, und sowohl mit dem Session IPA als auch mit dem Flanders Red bin ich zufrieden; auch der Sommersalat dazu ist lecker zubereitet und schmeckt richtig gut. Die Atmosphäre ist sehr angenehm, man kann sich bequem auf die Sofas lümmeln, es ist urgemütlich. Aber irgendwie doch nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Bierbar und Craftbier-Bar – da sollte schon ein Unterschied spürbar sein.

Sei’s drum. Es ist trotzdem ein netter und genussvoller Abend, hier im und am Yppenplatz 4.

Die Craftbier-Bar Yppenplatz 4 ist täglich von 08:00 bis 23:00 Uhr durchgehend geöffnet; sonntags ist Ruhetag. Zu erreichen ist die Bar mit der U-Bahn (die Station Josefstädter Straße ist etwa 200 m entfernt) oder mit der Tram, Haltestelle Yppengasse, direkt um die Ecke.

Bilder

Yppenplatz 4
Yppenplatz 4
1160 Wien
Österreich

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